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Donnerstag, 25. November 2021, 19 Uhr – Vortrag »ON TOUR Kunst–Bilder–Reisen«

Dr. Alma-Elisa Kittner, Justus-Liebig-Universität Gießen

Anlässlich des diesjährigen Jahresthemas »KUR- Kunst des Reisens« konnte das Künstlerhaus mit Dr. Alma-Elisa Kittner eine renommierte Expertin im Bereich moderne und zeitgenössische Künstlerreisen und touristische Bildkultur für einen Vortrag am 25. November 2021 im Künstlerhaus gewinnen.

Nicht nur Künstlerinnen und Künstler, auch ihre Produkte waren immer schon unterwegs: ohne Bewegung ist Kunst nicht zu denken. Der Vortrag diskutiert die Mobilität von Künstler*innen durch Reisen, Migration oder durch Residencies wie in Bad Ems. Wie beeinflusst das Reisen die entstehenden Bilder und wie grenzt sich das künstlerische Reisen vom touristischen Reisen ab? Was hat sich in Zeiten der Pandemie durch den Reisestopp verändert?

Dr. Alma-Elisa Kittner ist Kunsthistorikerin und Akademische Rätin am Institut für Kunstpädagogik der Justus-Liebig-Universität Gießen. Sie erforscht u.a. das Verhältnis zwischen Kunst und Reisen und ist derzeit Sprecherin der AG Kunsttheorie und Kunstproduktion im Zeichen globaler Migration des Ulmer Vereins für Kunst- und Kulturwissenschaften.

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Mittwoch, 24. November 2021, 19:30 Uhr - Konzert B.E.N.K - Bad Emser Neue Klänge »Ruhe und Bewegung«

Nach der Corona bedingten Pause wird die Reihe B.E.N.K – Bad Emser Neue Klänge am Mittwoch, den 24. November 2021 fortgesetzt.

Bereits erworbene Karten behalten ihre Gültigkeit.

Ausschnitte zweier großer moderner Klavierzyklen des vergangenen Jahrhunderts bilden das Programm des ersten B.E.N.K-Konzertes. Der gebürtige Plauener Hans Otte genoss zu Lebzeiten eine für zeitgenössische Komponisten beachtliche Beliebtheit. Dazu trug unter anderem sein „Buch der Klänge“ bei, ein zwölfteiliger Klavierzyklus, den Otte zwischen 1979 und 1982 schrieb. In diesem legt er seinen eigenen Stil zwischen musikalischer Tradition und Moderne offen. Genauer gesagt erschafft Otte, mit behutsamen Anleihen von Schubert bis hin zur „Minimal Music“, eine feine Synthese alter und neuer Klang- und Formwelten, die gleichermaßen das Gefühl der Ruhe und Bewegung vermitteln.

Ähnlich verfuhr der nicht minder prominente György Ligeti in seinen „Études pour piano“, einem Zyklus aus achtzehn Einzelstücken, den er zwischen 1985 und 2001 in drei Büchern veröffentlichte und deren erstes er seinem Kollegen und Freund Pierre Boulez widmete. Genauso universal inspiriert wie Ottes Beitrag, spielen in diesen Etüden rhythmische Strukturen und Patterns eine noch größere Rolle, wobei ihm die Balladen Chopins sowie ostafrikanische Weisen dabei besonders dienlich waren. Der dabei daraus entstehende Ist-Zustand vermittelt ebenso das Gefühl, trotz allen rhythmischen Strömens auf einer Stelle zu ruhen.

Aus beiden Werken wird am 24. November 2021 der mit dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie eng verbundene kanadische Pianist Benoît Gagnon, seines Zeichens Spezialist und enger Verfechter zeitgenössischer Musik, eine Auswahl vorstellen. (Text: Peter Fröhlich)

Benoît Gagnon, Klavier

Karten (12 € | ermäßigt 8 €)
Künstlerhaus Schloss Balmoral, Tel.: 02603 9419-0
Online über www.ticket-regional.de
Abendkasse ab 19.00 Uhr 

Die Reihe B.E.N.K ist eine Kooperation des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral

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© Emanuela Danielewicz

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Freitag, 19. November 2021, 19 Uhr - Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«

María Isabel Arango | Wolf Cuyvers | Jagrut Raval

Am Freitag, dem 19. November 2021 um 19 Uhr findet die zweite Ausstellungseröffnung im Rahmen des Jahresthemas »KUR - Kunst des Reisens« im »Made in Balmoral« in der Römerstraße 27 statt.

Gezeigt werden Werke von María Isabel Arango und Jagrut Raval, die die neunmonatigen Stipendien von Juni 2021 bis Februar 2022 erhalten haben sowie Werke von Wolf Cuyvers, Austauschstipendiat aus Burgund-Franche-Comté. Im Anschluss an die Ausstellungsbesichtigung im »Made in Balmoral« findet ab 20 Uhr im Künstlerhaus Schloss Balmoral eine Begrüßung und Lecture-Performance statt.

Esta canción es solo para ti (Dieses Lied ist nur für dich) liest man auf María Isabel Arangos Bild in blau und gelb. Es sind die Farben des Aras, der auf der anderen Seite der Lahn in Bad Ems in einem Wohnzimmerfenster sitzt und die Künstlerin an ihre Heimat erinnert. In einer Videoarbeit ist Arangos Klangstück zu hören, welches als Gedenken an Vögel, die ausgestorben sind oder bald aussterben werden, in Zusammenarbeit mit der Klangkünstlerin Erin Lang entstanden ist. Dieses Requiem für Vögel ist mit weiblichen Stimmen aufgenommen worden, die das Singen und Zwitschern verschiedener Vogelarten nachahmen. Die Künstlerin ist nicht nur von dem Ara inspiriert, sondern auch vom Vogelgesang, den sie jeden Tag früh morgens in Bad Ems hörte und der plötzlich am Ende des Sommers in Balmoral verstummte.

Ebenso inspiriert von den Orten in und um Schloss Balmoral entwickelt Wolf Cuyvers im Ausstellungsraum eine Reihe von collagierten Gipsgedichten aus Materialien und Buchstaben, die er in der Stadt gesammelt hat. Drahtzäune dienen als Unterstützung für großformatige Sätze und Wortspiele, die gefundene Schriftarten dekonstruieren und von Interventionen im öffentlichen Raum wie Graffiti oder „Tags“ inspiriert sind, die der Künstler auf seinen Reisen gesammelt hat. Indem er mit diesen gefundenen Materialien spielt, erzeugt Cuyvers unerwartete Wahrnehmungsverschiebungen und kontinuierliche Befragungen über Grenzen im öffentlichen Raum sowie über die unterschiedlichen Botschaften privater und öffentlicher Akteure, die uns bewusst oder unbewusst erreichen.

Jagrut Raval entwickelt eine Parafiktion in Form einer Wunderkammer-ähnlichen Vitrine und spielt mit den Ideen von Magie, Träumen, Realität und Glaubenssystemen. Anhand der vergessenen und mysteriösen Figur Narad, einem Alchemisten, Entdecker und Universalgelehrten aus dem Gujarat-Sultanat im heutigen Indien, der im 15. Jahrhundert nach Europa reiste, setzt sich Raval mit der Geschichte des europäischen Kolonialismus auseinander. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung wird der Künstler eine Lecture-Performance präsentieren, die eine alternative Geschichte erzählt, in der ein unsterblicher Narad auch die einzige Verbindung zwischen allen Erfindern der Fotografie zu sein scheint. Der Künstler dokumentiert diese Geschichte in einer Serie von fotografischen Albumin-Drucken.

Die Ausstellung »Lieder und andere Worte« schlägt eine reflexive Auseinandersetzung mit Sprache und Metaphern in ihren verschiedenen möglichen Formaten vor. Präsentiert werden linguistische Spiele, Geschichtenerzählungen und Wege in der Musik, die eine Brücke zur Kommunikation mit anderen Spezies sein können. Die Kunstwerke werden selber zu Subjekten, die miteinander reden, singen, und flüstern – alles Zaubersprüche für unsere gemeinsame Zukunft. (Text: Ana Sophie Salazar)

Begrüßung: Lotte Dinse, Leiterin, Künstlerhaus Schloss Balmoral
Einführung: Ana Sophie Salazar, Kuratoren-Stipendiatin 2021/22, Künstlerhaus Schloss Balmoral

20:30 Uhr Lecture-Performance »Remembering Narad« von Jagrut Raval

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 20. November 2021 bis 30. Januar 2022
Öffnungszeiten: Samstag, 20. und Sonntag, 21. November 2021, 14 bis 17 Uhr
sowie Montag bis Freitag nach Vereinbarung

Mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Balmoral 03 e. V.

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Sonntag, 12. September 2021, 14 bis 19 Uhr - Offene Ateliers

Im Rahmen der Veranstaltung "Offene Ateliers" des Berufsverbandes Bildender Künstler in Rheinland-Pfalz laden die Stipendiatinnen und Stipendiaten des Künstlerhauses in Bad Ems am Sonntag,den 12. September2021 in ihre Ateliers ein.

Besucher haben die Gelegenheit, hinter die Kulissen zu schauen und mit den internationalen Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch zu kommen. Die Ateliers von Benjamin Althammer, María Isabel Arango, Jagrut Raval und Noor Us Sabah Saeed sind von 14 bis 19 Uhr geöffnet. 

Das Künstlerhaus bittet um Beachtung, dass die Teilnahme nur mit einem der folgenden Nachweise möglich ist: Getestet (negativer Antigentest, der nicht älter als 24 Std. ist), Geimpft (die Zweitimpfung liegt mind. 14 Tage zurück), Genesen (schriftlicher Nachweis über die Genesung). Der Zutritt ist nur mit einer Mund-Nasen-Bedeckung gestattet.

 

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Freitag, 20. August 2021, 19 Uhr - Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«

Andrea Böning | Romana Schmalisch

Am Freitag, dem 20. August 2021 um 19 Uhr findet die erste Ausstellungseröffnung im Rahmen des Jahresthemas »KUR - Kunst des Reisens« im »Made in Balmoral« in der Römerstraße 27 statt.

Gezeigt werden Werke von Andrea Böning und Romana Schmalisch, die die dreimonatigen Stipendien von Juni bis August erhalten haben. Im Anschluss findet ab 20 Uhr auf dem Vorplatz von Schloss Balmoral ein sommerliches Beisammensein statt – jedoch nur bei gutem Wetter. Derzeit dürfen sich maximal 5 Personen im Ausstellungsraum aufhalten. Der Zutritt ist nur mit einer Mund-Nasen-Bedeckung sowie unter Einhaltung der Abstandsregelung gestattet. Es wird um Anmeldung per E-Mail an info@balmoral.de gebeten.

Die Künstlerin Andrea Böning und das Team von Schloss Balmoral werden am Ausstellungsraum anwesend sein. Anschließend geht es gemeinsam von dort zum Künstlerhaus.

Andrea Böning präsentiert die Installation »Bad Emser Vis à Vis«, die Elemente aus ihrem aktuellen Lebensumfeld aufnimmt. Für ihre Arbeit hat sich die Künstlerin mit dem Stadtraum als ein eng in sich vernetztes architektonisches und soziales System auseinandergesetzt. Böning bedient sich der Ästhetik und der Sprache aus Dekoration und Architekturfotografie als Stadtmarketing und nutzt sie für die Installation. Dafür fotografiert sie Stadtansichten und Fassaden, lässt sie auf raumhohe Textilbanner drucken und inszeniert diese als kaskadenartige Faltungen im Ausstellungsraum. Diese Aufhängung verhindert den Blick auf die Stadtbilder in Gänze. Zum einen steht dahinter die Frage, ob und inwiefern fotografische Stadtansichten eine Stadt abbilden können oder ob sie nicht vielmehr ein repräsentatives Ideal sind.

Im zweiten Teil von »Bad Emser Vis à Vis« greift Böning die Situation eines lebenden Ara auf, der seit langer Zeit in einem Wohnzimmerfenster lebt und als Attraktion Teil des touristischen Stadtbildes geworden ist. Böning spiegelt den Ara als Porzellanfigur vis à vis auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses und installiert ihn auf einen Baumast im Kurpark. Es handelt sich dabei um eine Antiquität, die aus einer heute nicht mehr existierenden Thüringer Manufaktur stammt. Es ist ein Verweis auf eine Epoche, in der es en Vogue war, Vögel aus tropischen Ländern zum gesellschaftlichen Vergnügen und zur Dekoration in Volièren zu halten. Böning untersucht hier eine Grenze zwischen öffentlichem und privatem Raum und den damit verbundenen Vorstellungen von Freiheit.

Romana Schmalischs Arbeit ist durch die Geschichte und Architektur von Schloss Balmoral in Bad Ems inspiriert. Für ihre Arbeit »In der Nacht kam der Nebel« konstruiert die Künstlerin eine Verbindung zwischen den hohen Schlosstreppen des Hauses und den flankierenden Steinlöwen mit zwei Szenen aus dem Film „Panzerkreuzer Potemkin“ von 1925 von Sergei Eisenstein. Mit diesem Film hatte Eisenstein den Vorboten der Oktoberrevolution, dem Aufstand der Matrosen von 1905, der das Imperium zum erzittern brachte, ein Denkmal setzen wollen. Nicht zuletzt aufgrund des weltberühmten Filmes hat sich dieses spezielles Geschichtsereignis in Odessa in unser kollektives Gedächtnis eingeschrieben.

In der Fensterfront im Ausstellungsraum in Bad Ems, unter dem Schriftzug “Made in Balmoral”, sieht man nun zwei wichtige ikonographische Szenen des Filmes von Eisenstein: die Treppe, welche zum Schauplatz des grausamen Gegenschlags des Zaren-Regimes wurde und als berühmte “Treppenszene von Odessa” in die Filmgeschichte einging und der Löwe, eine dynamische Montagesequenz aus drei steinernen Löwen, die sich zu erheben scheinen.  Nach diesen Szenen wacht das „schlafende“ Volk auf und begehrt gegen die Gräueltaten auf; ein bildgewaltiges und symbolisches Aufeinandertreffen der Klassen.

Text: Ana Sophie Salazar

Begrüßung: Lotte Dinse, Leiterin, Künstlerhaus Schloss Balmoral
Einführung: Ana Sophie Salazar, Kuratoren-Stipendiatin 2021/22, Künstlerhaus Schloss Balmoral

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 21. August – 7. November 2021
Öffnungszeiten: Samstag, 21. August und Sonntag, 22. August 2021, 14 bis 17 Uhr sowie Montag bis Freitag nach Vereinbarung

Mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Balmoral 03 e. V.

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Andrea Böning, »Bad Emser Vis à Vis«, 2021 © VG Bild Kunst und Andrea Böning

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Willkommen zum Jahresthema »KUR - Kunst des Reisens«

Herzlich Willkommen Benjamin Althammer, Maria Isabel Arango, Andrea Böning, , Jagrut Raval, Noor us Sabah Saeed, Ana Sophie Salazar und Romana Schmalisch!

Wir freuen uns sehr bekanntzugeben, dass Anfang Juni einige Stipendiat*innen des verschobenen Jahrgangs zum Thema »KUR – Kunst des Reisens« im Künstlerhaus Schloss Balmoral angereist sind.

Aufgrund der anhaltenden Einschränkungen durch die Corona-Pandemie ist es leider nicht allen Künstler*innen möglich, ihr Stipendium im Künstlerhaus zu verbringen. Daher erprobt das Künstlerhaus in diesem Jahr zum ersten Mal ein hybrides Format, bei dem einige Stipendiat*innen im Schloss Balmoral leben und arbeiten und andere ihr Stipendium von zuhause aus wahrnehmen.

Das Künstlerhaus heißt alle Stipendiat*innen, ganz gleich ob sie in Bad Ems anwesend oder zuhause sind, zum Stipendienprogramm ganz herzlich willkommen. Benjamin Althammer, María Isabel Arango und Andrea Böning verbringen ihr Stipendium in den nächsten Monaten im Künstlerhaus. Jagrut Raval, Noor Us Sabah Saeed, Ana Sophie Salazar und Romana Schmalisch nehmen digital am Stipendienprogramm teil.

Traditionell begrüßt das Künstlerhaus seine neuen künstlerischen Gäste mit einem großen Willkommensfest. Dieses sollte in diesem Jahr zugleich auch das nachgeholte Jubiläumsfest anlässlich des 25. Geburtstags des Künstlerhauses sein. Diesen besonderen Anlass möchte das Künstlerhaus mit seinen Stipendiat*innen und Gästen im nächsten Jahr feiern, wenn wirklich alle zusammenkommen können und das Jubiläum »25+2 Jahre Künstlerhaus Schloss Balmoral« gebührend zelebriert werden kann.

Die aktuellen Stipendiat*innen stellt das Künstlerhaus selbstverständlich auch in diesem Jahr vor. Daher wird es einen Willkommensfilm geben, den das Künstlerhaus derzeit in Zusammenarbeit mit dem kulturbüro nr. 5 produziert. Der Film erzählt nicht nur davon, dass das Reisen in Zeiten von Corona zur wahren Kunst wurde, sondern präsentiert alle Stipendiat*innen und gibt Einblicke in ihre künstlerischen Projekte. Der Willkommensfilm wird demnächst auf der Website des Künstlerhauses und auf Instagram veröffentlicht.

Die Corona-Pandemie hat unter anderem deutlich gemacht, welche immense Bedeutung das Unterwegssein für die Gesellschaft und für jeden einzelnen hat. So gesehen ist das Jahresthema »KUR – Kunst des Reisens« aktueller denn je. Das Themenjahr des Künstlerhauses beschäftigt sich mit unterschiedlichen Motivationen und Praktiken des Unterwegsseins aus und lotet aus, aus welcher Perspektive Künstler*innen sich mit dem Thema auseinandersetzen, wie sie es visuell zum Ausdruck bringen und welche Fragen sie bewegen.

Die erste Ausstellung der aktuellen Stipendiat*innen beginnt am Freitag, dem 20. August 2021 im »Made in Balmoral« in der Römerstraße 27. Das Künstlerhaus Schloss Balmoral wird rechtzeitig darüber informieren, wenn die Eröffnung der Ausstellung mit Publikum möglich ist.

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Ausstellung »Made in Balmoral« bis 30. April 2021

Susanne Britz »Let us find new pictures!«

Susanne Britz – finale Stipendiatin des KUR(ona)-Stipendienprogramms – vereint industriell hergestellte Alltagsgegenstände wie Wäscheständer, Werk- und Spielzeug sowie Collagen und digital überzeichnete Fotografien zu einer raumgreifenden und ortsspezifischen Installation im Kunstraum »Made in Balmoral«.

Für ihre Installationen verwendet die Künstlerin Gegenstände, die überwiegend für kunstferne Lebenssphären industriell hergestellt werden. Ihre gewöhnliche Farbigkeit – sei es das Gelb einer Wasserwaage, das Orange eines Baustellenhelms oder das Blau vom Kantenschutz – erhält eine erhöhte Intensität durch die von Britz hergestellten Verbindungen der Objekte zueinander.

Durch spielerische Eingriffe kodiert Susanne Britz diese Dinge, die dabei beinahe zu Performance-Subjekten werden, um. Profane Gegenstände, wie zum Beispiel die 16 Wäscheständer, die in Bad Ems für eine Installation zum Einsatz kommen, oder das Werkzeug, das für gewöhnlich hinter den Kulissen oder im Atelier bleibt, betreten die Bühne der Kunst. Sie bilden neuartige Formationen beziehungsweise „surreale Versuchsanordnungen“, wie sie die Künstlerin selbst bezeichnet. Die detailreichen Installationen laden das Publikum dazu ein, diese intensiv zu betrachten und zu entziffern.

Laut Niklas Luhmann „liegt etwas Gemeinsames im Aufbau neuer Medien/Form-Verhältnisse, die auf das Beobachtetwerden zielen und nur verständlich werden, wenn man das versteht.“ (Niklas Luhmann: Die Kunst der Gesellschaft, Frankfurt a.M. 1995, S. 188).

Eine scheinbare Verständnishilfe leistet auch die Künstlerin selbst, indem sie ihre Installationen frontal fotografiert und dann digital mit der Computermaus zu neuen Arbeiten überzeichnet. Diese gestisch anmutende Zeichnung fokussiert die Beobachtung, sie erweckt den Eindruck einer vorhandenen Systematik und eines logischen Zusammenhangs. Durch sie entsteht eine quasi-wissenschaftliche Ebene, die aber bei längerer Betrachtung für noch mehr Fragezeichen und Interpretationsmöglichkeiten sorgt. Diese Bilder druckt Britz als Pigmentdruck auf transparente und semitransparente Folien und befestigt sie mit Magneten an den Wänden oder gliedert sie in neue Installationen ein.  

Die Ausstellung »Let us find new pictures!«, die Susanne Britz im Rahmen des KUR(ona)-Stipendienprogramms realisiert, reflektiert außerdem die pandemische Situation, in der wir uns aktuell befinden. Der Titel stammt von einer der Arbeiten, die die Künstlerin während der Pandemie auf ihrem Instagram-Account mit den Hashtags #coronadrawing und #susannebritz veröffentlicht hat. Diese Bilder mit humorvollen Motiven und Aufschriften werden in Form von Pigmentdrucken in die Gesamtinstallation integriert. Im von ihr ernannten „Fledermausjahr“ ruft Susanne Britz dazu auf, aus dem „absurd gewordenen Alltag“ auszubrechen und die Bilder mit Aberwitz und Humor zurückzuerobern.

Text: Olga Vostretsova

Susanne Britz, geb. 1974 in Neuwied, lebt seit 2005 in Berlin. 1993–2001 Studium der Bildenden Kunst, Philosophie und Chemie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und einem anschließenden Meisterschülerstudium in 2002. Die Arbeit von Susanne Britz wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a.  mit einem Stipendium im Künstlerhaus Schloss Balmoral (2002); dem Kunstpreis „junger westen 09“, Kunsthalle Recklinghausen, 1. Preis (2009); dem BRITA Kunstpreis für künstlerische Fotografie, Wiesbaden, 2. Preis (2012) und dem „Losito Kunstpreis“ der Losito Kressmann-Zschach Foundation, 1. Preis (2018). Susanne Britz war an nationalen und internationalen Ausstellungen beteiligt, u.a. „transformer, Susanne Britz / Mia Hochrein", Inselgalerie, Berlin (2020); „Momente des Übertragens und Speicherns“, Projektraum AKKU, Stuttgart (2020); „ we used to build castles“, The Tub, Balinn Art Space, Island (2020); „vorübermorgen", zentrale Ausstellung im Rahmen der 48h Neukölln.

www.susannebritz.de

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«
Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: bis 30. April 2021
Die Ausstellung ist jederzeit von außen einsehbar.

Mit freundlicher Unterstützung der Leifheit AG

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Ausstellungsansicht im »Made in Balmoral«

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Ausstellung »Made in Balmoral« bis 31. März 2021

Stefanie Kettel »Anderswohin und weiter«

Was wir normales Leben nennen – Wir leben nicht in einem leeren Raum – Wir haben so lange schon nichts mehr geträumt – Aber man spricht nicht darüber – Als hätte man eine Ahnung dessen, was beabsichtigt wird –

 – Schlussendlich ist es der Anfang – Die Tage enden, wie sie beginnen

– diese poetischen Zeilen sind Titel einzelner künstlerischer Werke von Stefanie Kettel, die sie im Rahmen ihres KUR(ona)-Projektstipendiums in Bad Ems zeigt. Das Narrativ der Betitelung der abstrakt-figürlichen Malereien und kompakten Skulpturen knüpft an die großen Fragen der Menschheit über ‚uns‘ in dieser Welt an. Im Anthropozän-Zeitalter ist die Menschheit zu einem ‚geologischen‘ Faktor auf der Erde geworden und verändert den Planeten ununterbrochen. Dennoch träumt jedes menschliche Individuum von unberührten Orten und einmaliger Natur, von unveränderten Landschaften.

Die Landschaften in den Gemälden von Stefanie Kettel sind bewusst verfremdet, artifiziell. Vor einem kontrastierenden Hintergrund fügen sich in leuchtenden Farben strenge geometrische Formen und figürliche Motive (u. a. Menschen, Bäume, Tiere, Berge) zu einer Collage zusammen und laden dazu ein, diverse Szenarien, „wie wäre es, wenn…“, gedanklich durchzuspielen. Die Skulpturen und Plastiken der Künstlerin beruhen auf einem ähnlichen Montageprinzip. Kettel arbeitet mit natürlichen, künstlichen und maschinell hergestellten Werkstoffen, die sie hierarchielos behandelt. Die Skulptur Was wir normales Leben nennen (2021) kombiniert beispielsweise unterschiedliche Holzsorten mit farbigem Epoxidharz. Zusammen bilden sie eine gedrehte polygonale Figur, die an ein futuristisches Architekturmodell denken lässt. Die Einflussnahme des Umfelds auf die Formierung eines Menschen und umgekehrt suggerieren in Stahl und Glas die Wandskulpturen Wir leben nicht in einem leeren Raum (2020), die das abgewandelte Zitat von Michel Foucault aus dem Aufsatz »Andere Räume« interpretieren. Die Skulptur Als hätte man eine Ahnung dessen, was beabsichtigt wird (2017) zeigt ein Glasgebilde, das sich in einer kristallinen Form verfangen hat. Das typisch amorphe Material Glas kontrastiert hier mit der strengen Struktur aus Metall.

Die kristallinen Strukturen sind in fast allen Werken von Stefanie Kettel zu finden. Kristalle assoziieren das Irrationale wie das Rationale: Einem Kristall, einem schönen Stein werden seit jeher das Göttliche, Philosophische und das Magische zugeschrieben. Auf der naturwissenschaftlichen Ebene sind Kristalle symmetrische und gleichmäßige Strukturen, die der Materie im festen Aggregatzustand eigen sind. Stefanie Kettel bringt mit ihrer Arbeit gegensätzliche Werkstoffe und Motive zu einem Ganzen, in welchem ihre Widersprüche produktiv werden. Sie hinterfragt die Trennung zwischen dem ‚Natürlichen‘ und dem ‚Kultivierten‘ und stellt die brisante Frage, was heute eigentlich noch als ‚Natur‘ gelten kann.

Text: Olga Vostretsova

Stefanie Kettel, geb. 1981 in Adenau, lebt und arbeitet in Harxheim. Sie studierte an der Hochschule für Bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main und war dort bis 2007 Meisterschülerin von Simon Starling. Von 2005-2006 absolvierte sie ein Auslandsstudium an der Escola de Belas Artes in Belo Horizonte in Brasilien. Ihre Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet u. a. mit Projektförderungen der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur, der Spiegelberger Stiftung und der ArsVersa Kunst Stiftung sowie mit einer Katalogförderung durch das Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst (2017). Sie war Artist in Residence am TrAIN - Research Center for Transnational Art des Chelsea Collage of Art and Design an der University of the Arts in London (2011) und hatte zahlreiche Beteiligungen an Ausstellungen.

www.stefaniekettel.com

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«
Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: bis 31. März 2021
Die Ausstellung ist jederzeit von außen einsehbar.

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Ausstellungsansicht im »Made in Balmoral«

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Ausstellung »Made in Balmoral« bis 28. Februar 2021

Sonya Schönberger »Briefmarken DDR«

Im Rahmen des KUR(ona)-Stipendiums des Künstlerhauses Schloss Balmoral zeigt Sonya Schönberger ihre neueste Arbeit „Briefmarken DDR“. Im Kunstraum »Made in Balmoral« sind feine Tücher ausgelegt, auf welche die ausgewählten DDR-Briefmarkenmotive aus einer unbekannten Sammlung vergrößert gedruckt sind. Das Album mit Briefmarken hat die Künstlerin auf einem Flohmarkt gefunden. Eine Briefmarkensammlung scheint mittlerweile ein Relikt aus der Vergangenheit zu sein, ist aber zugleich auch Ausdruck des humanhistorisch bewiesenen Sammelfaibles des Menschen. Sie stellt sich in eine Reihe mit Museen, Bibliotheken, wissenschaftlichen Archiven und abertausenden von privaten Sammlungen von unterschiedlichsten Artefakten und Naturobjekten, die aus dieser Leidenschaft entstanden sind. Das Sammeln beschreibt Denise Wilde als „eine kulturelle Praxis, mit der Kommunikation von Wissen einhergeht“. Diese kulturelle Praxis ist ein wichtiger Teil der künstlerischen Methode von Sonya Schönberger, die neben ihrem Kunststudium außerdem Ethnologie und Philosophie an der Freien Universität Berlin und Europäische Ethnologie an der Humboldt-Universität zu Berlin studierte. Ihre künstlerischen Arbeiten lassen sich nicht auf ein Medium reduzieren; mit allen ihr zugänglichen Mitteln reflektiert sie eine Menge von Narrativen über die bewegte Geschichte der letzten 100 Jahre, die sich aus persönlichen Erzählungen und Zeugnissen rekonstruieren lässt. „Jede*r kann dazu beitragen“ – sagt sie. Freilich ist sie auch eine Sammlerin. Sie sammelt u. a. Sammlungen selbst sowie Momente, Brüche in den Biografien und Erzählungen darüber.

Die Arbeit „Briefmarken DDR“ zeigt auf Stoffbildern eine Auswahl von Briefmarkensujets der DDR. Der Blick der Künstlerin fiel auf Motive, die Schmuckstücke und Artefakte aus Völkerkunde- und historischen Museen der DDR aufgreifen. Die Objekte werden durch das Design – einfarbiger Hintergrund in passender Kontrastfarbe, serifenlose Beschriftung – hervorgehoben und ästhetisiert. Sie tragen lakonische Beschriftungen, die aus heutiger Sicht viele Fragen aufwerfen: „Bronzekopf aus Afrika“, „Tanzmaske Südsee“, „Frauenkopf, Ton 1. Hälfte des 2.Jt. v.u.Z.“… Die Objekte werden damit des genauen Ortes, der Zeit und der Herkunft bereinigt und beraubt. Damit sind die Briefmarkenmotive samt den alten Stempeln auf denen eine doppelte, dreifache Vergangenheit, die Sonya Schönberger in ihrer Arbeit aktualisiert.

Durch die Materialität der Tücher, die ebenso an museale Artefakte eines Museums der angewandten Kunst denken lässt, durch die Vergrößerung der Motive und der alten Poststempel, öffnet sie den Blick auf die sozialistische Geschichtsschreibung und den Umgang mit solchen Objekten. Denn in sozialistischen Ländern des 20. Jahrhunderts galt offiziell die Weltgeschichte vor der Oktoberrevolution als eine überwundene Vergangenheit voller Unterdrückung des Proletariats sowie Ausbeutung im Zuge der Kolonisierung, überwiegend durch die Länder Westeuropas. Das war ein wichtiges Narrativ, das erlaubte, relativ „unschuldig“ mit den Artefakten aus afrikanischen Ländern oder mit archäologischen Objekten umzugehen. Heute, im Kontext der entfachten Diskussionen beispielsweise um das Berliner Schloss und das dort aufgebaute Humboldt Forum im Hinblick auf Provenienzforschung, ohne die keine große Sammlung mehr denkbar ist, haben bestimmte Narrative und Ansätze Konjunktur, während die anderen als ungültig und falsch erklärt werden. Diese Arbeit von Sonya Schönberger macht, in ihrem Wortlaut, die „Unterdrückung der Geschichtsebenen“ deutlich und wirft Fragen auf über die Mechanismen der Bestimmung der Narrative, über Modi der Geschichtserzählung und natürlich über die Dinge als Zeugen der Vergangenheit.

Text: Olga Vostretsova

www.sonyaschoenberger.de

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«
Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: bis 28. Februar 2021
Die Ausstellung ist jederzeit von außen einsehbar.

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Briefmarke Benin © Christof Zwiener

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Feitag, 5. Februar 2021 - Leitung Künstlerhaus Schloss Balmoral: Dr. Oliver Kornhoff übergibt Staffelstab an Lotte Dinse

Presseinformation der Kunsthochschule Mainz:

Das Künstlerhaus Schloss Balmoral ist zum 1. Januar 2021 in einem einzigartigen Zusammenschluss eine verstetigte Kooperation mit der Kunsthochschule Mainz eingegangen. Hiermit ist die Trägerschaft von der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur auf die Kunsthochschule Mainz an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) übergegangen. In dieser Woche haben erstmalig die neuen und alten Gremien des Künstlerhauses getagt.

Hierbei wurde Dr. Oliver Kornhoff in seiner Funktion als Künstlerischer Leiter des Künstlerhauses Schloss Balmoral verabschiedet und gleichzeitig als Mitglied im Balmoral-Ausschuss des Rates der Kunsthochschule begrüßt. Der Balmoral-Ausschuss des Rates der Kunsthochschule Mainz ist das neue Aufsichtsgremium des Künstlerhauses, das die inhaltliche und organisatorische Gesamtverantwortung trägt und zudem Verwaltungsaufgaben des Künstlerhauses übernimmt. Die Leitung des Künstlerhauses geht durch die Aufgabenübertragung an die bisherige stellvertretende Leiterin Frau Lotte Dinse über, die das Künstlerhaus gemeinsam mit ihrem Team vor Ort an der Seite der Kunsthochschule in die Zukunft führen wird. In den Gremien-Sitzungen dieser Woche wurde die 39-jährige Kulturwissenschaftlerin in ihrer neuen Leitungsfunktion bestätigt.

„Wir freuen uns sehr über den einstimmigen Beschluss des Balmoral-Ausschusses des Rates der Kunsthochschule, Frau Dinse mit der Leitung des Künstlerhauses Schloss Balmoral zu betrauen. Sie bringt beste Qualifikationen mit, genießt unser volles Vertrauen und besticht durch ihre ausgezeichneten Kenntnisse sowohl der örtlichen Szene wie auch der internationalen Kunstlandschaft. Gleichzeitig danken wir Dr. Oliver Kornhoff, dass er den neuen Zusammenschluss der beiden Institutionen zeitgenössischer Bildender Kunst mit seiner Expertise weiterhin als Mitglied im Balmoral-Ausschuss unterstützt und uns mit Rat und Tat zur Seite steht. Es ist uns wichtig, mit dieser personalen Entwicklung jene Kontinuität zu gewährleisten, die Voraussetzung für die Weiterentwicklung des Künstlerhauses ist“, so der Vorsitzende des Balmoral-Ausschusses, Dr. Martin Henatsch, Rektor der Kunsthochschule Mainz.

„Als Vorsitzender des Beirates des Künstlerhauses Schloss Balmoral danke ich Herrn Dr. Oliver Kornhoff für seinen unermüdlichen Einsatz und sein großartiges Engagement für das Künstlerhaus und damit für die Zeitgenössische Kunst in Rheinland-Pfalz. Seit 2012 hat er das Künstlerhaus in der Region verankert und international etabliert und damit zu einem der besten Europas gemacht. Dieses Verdienst ist von immenser Bedeutung für die rheinland-pfälzische Kulturlandschaft und hat nicht zuletzt den Weg für die verstetigte Kooperation mit der Kunsthochschule Mainz vorbereitet. Sind es doch seine Impulse gewesen, die Hochschulkooperationen auszubauen und den gemeinsamen Erfolg solcher Kooperationen frühzeitig zu erkennen. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit Dr. Oliver Kornhoff im Ausschuss und gleichzeitig auf die Akzente, die Lotte Dinse nun als Leiterin des Künstlerhauses setzen wird“, so Kultur- und Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf, Beiratsvorsitzender des Künstlerhauses Schloss Balmoral.

„Für die Erfahrung ‚Schloss Balmoral‘ mit Künstler_innen aus aller Welt, den hochmotivierten Mitarbeiterinnen und dem engagierten Freundeskreis bin ich ungemein dankbar. Ich freue mich sehr, auch künftig Teil der Balmoral Familie zu bleiben“, so Dr. Oliver Kornhoff.

Lotte Dinse war seit 2016 im Künstlerhaus Schloss Balmoral als wissenschaftliche Mitarbeiterin und später als stellvertretende Leiterin tätig. Zudem war sie Lehrbeauftragte am Institut für Künstlerische Keramik und Glas der Hochschule Koblenz für die Bereiche Kunstgeschichte und Kunsttheorie. Zuletzt begleitete die studierte Kulturwissenschaftlerin die Planung und Umsetzung des Jubiläums-Jahrgangs des Künstlerhauses und ist Kuratorin der Sonderausstellung der Stipendiatinnen und Stipendiaten u.a. im Arp Museum Bahnhof Rolandseck. Zuvor war sie als Kuratorin für zeitgenössische Kunst der Kestnergesellschaft in Hannover und in der Galerie im Taxispalais in Innsbruck tätig. 

 

Kunsthochschule Mainz
Presse- und Öffentlichkeitsreferat
Am Taubertsberg 6
D-55122 Mainz
Tel. 06131-393 6559
presse@kunsthochschule-mainz.de
 

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Ausstellung »Made in Balmoral« bis 31. Januar 2021

Nadine Rennert »Von der Kunst des Baumgehens«

Nadine Rennert, KURona-Stipendiatin im Januar 2021, zeigt im Rahmen des Stipendiums in den Schaufenstern des Kunstraums »Made in Balmoral« zwei Videoarbeiten. Der erste Film »Von der Kunst des Baumgehens« entstand im Frühjahr 2020, als die Künstlerin anstatt eine damals geplante Italienreise anzutreten, aufgrund der Corona Pandemie in Berlin bleiben musste. In Kurzbeschreibung zum Video schreibt sie:

Viele Bewegungen auf der Welt, die von Menschen als selbstverständlich angesehen werden, wurden eingeschränkt. Auch meine Reise nach Italien fand nicht wie geplant statt. Als mir das klar wurde, kam mir die Idee zu einer ‚unauthorisierten‘ Reise… (Nadine Rennert)

Diese phantastische Reise von Nadine Rennert, die sie auch als Protagonistin beschreitet, ist ein Weg „dahin, ich weiß nicht wohin“, wie es für Märchen üblich ist. Die Künstlerin des Baumgehens bewegt sich rückwärts und erfasst ihren Weg zunächst mit allen Sinnen. Erst nachdem etwas hinter ihr ist, kann sie es mit den Augen sehen. Die Bäume treten wie ein freundlicher Schutz und Unterstützung auf; die lauten Straßen, Asphalt-Wüsten und Parkplätze verstören dagegen den Blick und die Gefühle. Die Tonaufnahmen für das Video stammen von Antony Hequet aus Italien, wo im Frühling 2020 die Menschen ihre Wohnungen kaum verlassen durften. So ist die Soundlandschaft komplett menschenfrei und voller Natur. „Im Film begegnen sich die Getrennten,“ – schreibt Nadine Rennert zu dem Video. Das kann sowohl auf getrennte Menschenwesen bezogen sein, als auch auf die Trennung von Natur und Kultur der Moderne, die zunehmend in der zeitgenössischen Philosophie und in der Kunst hinterfragt wird.

Nadine Rennert arbeitet mit mythischen Bildern und rituellen Handlungen für ihre Skulpturen, Zeichnungen und Videoarbeiten. Im zweiten Video »Do Flowers have Culture?«, das sie ebenfalls in Bad Ems zeigt, kombiniert sie Blumenaufnahmen mit solchen von ihrem Gesicht, das inspiriert von den Farben und Gestalten der Blumen bemalt ist. Das Video fragt wahrscheinlich weniger, ob die Blumen eine Kultur haben, sondern vielmehr wie sie sein könnte.  

Text: Olga Vostretsova

www.nadinerennert.de

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«
Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: bis 31. Januar 2021
Die Ausstellung ist jederzeit von außen einsehbar.

Pressebild zum Download
Ausstellungsansicht im »Made in Balmoral«

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Ausstellung »Made in Balmoral« bis 31. Dezember 2020

Konstantin Voit »The End«

'Das System' wird seit 1993 aufgebaut und ist ein tausend Blätter und Objekte umfassender Ideenkatalog („1000 Blatt zur Ewigkeit“), der als Materialarchiv den Ausgangspunkt des künstlerischen Denkens und Handelns von Konstantin Voit bildet.

'Das Kernsystem' ist die konzentrierte Auswahl von 248 Elementen. Mit diesem wird seit 1995 in der Öffentlichkeit hantiert. Laut Kabbalah liegt die Summe der Glieder im Menschen bei 248 – die Anzahl für einen perfekten Körper.

Der Kern des 'Kernsystems' ist die abermalige Konzentration und umfasst 64 Elemente. Konstantin Voit wurde 1964 geboren, ein Schachbrett umfasst 8 x 8 = 64 Felder.

'Die Formel des Systems' bricht das System auf die kleinst mögliche Essenz herunter (4) und ergänzt diese durch Anfang und Ende.

'Das Ende des Systems‘ führt das System von der letzten Zeichnung ("Letztes Blatt“) über das letzte Objekt ("Messer“) zu etlichen neueren Elementen, die jedes für sich einen Abschluß bilden.

Die Rote Laterne mit dem Zugabschlußsignal befindet sich am Ende jedes Zuges.
Der Punkt steht am Ende jedes Satzes.
Das Rollenende bildet den Abschluß jeder Rolle Briefmarken in Dauerserie und verweist auf eine weitere Sammelleidenschaft des Künstlers.
Game Over steht am Ende jeden Spiels.
Das Testament mit dem Vermächtnis („The Legacy“) steht am Ende jeden Lebens.
Zum reinen Geist („Ghost“) wird der Künstler nach seinem Tod und wenn er Pech hat, landet sein Werk schnell in der Tonne („Mülleimer“). Ein mögliches Ende unter vielen, für die meisten Künstler das wahrscheinlichste.
Die Filmklappe beendet jeden Film („THE END“).
 
Timm Ullrichs ließ sich die Worte THE END auf sein Augenlid tätowieren und schuf eine Wackelkarte, die durch Veränderung des Blickwinkels das Auge mal offen, mal geschlossen zeigt.
Der Rote Punkt in der Kunstwelt (verkauft!) beendet die Besitzverhältnisse des Künstlers. Es ist meist finales Ziel wie Abschluß eines Werkes. Das System selbst ist unverkäuflich und wird erst nach dem Tod des Künstlers Teil des Kunstmarkts.
 
Die Birne in der Flasche löst am Ende alles auf: Das Leben war nur ein Traum, es folgte einem übergeordnetem Ziel.

Das gesamte System folgt dem Schachtelcharakter (die Schachtel in der Schachtel in der Schachtel). Entsprechend gibt es immer ein Außen mehr. Am Anfang steht die Matrjoschka (die Puppe in der Puppe in der Puppe), die Birne in der Flasche schließt den Kreis und damit diese äußere Schachtel.

Text: Konstantin Voit

www.malfabrik.de

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«
Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: bis 31. Dezember 2020
Die Ausstellung ist jederzeit von außen einsehbar.

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Außenansicht »Made in Balmoral«

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Freitag, 4. Dezember 2020, Kunsthochschule Mainz übernimmt Trägerschaft des Künstlerhauses Schloss Balmoral – „Eine einzigartige Chance für die Kunst!“

PRESSEDIENST DES MINISTERIUMS FÜR WISSENSCHAFT, WEITERBILDUNG UND KULTUR RHEINLAND-PFALZ:

Die Kunsthochschule Mainz übernimmt ab 2021 die Trägerschaft des Künstlerhauses Schloss Balmoral. Kultur- und Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf und Vertreter der beiden Institutionen unterschrieben heute einen entsprechenden Bewirtschaftungsvertrag. Studium und Lehre der Hochschule sollen zukünftig eng mit der künstlerischen Arbeit der Stipendiatinnen und Stipendiaten verbunden werden.

„Das Zusammengehen von Kunsthochschule und Künstlerhaus Schloss Balmoral ist eine einzigartige Chance für die Kunst in unserem Land und den Kunststandort Rheinland-Pfalz. Wir schaffen eine Kooperation, die bisher einzigartig ist. Von diesem Alleinstellungsmerkmal können beide Einrichtungen nur profitieren“, so Prof. Dr. Konrad Wolf, der als Minister die beiden Ressorts Kultur und Wissenschaft in der Landesregierung verantwortet. „Ziel der Kooperation ist es, dem Kunststandort Rheinland-Pfalz mehr Sichtbarkeit zu verleihen, die Kunsthochschule und das Künstlerhaus deutschlandweit und international zu positionieren sowie die akademische Ausbildung mit der künstlerischen Nachwuchsförderung eng zu verzahnen.“

Dr. Oliver Kornhoff, Künstlerischer Leiter des Künstlerhauses und Direktor des Arp Museums Bahnhof Rolandseck, unterstreicht: "2020 feiert das Künstlerhaus Schloss Balmoral sein 25jähriges Bestehen. Wir blicken zurück auf zweieinhalb Jahrzehnte erfolgreiche und nachhaltige Künstler*innenförderung. Das schönste Geburtstagsgeschenk ist die vitale Zukunftsperspektive. Wir erweitern das Künstlerhaus zu einer beispielgebenden Institution auf weiterhin hohem künstlerischen und dann auch kunstakademischen Niveau. Das künftige Zusammenspiel beider Institutionen im Land Rheinland-Pfalz für Studierende sowie künstlerische und kuratorische Gäste aus aller Welt wird noch internationaler, transkultureller, interdisziplinärer, vernetzter, digitaler und profilierter sein. Wir freuen uns auf die nächsten 25 Jahre."

Zum 1. Januar 2021 übernimmt die Kunsthochschule Mainz, die Teil der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist, die Trägerschaft des Künstlerhaus Schloss Balmoral mit Sitz in Bad Ems. Damit löst sie die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur ab, die seit 1995 das Künstlerhaus und deren Aktivitäten trug. Im Zentrum der zukünftigen Kooperation stehen die Verschränkung der Stipendienprogramme mit dem Veranstaltungprogramm der Kunsthochschule, die Verbindung von Kunst in Theorie und Praxis, die Entwicklung von gemeinsamen Ausstellungsprojekten und eine verstärkte, koordinierte Öffentlichkeitsarbeit beider Einrichtungen. So sollen Arbeitsbedingungen und Zukunftsperspektiven der Kunststudierenden sowie der Stipendiatinnen und Stipendiaten verbessert werden. Die Studierenden erhalten in Bad Ems eine zusätzliche international anerkannte Dependence für Projekte, Workshops und Stipendien sowie den direkten Zugang zu einem weltweiten Stipendiatinnen- und Stipendiaten-Netzwerk. Die aus aller Welt wie auch aus Rheinland-Pfalz stammenden Stipendiatinnen und Stipendiaten können von der Expertise, den Angeboten und dem Netzwerk der Kunsthochschule profitieren und in den dort geführten wissenschaftlichen wie künstlerischen Diskurs einbezogen werden.

Der Rektor der Kunsthochschule Mainz, Dr. Martin Henatsch, freut sich über die neuen Perspektiven: „Lokal verortet, mit internationaler Geltung – diesem Anspruch ist die Kunsthochschule Mainz heute mehr denn je verpflichtet, möchte sie künftig im Konkurrenzfeld der großen deutschen und europäischen Kunstakademien ihre Position ausbauen. Die Zusammenführung von Kunsthochschule Mainz und Künstlerhaus Balmoral eröffnet die Chance auf ein unschätzbares Alleinstellungsmerkmal: zusätzliche Möglichkeiten und Perspektiven für die Studierenden bei gleichzeitig internationaler Anerkennung. Ein großer Schritt zu neuer Qualität. Wir freuen uns auf den Input durch das Künstlerhaus und setzen auf einen partnerschaftlichen Austausch im gegenseitigen Nutzen.“

Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, ergänzt: „Gerade weil die Mainzer Konstruktion der teilautonomen Zugehörigkeit einer Kunsthochschule zu einer Universität für deutsche Verhältnisse außergewöhnlich ist, freue ich mich besonders beobachten zu können, wie unter den Bedingungen der daraus entwickelten Balance aus Zugehörigkeit und Eigenständigkeit ein ganz eigenes und überaus erfolgreiches Profil der Kunsthochschule entsteht, das wiederum auf die JGU zurückwirkt. Die neue Partnerschaft von Künstlerhaus und Kunsthochschule Mainz ist auch eine Bereicherung für die Universität.“

Auch der Zweckverband des Künstlerhauses Schloss Balmoral, Träger des außergewöhnlichen historischen Gebäudes in Bad Ems, unterstützt die neue Struktur. Landrat Frank Puchtler, Vorsitzender des Zweckverbandes Schloss Balmoral, dem die Staatsbad Bad Ems GmbH, der Rhein-Lahn-Kreis, die Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau und die Stadt Bad Ems angehören, begrüßt die zukunftsweisende Zusammenarbeit: „Mit der Kooperation wird unser Künstlerhaus Schloss Balmoral zukunftsorientiert aufgestellt. Gemeinsam sind wir stark.“
 

Was konkret bedeutet die Zusammenführung?
Säulen einer einzigartigen Partnerschaft


Stipendienprogramm:
Um einen direkten Austausch der Stipendiatinnen und Stipendiaten mit der Kunsthochschule zu ermöglichen, soll das Stipendienjahr mit den Semesterlaufzeiten synchronisiert werden. So können die Balmoral-Stipendien in die Semesterabläufe über Lehre, Workshops und Vorträge an der Kunsthochschule Mainz einbezogen werden; umgekehrt kann die Fahrt nach Bad Ems zum selbstverständlichen Programmpunkt des Semesters in Mainz werden. Hierzu wird der Kunsthochschule künftig ein Kleinbus zur Verfügung stehen.

Das Balmoral-Stipendienprogramm wird künftig um ein neu einzurichtendes „Neustart-Aufenthalts-Stipendium“ für jährlich eine Absolventin bzw. einen Absolventen der Kunsthochschule Mainz ergänzt.

Lehraufträge für Stipendiatinnen und Stipendiaten „Young for Young“:
Ausgewählte Stipendiatinnen und Stipendiaten können Veranstaltungen an der Kunsthochschule anbieten. Angedacht ist z. B. ein neues Professionalisierungs-Format „Young for Young“, in dem Stipendiatinnen und Stipendiaten Workshops für die Studierenden anbieten. Ziel ist es dabei, neue Angebote auf Augenhöhe für die Studierenden der Kunsthochschule zu schaffen, den Praxisbezug in Studium und Lehre zu fördern und einzelnen Balmoral-Stipendiatinnen und -Stipendiaten professionalisierende Lehrerfahrung in der Kunsthochschule zu ermöglichen.

Balmoral Lab(oratory):
Höhepunkt des Balmoral-Jahres ist das en bloc stattfindende „Balmoral-Lab“. Zu Beginn jedes Sommersemesters und jedes Stipendien-Turnus treffen sich Studierende sowie Stipendiatinnen und Stipendiaten in der inspirierenden Umgebung des Kurorts Bad Ems, um gemeinsam mit erstklassigen Dozentinnen und Dozenten sowie Mentorinnen und Mentoren unterschiedliche künstlerische wie auch gesellschaftspolitische Fragestellungen und Themen unserer Zeit zu diskutieren. Dabei wird das Künstlerhaus zur interdisziplinären Plattform für Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur.

Ausstellungen und Projekt-Kooperationen:
Die enge Zusammenarbeit bei ausgewählten Ausstellungsprojekten ergibt sowohl für die Kunsthochschule Mainz als auch das Künstlerhaus große Vorteile. Vernetzung von Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie insbesondere fortgeschrittenen Künstlerinnen und Künstler durch gemeinsame Ausstellungen und die gegenseitige Bereitstellung von Raumkapazitäten sind erste geplante Maßnahmen in diesem Rahmen.

Öffentlichkeitsarbeit:
Der jetzige Zeitpunkt ist in der Entwicklung beider Einrichtungen optimal für eine stärkere Vernetzung und den Ausbau der öffentlichen Wahrnehmung. Beiden Häusern ist Internationalisierung ein großes Anliegen und kommt das Alleinstellungsmerkmal „Kunsthochschule meets Künstlerhaus“ für ihre jeweilige Profilierung zugute. Dies soll die künftig eng aufeinander abgestimmte Öffentlichkeitsarbeit hervorheben. Für die enge Koordinierung von künstlerischen wie kunstvermittelnden Aktivitäten und Öffentlichkeitsarbeit in beiden Häusern wird eine neue Stelle in der Kunsthochschule eingerichtet.

Symbiose von Theorie und Praxis:
Die Kooperation beider Institutionen bietet eine ideale Grundlage für den Ausbau des künstlerischen Theorie-Praxis-Bezugs auf beiden Seiten. Die Kunsthochschule wird ihr inhaltliches Angebot für ihre Studierenden um den Standort Bad Ems erweitern und ergänzen. Die Aktivitäten der Stipendiatinnen und Stipendiaten des Künstlerhaus Schloss Balmoral werden künftig selbstverständlicher Bestandteil des Lehr- und Veranstaltungsprogramms der Kunsthochschule sein. In diesem Zusammenhang wird sowohl über die künftige Einrichtung eines Curatorial-Studies-Programm nachgedacht werden als auch über die Schaffung zusätzlicher Möglichkeiten für das Kuratieren künstlerischer Projekte durch die Kuratoren-Stipendiatinnen und -Stipendiaten am Standort Mainz.

 

Künstlerhaus Schloss Balmoral und Kunsthochschule Mainz im Profil

Das Künstlerhaus Schloss Balmoral ist eine nicht selbstständige Einrichtung der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur, das seit 1995 Künstlerinnen und Künstler unabhängig ihrer Herkunft und ihres Alters durch die Vergabe von Stipendien fördert. Es genießt deutschlandweit sowie international einen exzellenten Ruf und gehört zu den besten Künstlerhäusern Europas (www.artnet.com 2017). Seit 2013 werden die Stipendien jeweils für eine künstlerische Gattung oder ein Thema ausgeschrieben. Die Leitidee ist, aktuelle Tendenzen in der zeitgenössischen Kunst zu beobachten und mit jeweils neuen Jahresschwerpunkten aufzugreifen, zu diskutieren und zu fördern.

Das Künstlerhaus Schloss Balmoral ist Schnittstelle zur Vergabe der Stipendien für Bildende Kunst von und nach Rheinland-Pfalz. Als solches betreut es neben den eigenen international ausgeschriebenen Stipendien seit 2006 auch jene des Landes Rheinland-Pfalz.

Bis heute konnten rund 300 Künstlerinnen und Künstlern aus insgesamt 7000 Bewerbungen mit einem Stipendium gefördert werden. 194 Staaten gibt es auf der Erde. Aus 108 haben sich Interessierte in den vergangenen 25 Jahren um ein Stipendium beworben.

Die Kunsthochschule Mainz ist eine Institution unter dem Dach der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Sie agiert als künstlerisch eigenständige Hochschule und wird entsprechend wahrgenommen. Es ist ihr gelungen, international herausragende Professorinnen und Professoren zu gewinnen. Sie gehört mit ihren derzeit ca. 180 Studierenden und 14 Professuren (11 Fachklassen, 2 Theorie, 1 Basisklasse) zu den kleinsten Kunstakademien in Deutschland. In dieser Konzentration, in der Fokussierung auf künstlerische Fächer sowie im gleichberechtigten und eng verzahnten Miteinander der Studiengänge Freie Bildende Kunst und Lehramt liegt ihre besondere Stärke.

Das Selbstverständnis der Kunsthochschule Mainz ruht auf zwei Säulen: die Ermöglichung und behütende Sicherung der Entwicklung qualitätsvoller zeitgenössischer künstlerischer Positionen ihrer Studierenden sowie die offensive Vermittlung ihrer Werke in die Öffentlichkeit.

 

Verantwortlich (i.S.d.P.)

Markus Nöhl
Pressesprecher
Telefon 06131 16-4597
Pressestelle
Telefon 06131 16-2994
E-Mail presse@mwwk.rlp.de
Mittlere Bleiche 61
55116 Mainz

Freitag, 16. Oktober 2020, 18 Uhr, Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«

Am Freitag, dem 16. Oktober 2020 um 18 Uhr findet die dritte Ausstellungseröffnung im Rahmen des KUR(ona)-Stipendienprogramms im »Made in Balmoral« in der Römerstraße 27 statt. Gezeigt wird die Ausstellung »Störfeld Y« von Nicole Ahland. Die Künstlerin ist als Stipendiatin im Oktober im Künstlerhaus zu Gast.

Derzeit dürfen sich maximal 3 Personen gleichzeitig im Ausstellungsraum aufhalten. Besucherinnen und Besucher werden daher gebeten, etwas Zeit für die Besichtigung einzuplanen. Der Zutritt ist nur mit einer Mund-Nasen-Bedeckung sowie unter Einhaltung der Abstandsregelung gestattet. Im Anschluss findet ab 19 Uhr im Foyer des Künstlerhauses ein Corona konformes Beisammensein statt. Es wird um Anmeldung per E-Mail an kotthoff@balmoral.de gebeten.

Die Künstlerin Nicole Ahland und das Team des Künstlerhauses werden ab 18 Uhr am Ausstellungsraum anwesend sein. Anschließend geht es gemeinsam von dort zum Künstlerhaus. Zur Ausstellung spricht Olga Vostretsova, Kuratorin des KUR(ona)-Stipendienprogramms 2020/21.

Das Objektiv ihrer Kamera richtet die Fotokünstlerin Nicole Ahland auf sorgfältig ausgewählte Orte in ihrem Umfeld sowie auf Orte und Räume, die sie auf zahlreichen Recherchereisen entdeckt und sich aneignet. Im Ergebnis – und das ist ihre künstlerische Konstante – entstehen fotografische Dekonstruktionen der Räume, wodurch bestimmte Ding- und Lichtverhältnisse zu einem einmaligen fotografischen Bild werden. Das Licht und der Raum sind zwei Hauptprotagonisten ihres Werks, dazu kommt noch die dritte Dimension, die Zeit. Ahland arbeitet fast ausschließlich mit analoger Fotografie, die Zwangspausen zwischen dem Moment der Aufnahme und dem ersten Abzug und seiner Sichtung durch die Künstlerin einbaut. Diese Entschleunigung verlangt sie auch ihrem Publikum ab. Die Fotografien verdichten, belichten und überbelichten Raumsituationen, die weit über den ästhetischen Bereich hinaus zu soziologischen Fragstellungen führen.

Gemeinsam ist den ausgewählten Fotografien aus drei Serien, die im Rahmen des KUR(ona)-Stipendienprogramms in Bad Ems vorgestellt werden, der Aspekt der Störung – sei es auf der Ebene des Motivs, das man nicht eindeutig verorten oder zuordnen kann, oder auf der Ebene des technischen fotografischen Prozesses, wo auch glückliche Zufälle passieren können. Formal eint alle Fotografien ein „gelbes Rauschen“, das der ganzen Schau eine besondere Atmosphäre verleiht.

Text: Olga Vostretsova

https://www.nicole-ahland.de/

Ausstellungsort: »Made in Balmoral« 
Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 17. bis 31. Oktober 2020

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag nach Vereinbarung
Die Ausstellung ist jederzeit von außen einsehbar.

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Nicole Ahland, »Interference Field 1«, 2020

Freitag, 11. September 2020, 18 Uhr, Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«

Lukas Schmenger »Ghost Touch«

Am Freitag, dem 11. September 2020 um 18 Uhr findet die zweite Ausstellungseröffnung im Rahmen des KUR(ona)-Stipendienprogramms im »Made in Balmoral« in der Römerstraße 27 statt.

Gezeigt werden Werke von Lukas Schmenger, der im September als Stipendiat im Künstlerhaus zu Gast ist. Im Anschluss findet ab 19 Uhr auf dem Vorplatz von Schloss Balmoral ein Corona konformes Beisammensein statt – jedoch nur bei gutem Wetter. Derzeit dürfen sich maximal 3 Personen im Ausstellungsraum aufhalten. Der Zutritt ist nur mit Mund-Nasen-Bedeckung sowie unter Einhaltung der Abstandsregelung gestattet. Es wird um Anmeldung per E-Mail an kotthoff@balmoral.de gebeten.

Der Künstler Lukas Schmenger und Lotte Dinse, stellvertretende Leiterin des Künstlerhauses, werden ab 18 Uhr am Ausstellungsraum anwesend sein. Anschließend geht es gemeinsam von dort zum Künstlerhaus.

Unter dem Titel »Ghost Touch«zeigt Lukas Schmenger großformatige, figurative Bilder und Reliefs, die im Ausstellungsraum »Made in Balmoral« zu einer ortsspezifischen Präsentation inszeniert werden. Schmengers menschenähnliche Kreaturen wirken geisterhaft, vielleicht außerirdisch, sie umweht ein kalter Hauch kosmischen Staubs. Aus welcher Zukunft blicken sie zu uns? In welcher Dimension befinden sie sich?

Zwischen den Figuren seiner Bilder scheint eine eigenartige erotische Spannung zu bestehen, die Fragen nach dem oft konstatierten Ende der Liebe im Zeitalter von Dating-Apps aufwirft, wo Swipen Beziehungen austauschbar erscheinen lässt und Liebe in der neoliberalen Gesellschaft „zu einer Genussformel positiviert“ wird, wie es der Philosoph Byung-Chul Han im Essay Agonie des Eros (2012) formuliert.

Der Gegensatz von Nähe und Distanz wird durch Technologien aufgehoben, wir erweitern uns und tragen ‚smarte’ Kommunikationsprothesen, die Verbindungen zu Geräten in Händen von anderen herstellen und dabei nicht immer planmäßig funktionieren müssen. ‚Ghost Touch’ nennt man den technischen Defekt, wenn Touchscreen-Smartphones Aktionen und Interaktionen durchführen, ohne dass dies von der menschlichen Hand durch Berührung gesteuert wurde. Nach diesem Phänomen ist eine Porträtserie des Künstlers mit psychedelischen Alien-artigen Köpfen benannt, die titelgebend für die Ausstellung in Bad Ems ist.

In der Radierungsserie Twist treffen sich Figuren durch mehrfaches Übereinanderdrucken auf einem Blatt: die Linien ihrer Körperteile überlappen sich, ausgestreckte Zungen scheinen sich gleich zu treffen, dennoch ist klar, dass es hier keine physische Begegnung, geschweige denn Berührung geben kann. Sie schweben ephemer in unterschiedlichen Sphären.

Einzelne Profile aus dieser Serie wurden in eine greifbarere Materialität in Form von Aluminiumgüssen überführt. Reliefs, die üblicherweise ähnlich wie Tafelbilder auf  Wände angewiesen sind, werden von Lukas Schmenger quasi prothetisch erweitert: als ‚enhancement’ bekommen sie eigene Ständer und Träger, auf denen sie autonom stehen können – im Atelier des Künstlers, in Bad Ems oder auf Planet Neun, dem schwarzen Himmelskörper.

Text: Olga Vostretsova im Dialog mit Lukas Schmenger

www.lukasschmenger.de

Ausstellungsort: »Made in Balmoral« 
Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 12.09. bis 30.09.2020
Die Ausstellung ist jederzeit von außen einsehbar.

Öffnungszeiten: Sonntag, 20. September 2020 von 14-19 Uhr im Rahmen der Veranstaltung »Offene Ateliers«
sowie Montag bis Freitag nach Vereinbarung

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Lukas Schmenger, »Head (sonic)«, 2020, Foto: Mareike Tocha

 

Freitag, 21. August 2020, 18 Uhr - Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«

Elmar Hermann »Du sollst nicht schweigen«

Am Freitag, dem 21. August 2020 um 18 Uhr findet die erste Ausstellungseröffnung im Rahmen des KUR(ona)-Stipendienprogramms im »Made in Balmoral« in der Römerstraße 27 statt.

Gezeigt wird die Ausstellung »Du sollst nicht schweigen« von Elmar Hermann. Im Anschluss findet ab 19 Uhr auf dem Vorplatz des Künstlerhauses Schloss Balmoral ein Corona konformes sommerliches Beisammensein statt. Es wird um Anmeldung per E-Mail an mueller(at)balmoral.de gebeten. Die Ausstellung ist so konzipiert, dass sie von außen angesehen werden kann. Der Künstler Elmar Hermann und Lotte Dinse, stellvertretende Leiterin des Künstlerhauses, werden ab 18 Uhr am Ausstellungsraum anwesend sein. Anschließend geht es gemeinsam von dort zum Künstlerhaus.

Elmar Hermann, der erste Stipendiat des KUR(ona) Stipendienprogramms im Schloss Balmoral, realisiert im August 2020 eine neue Installation, die unmittelbar auf Erfahrungen der Pandemie reagiert. Da Ausstellungen im Frühjahr verschoben oder abgesagt werden mussten, verlagerte Elmar Hermann seine Praxis zunehmend in den digitalen sowie in den öffentlichen Raum. 

In der Ausstellung »Du sollst nicht schweigen« für den Kunstraum »Made in Balmoral« in Bad Ems führt er Gedanken und Formen aus zwei Projekten zusammen, die er realisierte, als die ganze Infrastruktur des Ausstellens plötzlich von Hundert auf Null gefahren wurde. 

Zum einen werden modifizierte Formen aus der 3D-animierten Szenerie seines Online-Projekts www.defaultconcepts.net in den physischen Ausstellungsraum übersetzt. Zum anderen gewährt die Ausstellung einen Einblick in die von Hermann konzipierten Interventionen im öffentlichen Raum seiner Heimatstadt Neuwied. Hier entwickelte er gemeinsam mit seinem Berliner Kollegen Hugo Holger Schneider drei individuelle Mundschutzmodelle für das Denkmal des Sozialreformers Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der im 19. Jahrhundert in Neuwied wirkte. Für die Webserie Default Concepts diente eine Türklinke als Ausgangspunkt, die der österreichische Philosoph Ludwig Wittgenstein seinerzeit entwarf, und die der Gestalter Otl Aicher "die Summe aller Griffe" nannte. 

Diese zwei Elemente - eine Maske und eine Klinke - wurden in den Corona-Zeiten auf absurde Weise einander entgegengesetzt: die eine steht für den Schutz gegen die Verbreitung der Viren und die andere als Virenträgerin schlechthin, die regelmäßig desinfiziert werden muss. Hermanns generelles Interesse an Regeln knüpft hier an. Was darf, kann, muss man sagen oder tun? Was ist sinnvoll und was sinnlos? Die neu eingeführten Hygieneregeln haben uns nachweislich vor einem schlimmeren Corona Szenario bewahrt. 

Und doch wurden imaginäre und reale Grenzen festgelegt, die uns schützen und gleichzeitig einschränken. Symbolisch dafür steht mitten im Ausstellungsraum ein fünf Meter langer Metallzaun, den Hermann zu einem Zwerchfell umformt. Dieser wichtige Atemmuskel ist mal für das Lachen und mal für den Schluckauf verantwortlich. Beides lässt sich nur schwer unterdrücken. Humor, Austausch und Gemeinschaft sind die Grundelemente in Hermanns künstlerischer Praxis, die er systematisch einsetzt. "Worüber man nicht reden kann, das muss man zeigen!" - ist seine Antwort auf das Unsagbare, was für Wittgenstein das Reich der Mystik und der Kunst war.

Text: Elmar Hermann, Olga Vostretsova (Kuratorin)

Elmar Hermann *1978 in Neuwied, lebt in Neuwied. Studium Bildende Kunst und Linguistik in Düsseldorf; zahlreiche Ausstellungen, Stipendien und Projekte u.a. in Kunstverein Bonn (2008), ISCP New York (2011), WIELS Brüssel (2017), Kunsthaus NRW (2019), Goethe-Institut St. Petersburg (2019). Seit 2007 Teil der Künstlergruppe NUANS.

elmarhermann.de  -  www.nuans.online  -  defaultconcepts.net

Ausstellungsort: »Made in Balmoral« 
Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 21.08 bis 06.09 2020 
Die Ausstellung ist jederzeit von außen einsehbar.

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Elmar Hermann / Hugo Holger Schneider: »Schutz«, Mundschutz für Raiffeisen Statue Neuwied, 2020

 

KUR(ona)-Stipendiat*innen 2020

Bekanntgabe der ausgelosten Künstler*innen

9 ehemalige Stipendiat*innen des Landes Rheinland-Pfalz werden in diesem Jahr mit einem einmonatigen Stipendium im Künstlerhaus Schloss Balmoral gefördert.

Ehemalige Stipendiat*innen des Landes Rheinland-Pfalz mit Wohnsitz in Deutschland wurden eingeladen, sich für die Auslosung der neun einmonatigen KUR(ona)-Projektstipendien anzumelden. 37 Künstler*innen haben die Einladung angenommen. Um die Gleichbehandlung aller Bewerber*innen zu gewährleisten, gab es ein elektronisches Auswahlverfahren per Zufallsgenerator.

Ausgelost wurden folgende Künstler*innen:

Elmar Hermann für August 2020
Lukas Schmenger für September 2020
Nicole Ahland für Oktober 2020
Denise Ritter für November 2020
Konstantin Voit für Dezember 2020
Nadine Rennert für Januar 2021
Sonya Schönberger für Februar 2021
Stefanie Kettel für März 2021
Susanne Britz für April 2021

KUR(ona)-Stipendienprogramm 2020/21

Aufgrund der aktuell corona-bedingten schwierigen Situation in der Kunstszene hat das Künstlerhaus beschlossen, ein zusätzliches Stipendienprogramm für dieses Jahr aufzulegen, welches ehemaligen Rheinland-Pfalz-Stipendiat*innen zugutekommt.

Das Stipendienprogramm läuft von August 2020 bis April 2021. Dieausgelosten Künstler*innen werden für je einen Monat im Künstlerhaus in Bad Ems zu Gast sein - dies unter Berücksichtigung derzeit geltender Hygienestandards. Sie erhalten ein monatliches Stipendiengeld und es stehen ihnen ein Atelier sowie optional auch ein Wohnraum im Künstlerhaus zur Verfügung.

Im Rahmen der (KUR)ona-Projektstipendien werden ab August 2020 wieder regelmäßig Ausstellungen im »Made in Balmoral« stattfinden. Als ehemaliges Ladenlokal mit großen Schaufensterscheiben bietet es ideale Voraussetzungen für Präsentationen und Veranstaltungsformate, die corona-bedingt weitgehend auch ohne Publikum stattfinden können.

Um für die anwesenden Künstler*innen eine größtmögliche öffentliche Wahrnehmung zu bieten, werden Aufenthalt und Ausstellung professionell digital begleitet und verbreitet. Das entstandene Film- und Fotomaterial wird zudem Teil einer finalen digitalen Publikation und Online-Präsentation aller KUR(ona)-Stipendiat*innen auf der Plattform des Landes Rheinland-Pfalz.

Die ehemalige Balmoral-Kuratorenstipendiatin Olga Vostretsova steht den KUR(ona)-Stipendiat*innen während des Aufenthaltes für inhaltlichen Austausch zur Seite. Sie verfasst Texte zu den anwesenden Künstler*innen und zu den Ausstellungen. Auch entwickelt sie einen kontinuierlich wachsenden Blog sowie eine digitale Abschlusspräsentation.

Der künstlerische Leiter, Dr. Oliver Kornhoff, verdeutlichte: »Es ist noch viel zu früh einzuschätzen, was Corona konkret für Künstler*innen in künstlerischer Hinsicht bedeutet. Oft ist es allerdings so, dass interessante Arbeiten meist in Grenzsituationen oder in Zeiten entstehen, in denen große Fragen gestellt werden. Zur Beantwortung dieser Fragen möchte das Künstlerhaus Schloss Balmoral mit diesem Angebot beitragen.«

Pressebilder zum Download:
»Come to Good Ems«
Künstlerhaus Schloss Balmoral

 

KUR(ona) 2020 in Bad Ems - Künstlerhaus Schloss Balmoral unterstützt ehemalige Rheinland-Pfalz-Stipendiat*innen mit neun einmonatigen Projektstipendien

Das diesjährige Jahresthema für die internationalen Balmoral-Anwesenheitsstipendien lautet »KUR – Kunst des Reisens«. Aufgrund der rasanten Ausbreitung des Corona-Virus in Deutschland und weltweit und den damit einhergehenden zahlreichen Beschränkungen hat das Künstlerhaus Schloss Balmoral in Abstimmung mit dem Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz entschieden, die vor Ort-Präsenz des Stipendienjahrgangs 2020 um ein Jahr zu verschieben.

Die Stipendiat*innen erhielten die Wahlmöglichkeit einer flexiblen Auszahlung des Stipendiums in diesem und/oder nächstem Jahr, um ihnen in dieser auch finanziell nicht einfachen Zeit Unterstützung zu ermöglichen.

Aufgrund der aktuell corona-bedingten schwierigen Situation in der Kunstszene, hat das Künstlerhaus beschlossen, ein zusätzliches Stipendienprogramm für dieses Jahr aufzulegen. Dieses soll ehemaligen Rheinland-Pfalz-Stipendiat*innen mit Wohnsitz in Deutschland zugutekommen. Kulturminister Konrad Wolf betonte: »Auch für die ehemaligen Stipendiatinnen und Stipendiaten des Landes Rheinland-Pfalz versteht sich das Künstlerhaus als nachhaltige Förderinstitution. Daher hat die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur ein zusätzliches Stipendienprogramm aufgelegt.«
 

KUR(ona)-Stipendienprogramm

Das Künstlerhaus lädt ehemalige Stipendiat*innen des Landes Rheinland-Pfalz mit Wohnsitz in Deutschlandvon August 2020 bis April 2021 für je einen Monat nach Bad Ems ins Künstlerhaus ein - dies unter Berücksichtigung derzeit geltender Hygienestandards. Sie erhalten ein monatliches Stipendiengeld und es stehen ihnen ein Atelier sowie optional auch ein Wohnraum im Künstlerhaus zur Verfügung.

Während des Aufenthaltes ist eine Ausstellung im »Made in Balmoral« in Bad Ems geplant. Als ehemaliges Ladenlokal mit großen Schaufensterscheiben bietet es ideale Voraussetzungen für Präsentationen und Veranstaltungsformate, die corona-bedingt weitgehend auch ohne Publikum stattfinden können.

Um für die anwesenden Künstler*innen eine größtmögliche öffentliche Wahrnehmung zu bieten, werden Aufenthalt und Ausstellung professionell digital begleitet und verbreitet. Das entstandene Film- und Fotomaterial wird zudem Teil einer finalen digitalen Publikation und Online-Präsentation aller KUR(ona)-Stipendiat*innen auf der Plattform des Landes Rheinland-Pfalz.

Die ehemalige Balmoral-Kuratorenstipendiatin Olga Vostretsova steht den KUR(ona)-Stipendiat*innen während des Aufenthaltes für inhaltlichen Austausch zur Seite. Sie verfasst Texte zu den anwesenden Künstler*innen und zu den Ausstellungen. Auch entwickelt sie einen kontinuierlich wachsenden Blog sowie eine digitale Abschlusspräsentation.

Alle ehemaligen Landes-Stipendiat*innen mit Wohnsitz in Deutschland werden vom Künstlerhaus zu einer Bewerbung eingeladen. Die Auswahl wird über ein elektronisches Auswahlverfahren per Zufallsgenerator erfolgen.

 Der künstlerische Leiter, Dr. Oliver Kornhoff, verdeutlichte: »Es ist noch viel zu früh einzuschätzen, was Corona konkret für Künstler*innen in künstlerischer Hinsicht bedeutet. Oft ist es allerdings so, dass interessante Arbeiten meist in Grenzsituationen oder in Zeiten entstehen, in denen große Fragen gestellt werden. Zur Beantwortung dieser Fragen möchte das Künstlerhaus Schloss Balmoral mit diesem Angebot beitragen.«

Pressebilder zum Download
»come to good ems»
Künstlerhaus Schloss Balmoral

Freitag, 7. Februar 2020, 19 Uhr - Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«

Am Freitag, dem 7. Februar 2020 um 19 Uhr findet die Eröffnung der dritten und letzten Ausstellung der aktuellen Stipendiatinnen und Stipendiaten 2019/20 im »Made in Balmoral« in der Römerstraße 27 statt.

Die Idee der Ausstellungsreihe »Luxus und Glamour?« ist es, Verbindungen zwischen Kunst und Mode sowie Schmuck aufzuzeigen. Während des Stipendiums forschen die Künstler*innen an ihrem individuellen Ansatz für diesen Themenkomplex. Dabei gerieten die Aspekte Mode und Schmuck mal mehr oder weniger stark in den Vordergrund ihrer Beobachtungen. Diese Diskrepanz führt jedoch zu einzigartigen Stellungnahmen, die von der vielschichtigen und kritischen Auseinandersetzung der Künstler*innen mit ihrer Umwelt zeugen. Der Prozess des Stipendiums spielt hier eine besondere Rolle, da Hilfestellungen der Stipendiat*innen untereinander manche Projekte überhaupt erst ermöglichten.

Der Austausch von Expertisen half Womanman007 (Anna Lucia Nissen) Objekte für ihr in Bad Ems begonnenes Projekt »Die Hure schlägt zurück« zu entwickeln. Dieses performative Werk, das sich durch eine Verwebung von Gesang, Gestik und Kostüm auszeichnet, basiert auf einem lyrischen Text, den die Künstlerin verfasst hat. Darin beschäftigt sie sich mit der prekären Rolle der Frau in der Bibel und in der modernen Lebenswelt. In der Performance kommen glamouröse Accessoires in Form von vergoldeten Sporen an High Heels und ein Fehdehandschuh mit vergoldeter Plattenpanzerung zum Einsatz, die den Gesten und der Stimme der dargestellten Figur Nachdruck verleihen.

Die aufwendigen und farbenfrohen Werke von Vera Gulikers befassen sich ebenfalls mit der weiblichen Rolle in der Geschichtsschreibung. Gulikers bezieht sich auf Malerinnen, die schon vor hundert Jahren einen weiblichen Blick auf die Darstellung von Atelierszenen oder Modellen warfen und damit den bis dahin dominanten männlichen Blick hinterfragten. Hierfür bedient sie sich Techniken, die man aus dem Bereich der Mode kennt, dem Siebdruck für den Hintergrund und dem Flocking, mit dem eine erhabene Veredelung von Textilien vorgenommen wird. Die pastellene Farbpalette sowie die dekorativen Aspekte ihrer Malerei und Bildsprache stehen dabei in einem scheinbaren Widerspruch zur kritischen Recherche der Künstlerin.

Eunmi Chuns »Spiegel des Neids« zeugt von dem leidenschaftlichen Spiel der Künstlerin mit Schmuck. Ihre Objekte fragmentieren das Selbstbild des Betrachters, können getragen werden und die Träger*innen im Alltag von der Allgemeinheit abheben. Dass diese Objekte als glamourös einzuordnen sind, ist eine gesellschaftliche Vereinbarung. Chuns Spiegel ist jedoch für eine einfache Brosche zu groß und verlangt vom potenziellen Träger, sich mit der Spannung zwischen Glamour und Unbequemlichkeit auseinanderzusetzen. Eine fragile Koexistenz lebt in diesen Werken, denen wir uns behutsam nähern müssen.

Begrüßung: Dr. Oliver Kornhoff, Künstlerischer Leiter, Künstlerhaus Schloss Balmoral
Einführung: Patrick C. Haas M.A., Kuratoren-Stipendiat 2019, Künstlerhaus Schloss Balmoral

19.30 Uhr »Die Hure schlägt zurück – Teil 2« Performance von Anna Lucia Nissen (in englischer Sprache)

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 8. Februar – 26. April 2020
Öffnungszeiten: Samstag, 8. Februar und Sonntag, 9. Februar 2020, 14 bis 17 Uhr sowie Montag bis Freitag nach Vereinbarung

Mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Balmoral 03 e. V.

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Freitag, 10. Januar 2020, 19 Uhr - Vortrag »Transzendenz | Gold | Künstlerscheiße« von Jonas Schenk M.A.

Am Freitag, dem 10. Januar 2020 um 19 Uhr findet ein Vortrag des Kunsthistorikers Jonas Schenk im »Made in Balmoral« in der Römerstraße 27 in Bad Ems statt.

Für ein Projekt untersuchte Schenk die Wertigkeit der Kunst, ganz im Sinne des diesjährigen Themenschwerpunkts »Luxus und Glamour?«. Während die Stipendiatinnen und Stipendiaten sich häufig mit dem Luxus der Zeit zum Arbeiten beschäftigten, widmet sich Schenk der Aufgabe, den monetären Wert von Kunst als Luxusgut zu hinterfragen. Die Künstlerinnen und Künstler unserer Zeit produzieren häufig in dem schwer verständlichen Spannungsfeld zwischen Kunstwelt und Kunstmarkt. Wie finden sich in diesem Bereich finanzielle Wertigkeiten? Wie wird diese Wertigkeit festgesetzt? Wer bestimmt diese fast philosophische Frage? Welche Rolle spielt das Geld in der Kunstwelt? Denn wie Schenk anmerkt, sagte schon Kaiser Vespasian “Pecunia non olet” – Geld stinkt nicht. Schenk untersuchte daher, wie der Wert und die Bewertung von Kunst in unserer westlichen Welt zustande kommen. Als hervorragende Beispiele für diesen Prozess vergleicht er Werke von Yves Klein und Piero Manzoni. Welche Berührungspunkte gibt es zwischen der Künstlerscheiße (Merda d’artista, 1961) Manzonis und der Sensibilität in den Werken Kleins und wie lassen sich solche Ideen in Geldwerte für heute hoch geschätzte Kunstwerke übersetzen? Schenk wird die einzigartigen Strategien in ihrem Werk aufdröseln und einen Einblick in die finanziellen Motive der Künstler und des Markts geben.

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Donnerstag, 5. Dezember 2019, 20 Uhr »Balmoral Bazaar«

Am Donnerstag, dem 5. Dezember 2019 um 20 Uhr findet der »Balmoral Bazaar« im Künstlerhaus Schloss Balmoral statt.

Anlässlich des aktuellen Jahresthemas »Luxus und Glamour? Künstlerische Perspektiven in Mode und Schmuck« bietet das Künstlerhaus an diesem Abend die Möglichkeit, Kleidungsstücke, Schmuck, Accessoires und kleinere Objekte aus den aktuellen Kollektionen der Stipendiatinnen und Stipendiaten kennen zu lernen. Passend zur Adventszeit können Besucherinnen und Besucher bei diesem Basar nicht nur Einblicke in die aktuellen Arbeiten der Künstlerinnen und Künstler gewinnen, sondern auch das ein oder andere Weihnachtsgeschenk erwerben. Glühwein und Weihnachtsgebäck sorgen für ein gemütliches und entspanntes Entdecken und Shoppen.

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Foto: Flaut M. Rauch

Freitag, 29. November 2019, 19 Uhr, Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«

Am Freitag, dem 29. November 2019 um 19 Uhr findet die Eröffnung der zweiten Ausstellung der Stipendiatinnen und Stipendiaten 2019 im »Made in Balmoral« in der Römerstraße 27 statt.

Die zweite Ausstellung zum Jahresthema »Luxus und Glamour?« schließt an die vorausgegangene Präsentation an und zeigt weitere Positionen, die sich der Thematik auf persönliche Weise nähern. Die Vorstellung, dass ein Werk ein gewisses Maß an Zeit darstellen kann, wird besonders in den Arbeiten von Thomas Perrin (*1995 in Remiremont) und Lydia Nüüd (*1953 in Tartu) ersichtlich. Im Kontrast zu diesen beiden reagiert Ekachai Eksaroj (*1978 in Bangkok) auf seine Erfahrungen aus dem Alltag in Bad Ems.

Eksaroj, der Elemente aus der Mode in seine Arbeiten aufnimmt, hat für die Ausstellung eine groteske Skulptur aus Alltagshilfen für Menschen mit körperlichen Einschränkungen entworfen. Durch das Verzieren mit Stoffen, falschen Edelsteinen und anderen Materialien wertet der Künstler die Plastik auf und überhöht diese scheinbar zu einem glamourösen Gegenstand, der von der stetigen Erweiterung des menschlichen Körpers zu sprechen scheint. In ihrer humorvollen Präsentation ist die Skulptur jedoch unnahbar und funktionslos: ein reines Fake-Luxusgut.

Perrins Kunstproduktion thematisiert die Arbeitsbedingungen von Künstler*innen, in erster Linie seine Situation im Künstlerhaus. Seine Arbeiten zeigen sein Atelier und seinen Schlafraum; ein intimer Einblick in sein Leben, der jedoch anonymisiert wirkt durch die monochromen 3D-Drucke und einfachen Linienzeichnungen. Skulpturen und Zeichnungen, welche eine schlafende Figur darstellen, vermitteln eine Leichtigkeit, die im Widerspruch zu der akribischen Arbeitsweise des Künstlers steht. Denn die 3D-Nachbauten seines Lebens- und Arbeitsraums sind genauso präzise und sorgfältig gefertigt wie seine Tagebucheinträge. Einen Satz aus seinem Tagebuch hat Perrin als 3Dgedruckte Handschrift an die Wand gebracht: »Je ne fais rien« (Ich mache nichts).

Dagegen verwandelt Nüüd ihre Zeit in emotional aufgeladene Muster. Über den Zeitraum der letzten zwei Jahre hat die Künstlerin sich intensiv mit dem Häkeln von Geschenkband beschäftigt. Dieses glänzende, kurzlebige Verpackungsmaterial transformiert sie in Objekte, in die sie in Form von immer gleichen gehäkelten Ringen eine Zeitlichkeit fixiert. Die hier entstandenen Installationen dienen als Ausgangspunkt für Nüüd, um auf Räume und Ausstellungssituationen zu reagieren und sich in diese einzuschreiben. Durch Überlagerung, Nebeneinanderstellung und Ausdehnung im Raum ergeben sich so stets neue Lesarten der Arbeit.

Begrüßung: Dr. Oliver Kornhoff, Künstlerischer Leiter, Künstlerhaus Schloss Balmoral
Einführung: Patrick C. Haas M.A., Kuratoren-Stipendiat 2019, Künstlerhaus Schloss Balmoral

19.30 Uhr Künstlergespräch mit Thomas Perrin und Patrick C. Haas (in englischer Sprache)

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 30. November 2019 – 26. Januar 2020
Öffnungszeiten: Samstag, 30. November und Sonntag, 1. Dezember 2019, 14 bis 17 Uhr sowie Montag bis Freitag nach Vereinbarung

Freitag, 10. Januar 2020, 19 Uhr Vortrag »Transzendenz | Gold | Künstlerscheiße« von Jonas Schenk M.A., Römerstraße 27, Bad Ems

Mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Balmoral 03 e. V.

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Freitag, 11. Oktober 2019, 19:30 Uhr - Performance »Die Hure schlägt zurück« von Womanman

Am Freitag, dem 11. Oktober 2019 um 19:30 Uhr findet die Performance »Die Hure schlägt zurück« von Womanman (Anna Lucia Nissen, Balmoral-Stipendiatin 2019) in den Kolonnaden in der Römerstraße in Bad Ems statt.

»No longer will I play hard when I´m feeling soft
I tried much harder but I´m still to slow
like my hair I am to strong now for the wind to blow«

Die Nacht ist hereingebrochen. Du bist müde und damit nicht allein. Was machst du hier? Du bist doch eigentlich ganz weit weg. Dort, wo das Dröhnen sich nicht mehr zurückhält. Tief, immer lauter und lauter ertönt die Ewigkeit der halben Stunde. Aber du kommst hier nicht weg. Du musst da durch, immer noch, irgendwie, schon wieder. Durch den Vorhang aus Kraft und Lethargie, Erschöpfung und Schmerz, Waschmaschinen und Apartmentlofts, Widerstand und Verführung.
Als musikalische Adaption von Abschnitten der Apokalypse nimmt die 30-minütige Performance ihren Ausgangspunkt im letzten Buch der Bibel. Eine Weitererzählung aus nun weiblicher Sicht, von der uns dort begegnenden fiktiven Figur der Hure. Durch die lyrische Verschränkung von Stimme, Sound und Skulptur entfaltet sich ein Wechselspiel zwischen Körpern, die – vor dem Hintergrund patriarchal geprägter Dogmen- von Verletzlichkeit erzählen, um mit Widersetzlichkeit gebrochen zu werden.
Der Eintritt ist frei.

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Samstag/Sonntag, 21./22. September 2019, 14 bis 19 Uhr - Offene Ateliers, Künstlerhaus Schloss Balmoral

Am Samstag, den 21. und Sonntag, den 22. September laden die Stipendiatinnen und Stipendiaten des Künstlerhauses in Bad Ems in ihre Ateliers ein. Besucher haben die Gelegenheit, hinter die Kulissen zu schauen und mit den internationalen Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch zu kommen. Die Ateliers von Eunmi Chun, Ekachai Eksaroj, Janos Fodor, Vera Gulikers, Anna Lucia Nissen, Lydia Nüüd und Thomas Perrin sind jeweils von 14 bis 19 Uhr geöffnet. 

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Mittwoch, 25. September 2019, 19:30 Uhr, Konzert B.E.N.K - Bad Emser Neue Klänge »Durch Raum und Zeit«

Am Mittwoch, dem 25. September 2019 um 19:30 Uhr findet der Saisonstart der erfolgreichen und beliebten Konzertreihe B.E.N.K - Bad Emser Neue Klänge im Künstlerhaus Schloss Balmoral statt.
Zum Auftakt der neuen Spielzeit wird das am Mittelrhein bekannte trio21 in Bad Ems zu Gast sein. Das Trio besteht aus Katharina Wimmer an der Violine, Ingrid Wendel am Klavier und der dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie zugehörigen Mareike Schünemann am Cello. Das Ziel der Musikerinnen ist es, sich für möglichst viele lebende Komponistinnen und Komponisten einzusetzen. Das Konzert auf Schloss Balmoral widmen sie dem Thema »Durch Raum und Zeit«.

trio21
Katharina Wimmer, Violine
Mareike Schünemann, Violoncello
Ingrid Wendel, Klavier

Programm:
Fazil Say, »Space Jump«
Toru Takemitsu, »Between Tides«
Arvo Pärt, »Mozart-Adagio«
Julian Klein, »Neue Zeiten?«
Fazil Say, »Violin Sonata«
Sofia Gubaidulina, »Ten Preludes« (Auswahl)
Lili Boulanger, »D'un matin du printemps«

Karten (12 € | ermäßigt 8 €)
Künstlerhaus Schloss Balmoral, Tel.: 02603 9419-0
Orchesterbüro, Tel.: 0261 3012-272
Online über www.ticket-regional.de
Abendkasse ab 19.00 Uhr 

Die Reihe B.E.N.K ist eine Kooperation des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral

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trio21, Foto: Nadine Poetz

Freitag, 23. August 2019, 19 Uhr, Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral« - Mit Künstlergespräch und Lesung

Am Freitag, dem 23. August 2019 um 19 Uhr findet die Eröffnung der ersten Ausstellung der Stipendiatinnen und Stipendiaten 2019 im »Made in Balmoral« in der Römerstraße 27 statt. Gezeigt werden Werke von Sarah Ama Duah und Elif Saydam, die ein dreimonatiges Stipendium erhalten haben sowie von Jaekyung Jung, der für drei Monate als Austauschstipendiat aus Südkorea im Schloss Balmoral zu Gast ist.

»Luxus und Glamour« ist eine Begrifflichkeit, die sich mit vielen Konditionen unseres Lebens in Verbindung setzenlässt. Sie kann materielle und ephemere Formen annehmen, sich durch Statussymbole wie Bekleidung, Autos oder Mobiltelefone ausdrücken. Es ist ein Luxus, Zeit zu haben, die man sich entweder einfach nimmt, oder wenn man sich in der monetären Situation befindet, sie sich nehmen zu können. Künstler*innen sind daher die Menschen, die oft in der luxuriösen Situation sind, dass sie sich Zeit nehmen, obwohl sie es sich bei ihrem Einkommen nicht leisten können. Wenn man sich dann noch mit der Thematik direkt auseinandersetzt, entstehen Spannungen, die wir Betrachter*innen in den Ausstellungen im »Made in Balmoral« antreffen können. Hier spielen Hunde, Kleidung aber auch die Idee des Quilts und der Malerei eine wichtige Rolle.

Bekleidung kann Statussymbol sein, von Luxus zeugen. Der Pelz des 21. Jahrhundert ist die Funktionsjacke. Sie vermittelt Sicherheit und Zugehörigkeit. Diese Art der Bekleidung mit ihrer Hightech-Oberfläche und ihrem Design wird zur Schutzschicht. Sarah Ama Duahs Archetypen der Bekleidungsindustrie, die sie in Form von Abgüssen wiedergibt, verlieren ihre Funktion, behalten jedoch ihren repräsentativen Charakter und soziologische Relevanz bei. Die feinfühlig gearbeitete Reproduktion wird schnell zu mehr als nur einem Abbild, sie wird Sinnbild für eine Idee von Bekleidung und Skulptur, die nicht mehr auf einen Körper angewiesen ist.

Im Kontrast dazu steht die Malerei von Elif Saydam, die durch die Abwesenheit eines Duktus die Begrifflichkeit öffnet. Malerei ist hier Definitionssache und als solche kann sie für die Künstlerin die unterschiedlichsten Formen annehmen. Die meist farblich intensiven Flächen werden von Texten bestimmt, die mit bisweilen kitschig poetischen Aussagen versehen sind. Ein Spiel mit dem Betrachter, das zu neuen Zugängen zu den Werken der Künstlerin führt. Dabei ist das Überbordende immer wieder auch Thema für die Künstlerin. Wie viel ist zu viel?

Dagegen sind die Filme von Jaekyung Jung ruhig und konzentrieren sich auf einen bestimmten soziologischpolitischen Themenbereich. Bei seiner Untersuchung der Umstände der verlassenen Vorstadt Seouls, Heonin Village, beobachtet der Künstler die streunenden Hunde des Ortes. Ein Überbleibsel der Menschen, die hier einst wohnten und im Rahmen von Immobilienspekulationen Heonin verließen.

Begrüßung: Dr. Katharina Popanda, Geschäftsführerin, Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur
Einführung: Patrick C. Haas M.A., Kuratoren-Stipendiat 2019, Künstlerhaus Schloss Balmoral

19.30 Uhr Künstlergespräch mit Sarah Ama Duah und Patrick C. Haas
20.00 Uhr Lesung mit Vera Palme & Elif Saydam (in Englischer Sprache)

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer:  24. August – 17. November 2019
Öffnungszeiten: Samstag, 24. und Sonntag, 25. August 2019, 14 bis 17 Uhr sowie Montag bis Freitag nach Vereinbarung

Wir möchten Besucherinnen und Besucher darauf hinweisen, dass bei der Veranstaltung Fotos gefertigt werden. Infos hierzu unter www.balmoral.de.

Mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Balmoral 03 e. V.

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Mittwoch, 24. Juli 2019, 19 Uhr, Konzert - Raphael Und Franz Machen Musik Für Dich

Am Mittwoch, dem 24. Juli 2019 um 19 Uhr findet das Konzert »Erhalt und Vergebung« von Raphael und Franz machen Musik für Dich im Künstlerhaus Schloss Balmoral statt.

Raphael und Franz machen Musik für Dich ist mehr als nur eine Band, es ist ein Versprechen. Raphael Weilguni und François Huber lernten sich während des Studiums an der Kunstakademie in München kennen. Ihre Performances sind höchst energetisch, machen Gebrauch von Masken und Prothesen, mit denen Huber sich in diverse Rollen versetzt, und sie sind immer wieder für eine positive Überraschung gut. Die Stücke sind eine Mischung aus Chanson, politischer Satire, alten volkstümlichen Liedern und einer guten Portion Humor. So heißt es beispielsweise in Schlaraffenland: »[…] denn was soll uns noch Freude bereiten / in solch harten Zeiten / als die Völlerei / als die Phantasterei […].«

Für das Konzert in Bad Ems, das unter dem Titel »Erhalt und Vergebung« steht, haben Raphael und Franz machen Musik für Dich eine Prothese geschaffen, die François Huber mit seinem spielerischen Gesang animieren wird. Die beiden Musiker werden bei ihrem Auftritt von der Künstlerin Viola Relle unterstützt. 

Der Eintritt ist frei.

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Freitag, 14. Juni 2019, 18 Uhr, Willkommensfest »Luxus und Glamour?«

Begrüßung der neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten

Am Freitag, dem 14. Juni 2019 um 18 Uhr findet das jährliche Willkommensfest für die neuen Stipendiatinnen und  Stipendiaten im Künstlerhaus Schloss Balmoral statt. In diesem Jahr lautet das Thema für die Stipendien »Luxus und Glamour? Künstlerische Perspektiven in Mode und Schmuck«. Beim Willkommensfest werden die neuen künstlerischen Gäste begrüßt und vorgestellt. Auch in diesem Jahr findet ein »Sofa Talk« statt, bei dem gemeinsam mit den eingeladenen Teilnehmerinnen sowie mit dem Publikum Fragen zum Jahresthema diskutiert werden. Außerdem sind abends die Ateliers der Künstlerinnen und Künstler geöffnet. Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit, die Stipendiatinnen und Stipendiaten persönlich kennenzulernen und Einblicke in ihre künstlerischen Projekte zu erlangen. Kulinarisch abgerundet wird das Fest mit ofenfrischer Pizza vom »Pizza Prinzip«.

Programm:

18 Uhr
Fassbieranstich des Fördervereins Balmoral 03 e. V.

Begrüßung
Dr. Oliver Kornhoff
Künstlerischer Leiter, Künstlerhaus Schloss Balmoral

Prof. Dr. Konrad Wolf
Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Rheinland-Pfalz

Frank Puchtler
Landrat des Rhein-Lahn-Kreises

Guido Lotz
Vorsitzender Förderverein Balmoral 03 e. V.

19 Uhr
»Sofa Talk« Gespräch mit Prof. Dr. Christina Threuter, Leiterin Fachrichtung Modedesign, Hochschule Trier; Andrea Jacobi, Modedesignerin meinweiß, Bad Ems und Lotte Dinse, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Künstlerhaus Schloss Balmoral

ab 19:30 Uhr
Foodtruck »Das Pizza Prinzip«

20-21 Uhr
Offene Ateliers

Musik
Everybody is a DJ

In Kooperation mit
Hochschule Trier, Fachbereich Gestaltung
Fachrichtung Modedesign, Trier
Fachrichtung Edelstein und Schmuck, Campus Idar-Oberstein

Der Eintritt ist frei.

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Anna Lucia Nissen, »Dogatella«, 2016

Freitag, 7. Juni 2019, 19 Uhr, Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«

in Kooperation mit der Hochschule Trier, Fachbereich Gestaltung, Fachrichtung Edelstein und Schmuck

Das Jahresthema für die Anwesenheitsstipendien im Künstlerhaus Schloss Balmoral lautet in diesem Jahr »Luxus und Glamour? Künstlerische Perspektiven in Mode und Schmuck«. Zu diesem Anlass hat das Künstlerhaus Kooperationen mit dem Fachbereich Gestaltung der Hochschule Trier und ihren Fachrichtungen Edelstein und Schmuck in Idar-Oberstein sowie Modedesign in Trier ins Leben gerufen. Als Auftakt zum diesjährigen Themenschwerpunkt werden im Ausstellungsraum »Made in Balmoral« zwei Ausstellungen mit Arbeiten aus beiden Fachbereichen präsentiert.

Am Freitag, dem 7. Juni 2019 findet die Eröffnung der zweiten Ausstellung um 19 Uhr statt.

Die Ausstellung dokumentiert die Auffassung von sechs Absolvent*innen der Fachrichtung Edelstein und Schmuck. Es ist der Versuch, darüber zu reflektieren, was denn eigentlich Schmuck ist. Das Bedürfnis sich zu schmücken begleitet als anthropologische Konstante die Menschheit seit Anbeginn und ist stets im Wandel – es beeinflusst und dokumentiert die gesellschaftlichen Entwicklungen einer jeden Kultur. Als zeitgenössischer personaler Gegenstand benötigt Schmuck unbestreitbar eine gesellschaftliche – distinktive oder verbindende – Bedeutungsebene, die sich auch in den Konsumentenbedürfnissen und -erwartungen widerspiegelt. Die Fachrichtung knüpft an solche Bedeutungsebenen aktiv an und stellt in ihrer Ausbildung daher neben der bildnerisch-künstlerischen eine profunde Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen, (inter)kulturellen, ethno- und soziologischen sowie historischen Fragestellungen in den Mittelpunkt. Die in der Ausstellung präsentierten Werke zeigen eine Untersuchung jenseits der einschlägigen Kategorien Handwerk, Design oder Kunst, angewandt oder frei, um zu erkunden, was Schmuck für uns, Hier und Heute, ausmacht – nicht, wie er aussieht.

Mit Werken von Vesal Bahmani Nik, Carolin Denter, Katharina Dettar, Katja Köditz, Oliver Mauerhofer, Gina-Nadine Müller und Jiun-You Ou.

Begrüßung: Dr. Oliver Kornhoff, künstlerischer Leiter, Künstlerhaus Schloss Balmoral
Begrüßung: Prof. Theo Smeets, Leiter Fachrichtung Edelstein und Schmuck, Hochschule Trier
Einführung: Carolin Denter B.F.A., Fachrichtung Edelstein und Schmuck, Hochschule Trier

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 8. Juni bis 28. Juli 2019
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag nach Vereinbarung

In Kooperation mit
Hochschule Trier, Fachbereich Gestaltung
Fachrichtung Edelstein und Schmuck

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Vesal Bahmani Nik, »Final Gods« (Filmstill), 2018

Dienstag, 28. Mai 2019, 19:30 Uhr Konzert B.E.N.K - Bad Emser Neue Klänge »Little Summer Music«

Nach dem Soloabend mit Chris Jarrett, dem Komponistenportrait zu Jörg Duda und dem von Celloklängen geprägten Konzert namens Erinnerungen schließt die Reihe  „B.E.N.K – Bad Emser Neue Klänge“ für diese Spielzeit unter dem Titel »Little Summer Music« mit Werken zeitgenössischer Komponisten für Violine und Klavier.

Kurz bevor der Sommer vor der Tür steht, beenden Konstantina Pappa und Benoît Gagnon die Reihe B.E.N.K mit Werken osteuropäischer und amerikanischer Tonkünstler jüngster Zeit. Dabei definieren sie das Verständnis von Sommer relativ neu: So ist die »Little Summer Music« des lettischen Komponisten Pēteris Vasks eher eine innere Rückschau als ein Sommerstück, während »Time… and Again« des georgischen Komponisten Giya Kancheli einen gewaltigen dunkel-fahlen Klangblock bildet, verbunden mit sparsamen Zitaten und Anklängen an den Walzer und an Ludwig van Beethoven. 2008 schrieb Philip Glass seine Violinsonate, die zwar deutlich flüssiger und temporeicher, in ihrem Charakter aber auch eher von Rückblick und Melancholie geprägt zu sein scheint. Und dass John Adams, der mit Glass befreundet war, seinen Stil in der Minimal Music fand, zeigt sich auch in seinem energiegeladenen Werk »Road Movies«, bei dem zumindest der Eindruck eines Sommerblockbusters entsteht. (Text: Peter Fröhlich, Rheinische Philharmonie)

Konstantina Pappa, Violine
Benoît Gagnon, Klavier

Karten (12 € | ermäßigt 8 €)
Künstlerhaus Schloss Balmoral, Tel.: 02603 9419-0
Orchesterbüro, Tel.: 0261 3012-272
Online über www.ticket-regional.de
Abendkasse ab 19.00 Uhr 

Die Reihe B.E.N.K ist eine Kooperation des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral

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(c) Fotostudio Reuther

 

Freitag, 26. April 2019, 19 Uhr, Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«

in Kooperation mit der Hochschule Trier, Fachbereich Gestaltung, Fachrichtung Modedesign

Das Jahresthema für die Anwesenheitsstipendien im Künstlerhaus Schloss Balmoral lautet in diesem Jahr »Luxus und Glamour? Künstlerische Perspektiven in Mode und Schmuck«. Zu diesem Anlass hat das Künstlerhaus in diesem Jahr Kooperationen mit dem Fachbereich Gestaltung der Hochschule Trier und ihren Fachrichtungen Edelstein und Schmuck in Idar-Oberstein sowie Modedesign in Trier ins Leben gerufen. Als Auftakt zum diesjährigen Themenschwerpunkt werden im Ausstellungsraum »Made in Balmoral« zwei Ausstellungen mit Arbeiten aus beiden Fachbereichen präsentiert.

Am Freitag, dem 26. April 2019 um 19 Uhr findet die Eröffnung der ersten Ausstellung in der Römerstraße 27 statt.

»Global Glam?« war das Thema des sechsten Semesters der Fachrichtung Modedesign im Wintersemester 2018/19. Das Attribut ›global‹ bezieht sich auf die aktuell voranschreitende weltweite Ausbreitung modischer Trends, die sich an kulturell gekennzeichneten beziehungsweise tradierten Oberflächengestaltungen und Schnitten orientieren und diese häufig sampeln. Im Fokus der gezeigten Arbeiten stehen hierbei vestimentäre Kennzeichen von Glamour und Luxus und ihr transkultureller Gebrauch zwischen Klischee, Fake und Authentizität. Es gibt derzeit zahlreiche Künstler*innen und Designer*innen postkolonialer Kulturen, die strategisch die Praxis der kulturellen Aneignung von glamourös und luxuriös konnotierten Gestaltungsweisen verfolgen, um Widerstand gegen westliche Machtstrukturen auszuüben. Die vielfältigen Arbeiten der Ausstellung beschäftigen sich in diesem Zusammenhang gezielt mit vestimentären Stereotypen des Eigenen und des Fremden sowie der Frage nach der Definition von Glamour und Luxus auf dem Feld globalisierter Mode. Was zeichnet unter diesen Umständen Glamour beziehungsweise Luxus für alle, das heißt global aus?

Begrüßung: Dr. Oliver Kornhoff, künstlerischer Leiter, Künstlerhaus Schloss Balmoral
Begrüßung: Prof. Dr. Christina Threuter, Leiterin Fachrichtung Modedesign, Hochschule Trier
Einführung: Anne Marzi, Studierende Fachrichtung Modedesign, Hochschule Trier

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 27. April bis 2. Juni 2019
Öffnungszeiten: Samstag, 27. und Sonntag, 28. April 2019, 14 bis 17 Uhr sowie Montag bis Freitag nach Vereinbarung

In Kooperation mit
Hochschule Trier, Fachbereich Gestaltung
Fachrichtung Modedesign

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Anne Marzi, »Cultural Fragments«, 2019

Dienstag, 9. April 2019, 19:30 Uhr Konzert B.E.N.K - Bad Emser Neue Klänge »Erinnerungen«

In Kooperation mit dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie, Koblenz

Nach dem Soloabend mit Chris Jarrett und einem Komponistenportrait zu Jörg Duda fährt die Reihe  B.E.N.K – Bad Emser Neue Klänge unter dem Motto »Erinnerungen« mit Werken für Celli und Klavier am 9. April 2019 im Künstlerhaus Schloss Balmoral fort. Auf den ersten Blick mag es ungewöhnlich erscheinen, dass in der Reihe B.E.N.K, die für zeitgenössische Werke steht, auch scheinbar konventionellere Stücke von Robert Schumann und Peter Tschaikowsky erklingen. Doch waren auch deren Kompositionen für ihre Zeit schließlich »Neue Klänge«.

So war es Robert Schumann, der gerade in seiner frühen Kammermusik mit Gattungen und Besetzungen tüftelte und in seinem Spätwerk dann neue, ja knappe Formen bevorzugte. Das zeigt sich nicht nur etwa an den berühmten Fantasien für Klarinetten und Klavier, sondern auch an solchen Raritäten wie den Fünf Stücken im Volkston für Violoncello und Klavier op. 102. Auch hier wusste der gereiftere Schumann noch neue Wege zu gehen, sind diese Charakterstücke doch höchst unterschiedlich zueinander angelegt, so als ob er sich seiner frühen Klavierexperimente erinnern wollte.

Dass auch Peter Tschaikowsky mit kleineren Gattungen gelegentlich umzugehen wusste und einen zuweilen leichtfüßigen Stil beherrschte, zeigt sich auch im Pezzo capriccioso op. 62 für Violoncello und Klavier, das er 1887 innerhalb einer Woche schrieb. Gleichzeitig wird an diesem unterschwellig schwermütigen Werk auch der Aspekt der Erinnerung deutlich. Tschaikowsky schrieb das Werk nämlich in Gedanken an seinen guten Freund Nikolai Kondratjew, der sich gerade im Endstadium seiner Syphilis befand.

Auch der junge Dmitri Schostakowitsch zeigt in seiner einzigen Cellosonate op. 40 noch eine kompositorische Experimentierlust und -freude, die in seiner weiteren Karriere immer mehr wich. Doch parallel zu dieser Probierlust zeigt diese frühe Sonate, die bald zu den beliebtesten ihrer Art im 20. Jahrhundert aufsteigen sollte, deutlich konservative, ja spätromantische Züge, die sich im Finalsatz sogar zu einem rokokohaften Rondo hin entwickeln.

Für deutliche »Erinnerungen« sorgt schließlich der zeitgenössische ukrainische Komponist Valentin Silvestrov. In jungen Jahren bekannt als Teil der »Kiewer Avantgarde«, entwickelte dieser in den 1970er Jahren allmählich eine ausgereifte, zuweilen „romantische“ Tonsprache, in der Religion und Gedenken eine wesentliche Rolle spielen. Unter diesem Einfluss entstanden schließlich auch Werke zur Erinnerung an Schumann, symbolisiert durch dessen Geburtsdatum, sowie an Tschaikowsky, betitelt durch dessen Sterbetag, welche beide das Programm an jenem Abend in Bad Ems abrunden.

(Text: Peter Fröhlich, Rheinische Philharmonie, Koblenz)


Yoël Cantori, Violoncello
Frederick Jäckel, Violoncello
Simon Peguiron, Klavier

Karten (12 € | ermäßigt 8 €)
Künstlerhaus Schloss Balmoral, Tel.: 02603 9419-0
Orchesterbüro, Tel.: 0261 3012-272
Online über www.ticket-regional.de
Abendkasse ab 19.00 Uhr 

Die Reihe B.E.N.K ist eine Kooperation des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral

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© Christopher Breaux

Bekanntgabe Stipendiatinnen und Stipendiaten 2019

15 Künstlerinnen und Künstler aus der ganzen Welt und ein Kurator werden in diesem Jahr mit einem Balmoral- oder Landesstipendium gefördert. Aus 130 Bewerbungen hat eine Fachjury die Künstlerinnen und Künstler unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklungsfähigkeit ihrer künstlerischen Arbeit ausgewählt. Ein Teil der Stipendiatinnen und Stipendiaten erhält die Möglichkeit, direkt im Künstlerhaus in Bad Ems zu leben und zu arbeiten. Die anderen Künstlerinnen und Künstler erhalten Projekt-, Auslands- und Austauschstipendien.

Seit 2013 werden die Stipendien jeweils für eine künstlerische Gattung oder ein Thema ausgeschrieben. Durch dieses bundesweit einmalige Angebot soll eine noch stärkere gegenseitige kreative Befruchtung unter den anwesenden Künstlerinnen und Künstlern ermöglicht werden.

Die Anwesenheitsstipendiatinnen und –stipendiaten werden ab Juni 2019 im Künstlerhaus Schloss Balmoral zum Thema »Luxus und Glamour? Künstlerische Perspektiven in Mode und Schmuck« begrüßt. Die wechselseitige Bereicherung von Bildender Kunst, Mode und Schmuck hat eine jahrhundertealte Tradition. Aufbauend auf den Entwicklungen des 20. Jahrhunderts sucht die strukturelle Annäherung und diskursive Auseinandersetzung im vergleichsweise noch jungen Millennium neue Wege. In den Fokus rücken heute nicht nur Fragen nach gestalterischen Gemeinsamkeiten und Analogien, sondern insbesondere auch solche nach dem inhaltlichen, oft visionären und antizipatorischen Potenzial in der Trias Bildende Kunst - Mode - Schmuck. Im Zuge der Demokratisierung und Popularisierung von Mode und Schmuck sind nicht nur die Grenzen zwischen Kommerz und künstlerischer Praxis fließender geworden, sondern auch die zwischen den sozialen Systemen, in die diese eingebettet sind.

Die dreimonatigen Aufenthaltsstipendien erhalten Sarah Ama Duah (*1989 in Bremen) und Elif Saydam (*1985 in Calgary, Kanada).

Sarah Ama Duahs Interesse gilt der Wechselbeziehung zwischen Mode und Kunst. Mit ihren Arbeiten erforscht sie den Grenzbereich, in dem die beiden Disziplinen in den Dialog treten. Seit mehreren Jahren experimentiert sie mit Silikonen, mit denen sie Abgüsse von Kleidern herstellt. Dabei beschäftigt sie sich nicht nur mit bildhauerischen Fragestellungen, sondern thematisiert auch das performative Potenzial von Kleidung.

Elif Saydam hat Kunst in Montreal, Kanada und Frankfurt a. M. studiert. In ihren Malereien, Objekten und Installationen kombiniert sie einfache und billige Gegenstände wie Modeschmuck, Baumarktware oder Plastik mit wertvollen Werkstoffen wie Blattgold sowie aufwendigen Arbeitsmethoden. Mit diesem Aufeinandertreffen vermeintlich gegensätzlicher Materialien und künstlerischen Methoden hinterfragt sie gängige Vorstellungen von Wert, Einzigartigkeit, Finesse und Geschmack.

Vier neunmonatige Anwesenheitsstipendien im Schloss Balmoral werden an folgende Künstlerinnen und Künstler verliehen: Eunmi Chun (*1971 in Chungbuk, Korea), Ekachai Eksaroj (*1978 in Bangkok), Vera Gulikers (*1991 in Meerssen, Niederlande) und Anna Lucia Nissen (*1985 in Berlin).

Eunmi Chun hat Bildende Kunst in Seoul und München studiert. Ausgehend von persönlichen Erfahrungen beschäftigt sie sich in ihren Arbeiten mit kultureller und individueller Identität. Chun versteht zeitgenössischen Schmuck als ein Medium, das sich mit aktuellen Themen unserer Zeit auseinandersetzt. Mit ihren Tierfiguren, Anhängern und Broschen, für die sie unter anderem organische Materialien wie Haare verwendet, hinterfragt sie unterschiedliche kulturell und historisch geprägte Bedeutungen von Schmuck.

Ekachai Eksaroj hat eine Ausbildung zum Modedesigner in Berlin absolviert und Freie Kunst in Kassel und Braunschweig studiert. Seine künstlerische Praxis umfasst Malerei, Video, Zeichnung, Fotografie, Performance und Installation. Darüber hinaus schafft er Modekollektionen und gründete eine gefakte Modeagentur. Eksarojs Arbeiten beschäftigen sich unter anderem mit den gesellschaftlichen Implikationen der Modeindustrie und denen des zeitgenössischen Kunstbetriebs.

Vera Gulikers hat Bildende Kunst in Maastricht und Antwerpen studiert. Mode, Luxus und Glamour sind für sie Themen, die eng mit dem Topos des Weiblichen verknüpft sind. In ihren Arbeiten thematisiert Gulikers die Beziehung zwischen Weiblichkeit und Malerei. Mithilfe alter Maltechniken wie Ei-Tempera und Fresko in Kombination mit zeitgenössischen Praktiken wie Siebdruck und Maschinennähen thematisiert sie historische und aktuelle Zuschreibungen und Qualitäten von Weiblichkeit.  

Anna Lucia Nissen studierte Kostümbild in Berlin und Bildende Kunst in Berlin, Glasgow und Frankfurt a. M. Sie interessiert sich für die Schnittstelle zwischen Körper, Bekleidung und Technologie. Für ihre Skulpturen, Installationen, Performances und Videos kombiniert sie Alltagsgegenstände und Konsumgüter mit natürlichen Materialien und analogen Handwerkstechniken. Mit ihren Arbeiten hinterfragt die Künstlerin stereotype Verhaltens- und Wahrnehmungsweisen der gegenwärtigen Konsumkultur.

Lydia Nüüd (*1953 in Tartu, Estland) erhält ein dreimonatiges Anwesenheitsstipendium des Landes Rheinland-Pfalz im Künstlerhaus Schloss Balmoral. Sie hat Malerei in Estland studiert. Die Künstlerin hat zahlreiche ortsbezogene Arbeiten für öffentlichen Räume, Parkanlagen und Land Art-Projekte geschaffen. Die Umgebung, der Raum und die spezifische Situation sind Ausgangspunkte ihrer Installationen. Die verwendeten Materialien stammen meistens aus der Natur und unterstreichen den prozesshaft-temporären Charakter der Arbeiten.

Patrick Constantin Haas (*1987 in Bernkasel-Kues)erhält das neunmonatige Kuratorenstipendium im Künstlerhaus Schloss Balmoral. Er hat Kunstgeschichte und Archäologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn studiert und sammelte kuratorische Erfahrung im In- und Ausland. 2015 hat er den Ausstellungsraum »Mélange« in Köln mitgegründet. Während des Stipendienaufenthalts wird er die Ausstellungen im Ausstellungsraum »Made in Balmoral« mit den Anwesenheitsstipendiatinnen und -stipendiaten des Jahrgangs 2019 in der Innenstadt von Bad Ems realisieren.

Die Stipendien für rheinland-pfälzische Künstlerinnen und Künstler sind hinsichtlich des Mediums offen: Judith Leinen (*1985 in Prüm) erhält das sechsmonatige Stipendium für New York. Ausgangspunkt ihrer interaktiven Skulpturen und raumbezogenen Installationen ist oft die intensive Auseinandersetzung mit der jeweiligen Umgebung und den dort vorhandenen Materialien. In New York möchte sie eine Reihe von Skulpturen und Zeichnungen entwickeln, die auf der Beobachtung von Bürgersteigen als urbanen Räumen basieren.

Alexandra Deutsch (*1968 in Karlsruhe) verbringt ein halbes Jahr in Paris (1. Halbjahr 2019). Ihre biomorphen Objekte aus Papier und Textil thematisieren elementare Formen des Lebens, Strukturen und Rhythmen von Gewachsenem wie auch Landschaftsformationen. Seit einigen Jahren arbeitet sie mit Tänzerinnen und Tänzern zusammen. Dafür fertigt sie bewegliche Objekte, die im Dialog mit dem menschlichen Körper eine eigene Geschichte entwickeln. In Paris möchte sie eine neue Werkgruppe von Objekten aus Papier und Textilien anfertigen und diese in einer interdisziplinären Tanzperformance vor Ort präsentieren.

Das zweite Stipendium für Paris (2. Halbjahr 2019) wurde Lukas Schmenger (*1981 in Filderstadt)verliehen. In seinen Skulpturen und Malereien beschäftigt er sich mit den Möglichkeiten des (Selbst-) Portraits. Mithilfe unterschiedlicher Materialien und Techniken schafft er verschiedene Entwürfe, die auf der Frage beruhen, wie ein Portrait im 21. Jahrhundert aussehen könnte. Während seines Aufenthaltes in Paris möchte der Künstler sich auf die Spuren des französischen Schriftstellers Joris-Karl Huysmans begeben und sich mit exotischen Pflanzen beschäftigen.

Aneta Kajzer (*1989 in Kattowitz, Polen) wird drei Monate in Südkorea verbringen. Ihre Malerei basiert auf einem intuitiven Ansatz, der von einer Offenheit gegenüber Formen und Gegenständen, die im Verlauf des Schaffensprozesses erzeugt werden, geprägt ist. In der Sprache der Malerei erforscht sie auf eindringliche und auch humorvolle Weise die vieldeutigen Zustände des menschlichen Geistes und Körpers sowie deren Schönheit und Hässlichkeit.

Rut Blees Luxemburg (*1967 in Trier) erhält das dreimonatige Stipendium in der rheinland-pfälzischen Partnerregion Burgund-Franche-Comté. Die künstlerische Arbeit der Fotografin konzentriert sich auf die visuelle Repräsentation von Architektur durch großformatige Fotografien und Kunst im öffentlichen Raum. In der Saline royale d’Arc-et-Senans, die von Claude-Nicolas Ledoux gestaltet wurde, möchte sie eine neue Serie entwickeln, die sich mit der Materialität und Ideenwelt von Ledoux` architektonischen Visionen auseinandersetzt.

Die beiden sechsmonatigen Projektstipendien wurden an Nicole Ahland (*1970 in Trier)und Anna Herrgott (*1983 in Herrenberg)vergeben.

Nicole Ahlands künstlerische Arbeit besteht in der fotografischen Erfassung von Räumen. Ihr Interesse gilt den unterschiedlichen Funktionen und Gestaltungsweisen verschiedener Räume. Im Vordergrund steht die Auseinandersetzung mit Architekturen und Orten, in denen sich Kultur und Geschichte sowie gesellschaftliche Zustände widerspiegeln oder die sich im Wandel befinden. Im Rahmen ihres Stipendiums plant sie ein Projekt, das sich mit dem Begriff „Heimat“ in den ostdeutschen Bundesländern beschäftigt.

Anna Herrgott beschäftigt sich mit dem Schönheitskult heutiger und vergangener Zeiten. Mit ihren Arbeiten hinterfragt sie Vorstellungen von Schönheit, Glamour und Luxus, die in Werbung und Hochglanzmagazinen dargestellt werden. Dabei untersucht sie die vielfältigen Mechanismen der Manipulation, die medial vermittelten Bildern zugrunde liegen. Auf humorvoll-ironische Weise setzt sie sich nicht nur mit den Strategien der Bildproduktion auseinander, sondern auch mit den Auswirkungen medial propagierter Schönheitsideale.

Die Entscheidung über die Vergabe der Stipendien wird von einer unabhängigen Fachjury getroffen, bestehend aus Kunstexpertinnen und -experten, die verschiedene künstlerische Berufsgruppen vertreten. Besonders zahlreich haben sich wieder Künstlerinnen und Künstler um die internationalen Anwesenheitsstipendien im Schloss Balmoral beworben.

Die Ausschreibung der Balmoral- und Landesstipendien für 2020 erfolgt Anfang Mai 2019.

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Künstlerhaus Schloss Balmoral

Freitag, 29. März 2019, 18:30 Uhr, Ausstellungseröffnung »Prototyp-Crashtests« von Nelmarie du Preez

In Kooperation mit der Kreisverwaltung des Rhein-Lahn-Kreises, Bad Ems

Am Freitag, dem 29. März 2019 um 18:30 Uhr findet die Ausstellungseröffnung »Prototyp-Crashtests« von Nelmarie du Preez im Kreishaus des Rhein-Lahn-Kreises, Bad Ems statt.

Nelmarie du Preez (*1985 in Pretoria, Südafrika) hat von Juni 2018 bis Ende Februar 2019 als Anwesenheitsstipendiatin im Künstlerhaus Schloss Balmoral gelebt und gearbeitet. Im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums des Rhein-Lahn-Kreises wurde die Künstlerin eingeladen, eine Ausstellung im Sitzungssaal des Kreishauses in Bad Ems zu konzipieren.

Die Ausstellung knüpft thematisch unmittelbar an die intensive Schaffensphase im Künstlerhaus Schloss Balmoral während ihres neunmonatigen Stipendienaufenthaltes an. Die Stipendien im Künstlerhaus Schloss Balmoral waren im vergangenen Jahr für das Thema »Gestaltung der Zukunft. Wie wollen wir leben, lieben und arbeiten?« ausgeschrieben. Im Fokus von Nelmarie du Preez’ künstlerischer Praxis steht die Frage, wie unser Umgang mit (digitaler) Technik unser gegenwärtiges und zukünftiges Leben verändert und in welchem Verhältnis Mensch und Maschine zueinander stehen.

Die Künstlerin arbeitet mit unterschiedlichen Medien wie Video, Performance und Installation.Die Ausstellung »Prototyp-Crashtests« präsentiert eine Auswahl von früheren Videoarbeiten sowie ganz neue Werke, die im Atelier im Künstlerhaus Schloss Balmoral entstanden sind.

Begrüßung: Frank Puchtler, Landrat des Rhein-Lahn-Kreises
Begrüßung: Dr. Oliver Kornhoff, künstlerischer Leiter, Künstlerhaus Schloss Balmoral
Einführung: Lotte Dinse M.A., wissenschaftliche Mitarbeiterin, Künstlerhaus Schloss Balmoral


Ausstellungsort: Insel Silberau 1, Großer Sitzungssaal, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 1. April bis 26. April 2019
Öffnungszeiten: während der regulären Dienstzeiten

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(c) Nelmarie du Preez

Freitag, 22. Februar 2019, 19 Uhr - Präsentation »Zukunftsmusik!«

Olaf Karnik

Am Freitag, dem 22. Februar 2019 um 19 Uhr findet die für den 11. Januar angekündigte und leider ausgefallene Präsentation »Zukunftsmusik!« mit Olaf Karnik im Künstlerhaus statt.

Präsentiert wird ein Radio-Feature von Olaf Karnik & Volker Zander mit Kommentar und Erläuterungen.

Wie klingt heute die Musik von Morgen? Das 20. Jahrhundert war voll von musikalischen Zukunftsvisionen: der italienische Futurismus imaginierte eine Musik der Zukunft aus Lärm und Maschinenklängen, in der Neuen Musik von Stockhausen und Xenakis oder in der französischen Avantgarde-Elektronik kreierte man Klangsprachen für das 21. Jahrhundert oder gar mit kosmischer Gültigkeit. Auch im afro-futuristischen Jazz eines Sun Ra, bei Kraftwerk und im Krautrock oder in Detroit Techno und Drum & Bass war die Zukunft das Maß aller musikalischen Dinge. Was ist von diesem Spirit im 21. Jahrhundert übrig geblieben, welche Zukünfte werden heute klanglich und programmatisch heraufbeschworen? Welche Zukunftsentwürfe sind eingetreten, welche haben sich erledigt? Und welchen Einfluss hat die künstlerische Intuition auf die Kreation einer Musik von Morgen? Ein Streifzug durch die Geschichte und Gegenwart von Zukunftsmusik und ihrer soundästhetischen Entwürfe.

Olaf Karnik, geb. 1962, lebt in Köln und arbeitet als Autor und Journalist für Hörfunk und Presse (u.a. WDR 3, Deutschlandfunk, Neue Zürcher Zeitung). Er hat Texte, Radio-Features und Bücher über u.a. Hauntology, Dub, Library-Musik, Sound-Effekte, experimentelle Musik in Italien, Reggae in Deutschland und afroamerikanische Popmusik veröffentlicht, Musik- und Vortragsveranstaltungen kuratiert und war als Dozent an verschiedenen Hochschulen tätig. Er spielte in mehreren Bands und legt seit 1985 Platten auf. Seit 2017 hat er mit „Do The Wrong Thing“ eine eigene DJ-Sendung auf 674FM in Köln. (Siehe auch: olafkarnik.com)

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Olaf Karnik

Sonntag, 10. Februar 2019, 11 Uhr - Eröffnung der Ausstellung »Gestaltung der Zukunft« im Arp Museum Bahnhof Rolandseck

Stipendiatinnen und Stipendiaten 2018/19 des Künstlerhauses Schloss Balmoral und des Landes Rheinland-Pfalz

Am Sonntag, dem 10. Februar um 11 Uhr wird im Arp Museum Bahnhof Rolandseck die Abschlussausstellung der Stipendiatinnen und Stipendiaten 2018/19 des Künstlerhauses Schloss Balmoral und des Landes Rheinland-Pfalz eröffnet.

Wir leben in einer Zeit, in der von großen Begriffen wie »gesellschaftlicher Umbruch«, »technologischer Fortschritt« und »ökologischer Wandel« die Rede ist. Wie steht es also um die Zukunft unseres Planeten? Wie steht es um die Zukunft der Menschheit? Die Stipendiatinnen und Stipendiaten des Künstlerhauses Schloss Balmoral setzten sich 2018 mit dem Thema »Gestaltung der Zukunft. Wie wollen wir leben, lieben und arbeiten?« auseinander. Auch die künstlerischen Positionen der Stipendiatinnen und Stipendiaten des Landes Rheinland-Pfalz, die in ihrer Themenwahl frei waren, beschäftigten sich mit relevanten Fragen unserer Zeit.

Ausgehend davon, was jetzt (noch nicht) ist, entspringen unsere Träume, Ideen, Fantasien, Wünsche, Bedürfnisse genauso wie unsere Ängste, Aversionen und Zweifel. Die Ausstellung versteht Zukunft als etwas, das durch die tägliche Lebenspraxis hervorgebracht wird, durch unseren Blick auf die Wirklichkeit, unser Handeln und unsere Emotionen. Ausgangspunkt vieler künstlerischer Positionen ist die Überlegung, wann Zukunft eigentlich anfängt. Verbunden mit der relativ überschaubaren Dauer der eigenen Lebensspanne rückt die Beschäftigung mit den Möglichkeiten individueller Lebensgestaltung im Hier und Jetzt in den Vordergrund. Andere Künstlerinnen und Künstler betrachten die Zukunft als etwas, das weit über uns hinausgeht und daher eine globalere Betrachtungsweise erfordert.

Die präsentierten Werke beruhen auf persönlichen Erfahrungen, fundierten Recherchen sowie auf der Auseinandersetzung mit verschiedenen gesellschaftlichen Debatten. In den Medien Malerei, Skulptur, Performance, Video, Fotografie, Zeichnung und Installation beleuchten die Kunstschaffenden eine Vielzahl von Themen: mögliche Formen des Zusammenlebens, das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine, der Umgang mit Krankheit und Tod, Mobilität, die Erschließung neuer (Lebens-)Räume, das Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft. Die künstlerischen Ergebnisse münden in die grundlegende Frage, wie der umfassende Wandel unserer Epoche das gegenwärtige und zukünftige Menschensein prägt und transformiert. Kuratorin der Ausstellung ist Lotte Dinse, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Künstlerhaus Schloss Balmoral.

Ausstellende Künstlerinnen und Künstler (i. a. R.): Laura Eckert, Florian Graf, Andrea Éva Győri, René Hüls, Ruth Hutter, Soyoung Kim, Rieke Köster, Björn Kühn, Gregory Olympio, Nelmarie du Preez, Max Ruf, Lisa Marie Schmitt, The liveloveworkCollection, Konstantin Voit, Till Wyler von Ballmoos

Ausstellungsort: Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Ausstellungsdauer: 11. Februar bis 5. Mai 2019

Eine Kooperation zwischen dem Künstlerhaus Schloss Balmoral, dem Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Remagen, dem Forum Alte Post Pirmasens und dem Kunstverein Ludwigshafen am Rhein e. V.

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Till Wyler von Ballmoos, »What will you do in the name of love in 32 years from now?«, 2018, Intervention im Künstlerhaus Schloss Balmoral, Foto: Tobias Vollmer

Freitag, 1. Februar 2019, 19 Uhr - Vortrag »Körperdenken im virtuellen Raum«

Robert Patz

»Körperdenken im virtuellen Raum«

Bewegungslos verharren Menschen vor ihren Computerdisplays und operieren körperlos in einer virtuellen Welt visueller Metaphern. Durch die Computersystemen inhärenten Konstruktionsweisen von Welt verändern sich dabei die Vorstellungen von Raum. Der eigentliche, physische Erfahrungsraum verbindet sich mit einem digitalen Hyperraum, der Computer selbst wird zum Wahrnehmungsapparat. Insbesondere die Entkopplung körperlicher Erfahrungen und motorisch bedingter Denkprozesse von der Raumwahrnehmung wirft Fragen auf: In welcher Weise wirkt sich diese Entkopplung auf das Verständnis eines Gegenstands aus? Oder: An welcher Stelle fließen die körperlichen Raumerfahrungen etwa Entwerfender bei der digitalen Arbeit in einen Entwurfsgegenstand ein? – Fragen, denen Robert Patz in seinem Vortrag anhand künstlerisch-wissenschaftlicher Kooperationsprojekte nachgeht.«

Robert Patz ist freischaffender Künstler und Ingenieur. Er arbeitet an baubezogenen Kunstprojekten und forscht zur Rolle von Unschärfen und Körperwissen im Computer-Aided und Computational Design. Robert Patz ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Graduiertenkolleg "Das Wissen der Künste" der Universität der Künste Berlin. Während seines Studiums der Architektur an der BTU Cottbus, am IUAV Venedig und der UdK Berlin, war er Mitglied im Kunstbeirat des Kultusministeriums Sachsen-Anhalt. Er ist Mitglied des BBK Berlins.

Freitag, 25. Januar 2019, 19 Uhr - Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«

Nelmarie du Preez | Andrea Éva Győri| René Hüls

Am Freitag, dem 25. Januar 2019 um 19 Uhr findet die dritte und letzte Ausstellungseröffnung der Stipendiatinnen und Stipendiaten des Jahrgangs 2018 im »Made in Balmoral« in der Römerstraße 27 statt.

Gezeigt werden Werke von Nelmarie du Preez, Andrea Éva Győri und René Hüls, die für neun Monate im Künstlerhaus leben und arbeiten.

Es gibt nicht nur eine Zukunft. Die Zukunft erscheint aus jeder Perspektive anders, besonders wenn es um existenzielle Fragen, Grenzsituationen wie »Leben«, »Lieben« und »Arbeiten« geht. Die Kunstschaffenden im Künstlerhaus Schloss Balmoral setzen sich für die Pluralität und Heterogenität der Zukunft ein. Zur Debatte stehen die Fragen: Was wissen wir von der Zukunft? Was erwarten wir vom Morgen? Welche intuitiven oder diskursiven Szenarien sind angesichts der Kunstwerke für die Gestaltung der Zukunft denkbar?

Nelmarie du Preez (*1985 in Pretoria, Südafrika) analysiert in ihren Werken die wechselseitige Beziehung zwischen Mensch und Technologie. Es geht darum, der Gegenwart durch »Antizipation« einen Schritt voraus zu sein. Die »Antizipation« basiert auf der kognitiven Fähigkeit, aus bestimmten Fakten und Informationen eine begrenzte Anzahl von möglichen Entwicklungen zu prognostizieren. Die Zukunft ergibt sich aus der Weiterentwicklung eines bisherigen Handlungsverlaufs. Die Fantasie und die Interaktion der Betrachterinnen und Betrachter werden gefordert, um die Leerstelle zwischen verschiedenen Zukunftsvorstellungen zu schließen.

Andrea Éva Győri (*1985 in Budapest) beschäftigt sich auf eine persönliche, intime Art mit der existenziellen Frage, was das Morgen für sie bringen wird. Sie erforscht Physis und Psyche in extremen Zeiten; dabei setzt sie sich mit ihrem vom Krebs befallenen Körper auseinander. Ihre Videos markieren die Echtzeit vor dem chirurgischen Eingriff. Die Werke zeigen in einer ritualisierten Handlung den physischen und psychischen Umgang mit der Krankheit, das Akzeptieren der bevorstehenden Veränderung. Es werden Furcht und Hoffnung offenbar. Die Grenzen zwischen Öffentlichem und Privatem werden aufgehoben.

René Hüls (*1973 in Lörrach) gründet ein mobiles Institut, dessen Aufgabe darin besteht, ein Ort für gemeinsame Gestaltung außerhalb von normativen, regulären Institutionen zu sein. Ausgehend von der Frage »Wie wollen wir in der Zukunft leben?« sammelt und archiviert das mobile Institut Äußerungen und Meinungen. In Live-Interviews werden Ausstellungsbesucherinnen und -besucher nach ihren Zukunftsvorstellungen befragt. Dabei lässt der Künstler jede Aussage von einer Performerin in einen Strich umwandeln. Die auf diese Weise in Zeichnungen übersetzten Äußerungen sollen zeigen, wie Informationen statistischen Zwecken dienen.

Begrüßung: Dr. Oliver Kornhoff, künstlerischer Leiter, Künstlerhaus Schloss Balmoral
Einführung: Baharak Omidfard M.A., Kuratoren-Stipendiatin 2018, Künstlerhaus Schloss Balmoral

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems

Ausstellungsdauer: 26. Januar bis 24. März 2019
Öffnungszeiten: Samstag, 26. und Sonntag, 27. Januar 2019, 14 bis 17 Uhr sowie Montag bis Freitag nach Vereinbarung

Mit freundlicher Unterstützung des
Fördervereins Balmoral 03 e. V.

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Abbildung: René Hüls

Freitag, 11. Januar 2019, ab 17 Uhr - Finissage »Made in Balmoral«

17 Uhr »Kuratorenführung« | 18:30 Uhr »The Garage Sale« | 20 Uhr »Zukunftsmusik!«

Am Freitag, dem 11. Januar 2019 findet die Finissage der Ausstellung »Made in Balmoral« von Florian Graf, Gregory Olympio und The Lighthouse statt.

Um 17 Uhr führt die Kuratorin Baharak Omidfard durch die Ausstellung in der Römerstraße 27.

Ein wesentliches Thema unserer Zeit ist die Vielfalt. Sie ist in jedem Themenfeld vorhanden, selbst dort, wo dem Anschein nach Homogenität herrscht. Dies unabhängig davon, ob wir diesen Begriff sehen, benennen oder gar nicht erkennen. Ist der Begriff eine Herausforderung, eine Bereicherung oder eine Gefahr? Mit welchem Szenario wollen wir uns abfinden? Sind wir überhaupt für die Vielfalt bereit. Die Vielfalt ist das verbindende Element der aktuellen Schau, die an zwei verschiedenen Orten stattfindet: im »Made in Balmoral« und im Künstlerhaus Schloss Balmoral. Die drei künstlerischen Positionen konzipieren Abwandlungen dieses Begriffes, die als Denkmodell auch für die Zukunft Geltung haben können.


Im Anschluss findet um 18:30 Uhr im Künstlerhaus Schloss Balmoral in der Villenpromenade 11 »The Garage Sale« statt, bei dem – entgegen des Titels – kein Verkauf stattfindet, sondern kleine Objekte verschenkt werden, die der Künstler aus Teilen des Leuchtturmes herstellt.

Bevor der Leuchtturm abgebaut wird, gibt es vom 20. bis 23. Dezember 2018 noch ein abwechslungsreiches Programm.


Zur »Zukunftsmusik«, einer Präsentation eines Radio-Features von Olaf Karnik & Volker Zander mit Kommentar und Erläuterungen lädt Olaf Karnik um 20 Uhr ebenfalls in der Villenpromenade 11 ein. Wie klingt heute die Musik von Morgen? Das 20. Jahrhundert war voll von musikalischen Zukunftsvisionen: der italienische Futurismus imaginierte eine Musik der Zukunft aus Lärm und Maschinenklängen, in der Neuen Musik von Stockhausen und Xenakis oder in der französischen Avantgarde-Elektronik kreierte man Klangsprachen für das 21. Jahrhundert oder gar mit kosmischer Gültigkeit. Auch im afro-futuristischen Jazz eines Sun Ra, bei Kraftwerk und im Krautrock oder in Detroit Techno und Drum & Bass war die Zukunft das Maß aller musikalischen Dinge. Was ist von diesem Spirit im 21. Jahrhundert übrig geblieben, welche Zukünfte werden heute klanglich und programmatisch heraufbeschworen? Welche Zukunftsentwürfe sind eingetreten, welche haben sich erledigt? Und welchen Einfluss hat die künstlerische Intuition auf die Kreation einer Musik von Morgen? Ein Streifzug durch die Geschichte und Gegenwart von Zukunftsmusik und ihrer soundästhetischen Entwürfe.

Olaf Karnik, geb. 1962, lebt in Köln und arbeitet als Autor und Journalist für Hörfunk und Presse (u.a. WDR 3, Deutschlandfunk, Neue Zürcher Zeitung). Er hat Texte, Radio-Features und Bücher über u.a. Hauntology, Dub, Library-Musik, Sound-Effekte, experimentelle Musik in Italien, Reggae in Deutschland und afroamerikanische Popmusik veröffentlicht, Musik- und Vortragsveranstaltungen kuratiert und war als Dozent an verschiedenen Hochschulen tätig. Er spielte in mehreren Bands und legt seit 1985 Platten auf. Seit 2017 hat er mit „Do The Wrong Thing“ eine eigene DJ-Sendung auf 674FM in Köln. (Siehe auch: olafkarnik.com)


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Ausstellungsansicht »Made in Balmoral«, Foto: Tobias Vollmer
Künstlerhaus mit »Lighthouse«, Foto: Bert Jacobs
Olaf Karnik

Dienstag, 27. November 2018, 19:30 Uhr Konzert B.E.N.K - Bad Emser Neue Klänge »Komponistenportrait: Jörg Duda«

Im zweiten Konzert der Reihe B.E.N.K werden ausschließlich Werke des zeitgenössischen Komponisten Jörg Duda erklingen. Jener Konzert- und Kirchenmusiker darf zu Recht als einer der produktivsten Künstler der Gegenwart gelten, hat er nicht nur über 240 Werke für alle Gattungen geschrieben, sondern weist auch ein breites Spektrum auf. So schrieb Duda Musik im Stil u.a. von Joseph Haydn, interessiert sich aber auch aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Organist im oberbayerischen Geisenfeld sehr für geistliche Chorwerke und ebenso für finnische Musik und Kultur. Außerdem ist er Mitbegründer der „Münchner Harmoniemusik“.

Ein Großteil seines Œuvres schrieb Jörg Duda im Bereich der Kammermusik, worauf nun im Konzert am 27. November im Schloss Balmoral der Fokus liegen wird. Dabei finden sich auf der einen Seite klassisch anmutende Besetzungen wie die für Violine und Klavier, die im vierten seiner sechs „Dreamdances“ zu hören sein wird. Auf der anderen Seite gibt es die Kombination eines Streichquartetts mit Fagott zu hören sowie die exotisch anmutende „Fantasia II. op.29/2“ für Tuba und Harfe, welche Duda für den Münchner Tubisten Andreas Hofmair schrieb. Auch Freunde des Kunstliedes kommen an diesem Abend auf ihre Kosten, ertönt doch (mit der in Koblenz bekannten Altistin Monica Mascus) unter anderem „An den Mond“ op. 49d, das Duda frei nach Johann Wolfgang von Goethe schrieb. Seien Sie also herzlich willkommen zu einem abwechslungsreichen Abend voller spannender zeitgenössisch-klassischer Musik!

Monica Mascus, Alt
Eleonore Ciupka, Flöte
Martin Walter, Klarinette
Nikolaus Maler, Fagott
Michael Engl, Tuba
Ayumo Ideue, Violine
Konstantina Pappa, Violine
Nanako Honsalek, Viola
Bettina Hagedorn, Violoncello
Stephanie Zimmer, Harfe
Benoît Gagnon, Klavier

Karten (12 € | ermäßigt 8 €)
Künstlerhaus Schloss Balmoral, Tel.: 02603 9419-0
Orchesterbüro, Tel.: 0261 3012-272
Online über 

www.ticket-regional.deAbendkasse ab 19.00 Uhr Die Reihe B.E.N.K ist eine Kooperation des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral. 

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Portrait Jörg Duda

Freitag, 16. November 2018, 19 Uhr - Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«

Florian Graf | Gregory Olympio | The Lighthouse

Am Freitag, dem 16. November 2018 findet die zweite Ausstellungseröffnung der Stipendiatinnen und Stipendiaten 2018 um 19 Uhr im »Made in Balmoral« in der Römerstraße 27 und ab 21 Uhr im Lighthouse in der Villenpromenade 11 statt. Im »Made in Balmoral« werden Werke von Florian Graf, der ein dreimonatiges Anwesenheitsstipendium erhalten hat und Gregory Olympio, der als Austauschstipendiat aus Burgund-Franche-Comté ebenfalls für drei Monate zu Gast im Künstlerhaus ist, gezeigt. Bert Jacobs, der für neun Monate im Künstlerhaus lebt und arbeitet, lädt ins Lighthouse ein, wo verschiedene Performances stattfinden werden.

Angesichts des Themas »Gestaltung der Zukunft. Wie wollen wir leben, lieben und arbeiten?« setzen die internationalen Stipendiaten des Künstlerhauses auf Vielgestaltigkeit. Sind wir dazu bereit? Wie intuitiv oder strategisch arbeiten Künstler an ihren zukunftsorientierten Entwürfen? Wie lässt sich ein Raum bzw. ein Ort für das Koexistieren von Vielfalt realisieren?

Florian Graf (*1980 in Basel) greift für sein Werk auf die allgemeine, ursprüngliche Vielfalt und Variabilität des Lebens zurück, indem er in seinem Werk die wiederholten Formen, Systeme und deren Ordnungen aufnimmt, die man in der Natur vorfindet. Seine Formensprache besitzt sowohl reale als auch fiktive Merkmale. Wie irreal seine Ideen zunächst auch scheinen, gelingt es ihm dennoch, sie zu verwirklichen. Es entstehen Räume und Orte mit utopischen Ansprüchen an das Hier und Jetzt. Gerade dies macht die Poesie seiner Kunst aus.

Gregory Olympio (*1986 in Togo) interessiert sich, auch biografisch bedingt, für die Verbindung zwischen und die Verflechtung von unterschiedlichen Kulturen. In seinen zum Teil unvollendeten Gemälden setzt er sich mit der Idee der Tischgemeinschaft auseinander. Versammelt an einem Tisch zeigt er Menschen aus verschiedenen Kulturen. Die Tischgemeinschaft ist eine bekannte soziale Form, die in allen Kulturen ähnlich funktioniert und die Menschen zu einer Einheit zusammenführt. Das gemeinsame Mahl soll nicht den Abschluss sondern den Beginn einer Beziehung darstellen.

The Lighthouse versteht sich als Plattform für Begegnung und Verflechtung. Diese temporäre, autonome Plattform soll außerhalb der bekannten Hierarchien ein Zeichen für einen neuen Raum für Leben, Lieben und Arbeiten setzen. The Lighthouse besteht aus der Dekonstruktion und anschließenden Rekonstruktion von Alltagsobjekten. Bert Jacobs (*1983 in Maarheeze, Niederlande) beteiligt Menschen an dem Projekt, die Freude an der Gemeinsamkeit haben. Wo Menschen sich versammeln und ihren Alltag in veränderter Form leben können, entsteht ein soziales, unsichtbares, jedoch spürbares Werk.

Begrüßung: Lotte Dinse M. A., wissenschaftliche Mitarbeiterin, Künstlerhaus Schloss Balmoral
Einführung: Baharak Omidfard M. A., Kuratoren-Stipendiatin 2018

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 17. November 2018 bis 13. Januar 2019
Öffnungszeiten: Samstag, 17. und Sonntag, 18. November 2018, 14 bis 17 Uhr sowie Montag bis Freitag nach Vereinbarung

Mit freundlicher Unterstützung
des Fördervereins Balmoral 03 e. V. und des Mondriaan Fonds

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Abbildung: Florian Graf, Bert Jacobs, Gregory Olympio

Samstag/Sonntag, 22./23. September 2018, 14 bis 19 Uhr - Offene Ateliers

Der  Berufsverband  Bildender  Künstlerinnen  und  Künstler  (BBK)  Rheinland-Pfalz organisiert zum 26. Mal im Auftrag des Kulturministeriums die  »Offenen  Ateliers«.

Am Samstag, den 22. und Sonntag, den 23. September2018 laden die Stipendiatinnen und Stipendiaten des Künstlerhauses Schloss Balmoral in Bad Ems in ihre Ateliers ein. Besucherinnen und Besucher haben die Gelegenheit, hinter die Kulissen zu schauen und mit den internationalen Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch zu kommen. Die Ateliers von Nelmarie du Preez, Florian Graf, Andrea Eva Györi, René Hüls, Bert Jacobs, Gregory Olympio und der Kuratoren-Stipendiatin Baharak Omidfard sind jeweils von 14 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.bbkrlp.de.

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Dienstag, 11. September 2018, 19:30 Uhr Konzert B.E.N.K - Bad Emser Neue Klänge »Tales of our Time«

Seit vielen Jahren lebt der in den USA geborene Musiker und Komponist Chris Jarrett in Deutschland. In seinen Stücken lässt er Jazz, Klassik, Avantgarde und Weltmusik auf atemberaubende Art und Weise verschmelzen. Dafür wird er von Musikjournalisten auch schon mal als "Rebell" gegen das Pianoestablishment bezeichnet. Vital und impulsiv ist sie, die Musik von Chris Jarrett, voller Brüche und Überraschungen und niemals so leicht einzuordnen in die üblichen Kategorien des Musikbetriebes. Frank Zappa etwa gilt ihm genauso als Vorbild wie die Meister des Barock oder der Moderne. Dementsprechend offen ist auch sein Repertoire, das von atonalen Miniaturen über Sonaten, Filmmusiken und Ballett bis hin zur Oper reicht.

Am 11. September 2018 präsentiert Chris Jarrett im Künstlerhaus Schloss Balmoral in Bad Ems neue Werke von seinem Ende 2017 erschienenen Album „Tales of our Time“.

Chris Jarrett, Klavier und Moderation

Neue Werke von und mit Chris Jarrett

Karten (12 € | ermäßigt 8 €)
Künstlerhaus Schloss Balmoral, Tel.: 02603 9419-0
Orchesterbüro, Tel.: 0261 3012-272
Online über www.ticket-regional.de
Abendkasse ab 19.00 Uhr 

Die Reihe B.E.N.K ist eine Kooperation des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral

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Foto: (c) Adam Krause

Freitag, 31. August, 19 Uhr - Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«

Soyoung Kim | Till Wyler von Ballmoos

Am Freitag, dem 31. August 2018 um 19 Uhr findet die erste Ausstellungseröffnung der Stipendiatinnen und Stipendiaten 2018 im »Made in Balmoral« in der Römerstraße 27 statt. Gezeigt werden Werke von Soyoung Kim, die für drei Monate als Austauschstipendiatin aus Südkorea im Schloss Balmoral zu Gast ist und Till Wyler von Ballmoos, der ein dreimonatiges Anwesenheitsstipendium erhalten hat.

Was ist Zukunft? Lässt sie sich gestalten? Welche Rolle spielt die künstlerische Intuition, wenn es sich um zukunftsbezogene Themen handelt? Im Dialog mit dem Jahresthema »Gestaltung der Zukunft. Wie wollen wir leben, lieben und arbeiten?« widmen sich die internationalen Stipendiatinnen und -stipendiaten des Künstlerhauses möglichen Formen der Zukunft. Die Künstlerinnen und Künstler entwerfen ihre offenen (anti)utopischen Handlungsoptionen zwischen Fakt und Fiktion, welche im Schauraum »Made in Balmoral« konkretisiert werden. Basierend auf Fakten und Gegebenheiten entwerfen die Kunstschaffenden ihre methodischen, kulturkritischen Vorschläge zur Ausformung der Zukunft. Die >künstlerische Intuition< wird als die Möglichkeit der unmittelbaren, autonomen Anschauung verstanden, welche die Leerstelle zwischen Fakt und Fiktion schließt. Im Einklang mit Albert Einstein ist die Vorstellungskraft bzw. die Intuition wichtiger als das Wissen über die zukünftig aufkommenden Themen.

Soyoung Kim (*1979 in Jeoneup, Korea) beschäftigt sich mit dem Transformieren der Zeit in ihrer Kunst, welche sich an der Schnittstelle von Zeichnung, Text und performativem Auftritt bewegt. In ihren figurativen Zeichnungen mit exakt konturierten Formen und perfekten Linien umrandet sie das Fehlerhafte; zwischen Fakt und Fiktion öffnet die Künstlerin eine Welt, die als Kritik an der Zeit zu verstehen ist. In Anlehnung an den Roman »Frankenstein« von Mary Shelley – einen der wichtigsten Impulsgeber der Moderne – kreiert Kim die mehrteilige Rauminstallation »Franken-Island«, die aus der Zusammensetzung von mehreren Zeitschichten und Standpunkten eine Welt voller Symbole entwirft. Dies ist die Skizze eines Romans, den Kim in der Zukunft plant.

Till Wyler von Ballmoos (*1979 in Bern) inszeniert performative Werke, welche Sprache, Musik und Choreografie zum Medium nehmen, um soziale und gesellschaftliche Vorgänge sichtbar zu machen. Die Grenze zwischen der echten und der durch den Künstler manipulierten Situation ist fragil. In der Begegnung und Beschäftigung mit dem Thema Zukunft macht der Künstler die Frage zum Ausdrucksmittel. In seinem Video »AFTER THE FUTURE: loterie de l’avenir« arbeitet er mit einer einzigen Frage. Wann stellt man sich und/oder den Anderen eine Frage? Steht eine Fragestellung mit einer bevorstehenden Veränderung bzw. Transition in Verbindung? Das Fragestellen ist eine analytische Methode, um die Unklarheit zu identifizieren. Es ist zugleich das Instrument des Faktensammelns in der Konfrontation mit dem Unbekannten; kann durch die Frage die Ungewissheit der Zukunft beseitigt werden?

Begrüßung: Dr. Oliver Kornhoff, künstlerischer Leiter, Künstlerhaus Schloss Balmoral
Einführung: Baharak Omidfard, Kuratoren-Stipendiatin 2018

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 1. September bis 28. Oktober 2018
Öffnungszeiten: Samstag, 1. und Sonntag, 2. September 2018, 14 bis 17 Uhr sowie Montag bis Freitag nach Vereinbarung

Mit freundlicher Unterstützung des
Fördervereins Balmoral 03 e. V.

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Abbildung: Soyoung Kim, Till Wyler von Ballmoos

Projekt »The Lighthouse« von Bert Jacobs, Balmoral-Stipendiat 2018

Aufruf zur Sammelaktion für gebrauchte Materialien und Gegenstände

Im Rahmen seines Balmoral-Stipendiums will Bert Jacobs einen Leuchtturm – eine architektonische Plattform für gemeinsame Treffen, Diskussionen und spontane Begegnungen – vor dem Künstlerhaus Schloss Balmoral errichten. Die Idee ist, den Leuchtturm aus gebrauchten Materialien und Gegenständen zu bauen. Dazu ruft der Künstler zu einer Sammelaktion auf.

Was abgegeben werden darf:
Möbel / Deko / Lampen / Werkzeuge / Spielzeug/ Küchenzeug / Elektro Kleingeräte/ Altkleider / Kleines Baumaterial / Holz / Metall / Gartengeräte

Was nicht abgegeben werden darf:
Elektro-Großgeräte / Altglas / Altpapier / Sofas / Restmüll / Bioabfall / Schadstoffe / Autoreifen / Autowracks / Munition / Sprengstoff / Laborbedarf / Radioaktive Stoffe

Die Materialien können direkt im Künstlerhaus bei Bert Jacobs abgegeben werden oder nach Vereinbarung bei Ihnen abgeholt werden.

Alle, die etwas abgeben und dazu beitragen, dass der Leuchtturm errichtet werden kann, werden von da an Teil des Leuchtturms sein und sind herzlich eingeladen, auf einen Kaffee vorbeizukommen und an verschiedenen Treffen, die dort stattfinden werden, teilzunehmen.

Infos und Registrierung:
+31 6 45 77 4002
bertjacobs01@gmail.com

Annahme-Zeiten:
Mo - Fr 09:00 - 15:00 Uhr
Sa & So nach Vereinbarung
oder kostenloser Abholservice

Weitere Infos finden sich hier:
www.livelovework.art
www.bertjacobs.org

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Freitag, 10. August, 18 Uhr Ausstellungseröffnung »Labor« im Rahmen der Ausstellung »LebensWert Arbeit«, Museum am Dom, Trier

Andrea Éva Győri | René Hüls | Bert Jacobs | Nelmarie du Preez

Am Freitag, dem 10. August 2018 um 18 Uhr findet im Museum am Dom in Trier die Eröffnung der Ausstellung im »Labor« mit den aktuellen Anwesenheitsstipendiatinnen und –stipendiaten Andrea Éva Győri, René Hüls, Bert Jacobs und Nelmarie du Preez statt.

Zur Eröffnung sprechen:
Dr. Markus Groß-Morgen, Direktor Museum am Dom Trier
Dr. Gabriele Lohberg, Kuratorin der Ausstellung »LebensWert Arbeit«
Lotte Dinse, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Künstlerhaus Schloss Balmoral, Bad Ems

Das Künstlerhaus Schloss Balmoral freut sich sehr, im Programm des Karl-Marx-Jubiläums, das die Stadt Trier in diesem Jahr feiert, vertreten zu sein und anlässlich des diesjährigen Jahresthemas eine vielversprechende Kooperation mit »1818–2018. 200 Jahre Karl Marx Trier« und dem Museum am Dom Trier ins Leben gerufen zu haben.

Die Anwesenheitsstipendiatinnen und –stipendiaten des Künstlerhauses Schloss Balmoral beschäftigen sich 2018 mit dem Thema »Gestaltung der Zukunft. Wie wollen wir leben, lieben und arbeiten?«. Unsere Welt steht vor komplexen sozialen, ökologischen, politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Unsere Gegenwart ist einerseits von globalen Krisen geprägt, zugleich eröffnen neueste Entwicklungen in Wissenschaft und Technik einen vielversprechenden, optimistischen Blick auf die Zukunft. Sie sind Anlass für lebendige Diskussionen, die auf breiter gesellschaftlicher Ebene geführt werden.
Was sind die individuellen und gesellschaftlichen Themenfelder der Zukunft? Welche Chancen eröffnen sich? Welche Kritik gibt es? Wovon bedürfen wir mehr? Was fehlt? Was ist überflüssig? Wovon können wir träumen? Worauf können wir uns freuen? Was ist (un-)möglich?

Insbesondere die Frage nach zukünftigen Formen der (künstlerischen) Arbeit ist eng verknüpft mit der Ausstellung »LebensWert Arbeit«, die das Thema Arbeit aus Perspektive der zeitgenössischen Kunst beleuchtet. Innerhalb der Ausstellung gibt es mit dem »Labor« eine Plattform für wechselnde Ausstellungen, die von unterschiedlichen Institutionen aus den Bereichen Kunst und Forschung bespielt wird.
Das »Labor« wird von den Anwesenheitsstipendiatinnen und –stipendiaten des Künstlerhauses Schloss Balmoral als ein Ort der Produktion und Präsentation künstlerischer Arbeit genutzt. Hier entstehen Zukunfts- und Vorstellungsbilder, Objekte und andere bildhafte Übersetzungen, die sich mit der (Neu-)Gestaltung der Welt von morgen befassen.

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler im »Labor«:
Andrea Éva Győri (*1985 in Budapest), René Hüls (*1973 in Lörrach), Bert Jacobs (*1983 in Maarheeze, Niederlande), Nelmarie du Preez (*1985 in Pretoria, Südafrika)
Special guests: Istvan Hollos, Roi Alter

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Bert Jacobs, Out of One Many Out of One, 2016
Nelmarie du Preez, to activate, 2016
René Hüls, Sehnsucht nach einer besseren Welt, 2010
Andrea Éva Győri, Audience is getting frantic, Fantasy after Analyses / VIBRATIONHIGHWAY, 2016

Freitag, 22. Juni 2018, ab 18 Uhr - Future Now! Willkommensfest für die neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten

Die neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten sind da! Herzlich willkommen im Künstlerhaus Schloss Balmoral und in Bad Ems, Andrea Éva Győri, René Hüls, Bert Jacobs, Soyoung Kim, Baharak Omidfard, Nelmarie du Preez und Till Wyler von Ballmoos!

Es ist soweit, der Sommer steht vor der Tür und das Künstlerhaus Schloss Balmoral begrüßt die neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten mit einem Willkommensfest. Passend zum diesjährigen Jahresthema »Gestaltung der Zukunft. Wie wollen wir leben, lieben und arbeiten?« wird diesmal unter dem Motto »Future Now!« gefeiert. Das Fest findet am Freitag, dem 22. Juni 2018 ab 18 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.

Programm

Willkommen und Grußworte:
Fassbieranstich des Fördervereins Balmoral 03 e. V.

Dr. Oliver Kornhoff
künstlerischer Leiter Schloss Balmoral

Dr. Ariane Fellbach-Stein
Referentin für Bildende Kunst des Landes Rheinland-Pfalz

Guido Lotz
Vorsitzender Förderverein Balmoral 03 e. V.

19:00 Uhr:
»Leben, lieben und arbeiten im Künstlerhaus Schloss Balmoral. Ein ethnografisches Filmprojekt«
Impulsvortrag und Gespräch mit Dr. Andreas Ackermann, Professor für Ethnologie, Universität Koblenz-Landau und Lotte Dinse, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Künstlerhaus Schloss Balmoral

ab 19:30 Uhr:
Foodtruck »Das Pizza Prinzip«

20-21 Uhr:
Offene Ateliers

ab 21:30 Uhr:
DJ-Set »Schöne neue Welt« mit René Hüls, Balmoral-Stipendiat 2018

In Kooperation mit Institut für Kulturwissenschaft, Universität Koblenz-Landau

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Dienstag, 12. Juni, 19.30 Uhr B.E.N.K – Bad Emser Neue Klänge »Rocking Birds«

Am Dienstag, dem 12. Juni 2018 spielt zum wiederholten Mal das Saxophonquartett »Simply Reed« im Künstlerhaus Schloss Balmoral. Vier gleiche Instrumente also, allerdings in unterschiedlicher Tonlage, gespielt von Christoph Herche (Sopran-), Alexandra von Hammel-Herche (Alt-), Christian Gansemer (Tenor-) und Nico Wouterse (Baritonsaxophon).

Der Schwerpunkt des Abends liegt mit Werken von Klaas de Vries, Wim Petersma und Marijn Simons auf niederländischen Komponisten, wobei insbesondere der Letztgenannte im Raum Koblenz kein Unbekannter ist, da unter anderem seine Oper »Emilia Galotti« im Oktober 2014 mit großem Erfolg im Theater Koblenz unter Mitwirkung der Rheinischen Philharmonie uraufgeführt wurde. Von ihm erklingt an diesem Abend die Komposition »Rocking Birds«, deren Titel bereits sehr neugierig macht.

Simply Reed:
Christoph Herche
, Sopransaxophon
Alexandra von Hammel-Herche, Altsaxophon
Christian Gansemer, Tenorsaxophon
Nico Wouterse, Baritonsaxophon

 

Marijn Simons
„Rocking Birds“ for saxophone quartet op. 15a

Marijn Simons
„L’Espoir“ pour quatuor à saxophones op. 30

Wim Petersma
„Saxofoonkwartet“

Yusef Lateef
Sonata for Saxophone Quartet

Klaas de Vries
Twee Koralen voor 4 saxofoons

Karten (12 € | ermäßigt 8 €)
Künstlerhaus Schloss Balmoral, Tel.: 02603 9419-0
Orchesterbüro, Tel.: 0261 3012-272
Online über www.ticket-regional.de
Abendkasse ab 19.00 Uhr 

Die Reihe B.E.N.K ist eine Kooperation des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral

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© Christopher Breaux

 

Freitag, 8. Juni 2018, 19 Uhr - Atmosphärische Weinverkostung mit Verena Becker M.A.

Im Rahmen der Finissage zur Ausstellung »The Beauty of Hunting. Einblicke in die Ästhetische Ethnologie« findet am Freitag, dem 8. Juni 2018 um 19 Uhr eine Atmosphärische Weinverkostung mit Verena Becker im Ausstellungsraum »Made in Balmoral« in der Römerstraße 27 statt.

Verena Becker M.A. hat ihre Masterarbeit über die Phänomenologie des Geschmacks verfasst und wird in Anknüpfung an das Thema der Ausstellung  - die Erforschung von Atmosphären – eine Weinverkostung unter dem Aspekt der gelebten Erfahrung und Wahrnehmung mit den Besucherinnen und Besuchern durchführen.

Der Eintritt ist frei.
Aus organisatorischen Gründen bitten wir um eine verbindliche Anmeldung bis 1. Juni 2018 unter info@balmoral.de oder telefonisch unter 02603 94190

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Dienstag, 8. Mai, 19.30 Uhr B.E.N.K – Bad Emser Neue Klänge »Songs for Marlboro«

Achtung geändertes Programm!

Auch im dritten Konzert  der Reihe Bad Emser Neuen Klängen am Dienstag, dem 8. Mai 2018, geht es wie gewöhnlich ungewöhnlich zu.

Geigerin Katharina Wimmer, Cellistin Mareike Schünemann, Gitarrist Russell Poyner und Hornist William Simon Lewis bringen als außergewöhnliches Quartett Stücke von Louis J. Clark, Ferdinand Rebay, Astor Piazzolla, Raffaele Bellafronte und Carlo Domeniconi mit anspruchsvoller Raffinesse auf die Bühne. Bei  den Werken von Louis J. Clark handelt es sich um Erstaufführungen.

Freuen Sie sich auf einen abwechslungsreichen Abend voller mitreißender Momente, beschwingter Vergnüglichkeit und exotischer Höreindrücke.

Katharina Wimmer, Violine
Mareike Schünemann, Violoncello
Russell Poyner, Gitarre
William Simon Lewis, Horn

Louis J. Clark
Scherzoid für Horn, Gitarre, Violine und Violoncello (Uraufführung)

Ferdinand Rebay
Kleine Serenade für Horn und Gitarre

Astor Piazzolla
Histoire du Tango
„Bordel” für Violine und Gitarre
„Café” für Violine und Gitarre

Raffaele Bellafronte
Suite Nr. 1 für Violoncello und Gitarre

Carlo Domeniconi
Sieben Imaginationen für Violoncello und Gitarre

David Amram
„Three Songs for Marlboro” für Horn und Violoncello

Louis J. Clark
Postlude für Horn, Gitarre, Violine und Violoncello (Uraufführung)


Karten (12 € | ermäßigt 8 €)
Künstlerhaus Schloss Balmoral, Tel.: 02603 9419-0
Orchesterbüro, Tel.: 0261 3012-272
Online über www.ticket-regional.de
Abendkasse ab 19.00 Uhr 

Die Reihe B.E.N.K ist eine Kooperation des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral

 

Freitag, 20. April 2018, 19 Uhr - Ausstellungseröffnung »The Beauty of Hunting. Einblicke in die Ästhetische Ethnologie« in der Römerstraße 27

Am Freitag, dem 20. April 2018 um 19 Uhr wird die Ausstellung»The Beauty of Hunting. Einblicke in die Ästhetische Ethnologie« eröffnet, die in Kooperation mit dem Ethnologischen Seminar des Instituts für Kulturwissenschaft, Universität Koblenz-Landau entstanden ist.

In diesem Jahr arbeiten die internationalen Anwesenheitsstipendiatinnen und -stipendiaten zum Thema »Gestaltung der Zukunft. Wie wollen wir leben, lieben und arbeiten?« im Künstlerhaus Schloss Balmoral. Das Künstlerhaus bietet ein Zuhause und einen Arbeitsplatz auf Zeit. Die mit dem Jahresthema gestellte Frage lässt sich auch in Bezug auf mögliche Formen des Zusammenlebens in unserem eigenen Haus stellen. In Zusammenarbeit mit einer Ethnologin und Filmemacherin wird ab Juni das Leben und Arbeiten auf Schloss Balmoral aus ethnologischer Sicht und mit audiovisuellen Mitteln erforscht.

Im Rahmen eines Kooperationsprojekts stellt das Künstlerhaus den Ausstellungsraum »Made in Balmoral« erstmals dem Institut für Kulturwissenschaft der Universität Koblenz-Landau zur Verfügung. Die hier präsentierte multisensorische Installation zur Ästhetik der Jagd von Dr. Thorsten Gieser, Mitarbeiter am Seminar für Ethnologie, gibt einen Einblick in das Forschungsfeld der Ästhetischen Ethnologie, die an der Universität Koblenz unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Ackermann entwickelt wird.

Die Ethnologie lässt sich als eine Kunst beschreiben, die das Fremde vertraut werden lässt und das Vertraute fremd. Sie erforscht gleichzeitig die Unterschiede und Gemeinsamkeiten menschlicher Kultur(en). Wurde das Fremde zu Zeiten des Kolonialismus vor allem in exotischen, fernen Ländern gesucht, so beschäftigt sich die Ethnologie heute, angesichts postkolonialer bzw. globaler Bedingungen, auch mit dem Fremden im vermeintlich vertrauten Eigenen. Ihre Einsichten gewinnt die Ethnologie vor allem mittels der sogenannten »Teilnehmenden Beobachtung«, einer möglichst langen und intensiven Teilnahme an der Alltagspraxis der beforschten Gruppe. Dabei spielen Subjektivität (der Forschenden) und Kollaboration (mit den Beforschten) eine wichtige Rolle, genauso wie leibliche Erfahrung und Anschauung. Da bei der »Teilnehmenden Beobachtung« die Sinneserfahrung im Vordergrund steht, lässt sich die Methode auch als eine Spielart ästhetischer Forschung betrachten.

Im Zentrum der gezeigten Installation steht der ethnographische Kurzfilm »The Beauty of Hunting«, welcher sich der Atmosphäre des Wartens bei der Jagd widmet. Atmosphärische Szenen ohne Erzähler lassen die körperliche und sinnliche Erfahrung der Jägerin greifbar und fühlbar werden. Der Film dokumentiert die Jagd also nicht einfach – er versucht, sie lebendig werden zu lassen.

Finissage: Freitag, 8. Juni 2018, 19 Uhr
»Atmosphärische Weinverkostung«
mit Verena Becker M.A., Deutsche Wein- und Sommelierschule, Koblenz

In Kooperation mit
Institut für Kulturwissenschaft der Universität Koblenz-Landau
Deutsche Wein- und Sommerlierschule, Koblenz

Begrüßung: Dr. Oliver Kornhoff, künstlerischer Leiter, Künstlerhaus Schloss Balmoral und Dr. Andreas Ackermann, Professor für Ethnologie, Universität Koblenz-Landau
Einführung: Dr. Thorsten Gieser, Mitarbeiter am Seminar für Ethnologie, Universität Koblenz-Landau

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 21. April bis 10. Juni 2018
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag nach Vereinbarung

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Thorsten Gieser, »The Beauty of Hunting« (Filmstill), 2016

Mittwoch, 14. März 2018, 19:30 Uhr Konzert B.E.N.K - Bad Emser Neue Klänge

»Wess‘ Kind du bist«

Ein immer noch eher wenig bekanntes Musikland wird am Mittwoch, dem 14. März 2018, vorgestellt: die Schweiz. Unser von dort stammender Orchesterkollege Yoël Cantori (Violoncello) wird gemeinsam mit Ayumu Ideue (Violine) und dem Gastpianisten Simon Peguiron moderne Klassiker und ambitioniertes Neues aus seinem Heimatland präsentieren.

Obwohl Arthur Honegger in Le Havre als Sohn zweier Eltern geboren wurde, die aus Zürich stammten, und er auch in Frankreich aufwuchs, legte er dennoch nie die Schweizer Staatsbürgerschaft ab. Er war in späteren Jahren Mitglied in der legendären Komponistenvereinigung „Groupe de Six“, die sich um ihren Mentor Eric Satie gebildet hatte. Von Honegger erklingen die Violinsonatine und die Cellosonate.

Ernest Bloch wurde in Genf geboren und war ein ebenso begabter Geiger wie Komponist. Ausgebildet bei einigen der wichtigsten Personen in Europa strandete er nach dem 1. Weltkrieg in den USA, wo er blieb und sich zu einem der profiliertesten Komponisten seiner Zeit entwickelte. Seine „Three Nocturnes“ für Klaviertrio schließen den Abend ab, der mit zwei zeitgenössischen Werken aus der Schweiz beginnt. Zum einen der Kompostion „EFEU“ von Thomas Demenga aus dem Jahr 2010 und zum anderen mit der Tango-Collage nach Beethoven „Noch weißt du nicht, wess‘ Kind du bist“ von Jürg Wyttenbach.

Ayumu Ideue, Violine
Yoël Cantori, Violoncello
Simon Peguiron, Klavier

Thomas Demenga
„EFEU“ für Violoncello

Jürg Wyttenbach
„Noch weißt du nicht, wess‘ Kind du bist“ für Violine und Klavier

Frank Martin
„Huit préludes“ für Klavier

Arthur Honegger
Sonatine für Violine und Violoncello

Arthur Honegger
Sonate für Violoncello und Klavier

Ernest Bloch
„Three Nocturnes“ für Violine, Violoncello und Klavier

Karten (12 € | ermäßigt 8 €)
Künstlerhaus Schloss Balmoral, Tel.: 02603 9419-0
Orchesterbüro, Tel.: 0261 3012-272
Online über www.ticket-regional.de
Abendkasse ab 19.00 Uhr 

Die Reihe B.E.N.K ist eine Kooperation des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral.

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© Christopher Breaux

 

 

 

Freitag, 23. Februar 2018, 19 Uhr - Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«

In der letzten Ausstellungseröffnung der Stipendiatinnen und Stipendiaten 2017 im »Made in Balmoral« sind Arbeiten von Emily Hunt, Lambert Mousseka und Emma Perrochon zu sehen. Emily Hunt und Lambert Mousseka leben und arbeiten seit Juni 2017 für neun Monate im Schloss Balmoral, Emma Perrochon ist als Austauschstipendiatin aus Burgund-Franche-Comté auf Schloss Balmoral zu Gast.

In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt der künstlerischen Arbeiten der Balmoral-Stipendiatinnen und -Stipendiaten auf »Keramischer Plastik«. Dabei versteht sich keramische Plastik nicht ausschließlich als modellierter und gebrannter Ton. Die gezeigten Arbeiten vermitteln einen lebhaften Eindruck in die vielfältigen künstlerischen Möglichkeiten, die der traditionsreiche Werkstoff, auch in Kombination mit anderen Materialien, bietet.

Mit ihren Keramikskulpturen, Reliefs, Monotypien und Mosaiken schafft Emily Hunt (*1981 in Sydney, lebt in Berlin) einen vielschichtigen Kosmos voller Rätsel und Widersprüche: Farbenfrohe Porträts mit grotesken Gesichtern, verschlingende Hände, verschnörkelte Stühle und Schlüssel, wuchernde Ornamente, Reliefs mit grob modellierten Profilansichten oder filigranen Zeichnungen. Schönheit und Horror, Komik und Grausamkeit, Zartheit und Monstrosität, Rationalität und Ausschweifung liegen in Hunts Arbeiten nah beieinander. Als Bildträger für ihre detailvollen, zumeist figürlichen Darstellungen verwendet sie unterschiedliche Materialien wie Ton, Porzellan, Gips und Seide. In Auseinandersetzung mit Druckgrafiken des 16. Jahrhunderts findet sie nicht nur ihre Motive, sondern fragt nach Bedeutung und Möglichkeiten grafischer Interpretation. Dies mündet in die allgemeinere Frage nach einer künstlerischen, persönlichen Übersetzung der conditio humana.

Lambert Mousseka (*1976 in Kananga, Demokratische Republik Kongo, lebt in Stuttgart) arbeitet mit Keramik, Performance, Malerei und Zeichnung. Während seines Stipendiums hat er eine vielteilige Serie kleinformatiger Keramikskulpturen entwickelt. Grob modellierte und glasierte Figuren – deformierte Gestalten mit überdimensionalen Körperteilen und verzerrten Gesichtern, halb Mensch, halb Tier. Auf einem großen Tisch arrangiert lässt das Szenario an ein Bühnenbildmodell denken. Die Arbeit beschäftigt sich mit der Naturreligion Voodoo und den damit verbundenen Ritualen und Heilsversprechen. Mousseka wirft einen kritischen Blick auf die Mechanismen von Glaubenssystemen, bei denen der Wunsch nach einem besseren Leben und Korruption und Ausbeutung nahe beieinanderliegen. Die Keramikskulpturen ergänzt er durch eine Serie von Malereien auf Holz, die von den Wünschen, Ängsten und Obsessionen der Menschen erzählen.

Emma Perrochon (*1987 in Auxerre, lebt in Tranqueville-Graux, Frankreich) verwendet eine Vielzahl unterschiedlicher Materialien wie Ton, Glas, Emaille, Porzellan, aber auch natürliche Stoffe aus der Pflanzen- und Tierwelt sowie bereits existierende Alltagsgegenstände. Kennzeichnend für Perrochons künstlerische Praxis ist der experimentelle Umgang mit unterschiedlichen Materialeigenschaften und -zuständen. Durch die gezielte Verknüpfung und Bearbeitung bestimmter Werkstoffe und Objekte verändert sie nicht nur die ursprüngliche Funktion und Bedeutung der Dinge, sondern kreiert neue optische und haptische Eigenschaften. Ausgehend von ihrer eigenen Lebenspraxis beschäftigt sich Perrochon in ihren Werken mit der Idee des Do it Yourself und ökologischen Fragestellungen. Dabei stellt sie einen spannungsvollen Dialog zwischen alten handwerklichen Techniken und Traditionen und einer zeitgenössischen Formensprache her.

Begrüßung: Dr. Oliver Kornhoff, künstlerischer Leiter, Künstlerhaus Schloss Balmoral
Einführung: Lotte Dinse, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Künstlerhaus Schloss Balmoral

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 24. Februar bis 8. April 2018
Öffnungszeiten: Samstag, 24. und Sonntag, 25. Februar 2018, 14 bis 17 Uhr sowie Montag bis Freitag nach Vereinbarung

In Kooperation mit
Ebinger-Schnaß Keramik, Bad Ems
Institut für Künstlerische Keramik und Glas der Hochschule Koblenz, Höhr-Grenzhausen

Mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Balmoral 03 e. V.

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Freitag, 2. Februar 2018, 19 Uhr - Finissage der Ausstellung »Made in Balmoral«

Am Freitag, dem 2. Februar 2018 um 19 Uhr findet die Finissage der Ausstellung »Made in Balmoral« von Antye Guenther und Alfons Knogl in der Römerstraße 27 statt. In ihrem Vortrag »Alice and Bob (future perfect)« wird Antye Guenther unter anderem über archäologische Eingrabungsstätten, Kommunikationsversuche in die Zukunft und das hybrid-futuristische Potential von Keramik sprechen. Alfons Knogl ist nicht nur bildender Künstler, sondern auch Musiker. Gemeinsam mit Holger Otten gründete er 2013 das Musikprojekt »a certain object«. Im Rahmen der Finissage findet ein Konzert von »a certain object« in der Ausstellung statt. Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Der Eintritt ist frei.

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Vortrag von Antye Guenther
Konzert von Alfons Knogl und Holger Otten

Donnerstag, 18. Januar 2018, 19 Uhr – Vortrag »Back to Earth« Dr. Martin Henatsch, Rektor der Kunsthochschule Mainz

Am Donnerstag, dem 18. Januar 2018 um 19 Uhr findet der Vortrag »Back to Earth« im Künstlerhaus Schloss Balmoral statt. Anlässlich des diesjährigen Jahresthemas »Keramische Plastik« konnte das Künstlerhaus Dr. Martin Henatsch, einen der deutschen Experten für Keramik im zeitgenössischen Kunstfeld, für einen Vortrag gewinnen.

Spielte die Keramik für die bildende Kunst in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts nur eine randständige Bedeutung, deutet sich seit einigen Jahren eine Renaissance im Umgang mit gebrannter Erde an. Immer mehr junge Künstler und Künstlerinnen entdecken die Ästhetik der ›Irdenware‹ als inhaltlich wichtigen Bedeutungsträger. Unabhängig von der Materialwahl in ihrem sonstigen Œuvre interessieren sie sich mehr und mehr für den Werkstoff Keramik. Dieser Tendenz widmet sich der Vortrag »Back to Earth«. Er stellt Vorurteile gegenüber Keramik als künstlerischem Material in Frage und diskutiert eine Neubewertung der aktuellen Rangordnung künstlerischer Medien.

Martin Henatsch, geboren 1963 in Schleswig, ist Kunstwissenschaftler und Ausstellungsmacher. Nach seiner Promotion an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel arbeitete er zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der dortigen Kunsthalle, am Kunsthistorischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel sowie im Schleswig-Holsteinischen Kunstverein und an der Kunstakademie Münster. 2003/04 war er als Co-Direktor an der Gründung der Kunsthalle Münster beteiligt. Von 2007 bis 2015 leitete Henatsch die Gerisch-Stiftung in Neumünster, die er als Gründungsdirektor durch Ausstellungen von Gegenwartskunst, aber auch klassischer Moderne zu internationalem Ansehen führte. 2013 kuratierte Dr. Henatsch dort die internationale Gruppenausstellung »Back to Earth. Von Picasso bis Ai Weiwei. Die Wiederentdeckung der Keramik in der Kunst«. 2014 eröffnete Henatsch das Büro »Kunst & Öffentlichkeit« in Hamburg. Seit Mai 2017 ist er Rektor der Kunsthochschule Mainz.

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»Back to Earth«

Mittwoch, 22. November 2017, 19:30 Uhr - Konzert B.E.N.K - Bad Emser Neue Klänge »DE PROFUNDIS«

Musik für Akkordeon solo wird am 22. November 2017 um 19:30 Uhr im Künstlerhaus Schloss Balmoral unter dem Titel »De Profundis« erklingen. Geschrieben von Frauen und auch gespielt von einer Frau: Eva Zöllner. Sie studierte klassisches Akkordeon an der Hochschule für Musik Köln und am Königlich-Dänischen Konservatorium in Kopenhagen. Eva Zöllner zählt zu den aktivsten Akkordeonistinnen ihrer Generation und widmet sich mit großem Engagement der zeitgenössischen Musik. Als international gefragte Künstlerin präsentiert sie weltweit Projekte, die von der experimentellen Solo-Performance bis hin zur Zusammenarbeit mit namhaften Orchestern reichen. Die enge Zusammenarbeit mit Komponisten ihrer Generation ist ein wichtiger Aspekt ihrer Arbeit. Daraus resultierend hat sie in den letzten Jahren mehr als hundert Werke uraufgeführt. Besonders interessiert sie dabei die Kombination ihres Instruments mit neuen Medien.

Auf dem Programm des Abends stehen Werke der Komponistinnen Milica Djordjevic, Yemit Ledesma, Younghi Pagh-Paan, Rebecca Saunders, Georgina Debez, Diana Cemeryte sowie eine Uraufführung eines Werkes von Katharina Roth in einer neuen Fassung. Beendet wird das spannende Konzert, bei dem es auch Erläuterungen zu den jeweiligen Werken geben wird, mit einem Klassiker der Akkordeonliteratur: „De Profundis“ von Sofia Gubaidulina aus dem Jahre 1978.

Eva Zöllner sagt selbst über ihr Instrument: „Das Akkordeon ist ein junges Instrument. Eines mit rustikaler Vergangenheit. In Hafenspelunken und auf Dorffesten zu Hause. Gleichzeitig aber auch ein supermodernes, das in den letzten Jahren einen Siegeszug durch die Konzertsäle der Welt angetreten hat, sowohl mit transkribiertem klassischem als auch mit neu komponiertem Repertoire. Es wurde zum Unterwegssein erfunden, hat sich mit Auswanderern auf der ganzen Welt verbreitet und überall seine Musik gefunden. Es erzählt Geschichten und berührt Menschen, weil es selbst so menschlich ist. Es atmet und ist wie kein anderes Instrument mit dem Körper des Interpreten verbunden. All das fasziniert mich an meinem Instrument. Und das ist es, was ich weitertragen möchte, in die Musik von heute. Es interessiert mich, was Komponisten meiner Generation in verschiedenen Teilen der Erde beschäftigt, wie sie auf die Welt von heute reagieren und wie ich einen Platz darin finden kann. Ich möchte das Akkordeon erweitern und in neue Kontexte einbinden. Und ich möchte die Menschen berühren, inspirieren, zum Nachdenken anregen und nicht zuletzt unterhalten.“

Eva Zöllner, Akkordeon

Milica Djordjevic
würde man denken: Sterne

Katharina Roth
Saliendo (UA der Neufassung)

Yemit Ledesma
Cie-quich Cao ich

Younghi Pagh-Paan
Ne Ma-Um

Rebecca Saunders
of waters making moan…

Georgina Derbez
Symphonia

Diana Cemeryte
tePra II

Sofia Gubaidulina
De Profundis

Karten (12 € | ermäßigt 8 €)
Künstlerhaus Schloss Balmoral, Tel.: 02603 9419-0
Orchesterbüro, Tel.: 0261 3012-272
Online über www.ticket-regional.de
Abendkasse ab 19.00 Uhr

Die Reihe B.E.N.K ist eine Kooperation des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral.

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Copyright: Inga Geiser

Freitag, 17. November 2017, 19 Uhr - Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«, Antye Guenther | Alfons Knogl

Am Freitag, dem 17. November 2017 um 19 Uhr findet die zweite Ausstellungseröffnung der Stipendiatinnen und Stipendiaten 2017 im »Made in Balmoral« in der Römerstraße 27 statt. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt der künstlerischen Arbeiten der Balmoral-Stipendiatinnen und -Stipendiaten auf »Keramischer Plastik«. Die Ausstellung vereint Werke von Antye Guenther und Alfons Knogl, die von Juni 2017 bis Ende Februar 2018 im Künstlerhaus Schloss Balmoral leben und arbeiten.

Es geht um die Dinge, die uns umgeben und mit denen wir uns umgeben, weil wir sie brauchen oder schön finden, weil sie Teil unserer Vorstellung von uns selbst sind. Sie zirkulieren rund um den Globus, werden von einem Punkt zum anderen gebracht. Herstellen, verkaufen und kaufen können an unterschiedlichen Orten der Welt stattfinden. Die Benennung der meisten Dinge beruht auf Übereinstimmung. Material, Verarbeitung, Funktion und Verwendung bestimmen die Dauer und den Wert der Dinge. Wie gehen wir mit ihnen um, wie viel Zeit widmen wir ihnen, wofür schätzen wir sie? Und wie betrachten wir sie? Materialität, Oberfläche und Form auf der einen Seite. Funktion, Zuschreibungen und Vorstellungen auf der anderen Seite. Viele Dinge dienen als Projektionsflächen für unsere Wünsche und Sehnsüchte. Es wohnt ihnen ein Versprechen inne. Sneakers, die uns ermutigen, das zu tun, was wir wirklich wollen. Es ist ein gutes Gefühl, solche Schuhe zu tragen. Unsere Füße tragen uns durchschnittlich viermal in unserem Leben um den Globus. Wir schreiben das Jahr 2017. Wir befinden uns auf der Erde.

Athen, Archäologisches Nationalmuseum. Wir blicken auf Dinge, die fast 3000 Jahre alt sind. Skulpturen, die das antike Verständnis von Schönheit und ein klassisches Menschenbild zum Ausdruck bringen. Die Zeit hinterlässt reparable Spuren. Fehlstellen im Marmor werden mit Konstruktionen aus Plexiglas ersetzt. Die Frage nach dem idealen Maß, dem idealen Körper steht im Raum. Die Frage nach hybriden Formen. Jülich, Supercomputing Centre. Das System, das den Arbeitsspeicher eines Großrechners kühlt, hat die Form menschlicher Gedärme. Wie viel Maschine steckt im Menschen, wie viel Mensch steckt in der Maschine – eine Frage der Gestaltung, der Ethik, der Zukunft. Wie viel Zukunft steckt in einem Material? Wer wird über die Dinge sprechen, die uns überdauern? Wie sie bezeichnet werden und wer sie hergestellt hat, ist aus Sicht der Entdecker noch unbekannt. Man weiß nichts über ihre ursprüngliche Funktion. Stellen wir uns das Jahr 4517 vor. Die Dinge befinden sich im freien Fall.

Begrüßung: Dr. Oliver Kornhoff, künstlerischer Leiter, Künstlerhaus Schloss Balmoral
Einführung: Lotte Dinse, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Künstlerhaus Schloss Balmoral

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 18. November 2017 bis 4. Februar 2018
Öffnungszeiten: Samstag, 18. und Sonntag, 19. November 2017, 14 bis 17 Uhr sowie Montag bis Freitag nach Vereinbarung

Intervention von Antye Guenther: 18. November 2017 bis 1. Februar 2018
»Keramikobjekt in privaten Räumen«

Finissage: Freitag, 2. Februar 2018, 19 Uhr
»future perfect«, Vortrag von Antye Guenther
»a certain object«, Konzert von Alfons Knogl und Holger Otten

In Kooperation mit
Ebinger-Schnaß Keramik, Bad Ems
Institut für Künstlerische Keramik und Glas der Hochschule Koblenz, Höhr-Grenzhausen

Mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Balmoral 03 e. V. 

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Antye Guenther und Alfons Knogl, »New Skin«, 2017

Freitag, 10. November 2017 um 20 Uhr - »ARE YOU WITH THE COMPANY?«, Vortrag von Antye Guenther

Am Freitag, 10. November 2017 um 20 Uhr findet der Vortrag »ARE YOU WITH THE COMPANY?«  der aktuellen Anwesenheitsstipendiatin Antye Guenther im Künstlerhaus Schloss Balmoral statt.

Kybernetische Kontrollräume, anthropomorphe Großrechner, intelligente Maschinen des Posthumanismus — Gepflegte Privatobsessionen verschränken sich mit Darstellungen und Funktionszuschreibungen in Hollywood und Independent Movies, Video- und Bildmaterial stapelt sich zu Datenkonvoluten, Lüfter fahren hoch, doch wir bewegen uns in Rosa Rauschen. (Antye Guenther)

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Offene Ateliers im Künstlerhaus, Samstag, 23.9. und Sonntag, 24.9.2017, jeweils von 14 bis 19 Uhr

Balmoral-Stipendiatinnen und -Stipendiaten: Emily Hunt, Antje Guenther, Alfons Knogl, Lambert Mousseka, Olga Vostretsova

Am Samstag, den 23. und Sonntag, den 24. September laden die aktuellen Stipendiatinnen und Stipendiaten des Künstlerhauses Schloss Balmoral in Bad Ems in ihre Ateliers ein. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt der künstlerischen Arbeiten der Balmoral-Stipendiatinnen und -Stipendiaten auf »Keramischer Plastik«.
Besucherinnen und Besucher haben die einmalige Gelegenheit, hinter die Kulissen zu schauen und einen Einblick in die vielseitigen künstlerischen Ansätze im Umgang mit dem traditionsreichen Material Ton zu erhalten. 
Die Offenen Ateliers bieten die Möglichkeit, das Künstlerhaus und die Ateliers kennenzulernen sowie mit den internationalen Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch zu kommen.
Die Studios sind jeweils von 14 bis 19 Uhr geöffnet. Abgerundet wird das Programm im Historischen Saal des Künstlerhauses, wo der Förderverein Balmoral 03 e.V. die Besucherinnen und Besucher bei Kaffee und Kuchen herzlich willkommen heißt. 

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Atelier von Balmoral-Stipendiat Lambert Mousseka, ©Tobias Vollmer

 

Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral« Hayeon Kim | Yvonne Roeb | Daniel Wetzelberger, Freitag, 18. August 2017, 19 Uhr

In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt der künstlerischen Arbeiten der Balmoral-Stipendiatinnen und -Stipendiaten auf »Keramischer Plastik«. Die Ausstellung vereint Werke von Yvonne Roeb, Daniel Wetzelberger und Hayeon Kim, Austauschstipendiatin aus Südkorea. Die Künstlerinnen und der Künstler leben und arbeiten von Juni bis Ende August 2017 im Künstlerhaus Schloss Balmoral.

Hayeon Kim (1988 geboren in Seoul) beschäftigt sich mit Malerei, Zeichnung und Video. Ihre Malereien bewegen sich oft an der Schnittstelle von Illustration und Grafikdesign. In ihren Werken setzt sich Kim mit den Herausforderungen und Möglichkeiten zeitgenössischer Malerei und deren Produktionsprozessen auseinander. Auf humorvolle Weise thematisiert sie dabei den Rekurs auf klassisches Formenvokabular und verschiedene Stilrichtungen der Malereigeschichte. Während ihrer Zeit in Bad Ems arbeitet Kim an einem Projekt, das sich mit der Tradition der berühmten handbemalten Delfter Fliesen auseinandersetzt.

Yvonne Roeb (1976 geboren in Frankfurt a. M.) verwendet für ihre Skulpturen eine Vielzahl unterschiedlicher natürlicher und industrieller Werkstoffe. Durch präzises Kombinieren und Bearbeiten verschiedener Materialien lässt Roeb neue visuelle und haptische Oberflächen entstehen. Dadurch erhalten ihre Skulpturen einen höchst ambivalenten Charakter. Es sind hybride Kreaturen, die organisch und künstlich, lebendig und tot zugleich wirken. Auf den ersten Blick erinnern sie an Pflanzen, Tiere oder menschliche Körperteile. Durch gezielte Auslassungen und Ergänzungen enthalten sie jedoch stets einen Moment der Verfremdung und Abstraktion.

Daniel Wetzelberger (1981 geboren in Bad Radkersburg, Österreich) entwickelt seine Kunst ausgehend von vorgefundenen Räumen und Gegenständen. Er schafft raumgreifende und ortsbezogene Arbeiten wie auch minimalistische plastische Objekte und Zeichnungen, die zumeist auf einem konzeptuellen Ansatz basieren. Für sein Projekt während des Stipendiums greift Wetzelberger auf gefundene, historische Fliesen zurück. Sie dienen als Ausgangsmaterial für neue Wandarbeiten aus Ton, mit denen er das Verhältnis von dynamischer Plastizität und statischer zweidimensionaler Bildhaftigkeit thematisiert.

Begrüßung: Dr. Ariane Fellbach-Stein, Referentin für Bildende Kunst des Landes Rheinland-Pfalz
Einführung: Lotte Dinse, wissenschaftliche Mitarbeiterin

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 19. August bis 5. November 2017
Öffnungszeiten: Samstag, 19. und Sonntag, 20. August, 14 bis 17 Uhr sowie Montag bis Freitag nach Vereinbarung

Mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Balmoral 03 e.V. 

In Kooperation mit
Ebinger-Schnaß Keramik, Bad Ems
Institut für Künstlerische Keramik und Glas der Hochschule Koblenz (IKKG), Höhr-Grenzhausen

Bilder zum Download
Hayeon Kim, »Maybe, maybe«, 2017, Zeichnung
Yvonne Roeb, »o.T.«, 2017, Collage
Daniel Wetzelberger, »Profiling«, 2017 (Werkprozess) 

Sommerfest und Begrüßung der neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten zum Thema »Keramische Plastik«, Samstag, 24. Juni 2017, ab 17 Uhr

Programm

Willkommen
Sektbegrüßung des Fördervereins Balmoral 03 e. V.

Dr. Oliver Kornhoff
Künstlerischer Leiter Schloss Balmoral

Prof. Dr. Konrad Wolf
Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Rheinland-Pfalz

Guido Lotz
Vorsitzender Förderverein Balmoral 03 e. V.

18 – 19 Uhr     Offene Ateliers
ab 18 Uhr        Essen, Trinken und Gespräche
ab 18.30 Uhr   Live-Musik  »Schlagsaite«
19 Uhr             Schloss-Führung mit Annegret Werner-Scholz

Der Eintritt ist frei

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Konzert B.E.N.K »Komponistenportrait: Harald Genzmer«, Dienstag, 6. Juni 2017, 19:30 Uhr

Das letzte Konzert der aktuellen B.E.N.K-Spielzeit steht ganz im Zeichen eines einzigen Komponisten. Mitglieder des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie werden in einem Porträt Harald Genzmer vorstellen. Dabei erklingen Werke unterschiedlichster Schaffensperioden dieses mittlerweile nicht mehr allzu bekannten Komponisten.

Harald Genzmer wurde 1909 in der Nähe von Bremen geboren. Bereits in jungen Jahren kam er sehr viel in Deutschland herum, da seine Familie häufig den Wohnort wechselte. In dieser Zeit hörte er schon viele bedeutende Werke, die ihn nachhaltig beeindruckten, wie beispielsweise die „Alpensinfonie“ von Richard Strauss oder die „Musik für Orchester“ von Rudi Stephan. Eines der prägendsten Erlebnisse für ihn war ein Auftritt des Amar-Quartetts, dem Paul Hindemith angehörte. Bei ihm studierte Harald Genzmer dann von 1928 bis zu dessen Emigration im Jahr 1934 Komposition an der Berliner Hochschule für Musik.

1946 wurde Harald Genzmer als stellvertretender Direktor und Professor für Komposition an die neu gegründete Musikhochschule Freiburg im Breisgau berufen. Von 1957 bis 1974 lehrte er Komposition an der Hochschule für Musik in München. Er war Mitglied in der Berliner Akademie der Schönen Künste und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Nach seiner Pensionierung komponierte Harald Genzmer bis zum seinem Todestag am 16. Dezember 2007 auch weiterhin eine große Zahl von Werken. Unter anderem wurde seine 3. Sinfonie im Jahr 1986 von den Münchner Philharmonikern unter der Leitung von Sergiu Celibidache uraufgeführt.

Im Komponistenportrait auf Schloss Balmoral erklingen unter anderem „Introduktion und Allegro“ für Fagott und Klavier, die Sonate für Fagott solo, die Klaviersonate Nr. 5, das Trio für Flöte, Oboe und Klavier und die Sonate für Violine und Klavier Nr. 5.

Carolin Mönnighoff, Flöte
Lourdes Higes Márquez
, Oboe
Nikolaus Maler
, Fagott
Konstantina Pappa
, Violine
Yoël Cantori
, Violoncello
Benoît Gagnon
, Klavier

Harald Genzmer

Introduktion und Allegro für Fagott und Klavier (1966)
Sonate für Fagott solo (1974) 
Trio für Flöte, Oboe und Klavier (1993)
Divertimento für Cello & Fagott (1981)
Sonate für Violine und Klavier Nr. 5 (1995)

Karten (12 € | ermäßigt 8 €)
Künstlerhaus Schloss Balmoral, Tel.: 02603 9419-0
Orchesterbüro, Tel.: 0261 3012-272
Online über www.ticket-regional.de
Abendkasse ab 19.00 Uhr

Die Reihe B.E.N.K ist eine Kooperation des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral.

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Genzmer-Ensemble  ©Christopher Breaux

Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«, Studierende des Instituts für Künstlerische Keramik und Glas (IKKG), Freitag, 12. Mai 2017, 19 Uhr

Silvia Andrade | Polina Grinberg | Paul Heyduck | Saskia Kaiser | Susanne Kunkel | Hanna Melnychuk | Norbert Michno | Juyoung Paek | Christian Schulz | Niloufar Shirani | Lena Trost

Im Rahmen eines Kooperationsprojekts stellt das Künstlerhaus den Ausstellungsraum »Made in Balmoral« erstmals einer Auswahl von Studierenden des Instituts für Künstlerische Keramik und Glas der Hochschule Koblenz (IKKG) zur Verfügung. Mit Silvia Andrade, Polina Grinberg, Paul Heyduck, Saskia Kaiser, Susanne Kunkel, Hanna Melnychuk, Norbert Michno, Juyoung Paek, Christian Schulz, Niloufar Shirani und Lena Trost wurden junge Nachwuchskünstlerinnen- und Künstler aus den Künstlerklassen Keramik und Glas ausgewählt. Sie präsentieren ihre Arbeiten in unmittelbar aufeinanderfolgenden Ausstellungen, in denen jeweils Werke von zwei bis drei Künstlerinnen und Künstlern zu sehen sind.

Ein Kunststudium ist ein Angebot, welches darauf ausgerichtet ist, eine künstlerische Begabung in Einklang mit der Persönlichkeit des Studierenden zu bringen. Es geht nicht darum, kreative Menschen an ein Material – im Falle des IKKG an Keramik und Glas – anzupassen. So wird die Ausstellungsreihe im »Made in Balmoral« ein großes Spektrum an künstlerischen Medien umfassen, die die Philosophie des Institutes, welche als ›Materiales Denken‹ beschrieben wird, umkreisen. Zu sehen sein werden zwei- und dreidimensionale Arbeiten, Installationen, Videos und Performances.

Die erste Eröffnung findet am Freitag, dem 12. Mai 2017 um 19 Uhr im »Made in Balmoral« in der Römerstraße 27 statt:

»Dissonanzen«, Saskia Kaiser und Susanne Kunkel

Begrüßung Dr. Oliver Kornhoff, künstlerischer Leiter, Künstlerhaus Schloss Balmoral; Prof. Jens Gussek, IKKG
Zur Ausstellung spricht Hanna Melnychuk 
Performance: Irina Maier
Ausstellungsdauer: 13. bis 21. Mai 2017

Weitere Ausstellungstermine im Überblick:

Eröffnung: Freitag, 26. Mai 2017, 19 Uhr
»Zwischenwelten«, Polina Grinberg und Paul Heyduck
Zur Ausstellung spricht Juyoung Paek
Performance: Irina Maier
Ausstellungsdauer: 27. Mai bis 4. Juni 2017

Eröffnung: Freitag, 9. Juni 2017, 19 Uhr
»Grenzschicht«, Hanna Melnychuk, Norbert Michno und Niloufar Shirani

Zur Ausstellung spricht Saskia Kaiser
Ausstellungsdauer: 10. bis 18. Juni 2017

Eröffnung: Freitag, 23. Juni 2017, 19 Uhr
»Honey, let’s talk about the corner«, Silvia Andrade und Lena Trost

Zur Ausstellung spricht Susanne Kunkel
Ausstellungsdauer: 24. Juni bis 2. Juli 2017

Eröffnung: Freitag, 7. Juli 2017, 19 Uhr
»You know, I don’t think so«, Juyoung Paek und Christian Schulz

Zur Ausstellung spricht Lena Trost
Ausstellungsdauer: 8. bis 16. Juli 2017

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems

Ausstellungsdauer: 13. Mai bis 16. Juli 2017
Öffnungszeiten: jeweils samstags und sonntags nach den Eröffnungen von 14 bis 17 Uhr sowie Montag bis Freitag nach Vereinbarung

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Polina Grinberg, »Ohne Titel«, 2016, Zeichnungen, Mixed Media
Saskia Kaiser, »Kippel«, 2017, Glas, Holz, Beton
Christian Schulz, »Tisch«, 2016, Glas, Holz, Fotografie

 

Konzert B.E.N.K »Farinellis Flug zu den Sternen«, Donnerstag, 20. April 2017, 19:30 Uhr

Die beliebte Konzertreihe B.E.N.K – Bad Emser Neue Klänge wird fortgesetzt mit einer äußerst ungewöhnlichen Instrumentenkombination: Violine, Marimbaphon und Klavier. In unterschiedlichen Duobesetzungen präsentieren Kristian Schwertner (Violine), Michael Zeller (Marimbaphon) und Ingrid Wendel (Klavier) am Donnerstag, dem 20. April 2017, eine große Zahl unterschiedlichster Kompositionen.

Eröffnet wird der Abend mit den Melodien op. 35bis von Serge Prokofieff, die in ihrer ursprünglichen Fassung als Lieder konzipiert waren und 1925 in Paris vom Komponisten für Violine und Klavier gesetzt wurden. Nur wenige Jahre später entstand die Violinsonate D-Dur des österreichisch-britischen Komponisten Hans Gál, dessen Werke auch heute immer noch eine Entdeckung wert sind.

Auch „Im Stile von Albéniz“ von Rodion Schtschedrin ist kein Werk, das im Original für Violine und Klavier entstand, sondern vom zwanzigjährigen Studenten im Jahr 1952 für Klavier solo komponiert wurde. Der Erfolg des originellen Stückes brachte es jedoch mit sich, dass der Komponist etliche Bearbeitungen für die unterschiedlichsten Melodieinstrumente mit Klavierbegleitung vorlegte. Ähnlich erging es Arvo Pärt mit seiner berühmten Komposition „Fratres“. Dieses Stück gehört zu Recht zu den bekanntesten und beliebtesten Werken des estländischen Komponisten, denn in ihm kommen alle jene musikalischen Elemente zusammen, die seinen sehr eigenen Personalstil prägen und die dazu führten, dass das Werk in unterschiedlichsten Besetzungen existiert. Auf Schloss Balmoral erklingt es in der Kombination von Violine und Marimbaphon.

Und es ist auch ein Werk für diese Besetzung, die den Titel des Abends geliefert hat: „Farinellis Flug zu den Sternen“. Eine Komposition des Schweizers Martin Wettstein über das berühmte „La Follia“-Thema, die ergänzt wird durch ein Duo für Marimbaphon und Klavier, das der deutsche Komponist Ulrich Schultheis mit dem spannenden Titel „Duell(tt)“ versehen hat.

Ähnlich wie der zweite B.E.N.K-Abend im Februar bietet auch dieses Konzert wieder eine Uraufführung. Wilfried Maria Danner hat zwei Stücke für Violine und Klavier geschrieben, die allein schon wegen ihrer Titel sehr neugierig machen. Mit „...plastik-melancholie…“ und „…like a rock-music…“ darf das Publikum wieder eine interessante Begegnung mit aktuellster Musik erwarten. 

Kristian Schwertner, Violine
Michael Zeller, Marimbaphon
Ingrid Wendel, Klavier

Serge Prokofieff

Fünf Melodien für Violine und Klavier op. 35bis
Hans Gál
Sonate für Violine und Klavier D-Dur
Rodion Schtschedrin
„Im Stile von Albéniz“ für Violine und Klavier
Arvo Pärt
Fratres für Violine und Marimbaphon
Ulrich Schultheiss
Duell(tt) für Marimbaphon und Klavier
Martin Wettstein
„La Follia (Farinellis Flug zu den Sternen)“ für Violine und Marimbaphon
Wilfried Maria Danner
„...plastik-melancholie…“ und „…like a rock-music…“ für Violine und Klavier (Uraufführungen)

Karten (12 € | ermäßigt 8 €)

Künstlerhaus Schloss Balmoral, Tel.: 02603 9419-0
Orchesterbüro, Tel.: 0261 3012-272
Online über www.ticket-regional.de
Abendkasse ab 19.00 Uhr    

Die Reihe B.E.N.K ist eine Kooperation des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral

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Michael Zeller  ©Agnes Monka

Bekanntgabe Stipendiatinnen und Stipendiaten 2017

13 Künstlerinnen und Künstler aus der ganzen Welt und eine Kuratorin werden im kommenden Jahr mit einem Balmoral- oder Landesstipendium gefördert. Aus über 213 Bewerbungen hat eine Fachjury die Künstlerinnen und Künstler unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklungsfähigkeit ihrer künstlerischen Arbeit ausgewählt. Ein Teil der Stipendiatinnen und Stipendiaten erhält die Möglichkeit, direkt im Künstlerhaus in Bad Ems zu leben und zu arbeiten. Die anderen Künstlerinnen und Künstler erhalten Projekt-, Auslands- und Austauschstipendien.

Die sieben Anwesenheitsstipendiatinnen und –stipendiaten werden ab Juni 2017 im Künstlerhaus Schloss Balmoral zum Medium »Keramische Plastik« begrüßt. Dabei versteht sich keramische Plastik nicht ausschließlich als modellierter und gebrannter Ton. Vielmehr steht das formale und konzeptuelle Ausloten der Grenzen und Möglichkeiten in den verschiedenen künstlerischen Gattungen im Vordergrund.

Die dreimonatigen Aufenthaltsstipendien erhalten Yvonne Roeb (*1976 in Frankfurt am Main) und Daniel Wetzelberger (*1981 in Bad Radkersburg, Österreich). Yvonne Roeb ist Bildhauerin. Keramik und Porzellan kombiniert sie in ihren Arbeiten mit einer Vielzahl unterschiedlicher Materialien. Während ihres Stipendiums möchte sie eine Serie von Keramiken herstellen, die mit Neon- und Fluoreszentpigmenten angereichert sind. Daniel Wetzelberger schafft raumgreifende und ortsbezogene Arbeiten wie auch minimalistische plastische Objekte und Zeichnungen, die auf einem konzeptuellen Ansatz basieren. Das Stipendium möchte er dazu nutzen, um die experimentellen Möglichkeiten keramischer Materialien auszuloten.

Vier neunmonatige Anwesenheitsstipendien im Schloss Balmoral werden an folgende Künstlerinnen und Künstler verliehen: Antje Guenther (* in Rostock), Alfons Knogl (*1976 in Deggendorf), Emily Hunt (*1981 in Sydney) und Lambert Mousseka (*1976 in Kananga, Demokratische Republik Kongo). Anje Guenther arbeitet mit Fotografie, konzeptueller Keramik und Text. Während ihres Stipendiums möchte sie ein Projekt entwickeln, das sich mit künstlicher Intelligenz sowie mit deren möglichen Auswirkung für zukünftige Zivilisationen auseinandersetzt. Alfons Kogl ist Bildhauer. In seinen Arbeiten kombiniert er natürliche Materialien und Baustoffe mit synthetischen Materialien und vorgefertigten Objekten. Für seinen Aufenthalt im Künstlerhaus plant er, mit Tonplatten zu arbeiten und mit Glasuren zu experimentieren. Die künstlerische Praxis von Emily Hunt umfasst Malerei, Druckgrafik, Keramik und Skulptur. In ihren oftmals großformatigen Skulpturen verbindet sie unterschiedliche Materialien wie Keramik, Gips und gefundene Objekte zu wuchernden Fantasielandschaften. Lambert Mousseka arbeitet mit Performance, Video, Skulpturen und Installationen. In seinen Werken beschäftigt er sich mit Ritualen und Gesten, die in religiösen Zeremonien eine wichtige Rolle spielen. Während seines Stipendiums möchte er Kontakt zu verschiedenen Glaubensgemeinschaften rund um Bad Ems aufnehmen und neue Performances und Videoarbeiten entwickeln, die sich mit deren Ritualen auseinandersetzen.

Die Stipendien für rheinland-pfälzische Künstlerinnen und Künstler sind hinsichtlich des Mediums offen: Emma Adler (*1980 in Saarburg), die das sechsmonatige Stipendium für New York erhält, beschäftigt sich in ihren konzeptuellen, zumeist installativen, multimedialen Arbeiten mit Fragen nach Original und Kopie, Fälschung und Fake. Während ihres Stipendiums möchte sie anknüpfend an ihre Auseinandersetzung mit dem skurrilen Musikinstrument Theremin, dessen Erfinder selbst in New York gelebt hat, eine neue Arbeit entwickeln. Maria Kropfitsch (*1976 in Germersheim am Rhein) wird für ein halbes Jahr in Paris ihre malerische Praxis weiterentwickeln. In ihren Gemälden lotet sie den Grad zwischen Verdichtung und Auflösung sowie den Bezug zwischen Figur und Hintergrund aus. Das zweite Stipendium für Paris wurde Berit Jäger (*1971 in Bergen auf Rügen) verliehen. In ihren Video-Installationen und Fotografien thematisiert sie gesellschaftliche Zwänge. Für ihren Aufenthalt in Paris plant sie eine Video-Installation, die sich mit der Rolle der Frau in einer multikulturellen Gesellschaft auseinandersetzt. Claudia Schmitz (*1975 in Mainz) wird drei Monate in Südkorea verbringen, wo sie ein Projekt weiterentwickeln möchte, das sie bereits in Berlin und New York realisiert hat. Für ihre Video-Installationen im öffentlichen Raum verwendet sie gefundene Plastiktüten, die als Projektionsflächen für ihre Videos dienen. In ihren Arbeiten erforscht sie sozio-urbane Strukturen und hinterfragt Themen wie Verschwendung, Reichtum und Privilegien. Fabian Knöbl (*1981 in Kirchheimbolanden) erhält ein Stipendium für das brandenburgische Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf. Seine Arbeit umfasst Artzines, Skulptur und Zeichnung. Während seines Stipendiums möchte er ausgehend von seinem Aufenthalt im Schloss Wiepersdorf ein Artzine mit Zeichnungen anfertigen.

Die beiden sechsmonatigen Projektstipendien wurden an Ingo Bracke (*1972 in Bad Neuenahr-Ahrweiler) und Elmar Hermann (*1978 in Neuwied) vergeben. Ingo Bracke ist Installationskünstler, Bühnenbildner, Regisseur, Licht- und Videodesigner. Anknüpfend an seine kulturgeschichtliche Auseinandersetzung mit dem Loreley-Felsen plant er eine klangräumliche Untersuchung der Topografie des Rheintales im Bereich der Loreley. Die künstlerische Praxis von Elmar Hermann umfasst Installation, Skulptur, Zeichnung, Text, Performance, kollektive Projekte und Ausstellungskonzepte. Im Rahmen seines Stipendiums möchte er ortspezifische Installationen für die verschiedenen Gebäude der historischen Gießhütte in Sayn entwickeln. 

Olga Vostretsova (*1980 in Nowosibirsk, Russland) erhält das neunmonatige Kuratorenstipendium im Künstlerhaus Schloss Balmoral. Die Kulturwissenschaftlerin und Kuratorin gründete 2014 den Verein Bükü – Büro für kulturelle Übersetzungen, der Veranstaltungen, Residenzen und Ausstellungen organisiert. Seit 2015 unterrichtet sie am Institut für Kunstgeschichte an der Universität in Leipzig. Im letzten Monat des Stipendienaufenthalts wird sie die Abschlussausstellung mit allen Stipendiatinnen und Stipendiaten des Jahrgangs 2017 in den historischen Räumen des Arp Museums Bahnhof Rolandseck realisieren.

Die Entscheidung über die Vergabe der Stipendien wird von einer unabhängigen Fachjury getroffen, bestehend aus Kunstexpertinnen und -experten, die verschiedene künstlerische Berufsgruppen vertreten. Für die Balmoral- und Landesstipendien 2017 lagen der Jury insgesamt 213 gültige Bewerbungen aus aller Welt vor. Besonders zahlreich haben sich wieder Künstlerinnen und Künstler für die internationalen Anwesenheitsstipendien im Schloss Balmoral beworben. Dies bestätigt die Attraktivität der Konzentration auf jeweils nur eine Gattung oder ein Thema hinsichtlich der Balmoral-Stipendien – eine Ausrichtung, die seit 2013 besteht. 

Die Ausschreibung der Balmoral- und Landesstipendien für 2018 erfolgt Anfang Mai 2017.

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Emily Hunt, »Doctrine of Eternal Recurrence«, 2015
Installationsansicht The Commercial Gallery, Sydney 

 

Konzert B.E.N.K »La Mandragore«, Dienstag, 21. Februar 2017, 19:30 Uhr

Nachdem der Pianist Benoît Gagnon das Publikum mit einer Aufführung des „Makrokosmos“ von George Crumb im Mai 2015 bereits begeistern konnte, lag es nahe, ihn erneut einzuladen. Im zweiten B.E.N.K-Konzert am Dienstag, dem 21. Februar 2017, wird er wieder ein Soloprogramm vorstellen, das sich durch seine sorgfältige Zusammenstellung genauso auszeichnet wie durch seine hohe spielerische Virtuosität. An diesem Abend nimmt Benoît Gagnon die Zuhörer mit in die Welt der mystischen, geheimnisvollen und spirituellen Klänge.

Bereits Alexander Skrjabin setzte in seiner Sonate Nr. 9 aus dem Jahr 1913, die den Untertitel „Schwarze Messe“ trägt, sein Ideal eines mystischen Gesamtkunstwerkes in Töne um, die durch die Verbindung von künstlerischen, theologischen und philosophischen Ideen zu einem Ganzen werden sollten, das laut Aussage des Komponisten seine Berührung mit dem Satanischen darstellt.

Der Komponist und Pianist Fabio Grassi wurde im italienischen Vercelli geboren und erlebte seinen Durchbruch als Komponist im Jahr 1996, als er den „Alberto Ginastera Kompositionswettbewerb“ in Buenos Aires gewann. Seither schrieb er eine Vielzahl von Kompositionen für sein Instrument, das Klavier. So auch die Fantasie „Veni Creator Spiritus“ aus dem Jahr 2012. Und bereits im Titel dieses Werks ist durch den Bezug zum mittelalterlichen Pfingsthymnus deutlich zu erkennen, dass dem Komponisten durchaus an einer geistig-spirituellen Durchdringung seines Stückes gelegen ist. Aber es geht ihm eben nicht nur um diesen Aspekt, sondern genauso wichtig sind ihm beispielsweise die Komponenten Wind, Atem oder die sogenannten „Geister der Luft“. All dies hat er in einem faszinierenden Klavierstück zusammengeführt.

Tristan Murail beschwört in seinem Werk „La Mandragore“ den Zauber und die Kraft der mediterranen Alraune. Dieser Pflanze setzte er in dem Stück von 1993 mit seinen ostinaten Rhythmen und den damit einhergehenden farbigen Akkorden ein magisches Denkmal voller klanglicher Raffinesse. 

Beim nächsten Komponisten stellt sich bereits bei der Nennung seines Namens für viele das erste Rätsel, denn wer war Giacinto Scelsi? Der Name und seine Werke sind heutzutage selbstverständlich keine unbekannten Größen mehr, aber Zeit seines Lebens hat sich der 1988 in Rom gestorbene Komponist darum bemüht, möglichst wenige Details über sich in die Öffentlichkeit zu lassen. Grob zusammengefasst und mit allen notwendigen Vorbehalten geht die Musikwelt mittlerweile davon aus, dass er aus süditalienischem Adel stammte, in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts als Dandy und Lebenskünstler in Paris und London lebte, nach einer mehrjährigen persönlichen Krise seit 1952 in Rom zuhause war und ab diesem Zeitpunkt seine wichtigsten Werke schrieb. Seine Kompositionen fanden zunächst wenig Resonanz und erst in den 1980er Jahren kam es vermehrt zu Aufführungen seiner Stücke. Giacinto Scelsi hatte einen durchaus als eigen zu bezeichnenden Kompositionsstil, der seiner Vorstellung von sphärischen, meditativen Klangwelten entgegenkam. Ganz in diesem Sinne dürfte seine Sonate Nr. 3 gesehen werden.

Eines der Highlights dieses Abends ist die Uraufführung einer Klavierkomposition des aktuellen Balmoral-Stipendiaten William Engelen. Damit wird es erstmalig zu einer direkten, hörbaren Verbindung von Schloss Balmoral und der gemeinsam mit der Rheinischen Philharmonie durchgeführten Konzertreihe kommen. Von Juni 2016 bis Februar 2017 arbeitet der 1964 geborene Künstler und Komponist William Engelen im Künstlerhaus Schloss Balmoral.

Benoît Gagnon, Klavier

Alexander Skrjabin

Sonate Nr. 9 op. 68 „Schwarze Messe“
Fabio Grasso
Fantasia „Veni Creator Spiritus“
Tristan Murail
La Mandragore
William Engelen
Ein Werk für Klavier (Uraufführung)
Giacinto Scelsi
Sonate Nr. 3

Karten (12 € | ermäßigt 8 €)
Künstlerhaus Schloss Balmoral, Tel.: 02603 9419-0
Orchesterbüro, Tel.: 0261 3012-272
Online über www.ticket-regional.de
Abendkasse ab 19.00 Uhr 

Die Reihe B.E.N.K ist eine Kooperation des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral.

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Benoît Gagnon
© Fotostudio Klein, Koblenz
 

Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral« William Engelen | Dagmara Genda | Christian Pilz, Freitag, 27. Januar 2017, 19 Uhr

In der letzten Ausstellungseröffnung der Stipendiatinnen und Stipendiaten 2016 im »Made in Balmoral« sind Arbeiten von William Engelen, Dagmara Genda und Christian Pilz zu sehen, die seit Juni 2016 für neun Monate im Schloss Balmoral leben und arbeiten. Für den Stipendiatenjahrgang 2016 liegt der Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit im Medium Zeichnung. Ob als eigenständiges Ausdrucksmittel oder in Korrespondenz mit anderen Medien und Techniken – ein Blick auf die künstlerischen Werke der diesjährigen Stipendiatinnen und Stipendiaten bezeugt auf eindrucksvolle Weise, dass Experimentierfreude und Lebendigkeit das Medium charakterisieren. William Engelen, Dagmara Genda und Christian Pilz zeigen Werke, die während ihrer Zeit in Bad Ems entstanden sind.

Die künstlerische Praxis von William Engelen (1964 geboren in Weert, Niederlande, lebt und arbeitet in Berlin und Rotterdam) pendelt zwischen Bildender Kunst und Musik. Seine Kompositionen und deren Umsetzung entwickelt er stets in Relation zu vorgefundenen Orten und Räumen und ausgehend von alltäglichen Situationen. Mit seinen Werken lotet er die Beziehungen zwischen Sichtbarem, Hörbarem und dem Raum aus. Statt auf traditionelle Kompositionstechniken und -systeme zurückzugreifen, bezieht Engelen außermusikalische Parameter sowie Zufallsverfahren in seine Arbeiten ein. So entwickelt er beispielsweise grafische Aufzeichnungssysteme, die es den Musikern erlauben, nach bestimmten Regeln selbst durch die Partitur zu navigieren und somit den Verlauf und den Klang einer Komposition mitzubestimmen.

Dagmara Genda (1981 geboren in Koszalin, Polen, lebt und arbeitet in Guelph, Kanada und Berlin) verbindet in ihrer künstlerischen Praxis eine Vielzahl unterschiedlicher Medien wie Zeichnung, Malerei, Fotografie und Installation. Sie zeichnet gefundene Bilder aus Büchern und dem Internet nach und greift dabei auf analoge und digitale Zeichentechniken zurück. Ihre geschickt arrangierten Bildelemente verbindet sie durch gestische Pinselstriche zu multiperspektivischen, undurchdringlichen Kompositionen. Für Genda ist das Nachzeichnen eine Methode, um sich Themen oder Räume anzueignen. Während ihres Aufenthaltes im Künstlerhaus zeichnete Genda die Struktur einer Wand in ihrem Atelier nach und machte damit die Spuren, die dem Raum eingeschrieben sind, auf poetische Weise sichtbar.

In seinen Bleistiftzeichnungen auf Papier entwirft Christian Pilz (1978 geboren in Ascot, Großbritannien, lebt und arbeitet in Berlin) labyrinthische Konstruktionen, komplexe Architekturen und wuchernde Strukturen. Sie lassen an utopische Stadtansichten, fiktive Landkarten und kosmische Gebilde denken. Seine dynamischen Raumgeflechte basieren auf hauchfeinen Linien, winzigen geometrischen Körpern oder dichten Strichflächen. Sie wachsen über das ganze Blatt oder schweben frei auf weißem Grund. Ihrer Sogwirkung können wir uns nur schwer entziehen und es scheint, als könnten wir uns in den verschachtelten Räumen jederzeit verlieren. So sind wir eingeladen, Christian Pilz` präzise ausgearbeiteten Bildwelten visuell abzutasten und uns stets aufs Neue einen Weg durch die verschlungenen Netzwerke zu bahnen.

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 28. Januar bis 23. April 2017
Öffnungszeiten: Samstag, 28. und Sonntag, 29. Januar, 14 bis 17 Uhr sowie Montag bis Freitag nach Vereinbarung

Mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Balmoral 03 e.V.

Pressebilder zum Download
William Engelen, »Blick aus meinem Studio, 01.12.2016, 10:20 Uhr«
Dagmara Genda, »Raufaser« (Detail), 2016, in situ-Wandzeichnung im Atelier
Christian Pilz, »Ohne Titel« (Detail), 2016, Bleistift auf Papier, 32 x 24 cm

Konzert B.E.N.K »Dona nobis pacem«, Dienstag, 15. November 2016, 19:30 Uhr

Auch im ersten Konzert der Reihe B.E.N.K - Bad Emser Neue Klänge der Spielzeit 2016/17 nehmen die Musiker ihre Zuschauer mit auf eine Reise durch die musikalische Moderne. Am Abend des 15. November erwartet Sie eine musikalische Darbietung der besonderen Art. Unter der Aufforderung Dona nobis pacem (lat. „Gib uns Frieden“) wird nicht nur der Weg zur gleichnamigen Komposition von Galina Ustwolskaja geebnet, sondern ebenfalls verdeutlicht, dass der Weg zum Frieden nicht immer ein harmonischer ist.

Von Francis Poulenc und Paul Hindemith über Kyoko Nishiyama und Toru Takemitsu gelangen die drei Instrumentalisten zum Höhepunkt und Namensgeber des Abends - Dona nobis pacem. Dabei begeben sie sich auf eine mitreißende Berg- und Talfahrt zwischen wohlklingender Konsonanz und plötzlicher, scharfer Dissonanz, die eine musikalische und somit emotionale Rastlosigkeit erzeugt, die ihresgleichen sucht. Und doch klingt Galina Ustwolskajas Stück am Ende der Reise nicht nach dem angestrebten Frieden, sondern vielmehr nach einem Höhepunkt des steinigen Weges zu selbigem. Ist hier der Weg einmal mehr das Ziel?

Birgit Salzwedel
, Flöte und Piccolo
Michael Engl, Tuba
Megumi Hashiba, Klavier

Francis Poulenc 
Sonate für Flöte und Klavier
Francis Poulenc 
Drei Noveletten für Klavier
Paul Hindemith
Sonate für Tuba und Klavier
Kyoko Nishiyama
„Hamikoku ryusha“ für Klavier
Toru Takemitsu
„Les yeux clos II“ für Klavier
Galina Ustwolskaja
Komposition Nr. 1 für Piccoloflöte, Tuba und Klavier „Dona nobis pacem“

Karten (12 € | ermäßigt 8 €)
Künstlerhaus Schloss Balmoral, Tel.: 02603 9419-0
Orchesterbüro, Tel.: 0261 3012-272
Online über www.ticket-regional.de
Abendkasse ab 19.00 Uhr  

Die Reihe B.E.N.K ist eine Kooperation des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral.

Pressebild zum Download
Copyright Esther Vogt-Waldorf

Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral« Anne Gathmann | Gabriela Oberkofler | Ralf Ziervogel, Freitag, 18. November 2016, 19 Uhr

In der zweiten Ausstellung der Stipendiatinnen und Stipendiaten 2016 im »Made in Balmoral« sind Arbeiten von Anne Gathmann, Gabriela Oberkofler und Ralf Ziervogel zu sehen. Die beiden Künstlerinnen und der Künstler leben und arbeiten seit Mitte September 2016 für drei Monate im Schloss Balmoral. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit im Medium Zeichnung. Ob als eigenständiges Ausdrucksmittel oder in Korrespondenz mit anderen Medien und Techniken – ein Blick auf die künstlerischen Werke der diesjährigen Stipendiatinnen und Stipendiaten bezeugt auf eindrucksvolle Weise, dass Experimentierfreude und Lebendigkeit das Medium charakterisieren. Anne Gathmann, Gabriela Oberkofler und Ralf Ziervogel zeigen Werke, die während ihrer Zeit in Bad Ems entstanden sind.

In ihren medienübergreifenden, teils ortsspezifischen Arbeiten beschäftigt sich Anne Gathmann (1973 in Remscheid geboren, lebt und arbeitet in Berlin) mit dem Verhältnis zwischen subjektivem innerem Raum und äußerem Raum. In Anordnungen aus Projektionen, Glas, Holz, Gips und Papier thematisiert sie Formen des Vorhandenseins und setzt sie ins Spannungsfeld zum Nicht-Sichtbaren und Unbenennbaren. Bezugnehmend auf vorgefundene räumliche und architektonische Gegebenheiten konzipierte Gathmann zuletzt verschiedene Raumzeichnungen aus Glas. Mit Linien versehene Glasflächen arrangiert sie zu räumlichen Strukturen. Durch die Transparenz der Glasflächen sind die Linien aus verschiedenen Perspektiven sichtbar, sodass die Raumzeichungen durch die Bewegung des Betrachters animiert werden.

Für Gabriela Oberkofler (1975 in Bozen/Italien geboren, lebt und arbeitet in Stuttgart) ist das Zeichnen tägliche Praxis und eine Form des Nachdenkens. Vom Blatt überführt Oberkofler ihre Filzstift-, Aquarell- und Tuschezeichnungen ins Dreidimensionale, indem sie raumgreifende Installationen entwickelt. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit Natur- und Kulturräumen und thematisiert das ambivalente Verhältnis zwischen Mensch, Natur und Tier. Die Motivwelt ihrer Zeichnungen umfasst Tiere, Pflanzen und architektonische Elemente, wobei Oberkofler sich zumeist auf bestimmte Ausschnitte und Details konzentriert. Der großflächige Weißraum auf den Blättern lässt die Motive trotz ihrer figürlichen Präsenz wie Fragmente erscheinen – herausgelöst aus räumlich und zeitlich nachvollziehbaren Zusammenhängen.

Ralf Ziervogel (1975 geboren in Clausthal-Zellerfeld, lebt und arbeitet in Berlin) hat in den vergangenen Jahren ein vielseitiges grafisches Werk geschaffen – von den frühen großformatigen Tintenzeichnungen mit ihren malträtierten und sich auflösenden Körpern bis hin zu den neuesten, an abstrakte Kompositionen erinnernden Körperabdrücken mit miniskuler Schrift. Seine Motive entwirft er auf raumgreifenden Papierbahnen, aber auch handflächengroß auf kleinformatigen Blättern, immer in Schwarzweiß. Trotz der detailvoll ausgearbeiteten Szenarien folgen Ziervogels umfangreiche Serien keiner chronologischen Erzählung, vielmehr scheint er Kartographien des menschlichen Charakters zu entwerfen, gespeist aus Beobachtungen der gegenwärtigen Gesellschaft und der Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft.

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 19. November 2016 bis 15. Januar 2017Öffnungszeiten: Samstag, 19. und Sonntag, 20. November, 14 bis 17 Uhr sowie Montag bis Freitag nach Vereinbarung 

Mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Balmoral 03 e.V. 


Pressebilder zum Download
Anne Gathmann, »Rendering«, 2016, Entwurfszeichnung, Bleistift auf Papier
Gabriela Oberkofler, »Ich versuche zu joggen«, 2016, Aquarell auf Papier
Ralf Ziervogel, »Disorder Prelude II«, 2016, Gouache und Tinte auf Papier

»Zeichnen im Raum«, Vortrag von Dr. Fritz Emslander, Mittwoch, 26. Oktober 2016, 19 Uhr

Am Mittwoch, dem 26. Oktober 2016 um 19 Uhr findet ein Vortrag von Dr. Fritz Emslander im Künstlerhaus Schloss Balmoral statt. Der Schwerpunkt des diesjährigen Stipendiatenjahrgangs liegt im Medium Zeichnung. Dabei versteht sich Zeichnung nicht ausschließlich als ›Grafit auf Papier‹, sondern es werden unter Verwendung unterschiedlichster Materialien, Techniken und Bildträger die vielfältigen formalen und konzeptuellen Möglichkeiten des Mediums ausgelotet. In seinem Vortrag widmet sich Fritz Emslander den Erweiterungen der Zeichnung ins Dreidimensionale und stellt beispielhaft einige der letzten Ausstellungen in der Grafiketage des Museums Morsbroich vor.

Mit Dr. Fritz Emslander hat das Künstlerhaus einen der besten Kenner des zeitgenössischen zeichnerischen Kunstschaffens eingeladen. In zahlreichen Ausstellungen und Publikationen stellte er eine Vielzahl internationaler, experimenteller Positionen aus dem Bereich der grafischen Kunst vor. 2004 kuratierte er die Gruppenausstellung »Gegen den Strich. Neue Formen der Zeichnung«, die zum ersten Mal einen Überblick über die neuen Formen der Zeichnung von den 1990er Jahren bis heute präsentierte.

Fritz Emslander, geboren 1967 in Regensburg, ist seit 2009 stellvertretender Direktor und Kurator Grafische Sammlung und Fluxus am Museum Morsbroich, Leverkusen. 1995 schloss er sein Studium der Kunstgeschichte, Romanistik und Europäischen Kulturwissenschaften an den Universitäten Regensburg, London und Hamburg ab und promovierte im Jahr 2000 an der Universität Hamburg. Er kuratierte diverse Einzelpräsentationen (beispielsweise »Blinky Palermo«, 2014 und »Fred Sandback«, 2011) und Themenausstellungen (»Jäger & Sammler in der zeitgenössischen Kunst«, 2014 und »Schnitte im Raum. Skulpturale Collagen«, 2011). Von 2000 bis 2009 war er Kurator und stellvertretender Leiter der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden, von 1995 bis 2000 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Kurator am Kunsthaus Hamburg.

Der Eintritt ist frei.

Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«, Danja Erni | Rayeon Kim | David Semper, Freitag, 19. August 2016, 19 Uhr

In der ersten Ausstellung der Stipendiatinnen und Stipendiaten 2016 im »Made in Balmoral« sind Arbeiten von Danja Erni, Rayeon Kim und David Semper zu sehen. Die beiden Künstlerinnen und der Künstler leben und arbeiten seit Juni 2016 für drei Monate im Schloss Balmoral. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit im Medium Zeichnung. Dabei versteht sich Zeichnung nicht ausschließlich als ›Grafit auf Papier‹, sondern es werden die vielfältigen formalen und konzeptuellen Möglichkeiten der Gattung ausgelotet. Danja Erni, Rayeon Kim und David Semper zeigen Werke, die während ihrer Zeit in Bad Ems entstanden sind.

Die künstlerische Praxis von Danja Erni (*1977 in Baden, Schweiz, lebt und arbeitet in Berlin) bewegt sich an der Schnittstelle von Kunst, Vermittlung und Forschung. In kollaborativen Projekten untersucht sie Wissensformen sowie Methoden zu deren Aneignung und Vermittlung. Während ihres Stipendiums hat sie einen offenen Zeichenstammtisch initiiert, an dem verschiedene Personen aus Bad Ems und der Region teilgenommen haben. Bei diesen Begegnungen diente das kollektive und individuelle Zeichnen der Notation und dem Austausch von persönlichen Erzählungen und Erinnerungen sowie von Geschichten über den Ort und seine Bewohner.

Rayeon Kim (*1989 in Seoul, lebt und arbeitet in Seoul), Austauschstipendiatin aus Südkorea, beschäftigt sich in ihren Werken mit Urbanisierung, Gentrifizierung und Stadtentwicklung und deren wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Folgen. In Gemälden, Zeichnungen, Videos und Fotografien thematisiert Kim den sozioökonomischen Strukturwandel ihrer Heimatstadt Seoul und entwirft Ideen einer möglichen Umgestaltung und Umnutzung landschaftlicher und urbaner Räume. Während ihres Stipendiums erkundete Kim die Umgebung rund um Bad Ems und knüpft dabei an frühere Projekte an, in denen sie sich mit einheimischen Pflanzen sowie mit dem öffentlichen Raum als temporärem Ausstellungsraum beschäftigt.

David Semper (*1980 in Wuppertal, lebt und arbeitet in Neuss) setzt sich in seinen Arbeiten mit vorgefundenen Räumen und Objekten auseinander und beschäftigt sich mit deren Geschichte, Funktion und materiellen Eigenschaften. In Bad Ems unternahm Semper Streifzüge durch seine unmittelbare Umgebung und eignete sich dabei unterschiedliche Dinge an, die ihm als Ausgangsmaterial dienen. Die Auseinandersetzung mit spezifischen Materialqualitäten wie Farbe, Form und Oberflächenstruktur bildet den Ausgangspunkt für seine künstlerischen Eingriffe, bei denen er Werkstoffe aus verschiedenen Verwendungsbereichen miteinander verknüpft. Dabei kommen Verfahrensweisen zum Einsatz, mit denen Semper traditionelle kunsthandwerkliche Techniken aufgreift. Auf raffinierte und eigensinnige Weise verbindet Semper in seinen Arbeiten Elemente der Zeichnung und Skulptur und unterläuft bewusst klassische Gattungsgrenzen.

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 20. August bis 6. November 2016
Öffnungszeiten: Samstag, 20. und Sonntag, 21. August, 14 bis 17 Uhr sowie Montag bis Freitag nach Vereinbarung 

Mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Balmoral 03 e.V.

Pressebilder zum Download:
Danja Erni mit E.A und H.A., »Zeichenstammtisch no 4, Bad Ems« (Ausschnitt), 2016
Rayeon Kim, »At the moment IV«, Dokumentation einer ortsspezifischen Performance, Bad Ems, 2016 
David Semper, »RUINE (#1)«, 2016

Zeichenworkshop mit Danja Erni, »Made in Balmoral«, 19./20./27./28. Juli 2016

Im Juli und August 2016 findet ein Zeichenstammtisch im »Made in Balmoral« in der Römerstraße 27 in Bad Ems statt.

Dienstag, 19. Juli von 14 - 16 Uhr
Mittwoch, 20. Juli von 10 - 12 Uhr
Mittwoch, 27. Juli von 14 - 16 Uhr
Donnerstag, 28. Juli von 10 - 12 Uhr


Unsere aktuelle Stipendiatin Danja Erni lädt dazu ein, sich beim Zeichnen über die Bilder in unseren Köpfen auszutauschen und gemeinsam neue zu erfinden.

Der Zeichenstammtisch ist gleichermaßen Ort der Begegnung und der Auseinandersetzung mit Anderen. Vor allem aber ist er ein Experiment.

Interessierte Mitzeichnerinnen und Mitzeichner kommen spontan vorbei oder melden sich bei danjaerni@hotmail.com an. 

Die Augusttermine folgen in Kürze.

Pressefoto zum Download: Zeichenstammtisch

Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems, Freitag, 8. Juli 2016, 19 Uhr

Caroline Kleine

Die Einzelausstellung von Caroline Kleine bildet den Abschluss der dreiteiligen Ausstellungsreihe, die im Rahmen des Kooperationsprojekts mit der Kunsthochschule Mainz stattfindet. Von April bis Ende Juli 2016 stellt das Künstlerhaus den Ausstellungsraum „Made in Balmoral“ erstmals einer Auswahl von Studierenden zur Verfügung. Mit Lisa Gehrig, Anette Kaiser und Caroline Kleine wurden drei junge Nachwuchskünstlerinnen aus verschiedenen Künstlerklassen zu unmittelbar aufeinanderfolgenden Einzelausstellungen eingeladen. Ihre Beiträge versprechen erfrischende und vielgestaltige künstlerische Experimente auf Gebieten der Malerei, der Installations- und Medienkunst.

Caroline Kleine (*1989 in Bergisch Gladbach) untersucht, hinterfragt und verändert die Funktionsweisen elektronischer Steuerungselemente. So verleiht sie dem allseits bekannten Bildschirm-Mauszeiger durch Neuprogrammierung ein ihm bislang wesensfremdes Eigenleben, das ihn als kolossales Bildsymbol oder in Form komplexer Choreographien (inter)agieren lässt.

Zur Eröffnung spricht der Kurator Dr. Justus Jonas, Kunsthochschule Mainz

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 9. bis 31. Juli 2016
Öffnungszeiten: Samstag, 9. und Sonntag, 10. Juli, 14 bis 17 Uhr sowie Montag bis Freitag nach Vereinbarung

Pressebild zum Download: 
Caroline Kleine, »Ritus 2.0« (Ausschnitt), 2014 © Caroline Kleine
(frei zur Berichterstattung über die entsprechende Ausstellung bei Nennung der Copyrightangaben)  

Sommerfest | Begrüßung der neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten zum Thema „Zeichnung heute“, Samstag, 18. Juni 2016, ab 17 Uhr

PROGRAMM

Willkommen
Sektbegrüßung des Fördervereins Balmoral 03 e. V.

Dr. Oliver Kornhoff
künstlerischer Leiter Schloss Balmoral 

Dr. Ariane Fellbach-Stein
Referentin für Bildende Kunst des Landes Rheinland-Pfalz

Guido Lotz
Vorsitzender Förderverein Balmoral 03 e. V.

18 – 19 Uhr     Offene Ateliers
ab 18 Uhr        Essen, Trinken und Gespräche
ab 18.30 Uhr    Live-Musik »Die Wandermusikanten«
19.30 Uhr        Schloss-Führung mit Annegret Werner-Scholz 

Der Eintritt ist frei.

Pressefoto zum Download: 
William Engelen, »45bpm«, 2015, Partitur für 8 Perkussionisten (Detail)
(frei zur Berichterstattung über die entsprechende Veranstaltung bei Nennung der Copyrightangaben)  

Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems, Freitag, 3. Juni 2016, 19 Uhr

Anette Kaiser

Die Einzelausstellung von Anette Kaiser ist die zweite Präsentation im Rahmen des Kooperationsprojekts mit der Kunsthochschule Mainz. Von April bis Ende Juli 2016 stellt das Künstlerhaus den Ausstellungsraum „Made in Balmoral“ erstmals einer Auswahl von Studierenden zur Verfügung. Mit Lisa Gehrig, Anette Kaiser und Caroline Kleine wurden drei junge Nachwuchskünstlerinnen aus verschiedenen Künstlerklassen zu unmittelbar aufeinanderfolgenden Einzelausstellungen eingeladen. Ihre Beiträge versprechen erfrischende und vielgestaltige künstlerische Experimente auf Gebieten der Malerei, der Installations- und Medienkunst.

Anette Kaiser (*1989 in Kattowitz, Polen) lässt sich in ihrer Malerei auf Leinwand und Papier ganz von intuitiver Auseinandersetzung mit Realität, Umgebung und persönlichem Alltag leiten. Ihre unmittelbare Reaktion auf gesehene und empfundene Wirklichkeit, die auch in ihren abstraktesten Sujets stets spürbar bleibt, wie ebenso ihr prozessbetonter Umgang mit den malerischen Mitteln, treibt insbesondere die Wiedergabe von Antlitz und Figur zu mitunter skurrilen Blüten.

Zur Eröffnung spricht der Kurator Dr. Justus Jonas, Kunsthochschule Mainz

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 4. Juni bis 3. Juli 2016 

Öffnungszeiten: Samstag, 4. und Sonntag, 5. Juni, 14 bis 17 Uhr sowie Montag bis Freitag nach Vereinbarung

Pressebild zum Download:

Anette Kaiser, »o. T.« (Ausschnitt), 2015 © Anette Kaiser
(frei zur Berichterstattung über die entsprechende Ausstellung bei Nennung der Copyrightangaben)  

Mittwoch, 25. Mai 2016, 19:30 Uhr - Konzert B.E.N.K - Bad Emser Neue Klänge, Künstlerhaus Schloss Balmoral

»24 Hours Sax«

Bevor es in die Sommerpause geht, laden »Simply Reed« mit dem vierten Konzert der Spielzeit ein zu einer Reise durch die zeitgenössische Literatur für Saxophon. Dieses Instrument, das heute eher in Jazz- und Popmusik gebräuchlich ist, hatte historisch aber immer wieder Berührungspunkte mit der Klassischen Musik.

Das Programm beginnt mit den »Sechs Bagatellen« von György Ligeti. Sie sind eines der wenigen Stücke, die Ligeti bei seiner hastigen Flucht aus Ungarn im Jahre 1956 nach Wien bringen konnte. Lange war dieses Werk Musik in Ungarn als „zu dissonant“ verboten. Heute gelten die »Bagatellen« mit ihrer verspielten und einfallsreichen Tonsprache als Klassiker der modernen Bläsermusik. 

Der amerikanische Komponist Michael Nyman erlebte seinen Befreiungsschlag in den Siebziger Jahren, als er zum ersten Mal in Kontakt mit den Pionieren der Minimal Music kam. Er kombiniert musikgeschichtliche Zitate, avantgardistische Form und Eingängigkeit. Auch seine »Songs for Tony« und sein »24 Hour Sax Quartet« sind deutlich hörbar durch den Anspruch geprägt, moderne und schöne Musik zu schreiben. 

Im Anschluss stellen die Musiker eine Komposition des Kölners Heiner Wiberny vor, der lange Jahre der Leadsaxophonist in der WDR Bigband war und noch immer Honorarprofessor für Komposition an der Musikhochschule Köln ist. »Two Scorpions in love« ist seinem Sohn und dessen Freundin gewidmet, die beide im Sternzeichen Skorpion geboren sind: eine heitere und eingängige Musik, nicht immer ganz harmonisch, eben wie im richtigen Leben. 

Der Abend endet mit dem berührenden »Saxophone Quartet« von Philip Glass, einem der wichtigsten Vertreter der Minimal Music, der in diesem Werk die ganze technische und emotionale Ausdrucksvielfalt des Saxophons ausschöpft. 

Christoph Herche, Sopransaxophon
Alexandra von Hammel-Herche
, Altsaxophon
Christian Gansemer
, Tenorsaxophon
Frank Timpe
, Baritonsaxophon 

György Ligeti
Sechs Bagatellen
Arr.: Guillaume Bourgogne
Michael Nyman
Songs for Tony
Michael Nyman

24 Hour Sax Quartet
Heiner Wiberny
Two Scorpions in Love
Philip Glass
Saxophone Quartet 

Karten (12,- € / ermäßigt 8,- €)
Künstlerhaus Schloss Balmoral, Tel.: 02603 9419-0
Orchesterbüro, Tel.: 0261 3012-272
Online über www.ticket-regional.de
Abendkasse ab 19 Uhr 

Die Reihe B.E.N.K ist eine Kooperation des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie 

Pressefoto zum Download: Simply Reed, Foto: privat
(frei zur Berichterstattung über das entsprechende Konzert)

Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems, Freitag, 29. April 2016, 19 Uhr

Lisa Gehrig
bis 29. Mai 

Anette Kaiser
Eröffnung am 3. Juni, 19 Uhr, bis 3. Juli

Caroline Kleine
Eröffnung am 8. Juli, 19 Uhr, bis 31. Juli 

Im Rahmen eines Kooperationsprojekts stellt das Künstlerhaus den Ausstellungsraum „Made in Balmoral“ erstmals einer Auswahl von Studierenden der Kunsthochschule Mainz zur Verfügung. Mit Lisa Gehrig, Anette Kaiser und Caroline Kleine wurden drei junge Nachwuchskünstlerinnen aus verschiedenen Künstlerklassen zu unmittelbar aufeinanderfolgenden Einzelausstellungen eingeladen. Ihre Beiträge versprechen erfrischende und vielgestaltige künstlerische Experimente auf Gebieten der Malerei, der Installations- und Medienkunst.  

Zur Eröffnung am Freitag, dem 29. April um 19 Uhr sprechen Dr. Oliver Kornhoff, künstlerischer Leiter Schloss Balmoral, Prof. Dieter Kiessling, Rektor Kunsthochschule Mainz und Dr. Justus Jonas, Kurator. 

Pressebilder zum Download:
Lisa Gehrig, »Prozeduration« (Ausschnitt), 2016 © Lisa Gehrig
Anette Kaiser, »o. T.« (Ausschnitt), 2015 © Anette Kaiser
Caroline Kleine, »Ritus 2.0« (Ausschnitt), 2014 © Caroline Kleine

(frei zur Berichterstattung über die entsprechende Ausstellung bei Nennung der Copyrightangaben)    

Lisa Gehrig (*1989 in Karlsruhe) tritt meist selbst als Akteurin ihrer performativen Videoarbeiten auf. Fast immer spielt Polychromie eine beherrschende Rolle, sei es in Gestalt bunter Luftballons oder dem Oszillieren und Vermischen von primärfarbigen Flüssigkeiten, die unter laborähnlichen Bedingungen oder in quasi-experimentellen Selbstversuchen der Künstlerin in Szene gesetzt werden. Dabei verbindet sich scharfsinnige Medienreflexion mit ironischem Augenzwinkern.

Anette Kaiser (*1989 in Kattowitz, Polen) lässt sich in ihrer Malerei auf Leinwand und Papier ganz von intuitiver Auseinandersetzung mit Realität, Umgebung und persönlichem Alltag leiten. Ihre unmittelbare Reaktion auf gesehene und empfundene Wirklichkeit, die auch in ihren abstraktesten Sujets stets spürbar bleibt, wie ebenso ihr prozessbetonter Umgang mit den malerischen Mitteln, treibt insbesondere die Wiedergabe von Antlitz und Figur zu mitunter skurrilen Blüten.

Caroline Kleine (*1989 in Bergisch Gladbach) untersucht, hinterfragt und verändert die Funktionsweisen elektronischer Steuerungselemente. So verleiht sie dem allseits bekannten Bildschirm-Mauszeiger durch Neuprogrammierung ein ihm bislang wesensfremdes Eigenleben, das ihn als kolossales Bildsymbol oder in Form komplexer Choreographien (inter)agieren lässt.

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 30. April bis 29. Mai 2016
Öffnungszeiten: Samstag, 30. April und Sonntag, 1. Mai, 14 bis 17 Uhr sowie Montag bis Freitag nach Vereinbarung

 

Dienstag, 8. März 2016, 19:30 Uhr - Konzert B.E.N.K - Bad Emser Neue Klänge, Künstlerhaus Schloss Balmoral

»Fagotto-Me-Notto«

Kaum sind die letzten zeitgenössischen Töne auf Schloss Balmoral verklungen, wird die Konzertreihe Bad Emser Neue Klänge in Kooperation mit dem Staatsorchesters Rheinische Philharmonie mit dem dritten Konzert der Spielzeit fortgesetzt. Nikolaus Maler, Solo-Fagottist der Rheinischen Philharmonie, hat für dieses Konzert auf Schloss Balmoral ein Programm zusammengestellt, das er gemeinsam mit fünf Streicherkolleginnen und -kollegen aus dem Orchester und als Gast Maria Stange (Harfe) interpretiert.

Pressebild zum Download:
Fagott-Ensemble, Foto © István Kovács
(frei zur Berichterstattung über das entsprechende Konzert bei Nennung der Copyrightangaben)

Die Eröffnung des Konzerts bietet eine Rarität: Die handgeschriebenen Noten eines Fagottquintetts ohne Titel, Datum oder Komponistennamen. Nach einer Schriftanalyse war die Zugehörigkeit eindeutig festgestellt. Es handelt es sich um eine Komposition vom Großvaters des Fagottisten, Wilhelm Maler (1902-1976). Nach der Uraufführung im Oktober 2015 erklingt das Werk an dieser Stelle erst zum zweiten Mal.

Den Titel des Konzertes verleiht die Suite fagotto-me-notto für Fagott und Streichquartett von dem jungen britischen Dirigenten und Komponisten Duncan Ward (*1989). Im Concertino op. 21 von Matthias Hutter (*1967) werden Fagott und Streicher durch die Harfe unterstützt. Den Abschluss bildet eine französische Komposition von Jean Françaix (1912-1997). Sein Divertissement für Fagott und Streichquintett wurde während des Zweiten Weltkrieges geschrieben, ist in seiner Wortbedeutung jedoch ein unterhaltsames, kurzweiliges Stück, welches den Konzertabend heiter beendet.

Nikolaus Maler, Fagott
Ayumu Ideue, Violine
Konstantina Pappa, Violine
Eunmi Shin, Viola
Bettina Hagedorn, Violoncello
Kirill Dubovik, Kontrabass
Maria Stange, Harfe

Wilhelm Maler
Quintett für Fagott und Streichquartett
Duncan Ward
fagotto-me-notto für Fagott und Streichquartett
Matthias Hutter
Concertino für Fagott, Harfe und Streicher op. 21
Jean Francaix
Divertissement für Fagott und Streichquintett

Karten (12 € | ermäßigt 8 €)
Künstlerhaus Schloss Balmoral, Tel.: 02603 9419-0
Orchesterbüro, Tel.: 0261 3012-272
Online über www.ticket-regional.de
Abendkasse ab 19.00 Uhr

Die Reihe B.E.N.K ist eine Kooperation des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral.

 

Donnerstag, 25. Februar 2016, 19 Uhr - Vortrag Prof. Dr. Bazon Brock

»Dada heute«

Am Donnerstag, dem 25. Februar 2016 um 19 Uhr, findet im Künstlerhaus Schloss Balmoral der Vortrag von Prof. Dr. Bazon Brock statt. Hinsichtlich der Konzentration der Anwesenheitsstipendien 2015/16 auf das Motto »Dada« widmet sich Bazon Brock dem Thema »Dada heute«. Zum 100-jährigen Jubiläum wird Dada auf allen Kanälen gefeiert als Nonsens-/Unsinnsdichtung, als grenzensprengende Politclownerie und als Gesellschaftsschreck. Nichts davon entspricht Dada. Es geht vielmehr um die Logik des Chaos, den Sinn des Unsinns und die Anerkennung von Grenzen, durch die, die sie überschreiten. Bazon Brock stellt diese immer verschwiegene Bedeutung von Dada für die Erkenntnis von Modernität vor.

Pressebild zum Download:
Bazon Brock, Portraitfoto, Ausschnitt © Norbert Miguletz, 2006
(frei zur Berichterstattung über die entsprechende Veranstaltung bei Nennung der Copyrightangaben)

Bazon Brock, geboren 1936 in Stolp/Pommern, »Denker im Dienst und Künstler ohne Werk«, ist emeritierter Professor am Lehrstuhl für Ästhetik und Kulturvermittlung an der Bergischen Universität Wuppertal und war auch Professor an der Hochschule für bildende Künste Hamburg (1965–1976) und der Universität für angewandte Kunst Wien (1977–1980). 1992 erhielt er die Ehrendoktorwürden der Eidgenössisch Technischen Hochschule Zürich und 2012 der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. 2014 wurde ihm die Honorarprofessur für Prophetie an der Hochschule für Bildende Künste Saar, Saarbrücken verliehen.Er entwickelte die Methode des »Action Teaching«, bei dem der Seminarraum zur Bühne für Selbst- und Fremdinszenierungen wird. Von 1968 bis 1992 führte er in Kassel die von ihm begründeten documenta-Besucherschulen durch. Von 2010 bis 2013 leitete er das Studienangebot »Der professionalisierte Bürger« an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe mit insgesamt rund 2500 Veranstaltungen und Aktionslehrstücken. Er repräsentiert das »Institut für theoretische Kunst, Universalpoesie und Prognostik« und ist Gründer der Denkerei/Amt für Arbeit an unlösbaren Problemen und Maßnahmen der hohen Hand mit Sitz in Berlin (www.denkerei-berlin.de).Der Eintritt zum Vortrag ist frei.

 

Dienstag, 23. Februar 2016, 19:30 Uhr - Konzert B.E.N.K - Bad Emser Neue Klänge, Künstlerhaus Schloss Balmoral

»Barbizon Blues« auf Balmoral

Im Schloss Balmoral begibt sich das zweite Konzert der Spielzeit auf die Grenzlinie zwischen Klassik und Jazz. Im Rahmen der Konzertreihe in Kooperation mit dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie sind am Dienstag, dem 23. Februar 2016 um 19.30 Uhr die Cellistin Christine Rauh und der Pianist Benyamin Nuss bei der gemeinsamen Interpretation der Werke von Gershwin, Debussy, Lockwood, Donaldson, Martinu, de Falla, Kapustin und Piazzolla zu erleben. 

Pressebilder zum Download:
Christine Rauh, 2015, Foto © Asja Caspari
Benyamin Nuss, 2015, Foto © Nadine Targiel
(frei zur Berichterstattung über das entsprechende Konzert bei Nennung der Copyrightangaben)

Den Beginn des Abends läuten die bearbeiteten drei kurzen Stücke »Three Preludes« von George Gershwin ein, die einen leichten Gestus und jazzige Einschläge besitzen. Hieran lässt sich erneut das etwas erweiterte Konzept von B.E.N.K erkennen, das neben zeitgenössischer Musik auch weniger bekannte Werke aus dem 20. Jahrhundert beinhaltet, sich aber auch für andere Genres öffnet. Die anschließend erklingende Cello-Sonate wurde 1915 komponiert und zählt zu den späten Werken Claude Debussys.

Didier Lockwood ist ein zeitgenössischer französischer Jazz-Geiger und Komponist. Seinen »Barbizon Blues«, der auch den Titel des Konzertabends liefert, widmete er einer kleinen Künstlerkolonie, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der nordfranzösischen Gemeinde Barbizon lebte. Zum Abschluss lassen die jungen Künstler »Le Grand Tango« von Astor Piazzolla auf Klavier und Cello erklingen.

Christine Rauh, Violoncello
Benyamin Nuss, Klavier

George Gershwin
Three Preludes
Claude Debussy
Sonate
Didier Lockwood
Barbizon Blues
Walter Donaldson
My Baby just cares for me
Bohuslav Martinu
Variationen über ein Thema von Rossini
Manuel de Falla
Suite populaire espagnole
Benyamin Nuss
Poème
Nikolai Kapustin
Nearly Waltz, Elegy and Burlesque
Astor Piazzolla
Le Grand Tango

Karten (12 € | ermäßigt 8 €)
Künstlerhaus Schloss Balmoral, Tel.: 02603 9419-0
Orchesterbüro, Tel.: 0261 3012-272
Online über www.ticket-regional.de
Abendkasse ab 19.00 Uhr

Die Reihe B.E.N.K ist eine Kooperation des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral.

 

Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems, Freitag, 29. Januar 2016, 19 Uhr

Stefanie Klingemann | Zeljko Vidovic

Am Freitag, dem 29. Januar um 19 Uhr wird die erste Ausstellung der Stipendiatinnen und Stipendiaten 2015 im neuen Jahr in die Römerstraße 27 eröffnet. Zu sehen sind Arbeiten von Stefanie Klingemann aus Köln und Zeljko Vidovic aus Offenbach und Frankfurt a. M., die seit Juni 2015 für neun Monate im Schloss Balmoral leben und arbeiten. In diesem Jahr konzentrierten sich die Balmoral-Stipendien auf das Motto »Dada« - die Doppelausstellung gibt weitere Einblicke, welche Rolle die fast 100-jährige Bewegung in der heutigen künstlerischen Praxis spielt.

Pressebilder zum Download:
Stefanie Klingemann, Ausschnitt aus »Pinselstübchen Bad Ems« (aus der Serie »working women«), 2015 © Stefanie Klingemann
Zeljko Vidovic, »was ich sehe«, 2015 © Zeljko Vidovic 
(frei zur Berichterstattung über die entsprechende Ausstellung bei Nennung der Copyrightangaben) 

Stefanie Klingemann (*1977 in Moers) reagiert mit ihren Arbeiten unmittelbar auf die vorgefundenen Gegebenheiten. Verhältnisse von Kunst und Alltag, Original und Imitation oder auch Trivial- und Hochkultur werden untersucht. Merkmale der Reproduktion und das Spiel mit Bildern unserer alltäglichen Medienkultur kennzeichnen ihr künstlerisches Handeln. Durch ihre Interventionen macht sie auf Klischees, festgefahrene Ansichten und Wertesysteme aufmerksam. Sie schlüpft selbst in die Rolle ihrer Hauptdarstellerinnen, so auch in ihrer aktuellen Werkserie zum Thema »working women – Arbeiten in Bad Ems«. In der Ausstellung präsentiert sie eine ortsbezogene Installation und agiert darin während der Eröffnung.

Zeljko Vidovic (*1977 in Livno, Bosnien und Herzegowina) arbeitet mit den Medien Zeichnung, Video, Sprache sowie Klang und aktuell auch mit Bildhauerei. Er verfilmt im Internet gefundene alte Fotos oder Filme, aber auch aktuelle Bilder aus der Medienwelt. Ihn interessiert die Ambivalenz der Konfrontation von Altem und Neuem, Körper und Affekt. Das angeeignete Material verknüpft er collageartig mit eigenen Zeichnungen und animiert sie zuweilen am Computer. Begleitet von Musik oder Sprachsequenzen aus Filmen erweckt er die geschaffenen Bildwelten in seinen Videos zum Leben. Seine Arbeitsweise ist intuitiv – zufällig entstandene Verknüpfungen und Formen greift er auf und entwickelt sie weiter.

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 30. Januar bis 17. April 2016
Öffnungszeiten: Samstag, 30. und Sonntag, 31. Januar, 14 bis 17 Uhr sowie Montag bis Freitag nach Vereinbarung

Mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Balmoral 03 e.V.

 

Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral« – Freitag, 11. Dezember 2015, 19 Uhr, Römerstraße 27, Bad Ems

Jonathan Baldock | Johanna Smiatek

Am Freitag, dem 11. Dezember um 19 Uhr wird die dritte Ausstellung der diesjährigen Stipendiatinnen und Stipendiaten im »Made in Balmoral« in der Römerstraße 27 eröffnet. Zu sehen sind Arbeiten von Jonathan Baldock aus London und Johanna Smiatek aus Berlin, die seit Juni für neun Monate im Schloss Balmoral leben und arbeiten. In diesem Jahr konzentrieren sich die Balmoral-Stipendien auf das Motto »Dada« - die Doppelausstellung gibt weitere Einblicke, welche Rolle die fast 100-jährige Bewegung in der heutigen künstlerischen Praxis spielt.

Pressebilder zum Download:
Jonathan Baldock, der Künstler blickt durch eine seiner performativen Skulpturen, 2014 © Jonathan Baldock
Johanna Smiatek, bearbeiteter Filmstill, 2015 © Johanna Smiatek 
(frei zur Berichterstattung über die entsprechende Ausstellung bei Nennung der Copyrightangaben) 

Jonathan Baldock (*1980 in Großbritannien) erarbeitet Skulpturen, bei denen die Grenzen zwischen leblosem Objekt und Mensch verschwimmen. Seine Charaktere stehen stets in Verbindung zum menschlichen Körper – sei es hinsichtlich der Form, der Maße oder der Oberflächenbeschaffenheit. Den Ausstellungsraum verwandelt er zuweilen in surreale Szenerien, die an Bühnenbilder erinnern. Wie bei den historischen Dadaisten tauchen auch bei ihm vermehrt Masken als Transformationsmotive auf. Wir sind eingeladen, in seine Bildwelten einzutauchen und ihre Atmosphäre mit allen Sinnen wahrzunehmen. Hierzu lockt Jonathan Baldock auch mit unterschiedlichen Materialien, beispielsweise mit Textilien wie Filz oder Strick, die unseren Tastsinn ansprechen.

Johanna Smiatek (*1967 in Hannover) entwickelt interaktive Arbeiten, die sich auf das Unterbewusste und Widersprüche in unserer Gesellschaft beziehen. Auch der Wunsch nach Glamour und Luxus sowie Gold als Symbol jeglichen Begehrens spielen dabei eine zentrale Rolle. Im Grenzbereich zwischen dem Natürlichen und dem Künstlichen, zwischen Realität und Täuschung, zwischen moderner Technik und menschlicher Gefühlswelt thematisiert Johanna Smiatek Narzissmus und Rollenklischees. Mit hintergründigem Witz bearbeitet die Künstlerin alltägliche Gegenstände mit minimalen Eingriffen und führt diese ad absurdum. So entwickeln beispielsweise Schuhe, überdimensionale Lippenstifte oder auch Spiegel ein subtiles und irritierendes Eigenleben.

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 12. Dezember 2015 bis 24. Januar 2016
Öffnungszeiten: Samstag, 12. und Sonntag, 13. Dezember, 14 bis 17 Uhr sowie Montag bis Freitag nach Vereinbarung

Mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Balmoral 03 e.V.

 

Balmoral- und Landesstipendiatinnen und -stipendiaten 2016

15 Künstlerinnen und Künstler sowie eine Kuratorin aus der ganzen Welt werden im Jahr 2016 mit einem Balmoral- oder Landesstipendium gefördert. Aus 379 gültigen Bewerbungen hat eine unabhängige Fachjury die Künstlerinnen und Künstler ausgewählt. Ein Teil der Stipendiatinnen und Stipendiaten erhält die Möglichkeit, direkt im Künstlerhaus in Bad Ems zu leben und zu arbeiten; die anderen erhalten Projekt-, Auslands- und Austauschstipendien.

Pressebild zum Download:
Ralf Ziervogel, 2015, © Ralf Ziervogel
(frei zur Berichterstattung über die Stipendienbekanntgabe bei Nennung der Copyrightangaben)  

Die neun Anwesenheitsstipendiatinnen und –stipendiaten werden ab Juni 2016 im Künstlerhaus Schloss Balmoral zum Medium »Zeichnung« begrüßt. Die Jury entschied, ein neunmonatiges Stipendium in drei dreimonatige aufzusplitten, somit wurden für 2016 fünf dreimonatige und drei neunmonatige Balmoral-Stipendien sowie ein Kuratorenstipendium vergeben. Das Künstlerhaus, das sich in Trägerschaft der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur befindet und dessen künstlerische Leitung seit 2013 Dr. Oliver Kornhoff innehat, fördert Bildende Künstlerinnen und Künstler. 

Die dreimonatigen Aufenthaltsstipendien ab Juni oder September erhalten die Künstlerinnen und Künstler Danja Erni (*1977 in Schupfart, Schweiz), Anne Gathmann (*1973 in Remscheid), Gabriela Oberkofler (*1975 in Bozen, Italien), David Semper (*1980 in Wuppertal) und Ralf Ziervogel (*1975 in Clausthal-Zellerfeld). Danja Erni arbeitet mit Zeichnung, Illustration, Animation, Video und Performance, wobei die Durchlässigkeit von Kunst und Alltag eine wichtige Rolle spielt; so möchte sie in Bad Ems gemeinsam mit verschiedenen Akteuren Zeichnen als Medium zum Austausch unterschiedlicher Blicke auf aktuelle gesellschaftliche Themen erproben. Anne Gathmann erweitert das Medium Zeichnung ins Räumliche – während des Stipendiums plant sie mit Glasflächen zu arbeiten, die sie mit Linien versieht und zu dreidimensionalen Strukturen anordnet. Gabriela Oberkofler möchte sich ausgehend von der Zeichnung vertiefend mit Beziehungen zwischen Mensch, Tier und Natur auseinandersetzen und beispielsweise das Phänomen der Rückkehr des Wolfes untersuchen. David Semper nutzt das Material, mit dem gezeichnet wird als Ausgangspunkt; zum Beispiel versucht er Grafit in jeglichen Zuständen zu erkunden, ob als Pigment oder als Feststoff. Ralf Ziervogel lässt in seinen Arbeiten Text und Bild, Form und Struktur auf sensible und akribische Weise verschmelzen; während der gesamten Stipendienzeit möchte er ZEICHNEN ZEICHNEN ZEICHNEN …

Drei neunmonatige Anwesenheitsstipendien im Schloss Balmoral werden an folgende Künstlerinnen und Künstler verliehen: William Engelen (*1964 in Weert, Niederlande), Dagmara Genda (*1981 in Koszalin, Polen) und Christian Pilz (*1978 in Ascot, Großbritannien). William Engelen ist Bildender Künstler sowie Komponist und plant in Bad Ems die Beziehung zwischen grafischer Notation und möglicher Umsetzung in Klang weiter zu erforschen. Dagmara Gender erkundet das Medium Zeichnung als grafisches Vokabular und dessen Beziehung zum jeweiligen Inhalt – ihr Stipendium möchte sie zur Reflektion über ihre eigene zeichnerische Sprache nutzen und diese weiterentwickeln. Christian Pilz entwirft in seinen Zeichnungen parallele Welten, die netzwerkartig durch formale und inhaltliche Verdichtung entstehen; auf Schloss Balmoral plant er eine fortschreitende mehrteilige Bleistiftzeichnung zu entwickeln.

Die Stipendien für rheinland-pfälzische Künstlerinnen und Künstler sind hinsichtlich des Mediums offen: Jonas Weber Herrera (*1978 in Landau), der das sechsmonatige Stipendium für New York erhält, beschäftigt sich in seiner Medien- und Videokunst kritisch mit Themen, gegenüber denen er eine Ohnmacht empfindet und die in ihrer Komplexität mit Worten nur schwer zu fassen sind. Anna Maria Tekampe ( *1983 in Mainz) wird für ein halbes Jahr in Paris ihre künstlerische Forschung zum Individuum, das zwischen Stimmungen  und Rollen hin und her geworfen wird, vertiefen und möchte daraus eine großformatige Installation entwickeln. Dem Künstler Matthias Glässer (*1970 in Birkenfeld) wurde das zweite Stipendium für Paris verliehen; in seiner Malerei sowie mit Installationen und Objekten erforscht er ökologische Prozesse und unterschiedliche Erfahrungswelten des Menschen. Eva Kietzmann (*1977 in Mainz) wird drei Monate in Südkorea verbringen, wo sie einen Videoessay zur Planstadt New Songdo City nahe Seoul entwickeln möchte – bereits seit längerem beschäftigt sie sich in ihrer Arbeit mit der Privatisierung von Stadtraum und deren ästhetischen Auswirkungen. Christoph Medicus (*1983 in München) erhält ein Stipendium für das brandenburgische Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf; dort wird er seine skulpturale und installative Arbeit fortführen, in der er sich unter anderem mit der Ästhetik von Massentauglichkeit sowie vorgefundenen sozialen und architektonischen Verhältnissen auseinandersetzt. 

Die beiden sechsmonatigen Projektstipendien wurden an Petra Mattheis (*1967 in Moers) und Markus Georg Reintgen (*1963 in Nastätten) vergeben. Petra Mattheis, die in Mainz studiert hat, möchte ihre Arbeit »BAM – Become a Menstruator« weiterentwickeln und eine Druckserie erarbeiten, mit der sie der meist negativen Konnotation der Menstruation positive Bilder entgegensetzt. Markus Georg Reintgen plant sein Fotoprojekt PRORA fortzusetzen, für das er den komplexen und widersprüchlichen Wandel  hinsichtlich der nationalsozialistischen Monumentalarchitektur des ehemaligen KdF-Seebades auf Rügen dokumentiert.

Regine Ehleiter (*1985 in Fulda) erhält das neunmonatige Kuratorenstipendium im Künstlerhaus Schloss Balmoral. Die Kunst- und Kulturwissenschaftlerin forscht derzeit zum Thema »Publikation als Ausstellungsmedium« und möchte sich während des Stipendiums verstärkt mit medialen Vermittlungsformen künstlerischer Arbeit sowie grundlegenden Fragen kuratorischer Praxis beschäftigen. Im letzten Monat des Stipendienaufenthalts wird sie die Abschlussausstellung mit allen Stipendiatinnen und Stipendiaten in den historischen Räumen des Arp Museums Bahnhof Rolandseck realisieren.

Für die 16 Balmoral- und Landesstipendien lagen der Jury insgesamt 379 gültige Bewerbungen aus aller Welt vor. Die hohe Anzahl an Bewerbungen ist eine überaus erfreuliche Resonanz, die für die Qualität des Stipendienangebotes des Landes Rheinland-Pfalz spricht. Besonders zahlreich haben sich wieder Künstlerinnen und Künstler für die internationalen Anwesenheitsstipendien im Schloss Balmoral beworben. 2016 konzentrieren sich die Balmoral-Stipendien dabei auf Zeichnung. Das breite Verständnis von Zeichnung, die nicht ausschließlich als Arbeit mit Grafit auf Papier zu verstehen ist, verdeutlicht die reiche Bandbreite des Mediums. 

Die Ausschreibung der Balmoral- und Landesstipendien für 2017 erfolgt Anfang Mai 2016. 

 

Vortrag von Juri Steiner - Donnerstag, 29. Oktober 2015, 19 Uhr

»S.O.S. DADA - THE WORLD IS A MESS«

Am Donnerstag, dem 29. Oktober 2015 um 19 Uhr ist Juri Steiner, Leiter des 100-jährigen Dada-Jubiläums Zürich 2016, mit einem Vortrag zu Gast im Künstlerhaus Schloss Balmoral. Hinsichtlich der Konzentration der Anwesenheitsstipendien 2015/16 auf das Motto »Dada« widmet sich Juri Steiner dem Thema »S.O.S. DADA – The World is a Mess« (Die Welt ist ein Durcheinander).

2015 - kurz vor dem 100. Geburtstag – realisiert die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia als Rahmenveranstaltung zur Kunstbiennale in Venedig einen fünfteiligen Salon Suisse zum Thema »S.O.S. DADA«. Bis zum heutigen Tag steht Dada für den radikalen Versuch der Avantgarde, die Grenzen und Herausforderungen der Gedanken weiterzutreiben. So relevant Dada 1916 soziale und kulturelle Fragen stellte, so offen ist der Brückenschlag zwischen damals und heute. Kann Dada nach der Situationistischen Internationalen, nach Fluxus, Pop und Punk, Kunst und Literatur immer noch zu Hilfe eilen in einer Welt, die gemäß der ehemaligen Außenministerin Madeleine Albright »a Mess« (ein Durcheinander) geworden ist? Juri Steiner erzählt aus der Küche zum 100-jährigen Dada-Jubiläum in Zürich und der weiteren Umgebung.

Juri Steiner ist 1969 in Zürich geboren. Er arbeitet als Kurator, Vermittler und Kritiker. Seit 2011 ist er für die Entwicklung und Realisierung des Dada-Jubiläums »dada100zuerich2016.ch« zuständig.

Der Eintritt zum Vortrag ist frei.

 

Fotografie-Workshop mit Astrid Busch - Samstag, 7. November 2015, 10 bis 18 Uhr

»Kontraste – Licht und Dunkelheit«

Am Samstag, den 7. November von 10 bis 18 Uhr haben Interessierte die Möglichkeit, unter der Anleitung der Berliner Künstlerin Astrid Busch eigene fotografische Erzählungen zu erarbeiten. Unter dem Titel »Kontraste – Licht und Dunkelheit« werden formale Fragen wie der Umgang mit Räumlichkeit, Farbe, Licht und Dynamik thematisiert und ungewöhnliche Perspektiven ausprobiert. 

Pressebild zum Download: 
Astrid Busch, »Funky Town«, © Astrid Busch
(frei zur Berichterstattung über die entsprechende Ausstellung bei Nennung der Copyrightangaben) 

Wie inszeniert man eine künstlerische Fotografie, wie kann man Licht einfach und mit wenig technischem Aufwand einsetzen und zur Bildgestaltung nutzen? 

Zusätzlich gibt es die Gelegenheit, bei einem Atelierbesuch mit Stipendiatinnen und Stipendiaten des Künstlerhauses ins Gespräch zu kommen. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. 

Bitte mitbringen: Digitale Kamera, damit die Ergebnisse des Kurses angeschaut und besprochen werden können. Eine einfache Lichtquelle, z.B. eine Taschenlampe und je nach Wunsch ein Lieblingsbild.

Gebühr: 80 Euro
Verbindliche Anmeldung bis zum 30. Oktober unter: mail@astridbusch.com 

 

Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral« – Freitag, 23. Oktober 2015, 19 Uhr, Römerstraße 27, Bad Ems

Isa Bordat | Anna Lehmann-Brauns

Am Freitag, dem 23. Oktober um 19 Uhr wird die zweite Ausstellung der diesjährigen Stipendiatinnen und Stipendiaten im »Made in Balmoral« in der Römerstraße 27 eröffnet. Zu sehen sind Arbeiten der Künstlerinnen Isa Bordat aus Frankreich und Anna Lehmann-Brauns aus Berlin, die seit September für drei Monate im Schloss Balmoral leben und arbeiten. In diesem Jahr konzentrieren sich die Balmoral-Stipendien auf das Motto »Dada« – die Doppelausstellung gibt weitere Einblicke, welche Rolle die fast 100-jährige Bewegung in der heutigen künstlerischen Praxis spielt.

Pressebilder zum Download:
Isa Bordat, »The place to be« (Detail), 2015, © Isa Bordat
Anna Lehmann-Brauns, »Bad Ems«, 2015, © Anna Lehmann-Brauns 
(frei zur Berichterstattung über die entsprechende Ausstellung bei Nennung der Copyrightangaben)  

Isa Bordat (*1961 in Nantes, Frankreich; lebt und arbeitet in Autun) arbeitet mit zahlreichen Medien: Malerei, Fotografie, Keramik, Installation, Sprache, Performances sowie Künstlerbüchern. Spielerisch bringt sie eine Vielfalt von Materialien zum Einsatz, häufig aus unserer Alltagswelt wie seinerzeit die Dadaisten. Isa Bordat, die das Balmoral-Stipendium im Zuge des Austausches zwischen dem Land Rheinland-Pfalz und der Partnerregion Burgund erhalten hat, versucht uns stets zu überraschen. Die Künstlerin beschäftigt sich mit menschlichen Emotionen, der Wichtigkeit von Worten oder auch dem Genuss des Essens. Deshalb ist von Liebesbriefen zum Anfassen über Kochperformances im Wald bis hin zu gefesselten Stühlen alles möglich!

Anna Lehmann-Brauns' (*1967 in Berlin, wo sie lebt und arbeitet) Medium ist die Fotografie. Ihr Interesse gilt der besonderen Stimmung und Ambivalenz von Orten – menschenleere Hotelzimmer, Fabriken, Theater, Bars etc. Sie hält Vorgefundenes in oft ungewollt komischer und verblüffender Formation fest. Während des Stipendiums plant sie, sich der Bäderarchitektur und dem, was aus ihr geworden ist, in Bad Ems und Umgebung fotografisch zu nähern. Der Zufall spielt in der Arbeit von Anna Lehmann-Brauns eine große Rolle. Das rein zufällig Gruppierte wird durch ihren ästhetischen Blickwinkel zu etwas Neuem und Spannendem. Den realen Orten verleiht sie in ihren Fotos eine surreale Qualität.

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 24. Oktober bis 6. Dezember 2015
Öffnungszeiten: Samstag, 24. und Sonntag, 25. Oktober 2015, 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung

Mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Balmoral 03 e.V.

 

Offene Ateliers – Samstag, 26. und Sonntag, 27. September 2015, 14 bis 19 Uhr

Am Samstag, den 26. und Sonntag, den 27. September laden die aktuellen Stipendiatinnen und Stipendiaten des Künstlerhauses Schloss Balmoral in Bad Ems in ihre Ateliers ein. Besucherinnen und Besucher haben die einmalige Gelegenheit, hinter die Kulissen zu schauen und mit den internationalen Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch zu kommen. Die Studios von Jonathan Baldock, Isa Bordat, Stefanie Klingemann, Anna Lehmann-Brauns, Johanna Smiatek und Zeljko Vidovic sind jeweils von 14 bis 19 Uhr geöffnet. 

Pressebild zum Download: Blick ins Atelier von Johanna Smiatek, Foto: Tobias Vollmer

Insgesamt öffnen etwa 250 Künstlerinnen und Künstler in Rheinland-Pfalz ihre Ateliers. Die Aktion des Berufsverbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler Rheinland-Pfalz e. V. findet in diesem Jahr zum 23. Mal statt und wird vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur unterstützt. 

Weitere Infos zu den aktuellen Stipendiatinnen und Stipendiaten finden Sie auf unserer Webseite www.balmoral.de; Informationen zu der Aktion insgesamt unter: www.bbkrlp.de.

 

Vortrag von Adrian Notz, Direktor Cabaret Voltaire, Zürich – Dienstag, 22. September 2015, 19 Uhr

»Dada als Widerstand in der Kunst!«
Am Dienstag, dem 22. September um 19 Uhr ist Adrian Notz, Direktor des Cabaret Voltaire, Zürich mit einem Vortrag zu Gast im Künstlerhaus Schloss Balmoral. Hinsichtlich der Konzentration der Anwesenheitsstipendien 2015/16 auf das Motto Dada widmet sich Adrian Notz dem Thema »Dada als Widerstand in der Kunst!«. Im Vortrag erläutert er die These »Was der Künstler für den Bürger ist, ist der Dadaist für den Künstler«.  

Pressebild zum Download: Adrian Notz, © Foto: Fabian Frinzel, 2014
(frei zur Berichterstattung über die entsprechende Veranstaltung bei Nennung der Copyrightangaben)    

Das Cabaret Voltaire ist der weltweit einzige Kulturort, der sich ausschließlich Dada widmet. Es versteht sich als Kompetenzzentrum und kulturell wie kulturhistorisch bedeutender Ort der philosophischen und künstlerischen Auseinandersetzung mit Dada bis in die Gegenwart.

Der Eintritt zum Vortrag ist frei. 

 

Vortrag von Dr. Ralf Burmeister – Freitag, 21. August 2015, 19 Uhr

»Dada ist mehr als Dada«

Am Freitag, dem 21. August 2015 um 19 Uhr ist Dr. Ralf Burmeister von der Berlinischen Galerie mit einem Vortrag zu Gast im Künstlerhaus Schloss Balmoral. Hinsichtlich der Konzentration der Anwesenheitsstipendien 2015/16 auf das Motto »Dada« widmet sich Dr. Ralf Burmeister dem Thema »Dada ist mehr als Dada«.

99 Jahre nach Formierung der Dada-Bewegung und ihrem kurzen, aber für die Kunstentwicklung des 20. Jahrhunderts überaus bedeutsamen Wirken, ist die Frage, was Dada war, ungebrochen spannend. Die historischen Rahmenbedingungen zum Entstehen der sogenannten Anti-Kunst werden ebenso vorgestellt wie die aus ihr erwachsenen bildnerischen Innovationen. Was Dada einte, war kein Stil, sondern eine geistig künstlerische Konzeption, eine Haltung. Und eben diese Haltung ist immer aktuell, nicht nur im Künstlerischen. Denn schließlich ist »unser Kopf rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann« (Francis Picabia).

Dr. Ralf Burmeister ist Kurator und Leiter der Künstler-Archive der Berlinischen Galerie, Landesmuseum für moderne Kunst, Fotografie und Architektur. Als ausgewiesener Dada-Experte ist er Lehrbeauftragter der Humboldt-Universität zu Berlin und derzeit in Vorbereitung einer Ausstellung mit dem Titel »DADA Afrika«, die die dadaistische Rezeption außereuropäischer Kunst thematisiert.

Der Eintritt ist frei.

 

Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral« – Freitag, 7. August 2015, 19 Uhr, Römerstraße 27, Bad Ems

Joana BC | Ahram Kwon

Am Freitag, dem 7. August um 19 Uhr wird die nächste Ausstellung im »Made in Balmoral« in der Römerstraße 27 eröffnet. Es ist die erste Präsentation der diesjährigen Stipendiatinnen und Stipendiaten. Zu sehen sind Arbeiten der Künstlerinnen Joana BC aus Portugal und Ahram Kwon aus Südkorea, die seit Juni für drei Monate im Schloss Balmoral leben und arbeiten. In diesem Jahr konzentrieren sich die Balmoral-Stipendien auf das Motto »Dada« – die Doppelausstellung gibt erste Einblicke, welche Rolle die fast 100-jährige Bewegung in der heutigen Zeit spielt. 

Pressebilder zum Download:
Joana BC, »BC and The Great Invisible Ones: The Emperor of Dreams, the High Priestess and the Sacred Billy Goat«, 2015, © Joana BC
Ahram Kwon, »Words without Words«, 2015, Mixed Media, © Ahram Kwon
(frei zur Berichterstattung über die entsprechende Ausstellung bei Nennung der Copyrightangaben)   

Joana BC (*1986 in Porto, Portugal; lebt und arbeitet in Porto) beschäftigt sich mit Dada-Performances und Theater. Ihre Kunst (Zeichnung, Malerei und Skulptur) zeichnet stets eine spielerische und spontane Herangehensweise aus, zu der auch das Einbeziehen von gefundenem Material gehört. Während ihres Stipendiums auf Balmoral arbeitet Joana BC zum Stück »Le Coeur à Gas« – das Gasherz – des historischen Dada-Heroen Tristan Tzara. Sie erschafft lebensgroße, groteske Skulpturen und Malereien, die sie als Darstellerinnen und Darsteller einsetzt, um das Stück neu zu inszenieren. In ihren Arbeiten treffen Emotion und Realität aufeinander, so dass ihre Protagonisten sowohl lustig als auch traurig, fies und sanft zugleich, bösartig und liebevoll, ernsthaft und humorvoll sind.

Ahram Kwon (*1987 in Bucheon, Südkorea; lebt und arbeitet in Seoul) ist unsere südkoreanische Austauschstipendiatin. Ihr Interesse gilt den konstituierenden Elementen unseres Lebens und speziell unserer Kommunikation. Derzeit widmet sie sich vor allem der Sprache und ihren unterschiedlichen Bestandteilen – Buchstaben, Klang und Bedeutung. Auch wenn die Künstlerin sich nicht explizit zum Motto »Dada« beworben hat, bereichert ihre Beschäftigung mit Sprache das aktuelle Jahresthema. Durch die Erfahrung mit Sprachen, die die Künstlerin nicht versteht, rückt sie die eigenständige Form unabhängig des Sinngehalts in den Vordergrund. So untersucht sie in Bad Ems das Deutsche hinsichtlich Struktur sowie Klang und nutzt die Wörter als Material für ihre Sound- und Videoinstallationen.

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 8. August bis 11. Oktober 2015
Öffnungszeiten: Samstag, 8. und Sonntag, 9. August 2015, 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung

Mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Balmoral 03 e.V.


Fotografie-Workshop mit Astrid Busch - Samstag, 29. August 2015, 10 bis 18 Uhr

»Kontraste – Licht und Dunkelheit«

Am Samstag, den 29. August von 10 bis 18 Uhr haben Interessierte die Möglichkeit, unter der Anleitung der Berliner Künstlerin Astrid Busch eigene fotografische Erzählungen zu erarbeiten. Unter dem Titel »Kontraste – Licht und Dunkelheit« werden formale Fragen wie der Umgang mit Räumlichkeit, Farbe, Licht und Dynamik thematisiert und ungewöhnliche Perspektiven ausprobiert. 

Pressebild zum Download: 
Astrid Busch, »Funky Town«, © Astrid Busch
(frei zur Berichterstattung über die entsprechende Ausstellung bei Nennung der Copyrightangaben) 

Wie inszeniert man eine künstlerische Fotografie, wie kann man Licht einfach und mit wenig technischem Aufwand einsetzen und zur Bildgestaltung nutzen? 

Zusätzlich gibt es die Gelegenheit, bei einem Atelierbesuch mit Stipendiatinnen und Stipendiaten des Künstlerhauses ins Gespräch zu kommen. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. 

Bitte mitbringen: Digitale Kamera, damit die Ergebnisse des Kurses angeschaut und besprochen werden können. Eine einfache Lichtquelle, z.B. eine Taschenlampe und je nach Wunsch ein Lieblingsbild.

Gebühr: 80 Euro
Verbindliche Anmeldung bis zum 20. August unter: mail@astridbusch.com 

Am Samstag, den 12. September von 10 bis 17 Uhr bietet der an der Lahn lebende Künstler Thomas Kohl wieder einen Kurs zur Malerei an. Weitere Infos finden Sie unter: www.balmoral.de.

 

477 Bewerbungen für die Stipendien 2016

Für die Balmoral- und Landesstipendien 2016 sind 477 Bewerbungen aus aller Welt im Künstlerhaus Schloss Balmoral eingegangen. Eine überaus erfreuliche Resonanz, die für die Qualität des Stipendienangebotes des Landes Rheinland-Pfalz spricht. Die Bewerbungsfrist endete am 30. Juni 2015. Insgesamt werden für das nächste Jahr 14 Stipendien vergeben. 

Auch in diesem Jahr haben sich wieder besonders zahlreich Künstlerinnen und Künstler für die internationalen Anwesenheitsstipendien im Schloss Balmoral beworben. Für diese musste der Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit im Medium Zeichnung liegen. Die hohe Anzahl an Bewerbungen bestätigt auch im dritten Jahr die Attraktivität der Konzentration auf ein Genre hinsichtlich der Balmoral-Stipendien. Gleichzeitig ist der inzwischen hohe Stellenwert der Kunstgattung Zeichnung nicht zu übersehen. Sie hat ihren papiernen Rahmen verlassen und erstreckt sich durch den Einsatz von neuen Methoden und Materialien weit über die angestammten Gattungsgrenzen hinaus. Als Widerhall dieser Entwicklungen wurden die Anwesenheitsstipendien 2016 zukunftweisend für Zeichnung ausgeschrieben. Seit 2013 werden die Stipendien jeweils für eine künstlerische Gattung oder ein Thema vergeben. Durch den Fokus soll eine noch stärkere gegenseitige kreative Befruchtung unter den anwesenden Künstlerinnen und Künstlern ermöglicht werden.

Die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten wird voraussichtlich Ende Oktober bekannt gegeben. Die nächste Ausschreibung der Balmoral- und Landesstipendien erfolgt Anfang Mai 2016.

 

20-jähriges Jubiläum | Sommerfest | Begrüßung der neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten, Samstag, 27. Juni 2015 ab 17 Uhr

Am Samstag, den 27. Juni 2015 ab 17 Uhr findet im und um das Künstlerhaus Schloss Balmoral das alljährliche Sommerfest statt. In diesem Jahr gibt es einen besonderen Anlass, das Künstlerhaus feiert sein 20-jähriges Bestehen. Gleichzeitig werden auch die neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten begrüßt und vorgestellt, die ab Juni für drei oder neun Monate in Bad Ems leben und arbeiten: Jonathan Baldock, Joana BC, Stefanie Klingemann, Ahram Kwon, Johanna Smiatek, Zeljko Vidovic und Julia Thiemann. 

Die Balmoral-Stipendien stehen 2015 unter dem Motto »Dada«, was nicht zuletzt durch das 100-jährige Jubiläum der Bewegung im Jahr 2016 zustande gekommen ist. So widmet sich das Künstlerhaus Schloss Balmoral mit den Stipendiatinnen und Stipendiaten der Frage: Welche Rolle spielt Dada heute noch? Auch das Jubiläums- und Sommerfest steht ganz im Zeichen Dadas – um es mit den Worten des Dada-Förderers Herwarth Walden zu sagen: »Die Sonne scheint und die Kunst leuchtet« (1917).

Zur Begrüßung um 17 Uhr sprechen Vera Reiß, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Frank Puchtler, Landrat des Rhein-Lahn-Kreises, Guido Lotz, Vorsitzender des Fördervereins Balmoral 03 e. V. und Dr. Oliver Kornhoff, künstlerischer Leiter von Schloss Balmoral.

Im Anschluss gibt es zahlreiche Programmpunkte: Das »Dada on Tour«-Zelt des Cabaret Voltaire in Zürich, der Geburtsstätte Dadas, macht im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz Station vor Schloss Balmoral – inklusive einer Multimedia-Präsentation zur 99-jährigen Geschichte der Kunstrichtung. Die neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten öffnen ihre Ateliers und geben erste Einblicke in ihre Arbeit. Ab 18 Uhr wird gegrillt und das »Triska Trio« spielt Live-Musik. Für all diejenigen, die das Künstlerhaus Schloss Balmoral und seine Geschichte noch nicht kennen, wird um 20 Uhr eine Schloss-Führung mit Annegret Werner-Scholz angeboten.

Anmeldung unter info@balmoral.de bis zum 22. Juni 2015.

Mit freundlicher Unterstützung durch:
Förderverein Balmoral 03 e. V.
Kultursommer Rheinland-PfalzSüwag Energie AGNaspa StiftungEmser Kränchen und Deinhard KG

Pressebilder zum Download: 
Künstlerhaus Schloss Balmoral - Querformat
Künstlerhaus Schloss Balmoral - Hochformat

(frei zur Berichterstattung über Veranstaltungen des Künstlerhauses) 

 

Konzert B.E.N.K – Bad Emser Neue Klänge, Freitag, 29. Mai 2015, 19.30 Uhr

The Mystic Chord
Musikalischer Makrokosmos mit Benoît Gagnon  

Im Schloss Balmoral erklingt ein musikalischer Makrokosmos. Im Rahmen der Konzertreihe Bad Emser Neue Klänge, eine Kooperation des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral, wird ein letztes Mal für diese Spielzeit ein Werk eines zeitgenössischen Komponisten zu hören sein. Am Freitag, den 29. Mai 2015 um 19.30 Uhr  wird der Pianist Benoît Gagnon das elektronisch verstärkte Klavier in Bad Ems zum Klingen bringen. 

Pressefoto zum Download: Benoît Gagnon

Der US-amerikanische Komponist George Crumb ist 1924 geboren und hat unter anderem bei Boris Blacher in Berlin studiert. Als einer der am häufigsten gespielten Komponisten der heutigen Zeit bereichert er das Leben aller, die sich auf seine tiefgreifend humanistische Kunst einlassen. In seinen Werken arbeitet er sowohl instrumental als auch vokal mit ungewöhnlichen Techniken, sodass ein großer Reichtum an Klangfarben entsteht.

In Bad Ems wird Benoît Gagnon das Werk »Makrokosmos«, Band 1 und Band 2 aufführen. Crumb selbst sagt, der »spirituelle Impuls« für diese Kompositionen käme von der dunklen Seite Chopins und der kindischen Fantasie des frühen Schumann. Titel und Format des Werkes dagegen sind von Béla Bartóks »Mikrokosmos« und Claude Debussys »24 Préludes« beeinflusst. Es handelt sich um Fantasiestücke für elektronisch verstärktes Klavier über die Tierkreiszeichen und einer dahinter verborgenen Person, die in diesem Zeichen geboren ist. 

Das ursprünglich geplante Konzert »Takemitsu« muss aus organisatorischen Gründen leider entfallen.

Benoît Gagnon, Klavier

George Crumb
Makrokosmos Band 1 & Band 2 

Karten (12 € | ermäßigt 8 €)
Künstlerhaus Schloss Balmoral, Tel.: 02603 9419-0
Orchesterbüro, Tel.: 0261 3012-272
Online über www.ticket-regional.de
Abendkasse ab 19.00 Uhr 

Die Reihe B.E.N.K ist eine Kooperation des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral.

 

Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«, Freitag, 17. April 2015, 19 Uhr

Nadja Schöllhammer
Kunstpreisträgerin 2015 des Fördervereins Balmoral 03 e. V.

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Künstlerhauses Schloss Balmoral im Jahr 2015 vergibt der Förderverein Balmoral 03 e. V. einen Kunstpreis. Aus den bisher rund 140 Künstlerinnen und Künstlern, die ein Anwesenheitsstipendium im Schloss Balmoral erhalten haben, wurde Nadja Schöllhammer als Preisträgerin ausgewählt. Die Künstlerin hat 2012 ein halbes Jahr im Künstlerhaus in Bad Ems verbracht. Zusammen mit der Preisverleihung wird am Freitag, den 17. April um 19 Uhr eine Einzelausstellung von Nadja Schöllhammer im »Made in Balmoral« in der Römerstraße 27, Bad Ems eröffnet. Zur Ausstellungseröffnung sprechen Walter Schumacher, Kulturstaatssekretär, Guido Lotz, Vorsitzender des Fördervereins Balmoral 03 e.V. und Dr. Oliver Kornhoff, künstlerischer Leiter von Schloss Balmoral. 

Pressebild zum Download:
Nadja Schöllhammer
, »INSOMNIA« (Detail), 2011/12, Papier, Cut-Outs, Einbrennungen, Acrylfarbe, Tusche u. a., 625 x 690 x 1700 cm, Installation, Große Kunstschau Worpswede, © Nadja Schöllhammer 
(frei zur Berichterstattung über die entsprechende Ausstellung bei Nennung der Copyrightangaben)

Nadja Schöllhammers (*1971 in Esslingen am Neckar, lebt und arbeitet in Berlin) Ausgangspunkt ist die Zeichnung. Diese erweitert sie durch Cut-Outs, Ausbrennungen und Schichtungen in den Raum hinein. Durch das Verweben der einzelnen Elemente entstehen Objektbilder und mitunter riesige begehbare Bilderwelten. Darin schafft sie spannungsreiche Gefüge, in denen Linien zu Strukturen und Papiere zu Gespinsten werden. Das Material Papier ist für sie Erinnerungsträger, weshalb auch vorgefundene und bereits bedruckte Papiere wie Zeitungs- und Buchseiten Verwendung finden. Thematisch umkreist Nadja Schöllhammer die unterschiedlichen Schichten der menschlichen Erinnerung, ihre Abgründe, das Unbewusste und Fantastische. Dabei verbinden sich Fragmente aus einem kollektiven und privaten Bilderfundus mit Darstellungen von Gewalt und Lust. Zartes und Niedliches kippt in hintergründig Bedrohliches. Mal glaubt man, narrative Elemente und Figuren zu erkennen, aber im nächsten Moment entziehen sich ihre papiernen Welten der rationalen Wahrnehmung. 

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems 
Ausstellungsdauer: 18. April bis 26. Juli 2015
Öffnungszeiten: Samstag, 18. und Sonntag, 19. April 2015, 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung

Mit freundlicher Unterstützung durch Deinhard KGEmser Kränchen TafelwasserLOTTO Rheinland-Pfalz - Stiftung und Eaton Industries GmbH 

 

Künstlerkurs mit Thomas Kohl, Samstag, 9. Mai 2015, 10 - 17 Uhr

Malen im Schloss Balmoral

Am Samstag, den 9. Mai von 10 bis 17 Uhr können Interessierte unter dem Titel »Von der Natur der Malerei« im Künstlerhaus Bad Ems selbst kreativ tätig werden. Ausgehend vom individuellen Wissensstand der Teilnehmenden erarbeitet der Kurs zeichnerische und malerische Möglichkeiten im Angesicht der Natur und in Wechselwirkung mit der zeitgenössischen Kunst. 

Unter der sachkundigen Anleitung des an der Lahn lebenden Künstlers Thomas Kohl werden Sie im Künstlerhaus Schloss Balmoral in die Techniken der Aquarell- und Acrylmalerei ein- oder auch weitergeführt. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich, das Material wird gestellt. 

Verbindliche Anmeldung bis zum 3. Mai unter: post@thomaskohl.de / Tel. 06439 5216 
Gebühr: 80 Euro inklusive Material

 

Vortrag von Prof. Dr. Matthias Bleyl, Dienstag, 24. Februar 2015, 19 Uhr

Farbe folgt Form – Form folgt Farbe
Ein altes und ein neues Problem der neueren Kunst
 

Am Dienstag, den 24. Februar 2015 um 19 Uhr ist Prof. Dr. Matthias Bleyl, Kunsthochschule Berlin Weißensee, mit einem Vortrag zu Gast im Künstlerhaus Schloss Balmoral. Hinsichtlich der Konzentration der Anwesenheitsstipendien 2014/15 auf Malerei – wobei auch die Grenzen und Möglichkeiten des Mediums ausgelotet werden – widmet sich Prof. Dr. Bleyl dem Thema »Farbe folgt Form – Form folgt Farbe«. In der heutigen, im weitesten Sinn »konkreten« Kunst, finden sich zunehmend dreidimensionale, farbige Werke, die jedoch aus sehr verschiedenen Traditionen entstehen. Während bildhauerische Arbeiten mit farbiger Fassung schon in der Antike und seither recht konstant bis heute zu finden sind, ist Malerei, die sich den Raum erschließt, ein sehr junges Phänomen. Der Vortrag berücksichtigt beide Ansätze und ihre jeweiligen Ursprünge. 

Prof. Dr. Matthias Bleyl (*1953), promovierte 1980 an der Ruhr-Universität Bochum, war anschließend als Assistent an der Universität Frankfurt am Main tätig und habilitierte 1988 an der Universität des Saarlandes. Er übernahm verschiedene Lehraufträge, Vertretungen und Gastprofessuren, unter anderem an der Universität Freiburg im Breisgau, der Universität Regensburg, der Universität Paris-Nanterre und der Uralischen Bundes-Universität Jekaterinburg. Seit 1993 ist er ordentlicher Professor für Allgemeine Kunstgeschichte mit Schwerpunkt 20. Jahrhundert an der Weißensee Kunsthochschule Berlin. Er hat zahlreiche Publikationen zur Kunstgeschichte der Neuzeit bis zur Gegenwart veröffentlicht.

 

Konzert B.E.N.K – Bad Emser Neue Klänge, Donnerstag, 19. Februar 2015, 19.30 Uhr

Mythische Flötentöne mit Carin Levine

Die mythische Flöte – präsentiert von einer weltbekannten Flötistin! Für das dritte Konzert der laufenden Spielzeit aus der Reihe B.E.N.K – Bad Emser Neue Klänge, eine Kooperation des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral, konnte die renommierte Künstlerin Carin Levine gewonnen werden. Am Donnerstag, 19. Februar 2015 um 19.30 Uhr ist die Solistin mit ihren kleinen und großen Instrumenten im Schloss Balmoral zu erleben.

Pressefoto zum Download: Carin Levine

Wer sich mit Flöten auskennt, der kennt auch sie – die US-amerikanische Flötistin Carin Levine. Zu ihren Lehrern gehörten Jack Wallbaum (Flöte, University of Cincinatti), Peter Kamnitzer (Kammermusik) und Aurèle Nicolet (Flöte, Musikhochschule Freiburg i. Br.). Die Künstlerin ist nicht nur auf Bühnen in Europa, Asien, den USA und Südamerika unterwegs, sondern machte sich außerdem als Pädagogin auf ihrem Fachgebiet einen Namen. 

Ihre ständige Suche nach neuen Entwicklungen in der Musik führte sowohl zu einer engen Zusammenarbeit mit Komponisten wie Mauricio Kagel und Brian Ferneyhough als auch zu bisher über 900 Ur- und Erstaufführungen neuer Musik. Die Zuhörerinnen und Zuhörer werden auch an diesem Abend Zeuge einer Uraufführung von Carin Levine. Erklingen werden außerdem Giacinto Scelsi mit »Quays«, die »Air« von Toru Takemitsu, »The Great Train Race« von Ian Clarke, Trevor Bacas »Cary für Bassflöte« und weitere, aus ihrer im Jahr 2013 veröffentlichten CD »The Mythic Flute«. 

Das ursprünglich geplante Konzert »Viola-Viola« muss aus organisatorischen Gründen leider entfallen und wird in der kommenden Spielzeit stattfinden.

The Mythic Flute
Carin Levine
, Flöte und Moderation
Werke von Debussy, Scelsi, Takemitsu, Harada, Ferneyhough, Kawashima, Varèse, Schwartz/Levine (Uraufführung), Baca und Clarke

Karten (12 € | ermäßigt 8 €)
Künstlerhaus Schloss Balmoral, Tel.: 02603 9419-0
Orchesterbüro, Tel.: 0261 3012-272
Online über www.ticket-regional.de
Abendkasse ab 19.00 Uhr

Die Reihe B.E.N.K ist eine Kooperation des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral und steht unter der Schirmherrschaft der Staatsministerin Vera Reiß.

 

Balmoral- und Landesstipendiatinnen und -stipendiaten 2015 stehen fest

13 Künstlerinnen und Künstler aus der ganzen Welt und eine Kuratorin werden im kommenden Jahr mit einem Balmoral- oder Landesstipendium gefördert. Aus über 230 Bewerbungen hat eine Fachjury die Künstlerinnen und Künstler unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklungsfähigkeit ihrer künstlerischen Arbeit ausgewählt. Ein Teil der Stipendiatinnen und Stipendiaten erhält die Möglichkeit, direkt im Künstlerhaus in Bad Ems zu leben und zu arbeiten. Die anderen Künstlerinnen und Künstler erhalten Projekt-, Auslands- und Austauschstipendien. 

Pressefoto zum Download: Künstlerhaus Schloss Balmoral

Die sieben Anwesenheitsstipendiatinnen und –stipendiaten werden ab Juni 2015 im Künstlerhaus Schloss Balmoral zum Motto »Dada« begrüßt. Das Künstlerhaus, das sich in Trägerschaft der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur befindet und dessen künstlerische Leitung seit 2013 Dr. Oliver Kornhoff innehat, fördert Bildende Künstlerinnen und Künstler. „Auf Schloss Balmoral findet ein Dialog über Kulturgrenzen hinweg statt, der durch intensive und anregende Begegnungen besondere Kreativität fördert. Dank des vielseitigen Veranstaltungsprogramms, welches das Künstlerhaus zusammengestellt hat, profitieren hiervon nicht nur die Künstlerinnen und Künstler, sondern auch alle Kulturinteressierten“, so die rheinland-pfälzische Kulturministerin Vera Reiß.

Zwei dreimonatige Aufenthaltsstipendien erhalten die Künstlerinnen Joana Margarida Brandao Costa (*1986 São João da Madeira, Portugal) und Anna Lehmann-Brauns (*1967 in Berlin). Joana Margarida Brandao Costa möchte während ihres Stipendiums das Stück »Le Coeur à Gas« - das Gasherz – vom Mitbegründer des Dadaismus Tristan Tzara mit Skulpturen und Malereien als Darstellerinnen und Darsteller neu inszenieren. Anna Lehmann-Brauns plant, sich der Bäderarchitektur und –kultur in Bad Ems und Umgebung fotografisch zu nähern; sie arbeitet häufig mit vorgefundenen, ungewollt komischen und sinnfreien Szenerien, um die besondere Stimmung eines Ortes einzufangen.

Vier neunmonatige Anwesenheitsstipendien im Schloss Balmoral werden an folgende Künstlerinnen und Künstler verliehen: Jonathan Baldock (*1980 in Großbritannien), Stefanie Klingemann (*1977 in Moers), Johanna Smiatek (*1967 in Hannover) und Zeljko Vidovic (*1975 in Livno, Bosnien und Herzegowina). Jonathan Baldock erarbeitet Performances, in denen die Grenzen zwischen leblosem Objekt und Mensch verschwimmen – in Bad Ems wird er dieses Thema fortführen und sich auch mit weiteren Dada-Anliegen wie Zufall, Kollektivarbeit und Sprache beschäftigen. Stefanie Klingemann schlüpft selbst in die Rolle ihrer Modelle und Akteure, die sie ins alltägliche Geschehen einschleust und so auf festgefahrene Ansichten aufmerksam macht – auch während des Stipendiums möchte sie auf diese Weise ortsbezogene Arbeiten im öffentlichen Raum realisieren. Johanna Smiatek beabsichtigt die mächtigen Mechanismen des Marktes und den Wunsch nach Glamour und Luxus zu untersuchen - zu diesen Themen sollen neue multimediale, bewegte und bewegende Arbeiten entstehen. Zeljko Vidovic arbeitet mit Video und Zeichnung und plant im Schloss Balmoral ein Projekt zu „aeiou“ – mit den Vokalen als Grundlage will er eine/n eigene/n Klang, Sprache, Wörter und Sätze entwerfen.

Die Stipendien für rheinland-pfälzische Künstlerinnen und Künstler sind hinsichtlich des Mediums und Themas offen: Micha Das Bach (* in Rheinbrohl), die das 6-monatige Stipendium für New York erhält, arbeitet mit Installation, Performance, Intervention und Film; beeinflusst von der Tradition des »New Independent Cinema« hat sie eine eigene Filmsprache entwickelt. Selket Chlupka (*1981 in Germersheim) wird für ein halbes Jahr in Paris an einer raumbezogenen Installation arbeiten, mit der sie das Prinzip der Collage ins Dreidimensionale überführt – dabei folgt sie einer eigenen Logik, die auf Verschachtelung von inneren und äußeren Einflüssen beruht. Der Künstlerin Andrea Dettmar (*1972 in Landau) wurde das zweite Stipendium für Paris verliehen; in ihren Arbeiten treffen Bilder, Objekte, Orte, Geschichten und Erzählungen aus unterschiedlichen Zusammenhängen aufeinander und vermischen sich – so könnte sie sich für ihre Zeit in Paris die Erstellung einer Art »Travelogue« vorstellen, mit dem sie spontan auf Erfahrungen reagiert. Carola Deye (*1974 in Oldenburg), die in Mainz studiert hat, wird drei Monate in Südkorea verbringen, wo sie die Spannbreite von traditioneller und moderner Kultur beobachten und eine szenische Installation über ihre Erfahrungen in der Fremde entwickeln möchte. Sebastian Haslauer (*1982 in Ostfildern/Ruit), der ebenfalls in Mainz sein Studium absolviert hat, erhält ein Stipendium für das brandenburgische Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf; dort wird er seine Arbeit mit Malerei und Collage fortsetzen, in der er sich mit Themen wie Kapitalismus und Katastrophe, Pop und Kultur sowie www und PVC auseinandersetzt und aus dem visuellen Müll unserer Gegenwart neue Zusammenhänge herstellt. 

Die beiden sechsmonatigen Projektstipendien wurden an Stefan Mildenberger (*1980 Kirn/Nahe) und Ina Weber (*1964 in Diez/Lahn) vergeben. Stefan Mildenberger möchte seine Arbeit »WHAT IF YOUR SMARTPHONE IS ON«, für die er Daten von Smartphones scannt um Bilder zu generieren, durch Interaktion und Performance weiterentwickeln. Ina Weber plant, das Wohn- und Arbeitsumfeld kreativ Schaffender aus verschiedenen Städten und Ländern darzustellen – die Personen selbst bleiben unsichtbar und werden nur durch die Dinge, die sie umgeben und die Spuren, die sie hinterlassen, porträtiert.

Julia Katharina Thiemann (*1981 in Hamburg) erhält das neunmonatige Kuratorenstipendium im Künstlerhaus Schloss Balmoral. Das Gedankengut Dadas lässt sich bereits jetzt schon in ihren kuratorischen Projekten finden, indem sie verschiedene Wege auslotet, Kunst und alltägliches Leben miteinander zu verzahnen. Im letzten Monat des Stipendienaufenthalts wird sie die Abschlussausstellung mit allen Stipendiatinnen und Stipendiaten in den historischen Räumen des Arp Museums Bahnhof Rolandseck realisieren.

Die Entscheidung über die Vergabe der Stipendien wird von einer unabhängigen Fachjury getroffen, bestehend aus Kunstexpertinnen und -experten, die verschiedene künstlerische Berufsgruppen vertreten. Für die Balmoral- und Landesstipendien 2015 lagen der Jury insgesamt 232 gültige Bewerbungen aus aller Welt vor. Besonders zahlreich haben sich wieder Künstlerinnen und Künstler für die internationalen Anwesenheitsstipendien im Schloss Balmoral beworben. Dies bestätigt die Attraktivität der Konzentration auf jeweils nur eine Gattung oder ein Thema hinsichtlich der Balmoral-Stipendien – eine Ausrichtung, die seit 2013 besteht. Das besondere Augenmerk auf das Motto Dada ist nicht zuletzt durch das 100-jährige Jubiläum der Bewegung im Jahr 2016 zustande gekommen. So widmet sich das Künstlerhaus Schloss Balmoral mit den Stipendiatinnen und Stipendiaten der Frage: Welche Rolle spielt Dada heute noch? Mögliche Antworten gibt es dann in der Abschlussausstellung im Arp Museum Bahnhof Rolandseck 2016.

Weitere Informationen finden Sie hier. Die Ausschreibung der Balmoral- und Landesstipendien für 2016 erfolgt Anfang Mai 2015.

 

Konzert B.E.N.K – Bad Emser Neue Klänge, Mittwoch, 26. November 2014, 19.30 Uhr

Zeitgenössisches Klavier-Solo mit Chris Jarrett

Im zweiten Konzert der laufenden Spielzeit aus der Reihe B.E.N.K – Bad Emser Neue Klänge, eine Kooperation des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral, präsentiert der Pianist und Komponist Chris Jarrett eigene Kompositionen am Klavier. Am Mittwoch, den 26. November 2014 um 19.30 Uhr ist Chris Jarret unter dem Titel »Tales of our Times« im Künstlerhaus Schloss Balmoral zu Gast. 

Pressefoto zum Download: Chris Jarrett

Chris Jarrett (*1956), gebürtiger US-Amerikaner, ist seit den 80er Jahren zunächst in Neuhäusel bei Koblenz und inzwischen im südlichen Rheinland-Pfalz beheimatet. Er wurde inspiriert von seinem ersten Lehrer Vinzenz Ruzicka und Komponisten wie Béla Bartók, Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven, Frank Zappa, Jean Sibelius, Dirigenten wie George Szell und Carl Schuricht sowie Pianisten wie Artur Schnabel und Carl Seemann und Charles Mingus aus dem Bereich Jazz. In seinen Kompositionen erarbeitet er sich Klangdimensionen der Minimal Music durchsetzt mit Komponenten aus Klassik, Romantik und des Modern Jazz.

Sein Klavierspiel wird als virtuos und dynamisch beschrieben. In seinem Ausdruck hat er ein weites Spektrum von »wild, rhythmisch und innig«, bis hin zu »episch und jazzig«. Für seine Konzerte ist er auf der ganzen Welt unterwegs, sitzt aber ebenso gerne zu Hause, um zu komponieren. Er sagt über sich selbst, dass er in diesem Solo-Programm »eine neue Art zu improvisieren« entwickelt habe.

Tales of our Times
Chris Jarrett
, Klavier und Moderation
Neue Werke von und mit Chris Jarrett

Karten (12 € | ermäßigt 8 €)
Künstlerhaus Schloss Balmoral, Tel.: 02603 9419-0
Orchesterbüro, Tel.: 0261 3012-272
Online über www.ticket-regional.de
Abendkasse ab 19.00 Uhr 

Die Reihe B.E.N.K ist eine Kooperation des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral und steht unter der Schirmherrschaft der Staatsministerin Doris Ahnen.

 

Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«, Freitag, 31. Oktober 2014, 18 Uhr, Bergstation Kurwaldbahn auf der Bismarckhöhe und anschließend Römerstraße 27, Bad Ems

Christine Rusche | Serhii Torbinov

Am Freitag, dem 31. Oktober 2014 um 18 Uhr wird die nächste Ausstellung »Made in Balmoral« eröffnet. Als Besonderheit gibt es dieses Mal eine Außenstation im Kurpark auf der Bismarckhöhe, Treffpunkt zum ersten Teil der Ausstellungseröffnung ist die Bergstation der Kurwaldbahn um 18 Uhr. Im Anschluss geht es dann zum zweiten Teil in den Ausstellungsraum »Made in Balmoral« in der Römerstraße 27. Es ist die zweite Präsentation der 9-Monats-Stipendiatinnen und -Stipendiaten, die noch bis Februar 2015 im Künstlerhaus Schloss Balmoral leben und arbeiten. In diesem Jahr konzentrieren sich die Balmoral-Stipendien auf Malerei und auch in dieser Ausstellung wird das vielseitige Spektrum des Mediums deutlich: Christine Rusche und Serhii Torbinov überführen die Malerei in den Raum und komponieren einzigartige räumliche Strukturen, die in direktem Bezug zum jeweiligen Ort stehen.

Pressebilder zum Download:
Christine Rusche, »DEAD RECKONING« (Detail), PVAC Wandfarbe, 12 x 12,5 x 6,3 m, Kunsthalle Mainz, 2008/09, © Christine Rusche
Serhii Torbinov, »Rhythm. Strained relations between nature and mankind«, 2013, ortsspezifische Installation, 13 m, Region Volyn, Ukraine, © Serhii Torbinov
(frei zur Berichterstattung über die entsprechende Ausstellung bei Nennung der Copyrightangaben)  

Christine Rusches (*1971 in Kühlungsborn, lebt und arbeitet in Berlin) »Raum-Zeichnungen« – raumgreifende Wandmalereien – sind jeweils für einen bestimmten Ort erarbeitet. Sichtbare wie auch unsichtbare Faktoren, die die Wahrnehmung von Raum mitbestimmen, sind Basis einer fiktiven Raumstruktur, die zugleich eigenständig und ortsbezogen ist. Ihre reduzierte visuelle Sprache in Schwarz-Weiß ist eine Art grafische Notation, die Richtungen, Perspektiven, Rhythmen und Bewegungen im Raum beschreibt. Zusammen mit der vorhandenen Architektur bildet sie eine untrennbare Einheit. In einem simultanen Prozess aus Betrachtung und Erinnerung erschließt sich die Arbeit nur durch eine fortwährende Verortung zu Bild und Raum.

Serhii Torbinov (*1987 in Lutsk, Ukraine) nutzt malerische Mittel zur Befragung von Raum, Zeit und Ort. Alles entwickelt sich in Auseinandersetzung mit dem Ort und vor allem vor Ort. So spielt auch Bad Ems als aktueller Lebensmittelpunkt eine entscheidende Rolle – sei es thematisch, als Bildträger oder als Fundgrube für Materialien. Boden-, Decken- und Wandflächen von leerstehenden Gebäuden fungieren als Leinwände. Die Werke entstehen oft mit Spraydosen als Graffiti, so hat er bereits an verschiedenen Stellen in Bad Ems Arbeiten realisiert. Auch die Natur wird gelegentlich zum Bilder-Rahmen. Auf der Bismarckhöhe zeigt Serhii Torbinov seine Installation »Hotel Balzer. Transfer«. Das ehemalige Bad Emser Hotel wird künstlerisch umkreist und auf neue Art begehbar.

Ausstellungsorte: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27 | Kurpark Bismarckhöhe, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 1. November bis 21. Dezember 2014
Öffnungszeiten: Samstag, 1. und Sonntag, 2. November 2014, 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung

Mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Balmoral 03 e.V., der Staatsbad Bad Ems GmbH und der Stadt Bad Ems.

 

Konzert B.E.N.K – Bad Emser Neue Klänge, Donnerstag, 25. September 2014, 19.30 Uhr

Simply Reed – vier Mal Saxofon 

Auch in der Spielzeit 2014/15 gibt es eine Fortsetzung der erfolgreichen Konzertreihe B.E.N.K – Bad Emser Neue Klänge. Sie widmet sich ausschließlich dem Bereich der zeitgenössischen Musik, die in Kooperation des  Staatsorchesters Rheinische Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral in Bad Ems in verschiedensten Besetzungen zur Aufführung kommt. 

Pressefoto zum Download: Simply Reed

Beim Auftaktkonzert zur neuen Spielzeit am Donnerstag, 25. September 2014, um 19.30 Uhr bringt das Ensemble »Simply Reed« seine Saxofone zum Klingen. Einziges Mitglied der Rheinischen Philharmonie und gleichzeitig die einzige Frau ist hier Alexandra von Hammel-Herche am Altsaxofon. Im Künstlerhaus Schloss Balmoral spielen alle vier gemeinsam Werke von Komponisten dreier Kontinente. Der aus Argentinien stammende Astor Piazolla dürfte der bekannteste unter den hier aufgeführten Komponisten sein. Neben ihm werden unter anderem Werke von Paquito D´Rivera aus Kuba und Frank Timpe aus Deutschland zu hören sein.

Alle an diesem Abend aufgeführten Werke haben gemeinsam, dass sie in den letzten 20 Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstanden sind. Die viersätzige »New York Suite« (1980) von Paquito D´Rivera ist das älteste der Stücke mit Jazzklang und Raum für Improvisation. Demgegenüber steht »Histoire du Tango«, ein Stück, in dem Astor Piazolla musikalisch erzählt, wie der Tango entstand. Piazolla wurde dafür bekannt, den Tango neu erfunden zu haben. Der Brite Richard Rodney Bennett hat sich nach einigen Filmmusik-Kompositionen in den letzten Jahren eher auf Jazz konzentriert und wird von Kritikern als einer der vielseitigsten zeitgenössischen Komponisten bezeichnet. Günter Bialas widmete seine »Sechs Bagatellen« dem berühmten »Raschèr Saxophon Quartett«. Mit dem Stück »Blackout«, erst dieses Jahr von Frank Timpe komponiert, gibt es an diesem Abend sogar eine deutsche Erstaufführung zu hören.

Ziel der Reihe B.E.N.K – Bad Emser Neue Klänge ist es, die Vielseitigkeit der zeitgenössischen Musik zu präsentieren. In den weiteren Konzerten der Saison kommen am 26. November 2014 neue Werke von und mit Chris Jarrett sowie am 19. Februar 2015 Werke für zwei Violen und Klavier zur Aufführung. Am 29. Mai 2015 erklingen zum Abschluss Werke für ein Ensemble aus Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier von dem japanischen Komponisten Toru Takemitsu.
 
Christoph Herche, Sopransaxofon
Alexandra von Hammel-Herche, Altsaxofon
Christian Gansemer, Tenorsaxofon
Frank Timpe, Baritonsaxofon

Richard Rodney Bennett
Quartett

Frank Timpe
Blackout

Günter Bialas
Sechs Bagatellen

Paquito D´Rivera
New York Suite

Astor Piazzolla
Histoire du Tango

Karten (12 € ermäßigt 8 €)
Künstlerhaus Schloss Balmoral, Tel.: 02603 9419-0
Orchesterbüro, Tel.: 0261 3012-272
Online über www.ticket-regional.de
Abendkasse ab 19.00 Uhr

Die Reihe B.E.N.K ist eine Kooperation des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral und steht unter der Schirmherrschaft der Staatsministerin Doris Ahnen.

 

Offene Ateliers, Samstag, 13. und Sonntag, 14. September 2014, 14 bis 19 Uhr

Am Samstag, den 13. und Sonntag, den 14. September laden die aktuellen Stipendiatinnen und Stipendiaten des Künstlerhauses Schloss Balmoral in Bad Ems in ihre Ateliers ein. Besucherinnen und Besucher haben die einmalige Gelegenheit, hinter die Kulissen zu schauen und mit den internationalen Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch zu kommen. Die Studios von Cornelia Renz, Christine Rusche, Serhii Torbinov und Nazim Ünal Yilmaz sind jeweils von 14 bis 19 Uhr geöffnet.

Pressebild zum Download
(frei zur Berichterstattung über die entsprechende Veranstaltung)  

Insgesamt öffnen etwa 250 Künstlerinnen und Künstler in Rheinland-Pfalz ihre Ateliers. Die Aktion des Berufsverbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler Rheinland-Pfalz e. V. findet in diesem Jahr zum 22. Mal statt und wird vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur unterstützt. 

Weitere Infos zu den aktuellen Stipendiatinnen und Stipendiaten finden Sie hier; Informationen zu der Aktion insgesamt unter: www.bbkrlp.de

 

Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«, Freitag, 5. September 2014, 19 Uhr

Cornelia Renz | Nazim Ünal Yilmaz

Am Freitag, dem 5. September 2014 um 19 Uhr wird die nächste Ausstellung im »Made in Balmoral« in der Römerstraße 27 eröffnet. Es ist die erste Präsentation der 9-Monats-Stipendiatinnen und –Stipendiaten, die bis Februar 2015 im Künstlerhaus Schloss Balmoral in Bad Ems leben und arbeiten. Zu sehen sind malerische Werke von Cornelia Renz und Nazim Ünal Yilmaz, die während der ersten drei Monate ihres Stipendiums in Bad Ems entstanden sind. In diesem Jahr konzentrieren sich die Balmoral-Stipendien auf Malerei – die Doppelausstellung zeigt die reiche Bandbreite des Mediums, beispielsweise in Bezug auf Farbmaterial, Bildträger oder auch Format. Die Berliner Künstlerin Cornelia Renz stellt mit ihren fantastischen und farbintensiven Bildwelten vermeintlich feststehende Kategorien in Frage. Nazim Ünal Yilmaz, der aus der Türkei stammt, widmet sich der ganzen Bandbreite von existenziellen Themen stets mit einem humorvollen Gestus.

Pressebilder zum Download:
Cornelia Renz, »Good« (Detail), 2012, Pigmentstift auf zwei Scheiben Acrylglas, 185 x 285 x 8 cm, © Cornelia Renz
Nazim Ünal Yilmaz, »deep room« (Detail), 2014, Öl auf Leinwand, 140 x 160 cm, © Nazim Ünal Yilmaz
(frei zur Berichterstattung über die entsprechende Ausstellung bei Nennung der Copyrightangaben) 

Cornelia Renz (*1966 in Kaufbeuren, lebt und arbeitet in Berlin) erfasst die Welt durch die Linie. Mit Pigmentstiften zeichnet sie auf Acrylscheiben und legt diese dann übereinander. Ihre oft großformatigen Hinterglasmalereien beschäftigen sich mit politischen, soziokulturellen oder historischen Themen, andere widmen sich scheinbar persönlicheren Dingen. Auch die aktuelle Balmoral-Lebenswelt hält Einzug. Es entstehen dichte Beziehungsgeflechte mit einer Fülle von Versatzstücken – nackte Figuren treffen auf Tierskelette, florale Muster auf geometrische Konstrukte, Gewalt auf Kitsch. 

Nazim Ünal Yilmaz (*1981 in Trabzon, Türkei, lebt und arbeitet in Istanbul und Wien) setzt für die Erkundung der uns umgebenden Welt ganz auf Leinwand, Pinsel und Ölfarbe. Seine Gemälde changieren dabei zwischen Tagebucheintrag und Fiktion. Meist sind Menschen auf seinen Bildern zu sehen – mal karnevalesk, mal zerbrechlich. Auch die Frage nach dem eigenen Verhältnis zur traditionsreichen Malereihistorie findet Eingang. Alles verschmilzt zu traumähnlichen Szenerien, in denen Autobiografisches, Politisierung und Sexualisie­rung auf Abstraktion treffen. 

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 6. September bis 19. Oktober 2014
Öffnungszeiten: Samstag, 6. und Sonntag, 7. September 2014, 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung

Mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Balmoral 03 e.V.

 

Künstlerkurs mit Thomas Kohl, Samstag, 20. September 2014, 10 bis 17 Uhr

Malen im Schloss Balmoral

Am Samstag, den 20. September von 10 bis 17 Uhr können Interessierte unter dem Titel »Von der Natur der Malerei« im Künstlerhaus Bad Ems selbst kreativ tätig werden. Ausgehend vom individuellen Wissensstand der Teilnehmenden erarbeitet der Kurs zeichnerische und malerische Möglichkeiten im Angesicht der Natur und in Wechselwirkung mit der zeitgenössischen Kunst.

Pressebild zum Download: Thomas Kohl, »Kamm«, 1990, 75 x 100 cm, Öl auf Leinwand (frei zur Berichterstattung über die entsprechende Veranstaltung bei Nennung der Copyrightangaben)  

Unter der sachkundigen Anleitung des an der Lahn lebenden Künstlers Thomas Kohl werden Sie im Künstlerhaus Schloss Balmoral in die Techniken der Aquarell- und Acrylmalerei ein- oder auch weitergeführt. Zusätzlich gibt es die Gelegenheit, bei einem Atelierbesuch mit Stipendiatinnen und Stipendiaten des Künstlerhauses ins Gespräch zu kommen. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich, das Material wird gestellt. 

Verbindliche Anmeldung bis zum 14. September unter:
post(at)thomaskohl.de
 / Tel. 06439 5216
Gebühr: 80 Euro inklusive Material  

 

Über 300 Bewerbungen für die Stipendien 2015

Für die Balmoral- und Landesstipendien 2015 sind 342 Bewerbungen aus aller Welt im Künstlerhaus Schloss Balmoral eingegangen. Eine überaus erfreuliche Resonanz, die für die Qualität des Stipendienangebotes des Landes Rheinland-Pfalz spricht. Das Bewerbungsverfahren wurde am 28. Juni 2014 abgeschlossen. Insgesamt werden für das nächste Jahr 14 Stipendien vergeben.  

Auch in diesem Jahr haben sich wieder besonders zahlreich Künstlerinnen und Künstler für die internationalen Anwesenheitsstipendien im Schloss Balmoral beworben. Für diese musste der Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit einen Bezug zu »Dada« aufweisen. Die hohe Anzahl an Bewerbungen bei der außergewöhnlichen Konzentration auf das Thema Dada bestätigt erneut die Attraktivität dieses bundesweit einmaligen Angebotes. Gleichzeitig wird deutlich, dass auch in der zeitgenössischen Kunst die Errungenschaften und das Erbe der Dadaisten durchaus ihre Spuren hinterlassen haben. Seit 2013 werden die Stipendien jeweils für eine künstlerische Gattung oder ein Thema ausgeschrieben. Durch den Fokus soll eine noch stärkere gegenseitige kreative Befruchtung unter den anwesenden Künstlerinnen und Künstlern ermöglicht werden.

Die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten wird voraussichtlich Ende Oktober bekannt gegeben. Die nächste Ausschreibung der Balmoral- und Landesstipendien erfolgt Anfang Mai 2015.

 

Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«, Donnerstag, 10. Juli 2014, 19 Uhr: Philip Emde | Hannah Schwegel | Lisa Weber

Am Donnerstag, dem 10. Juli um 19 Uhr wird die nächste Ausstellung im »Made in Balmoral« in der Römerstraße 27 in Bad Ems eröffnet. Zum zweiten Mal werden im Arbeiten von drei rheinland-pfälzischen Künstlerinnen und Künstlern gezeigt, die während ihrer vom Bundesland ermöglichten Stipendienaufenthalte 2013 entstanden sind. Die Balmoral-Jury zeichnete Philip Emde mit einem halbjährigen Stipendienaufenthalt in New York aus, Hannah Schwegel erhielt im vergangenen Jahr das halbjährige Projektstipendium und Lisa Weber verbrachte ein dreimonatiges Stipendium im Goyang Art Studio in Südkorea. Zur Ausstellungseröffnung sprechen Dr. Oliver Kornhoff, künstlerischer Leiter von Schloss Balmoral, Dr. Ariane Fellbach-Stein, Referentin für Bildende Kunst, Film und neue Medien des Landes Rheinland-Pfalz sowie Katrin Vattes M.A., wissenschaftliche Mitarbeiterin im Künstlerhaus.

Pressebild zum Download: »Made in Balmoral«

Philip Emde (*1976 in Mannheim, lebt und arbeitet in Neustadt/Weinstraße und Köln) arbeitet überwiegend mit den Medien Zeichnung, Videoinstallation und Buchkunst. Während seines Stipendiums in New York entstand eine Serie von Papierarbeiten mit Grafit und Sprühfarbe. Der Künstler hat sich den Bildträger durch kräftige Striche und sich scheinbar unendlich wiederholende Bewegungen zu Eigen gemacht. Der zeitintensive und emotionsgeladene Entstehungsprozess bleibt in den Werken sichtbar. Die mit Grafit überzogenen dunklen Vorderseiten stehen im starken Kontrast zu den intensiven Farben auf den Bildrückseiten, die an den Rändern bunte Schatten werfen. Philip Emdes Bilder scheinen auf den Farbschatten zu schweben und nehmen uns mit auf eine Reise durch Dunkelheit, Schatten und Licht.

Hannah Schwegel (*1977 in Northeim, lebt und arbeitet in Weilerbach und Berlin) ist Montage-Künstlerin. In ihren filmischen Arbeiten beschäftigt sie sich mit den Möglichkeiten von Montagekunst. Sie widmet sich dem so genannten »Rosa Rauschen«, physikalisch als »1/f« bezeichnet – ein für das menschliche Gehirn besonders angenehmer Rhythmus, der sich beispielsweise in der Wellenbewegung des Meeres einstellt. Mit den Mitteln der Kunst erforscht Hannah Schwegel diesen Mechanismus und nutzt die Erkenntnisse der Naturwissenschaften für eine ästhetische Erfahrung – sie will führen, entführen und verführen.

Lisa Weber (*1985 in Zweibrücken, lebt und arbeitet in Mainz) arbeitet mit Video, Installation und Fotografie. Ihre Werke entstehen aus konzentrierten Alltagsbeobachtungen heraus. Gerade in der Fremde wird Alltägliches wie das Wetter zur Besonderheit. In ihrer Fotoserie »after the rain« hält die Künstlerin Spuren des in Südkorea lang ersehnten Regens fest. Würde man so etwas zu Hause auch wahrnehmen? In ihrem Video »current« lässt sie die knapp formulierten Wettermeldungen eines bestimmten Tages in den Hauptstädten der Welt an uns vorbeirauschen – eine sprachlich globale Wetterkarte. Lisa Webers formale Reduktion bewirkt eine Konzentration auf die eigene Wahrnehmung.          

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 11. Juli bis 31. August 2014
Öffnungszeiten: Samstag, 12. und Sonntag, 13. Juli 2014, 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung

Mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Balmoral 03 e.V.

 

Schloss Balmoral mit Stefan Eichhorn auf der KUNST direkt, Freitag, 4. bis Sonntag, 6. Juli 2014, 12 bis 19 Uhr (Sa bis 21 Uhr)

Das Künstlerhaus Schloss Balmoral präsentiert Stefan Eichhorns Installation »100 Suns« auf der Messe KUNST direkt 2014, die vom 4. bis zum 6. Juli in der Rheingoldhalle Mainz stattfindet. Der Leipziger Künstler war im Jahr 2013 Anwesenheitsstipendiat im Schloss Balmoral, wo auch das Werk »100 Suns« entstanden ist. 

Pressefoto zum Download: Stefan Eichhorn »100 Suns« (Detail), 2013, Maße variabel, © Stefan Eichhorn (frei zur Berichterstattung über die entsprechende Veranstaltung bei Nennung der Copyrightangaben)  

Stefan Eichhorn widmet sich in seinen Arbeiten der Überprüfung von utopischen Welt- und Gesellschaftsentwürfen. Dabei untersucht der Künstler architektonische Vorhaben genauso wie fantastische Ideen oder partizipative Modelle. Seine handwerklich überaus anspruchsvollen und präzisen Werke verfolgen und visualisieren solche Gedanken konsequent bis ins Letzte. Stefan Eichhorns Installation trägt den Titel »100 Suns«. Ein Arrangement aus Stativen bleibt zunächst dunkel und erhellt sich nur durch die Aktivität von Besucherinnen und Besuchern in dessen Nähe. Ein Lichtspiel, das durch die Bewegung der Anwesenden in Gang gesetzt und gleichzeitig auch gesteuert wird. Nur wer neugierig ist und sich das Stativwäldchen aus der Nähe ansieht, erlebt die Gesamtheit der Installation.

Veranstaltungsort: Rheingoldhalle, Rheinstraße 66, 55116 Mainz

Weitere Informationen zur KUNST direkt finden Sie hier

 

Sommerfest, Samstag, 28. Juni 2014, ab 17.00 Uhr

Am Samstag, dem 28. Juni 2014 findet ab 17 Uhr das alljährliche Sommerfest im Künstlerhaus Schloss Balmoral statt. An diesem Tag werden die neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten, die von Juni 2014 bis Februar 2015 in Bad Ems leben und arbeiten, offiziell begrüßt. Gleichzeitig gibt es beim Sommerfest auch die Möglichkeit, ehemalige künstlerische Gäste wiederzusehen. 

Zur Begrüßung um 17 Uhr sprechen Dr. Oliver Kornhoff, künstlerischer Leiter von Schloss Balmoral, Dr. Ariane Fellbach-Stein, Referentin für Bildende Kunst, Film und neue Medien des Landes Rheinland-Pfalz und Guido Lotz, Vorsitzender des Fördervereins Balmoral 03 e. V. 

Im Anschluss wird Dr. Oliver Kornhoff die 9-Monats-Stipendiatinnen und Stipendiaten vorstellen: Die Künstlerinnen und Künstler Cornelia RenzChristine RuscheSerhii Torbinov und Nazim Ünal Yilmaz sowie den Kurator Arne Reimann. Von 18 bis 19 Uhr öffnen die Stipendiatinnen und Stipendiaten ihre Ateliers und geben erste Einblicke in ihre Arbeit. Weiterhin erwarten Sie im Foyer von Schloss Balmoral Werke von Hyejin Cho, Stipendiatin aus Südkorea, die seit Mitte Mai im Künstlerhaus lebt und arbeitet. 

Pressefotos zum Download:
Künstlerhaus Schloss Balmoral 1
Schloss Balmoral 2
Hyejin Cho, »outskirts«, 2011, PET-Folie, © Hyejin Cho
(frei zur Berichterstattung über die entsprechende Veranstaltung bei Nennung der Copyrightangaben) 

Ab 18 Uhr gibt es Variationen vom Grill und ein reichhaltiges Salat-Buffet sowie Live-Musik mit »Yannick Monot – Helt Oncale’s Louisiana Band«. Genießen Sie die abendliche Bad Emser Sonne vor dem Künstlerhaus bei einem Glas Wein oder einem kühlen Bier. Für all diejenigen, die das Künstlerhaus Schloss Balmoral und seine Geschichte noch nicht kennen, wird um 19.30 Uhr eine Schloss-Führung mit Annegret Werner-Scholz angeboten.

Anmeldung unter info@balmoral.de bis zum 22. Juni 2014

 

Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«, Freitag, 9. Mai 2014, 19 Uhr - Martin Bruneau | Markus Saile | Caroline Streck

Am Freitag, dem 9. Mai um 19 Uhr wird die Ausstellung der drei aktuellen Balmoral-Stipendiatinnen und -Stipendiaten, die von März bis Mai im Künstlerhaus Bad Ems leben und arbeiten, im »Made in Balmoral« eröffnet. Der Stipendiatenjahrgang 2014 setzt sich ausschließlich aus Künstlerinnen und Künstlern zusammen, deren Schwerpunkt im Medium Malerei liegt. Ganz im Sinne »Made in Balmoral« zeigen Martin Bruneau, Markus Saile und Caroline Streck in der Römerstraße 27 Malereien, die während ihrer Zeit in Bad Ems entstanden sind.

Pressebild zum Download:
Martin Bruneau, »Hands – Mains« (Detail), 2014, Öl auf Leinwand, 50 x 50 cm, © Martin Bruneau (frei zur Berichterstattung über die entsprechende Ausstellung bei Nennung der Copyright-/Fotografenangaben)    

Martin Bruneau (*1960 in Ottawa, Kanada; lebt und arbeitet in Autun und Paris) untersucht die historischen und aktuellen Möglichkeiten von Malerei. In Bad Ems arbeitet der Künstler an einer Serie, die sich Théodore Géricaults Gemälde »Das Floß der Medusa« von 1819 widmet. So analysiert Martin Bruneau, der das Balmoral-Stipendium im Zuge des Austausches zwischen dem Land Rheinland-Pfalz und der Partnerregion Burgund erhalten hat, in der Fremde mit gewissem Abstand eine der Ikonen der französischen Kunst. Wie ein Puzzle zerteilt er das Bild visuell und greift einzelne Partien im Maßstab 1:1 auf. Mit frischem Blick für Details durchleuchtet er das Gemälde malerisch. Für Martin Bruneau ist dieses Vorgehen ein Mittel um die Welt, in der wir leben, zu befragen und auf andere Weise zu verstehen.

Markus Saile (*1981 in Stuttgart, lebt und arbeitet in Köln) arbeitet mit Überlagerung. Zu Anfang präpariert er seine Bildträger altmeisterlich mit Kreidegrund. Schicht um Schicht entstehen seine Werke – Formen, Strukturen und Farbatmosphären legen sich über- und nebeneinander. Der Kölner Maler verwendet Ölfarbe, die er gelegentlich bis zur Transparenz verdünnt. Er trägt Farbe nicht nur auf, sondern entfernt sie auch wieder. Alle Fragen, die während des Malprozesses auftauchen – ob Zufall oder Komposition – bleiben als beiläufige, sich überlagernde Spuren sichtbar. Markus Saile bündelt in seinen Bildern die Qualität von Zeitlichkeit – er (ver)führt uns in ein Abenteuer des Sehens ohne Anfang und Ende.

Caroline Streck (*1986 in Kempen am Niederrhein, lebt und arbeitet in Saarbrücken) vereinzelt in ihren Arbeiten alltägliche Dinge. Eine Markise, ein Blumenkasten aus Plastik oder ein halb heruntergelassener Rollladen vor einem Fenster werden in ihrer realen Größe auf die Leinwand gebracht. Die Künstlerin rückt Gewöhnliches aus unserer urbanen Lebenswelt in den Fokus, es wird zum bedeutsamen Motiv. Wir als Betrachterinnen und Betrachter pendeln zwischen dem greifbaren, realen Sein der Dinge und der präzisen malerischen Struktur. Die ausgewählten Bildvorlagen berichten von zeittypischen Modeerscheinungen unserer Konsumgesellschaft. Caroline Streck schafft feine, detailreiche Malereien und setzt mit wohltuendem Humor mitunter auch »typisch Deutsches« ins Bild.

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 10. Mai bis 29. Juni 2014
Öffnungszeiten: Samstag, 10. und Sonntag, 11. Mai 2014, 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung

Mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Balmoral 03 e.V. 

 

Konzert B.E.N.K – VIER, Mittwoch, 7. Mai 2014, 19.30 Uhr

Lukas Ligeti an der Lahn

Im vierten Konzert der laufenden Spielzeit aus der Reihe B.E.N.K – Bad Emser Neue Klänge, eine Kooperation der Rheinischen Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral, präsentiert der Komponist und Perkussionist Lukas Ligeti eigene Kompositionen für elektronische Marimba. Am Mittwoch, den 7. Mai 2014 um 19.30 Uhr ist Lukas Ligeti im Schloss Balmoral zu erleben. 

Pressefoto zum Download: Lukas Ligeti, Fotograf: Matthias Clamer (frei zur Berichterstattung über das entsprechende Konzert bei Nennung der Bildangaben)

Lukas Ligeti (*1965), Sohn des bedeutenden Komponisten Györgi Ligeti, fühlt sich auf mehreren Kontinenten beheimatet. Geboren in Österreich, aufgewachsen in Europa und nun in den USA lebend lässt er sich von unterschiedlichsten Musikstilen zu seinen Kompositionen inspirieren. Vor allem der afrikanische Kontinent mit seinem Reichtum und unterschiedlichsten Denkansätzen über Musik und Musizieren fasziniert ihn. Seine Kompositionen sind geprägt durch die Offenheit gegenüber verschiedenen Stilen, gepaart mit Originalität und einzigartigen Ideen. Sie beinhalten meist ungewöhnliche Rhythmen mit mehreren Tempi gleichzeitig und bilden rhythmische Konsonanzen, Dissonanzen sowie Melodien.

Neben seiner Leidenschaft für das Schlagzeug interessiert sich Ligeti auch für Elektronik. So kam er an das außergewöhnliche Instrument elektronische Marimba. Entwickelt vom Amerikaner Don Buchla, wird sie trotz ihrer Vielseitigkeit nur von sehr wenigen Menschen gespielt. Ligeti verbindet auf diesem Instrument die Möglichkeit, Melodien zu spielen, ohne seine Perkussionstechnik zu vernachlässigen. Seine an diesem Abend erklingende Solomusik kombiniert komponierte und improvisierte Elemente und ist stark von verschiedenen afrikanischen Musikformen beeinflusst. 

Lukas Ligeti, Elektronische Marimba

Werke von Lukas Ligeti

Karten (12 € ermäßigt 8 €)
Künstlerhaus Schloss Balmoral, Tel.: 02603 9419-0
Orchesterbüro, Tel.: 0261 3012-272
Online über www.ticket-regional.de
Abendkasse ab 19.00 Uhr 

Die Reihe B.E.N.K ist eine Kooperation des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral und steht unter der Schirmherrschaft der Staatsministerin Doris Ahnen. 

 

Konzert B.E.N.K – DREI, Freitag, 21. März 2014, 19.30 Uhr - Französisch-deutscher Dialog unter Streichern

Im dritten Konzert der laufenden Spielzeit aus der Reihe B.E.N.K – Bad Emser Neue Klänge, eine Kooperation der Rheinischen Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral, präsentieren Musiker des Staatsorchesters zeitgenössische Kompositionen für Streichinstrumente. Am Freitag, den 21. März 2014 um 19.30 Uhr sind Ayumu Ideue (Violine), Konstantina Pappa (Violine), Nanako Tsuji (Viola) und Yoël Cantori (Violoncello) unter dem Titel »Ein Zwiegespräch – zeitgenössische Komponisten aus Deutschland und Frankreich« an der Lahn zu Gast. 

Pressefoto zum Download: Ayumu Ideue, Yoël Cantori, Nanako Tsuji, Konstantina Pappa, Fotograf: Beat Sieber (frei zur Berichterstattung über das entsprechende Konzert bei Nennung der Bildangaben)

Der Kammermusikabend im Schloss Balmoral wird mit einem Satz aus dem Streichquartett »Ombra Felice« von Régis Campo eröffnet – eine Komposition, die den Musikern gleich zu Beginn ein hohes Maß an Spielfertigkeit abverlangt. Der Franzose komponierte das Werk 2007. 

Anschließend folgen Kompositionen für Soloinstrumente: Zunächst erklingt das kurze »C’est un jardin secret, ma soeur, ma fiancée, une source scellée, une fontaine close...«. 1994 komponierte Tristan Murail das Werk als Hochzeitsgeschenk für ein befreundetes Brautpaar. In kurzer Abfolge entfalten sich auf der Viola gleitende Tempi und unterschwellige Schwankungen des Drucks der Finger auf dem Griffbrett und des Bogens auf den Saiten. Es folgt eine Komposition für Violine, gespielt von Konstantina Pappa, bei der die Saiten mit Papierklammern präpariert werden: »Study III for Treatise on the Veil« von Matthias Pintscher wurde 2007 von Carolin Widmann in der Alten Oper Frankfurt uraufgeführt. Darauf antwortet Yoël Cantori auf dem Violoncello mit »Trois strophes sur le nom de Sacher«. In dem Werk, das der im vergangenen Jahr verstorbene Henri Dutilleux 1976 komponierte, lotet der Komponist unterschiedlichste Klangfarben des Instrumentes aus – von Flageolett-Griffen über kontemplative Klänge bis hin zum wilden, alle Register ziehenden letzten Satz. »ITI pour violon« des französischen Komponisten Pascal Dusapin erklingt als letztes Solo-Stück, gespielt von Ayumu Ideue.

Nach diesem Dialog endet das Konzert mit dem 2003 komponierten »Jagdquartett« des in Deutschland geborenen Jörg Widmann, bei dem wieder alle vier Akteure beteiligt sind.

Ayumu Ideue, Violine
Konstantina Pappa, Violine
Nanako Tsuji, Viola
Yoël Cantori, Violoncello 

Regis Campo (*1968)
Notturno aus Quatuor à Cordes no 3 »Ombra Felice«
Tristan Murail (*1947)
C’est un jardin secret, ma soeur, ma fiancée, une source scellée, une fontaine close...
Matthias Pintscher (*1971)Study III for Treatise on the Veil
Henri Dutilleux 
(1916–2013)
Trois strophes sur le nom de Sacher
Pascal Dusapin 
(*1955)
ITI pour violon

Jörg Widmann 
(*1973)
Jagdquartett

Karten (12 € | ermäßigt 8 €)Künstlerhaus Schloss Balmoral, Tel.: 02603 9419-0Orchesterbüro, Tel.: 0261 3012-272Online über www.ticket-regional.deAbendkasse ab 19.00 Uhr 

Die Reihe B.E.N.K ist eine Kooperation des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral und steht unter der Schirmherrschaft der Staatsministerin Doris Ahnen.

 

Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«, Freitag, 14. März 2014, 19 Uhr - Lotte Günther | Sandra Heinz | Marlon Wobst

Am Freitag, dem 14. März um 19 Uhr wird die erste Ausstellung 2014 im »Made in Balmoral« in der Römerstraße 27 in Bad Ems eröffnet. Die Ausstellung vereint Arbeiten von drei Künstlerinnen und Künstlern, die während ihrer vom Land Rheinland-Pfalz ermöglichten Stipendienaufenthalte 2013 entstanden sind. »Made in Balmoral« steht bei dieser Ausstellung daher für den Ort – Schloss Balmoral – an dem die Künstlerinnen und Künstler sowie die Werke ausgewählt wurden. Die Jury zeichnete Lotte Günther, die in Mainz studiert hat, mit einem halbjährigen Stipendienaufenthalt an der Cité Internationale des Arts in Paris aus. Auch die gebürtige Rheinland-Pfälzerin Sandra Heinz erhielt im vergangenen Jahr ein Stipendium für Paris. Marlon Wobst, der ebenfalls in Mainz studiert hat, verbrachte ein fünfmonatiges Stipendium im brandenburgischen Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf. Zur Ausstellungseröffnung sprechen Dr. Oliver Kornhoff, künstlerischer Leiter von Schloss Balmoral, Dr. Ariane Fellbach-Stein, Referentin für Bildende Kunst, Film und Neue Medien des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur sowie Katrin Vattes M.A., wissenschaftliche Mitarbeiterin.

Pressebild zum Download:
Lotte Günther, o. T., 2013, Satinbänder, Holz, ca. 280 x 700 x 500 cm, Ausstellungsansicht, Galerie des Arts Plastiques, St. Denis, Frankreich, © Lotte Günther
(frei zur Berichterstattung über die entsprechende Ausstellung bei Nennung der Copyright-/Fotografenangaben)   

Lotte Günther (*1983 in Heidelberg) lotet die Möglichkeiten und Grenzen von Malerei aus. In ihrer Arbeit geht es um malerisches Experimentieren, was sie häufig zu ungewöhnlichen Materialien und installativen Formen führt. Im »Made in Balmoral« zeigt die Künstlerin eine begehbare Installation aus unzähligen Satinstreifen. Sie lädt die Betrachterinnen und Betrachter ein, in ein Meer aus kunterbunten Bändern einzutauchen. Erst durch die Bewegung innerhalb der Installation und um diese herum wird Lotte Günthers Bildraum erfahrbar. Linien verschieben sich gegen- sowie übereinander und bilden einen flimmernden Farbkörper – immer neue An- und Einsichten ergeben sich.

Sandra Heinz (*1962 in Burbach) arbeitet seit mehreren Jahren mit Kleidung. Dabei interessiert sie sich sowohl für das Inhaltliche, was die Kleider über einen Menschen verraten, als auch für das Materielle, sprich die Stofflichkeit. Sie nutzt beispielsweise Kleidungsstücke von bestimmten Personen zum Materialdruck oder versteift diese durch Farbe zu skulpturalen Objekten. Während ihres Stipendiums in Paris hat die Künstlerin Menschen aus der ganzen Welt getroffen. Daraus hat Sandra Heinz die Arbeit »let’s talk about clothes« entwickelt – 16 Kurzfilme, in denen Männer und Frauen über ihre Einstellung zu Kleidung sprechen. Parallel dazu sind Fotoarbeiten mit Ausschnitten der getragenen Kleidungsstücke entstanden.

Marlon Wobst (*1980 in Wiesbaden) ist Maler. Klassisch in Öl auf Leinwand erzeugt er Atmosphären, die frisch und unbefangen wirken. Der Umgang mit Pinsel und Farbe zeugt von seinem Mut zum Humor – auch sich selbst gegenüber. Beispielsweise porträtiert er sich in Form einer nachdenklich wirkenden Sauciere. Im Bild »Gruppe« scheint eine aufgebrachte Menschenmenge zu randalieren – oder feiern sie vielleicht doch nur? Ein Stabhochspringer beim Emporsteigen ist schwindelerregend auf den Kopf gestellt – man ist nicht ganz sicher wie der Sprung ausgeht. Mit offenem Ausgang wischt, spachtelt oder kratzt Marlon Wobst gesichtslose Figuren, Körperfragmente und Gegenstände auf die Leinwand – stets mit feiner Ironie und Menschenliebe.

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 15. März bis 27. April 2014
Öffnungszeiten: Samstag, 15. und Sonntag, 16. April 2014, 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung

Mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Balmoral 03 e. V.

 

Konzert B.E.N.K – ZWEI, Samstag, 23. November 2013, 20 Uhr - Katholische Pfarrkirche St. Martin, Viktoriaallee, Bad Ems

Solofagott und Kammerchor musizieren gemeinsam

Im zweiten Konzert der laufenden Spielzeit der Reihe B.E.N.K – Bad Emser Neue Klänge in Kooperation mit dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie Koblenz ist am Samstag, den 23. November 2013 um 20 Uhr in der Katholischen Pfarrkirche St. Martin Bad Ems ein einzigartiges Zusammenspiel zu erleben. Hinter dem Titel »Chorklang und Fagottgesang« verbirgt sich eine sowohl seltene, als auch äußerst reizvolle und faszinierende Musik. Der Koblenzer Chor Collegium Vocale unter seinem Dirigenten Manfred Faig begibt sich in einen musikalischen Dialog mit Nikolaus Maler, Solofagottist der Rheinischen Philharmonie. 

Pressefoto zum Download: Nikolaus Maler, Fagott, Collegium Vocale, Manfred Faig, Musikalische Leitung, Fotograf: Robert Hoischen (frei zur Berichterstattung über das entsprechende Konzert bei Nennung der Bildangaben)  

Als Höhepunkt des Konzertes kommt die Komposition »Sonett« von Benjamin Schweitzer (*1973) zur Uraufführung. Benjamin Schweitzer, zeitgenössischer Komponist vor allem im Bereich der Kammer- und Ensemblemusik, hat sie extra für diesen Dialog komponiert, die Probenarbeit betreut und wird auch bei der Uraufführung anwesend sein. Darin verwendet der Komponist Zeilen aus dem 132. Sonett des italienischen Dichters Francesco Petrarca sowie aus Martin Opitz‘ Nachdichtung. Der Chorsatz, der das Solofagott wie ein »Echoraum« begleitet, beinhaltet einzelne Textzeilen oder -fragmente. Zu Beginn des Konzertes erklingt »Serenity« des in Norwegen geborenen Komponisten Ola Gjeilo (*1978), hier bilden Chor und Fagott eine miteinander verschmelzende Einheit. Das eindrucksvolle und sakrale »Agnus Dei« des norwegischen Komponisten Egil Hovland (*1924) wird zum Abschluss aufgeführt. 

Der Kammerchor Collegium Vocale Koblenz wurde 1987 gegründet. Er nimmt einen festen Platz im Koblenzer Kulturleben ein und gestaltet regelmäßig Konzerte. Die rund 35 Sängerinnen und Sänger pflegen ein vielseitiges Repertoire und möchten mit der Aufführung zeitgenössischer Vokalmusik dem Konzertbesucher überraschende und eindringliche Hörerlebnisse eröffnen. Nikolaus Maler erhielt seine Ausbildung in der renommierten Fagottklasse von Prof. Klaus Thunemann in Berlin. Er wurde mit zahlreichen Ehren ausgezeichnet, darunter Bundespreise bei Jugend musiziert und ein Stipendium des Bundespräsidenten beim Wettbewerb deutscher Musikhochschulen 1998.

Nikolaus Maler, Fagott
Collegium Vocale
Manfred Faig
, Musikalische Leitung

Ola Gjeilo
Serenity

Benjamin Schweitzer

Sonett
 (Uraufführung)
Egil Hovland

Agnus Dei op. 167
 

Karten (12 € 8 € ermäßigt)
Künstlerhaus Schloss Balmoral, Tel.: 02603 9419-0
Orchesterbüro, Tel.: 0261 3012-272
Online über www.ticket-regional.de
Abendkasse ab 19.30 Uhr

Die Reihe B.E.N.K - Bad Emser Neue Klänge wird in Kooperation mit dem Staatsorchester Rheinische Philharmie, Koblenz veranstaltet und steht unter der Schirmherrschaft der Staatsministerin Doris Ahnen.   

Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«, Freitag, 18. Oktober 2013, 19 Uhr

Franziska Hünig | Patricia Lambertus

Am Freitag, dem 18. Oktober um 19 Uhr wird die fünfte Ausstellung im »Made in Balmoral« in der Römerstraße 27 eröffnet. Es ist gleichzeitig die Abschluss-Doppelausstellung der aktuellen Stipendiatinnen und Stipendiaten, die noch bis Dezember im Künstlerhaus Schloss Balmoral leben und arbeiten. Die Berliner Künstlerin Franziska Hünig taucht das »Made in Balmoral« mit ihrer Malerei-Installation in knallige Farben. Patricia Lambertus aus Bremen führt die Besucherinnen und Besucher mit ihrer Panoramatapete durch eine Landschaft zwischen Schönheit und Gewalt.

Pressebilder zum Download:
Franziska Hünig, »Geradewegs«, Ausstellungsansicht, 2013, © Franziska Hünig
Patricia Lambertus, »Kiss me, Hardy« (Detail), 2013, © Patricia Lambertus
(frei zur Berichterstattung über die entsprechende Ausstellung bei Nennung der Copyright-/Fotografenangaben)  

Franziska Hünig (*1970 in Dresden) nutzt für ihre raumgreifenden Installationen die Rückseiten von ausrangierten Werbeplanen, die sie mit grellen und intensiven Farben bemalt. Ihr Farbauftrag mit Pinsel und Rakel steht dabei in Wechselwirkung zur Eigendynamik des Materials – Kontrolle trifft auf Kontrollverlust. Die bemalten Bahnen installiert sie über-, unter- und nebeneinander auf der Wand oder im Raum, wobei sie auch die industriell bedruckten Vorderseiten einbezieht. So schafft Franziska Hünig Malerei-Installationen, die mit Zwei- und Dreidimensionalität spielen und die abstrakte Malerei in Kontrast setzen zu Fragmenten gedruckter Werbebilder. 

Patricia Lambertus (*1970 in Kempten) verwendet als motivisches Ausgangsmaterial Tapeten, die sie fotografiert, collagiert und weiterverarbeitet sowie eigene Fotos und Bildmaterial aus öffentlichen Medien. Aus diesen Versatzstücken schafft sie Rauminstallationen, in denen sie Fragen nach Raumdekor und Bildautonomie stellt. Im »Made in Balmoral« zeigt Patricia Lambertus die Installation »Kiss me, Hardy«. Ausgehend von einer historischen Panoramatapete von 1805 bearbeitet sie das Thema Gewalt in unterschiedlichen Facetten. Sie verbindet die historische Bildsprache mit Elementen der heutigen medialen Berichterstattung über politische und gesellschaftliche Konflikte, wie zum Beispiel den Arabischen Frühling.

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems

Ausstellungsdauer: 19. Oktober bis 1. Dezember 2013
Öffnungszeiten: Samstag, 19. und Sonntag, 20. Oktober 2013, 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung 

Mit freundlicher Unterstützung der Manufaktur Caspar GmbH 

Offene Ateliers im Künstlerhaus, Samstag, 21. und Sonntag, 22. September 2013, 14 bis 19 Uhr

Am Samstag, den 21. und Sonntag, den 22. September laden die aktuellen Stipendiatinnen und Stipendiaten des Künstlerhauses Schloss Balmoral in Bad Ems in ihre Ateliers ein. Besucherinnen und Besucher haben die einmalige Gelegenheit, hinter die Kulissen zu schauen und mit den internationalen Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch zu kommen. Die Ateliers von Astrid Busch, Jennifer Danos, Stefan Eichhorn, Franziska Hünig, Akane Kimbara und Patricia Lambertus sind jeweils von 14 bis 19 Uhr geöffnet. 

Insgesamt öffnen über 200 weitere Künstlerinnen und Künstler in Rheinland-Pfalz ihre Ateliers. Die Aktion des Berufsverbandes Bildender Künstler Rheinland-Pfalz e. V. findet in diesem Jahr zum 21. Mal statt und wird vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur unterstützt. 

Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«, Freitag 6. September 2013, 19 Uhr, Römerstraße 27

Astrid Busch | Stefan Eichhorn

Am Freitag, dem 6. September um 19 Uhr wird eine neue Ausstellung im »Made in Balmoral« in Bad Ems eröffnet. Zwei der aktuellen Stipendiatinnen und Stipendiaten, die noch bis Dezember im Künstlerhaus Schloss Balmoral leben und arbeiten, zeigen in Bad Ems entstandene Werke. Die Berliner Künstlerin Astrid Busch geht mit ihrer Arbeit direkt auf den Ausstellungsraum »Made in Balmoral« und die Stadt Bad Ems ein, indem sie in ihrer Installation vorgefundene Realität und Illusion verknüpft. Stefan Eichhorn aus Leipzig gibt in der Ausstellung Einblick in sein laufendes Forschungsprojekt zu autarken Gewächshäusern – gefundene Dokumentationsmaterialien treffen auf präzise entworfene Modelle.

Pressebilder zum Download:
Astrid Busch, Teil der Installation »Something Baroque«, 2013, © Astrid Busch
Stefan Eichhorn, gefundenes Foto, 2013 (Fotograf: Alexander Synaptic)
(frei zur Berichterstattung über die entsprechende Ausstellung bei Nennung der Copyright-/Fotografenangaben) 

Astrid Busch (*1968 in Krefeld) arbeitet mit Fotografie und Installation. Ihre Fotos hängen nicht nur an der Wand, sondern setzen sich in den realen Raum hinein fort. Die Bildmotive nehmen dreidimensional Gestalt an. Dadurch werden auch wir als Betrachterinnen und Betrachter Teil der Szenerie. Astrid Buschs Werke nutzen den jeweiligen Ausstellungsort als Dialogpartner – sie erweitern und verändern ihn. Es entsteht ein Wechselspiel unterschiedlicher Wirklichkeitsebenen, indem sich reale und fiktive Räume zu immer neuen Situationen und Geschichten verbinden. 

Stefan Eichhorn (*1980 in Dresden) widmet sich in seinen Arbeiten der Überprüfung von utopischen Welt- und Gesellschaftsentwürfen. Ihrer Realitätstauglichkeit geht er mit künstlerischen Mitteln nach. Speziell die alternativen Lebenskonzepte der 1960er und 70er Jahre in den USA interessieren ihn. Dabei untersucht Stefan Eichhorn architektonische Vorhaben genauso wie die Idee einer Kolonialisierung des Weltalls. Dazu forscht er derzeit an dem Projekt eines autarken Gewächshauses. Seine handwerklich überaus anspruchsvollen und detailgetreuen Werke verfolgen und visualisieren diese Utopien konsequent bis ins Letzte – und zuweilen sogar darüber hinaus.

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems

Ausstellungsdauer: 7. September bis 13. Oktober 2013
Öffnungszeiten: Samstag, 7. und Sonntag, 8. September 2013, 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung 

 

Konzert B.E.N.K – EINS, Donnerstag, 5. September 2013, 19.30 Uhr

Konzertreihe B.E.N.K geht in die dritte Runde

Auch in der Spielzeit 2013/14 gibt es eine Fortsetzung der erfolgreichen Konzertreihe B.E.N.K – Bad Emser Neue Klänge. Sie widmet sich ausschließlich dem Bereich der zeitgenössischen Musik, die in Kooperation des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie Koblenz und des Künstlerhauses Schloss Balmoral in Bad Ems in verschiedensten Besetzungen zur Aufführung kommt.

Pressefoto zum Download: Michael Zeller und Akiko Shimizu, © István Kovács (frei zur Berichterstattung über das entsprechende Konzert bei Nennung der Copyrightangaben)  

Beim Auftaktkonzert der neuen Saison am Donnerstag, dem 5. September 2013 um 19.30 Uhr bringen die Philharmonie-Schlagzeuger Michael Zeller und Akiko Shimizu das Marimbaphon zum Klingen. Im Künstlerhaus Schloss Balmoral spielen sie Werke von Steve Reich und Nebojša Jovan Živkovi?. Steve Reich ist Mitbegründer der »minimal music« und erhielt für sein Schaffen den Pulitzer-Preis (2009). Der deutsche Perkussionist und Komponist Nebojša Jovan Živkovic ist vor allem durch seine TV- und Rundfunk-Produktionen bekannt und arbeitete bereits im Jahr 2012 im Rahmen eines Jugendprojekts mit den Schlagzeugern der Rheinischen Philharmonie zusammen.

Ziel der Reihe B.E.N.K – Bad Emser Neue Klänge ist es, die Vielseitigkeit der zeitgenössischen Musik zu präsentieren. In den weiteren Konzerten der Saison kommen am 23. November 2013 Werke für Fagott und Vokalensemble sowie am 21. März 2014 Werke für Streichquartett zur Aufführung. Am 7. Mai 2014 ist dann zum Abschluss Lukas Ligeti, der Sohn des bekannten Komponisten Györgi Ligeti, mit Werken für elektronisches Marimba zu hören.

Steve Reich
Music for pieces of wood
 (1973)
Nagoya Marimbas
 (1994)
Piano Phase 
(1967/1980)
Clapping Music
 (1972) 

Nebojša Jovan Živkovic
Ultimatum II
 (1994)

Michael Zeller und Akiko Shimizu, Marimba

Karten (12 € 8 € ermäßigt)
Künstlerhaus Schloss Balmoral, Tel.: 02603 9419-0
Orchesterbüro, Tel.: 0261 3012-272
Online über www.ticket-regional.de
Abendkasse ab 19 Uhr

Die Reihe B.E.N.K steht unter der Schirmherrschaft der Staatsministerin Doris Ahnen. 

 

Über 450 Bewerbungen für die Stipendien 2014

Für die Balmoral- und Landesstipendien 2014 sind 467 Bewerbungen aus aller Welt im Künstlerhaus Schloss Balmoral eingegangen. Eine überaus erfreuliche Resonanz, die für die Qualität des Stipendienangebotes des Landes Rheinland-Pfalz spricht. Das Bewerbungsverfahren wurde am 13. Juli 2013 abgeschlossen. Insgesamt werden für das nächste Jahr 14 Stipendien vergeben. 

Besonders zahlreich haben sich wieder Künstlerinnen und Künstler für die internationalen Anwesenheitsstipendien für Schloss Balmoral beworben. Diese hohe Anzahl an Bewerbungen bestätigt somit die Attraktivität der Konzentration auf jeweils nur eine Gattung hinsichtlich der Balmoral-Stipendien, die für 2014 zum ersten Mal mit dem Schwerpunkt Malerei erfolgte. Durch dieses bundesweit einmalige Angebot soll eine noch stärkere gegenseitige kreative Befruchtung unter den anwesenden Künstlerinnen und Künstlern ermöglicht werden.

Die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten wird voraussichtlich Ende Oktober bekannt gegeben. Die nächste Ausschreibung der Balmoral- und Landesstipendien erfolgt Anfang Mai 2014.

 

Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«, Freitag 26. Juli 2013, 19 Uhr, Römerstraße 27


Jennifer Danos 
| Akane Kimbara

Am Freitag, dem 26. Juli 2013 um 19 Uhr wird die dritte Ausstellung im »Made in Balmoral« in der Römerstr. 27 eröffnet. Es ist die erste Präsentation der 6-Monats-Stipendiatinnen und –Stipendiaten, die bis Anfang Dezember dieses Jahres im Künstlerhaus Schloss Balmoral in Bad Ems leben und arbeiten. Die Amerikanerin Jennifer Danos erarbeitet speziell für das »MiB« eine Boden einnehmende Installation. In Kombination dazu werden Zeichnungen der in Berlin lebenden japanischen Künstlerin Akane Kimbara zu sehen sein.

Pressebilder zum Download:
Jennifer Danos, »Labyrinth«, 2013, © Jennifer Danos
Akane Kimbara, »Schuhe im Kreis«, 2012, © Akane Kimbara
»Made in Balmoral«, Außenansicht, © KHSB
(frei zur Berichterstattung über die entsprechende Ausstellung bei Nennung der Copyrightangaben)

Jennifer Danos (*1975 in Chicago, USA) arbeitet überwiegend ortsbezogen. Ihr Augenmerk richtet sie auf die Spannung zwischen bewusster und unbewusster Wahrnehmung eines Raumes. Sie lotet architektonische Qualitäten aus und verändert durch installative Eingriffe die Raumwirkung. In Bad Ems lädt sie in ein Labyrinth ein, mit dem sie versucht, die Besucherinnen und Besucher für die eigenen Sinne und Beobachtungen zu sensibilisieren. Als künstlerische Weggefährtin lenkt Jennifer Danos unsere Schritte aus der Sackgasse festgefahrener Wahrnehmung heraus. 

Akane Kimbara (*1971 in Shizuoka, Japan) ist Zeichnerin. Seit 2006 setzt sie ihre Zeichnungen auch filmisch um und entwickelt sie als bewegtes Bild weiter. Das Zeichnen ist für die Künstlerin ein Ventil für Stimmungen, die jeder kennt, ob fröhlich, traurig, überraschend oder irritierend. Sie versucht, ihre Werke auf ein Minimum zu reduzieren, um die gezeichnete Emotion von allem Überflüssigen zu befreien. Mit nur wenigen Linien umkreist Akane Kimbara auf sensible und häufig auch humorvolle Art die menschliche Gefühlswelt. 

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems

Ausstellungsdauer: 27. Juli bis 1. September 2013
Öffnungszeiten: Samstag, 27. und Sonntag, 28. Juli 2013, 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung 

Mit freundlicher Unterstützung der Konrad Hornschuch AG

 

Sommerfest | Warming Up | 10-jähriges Jubiläum des Fördervereins Balmoral 03 e. V.

Samstag, 29. Juni 2013, ab 17.00 Uhr  

Am Samstag, dem 29. Juni 2013 findet ab 17 Uhr das alljährliche Warming Up im Künstlerhaus Schloss Balmoral statt. Diesmal werden die 6-Monats-Stipendiatinnen und -Stipendiaten mit einem Sommerfest begrüßt und gleichzeitig wird der inzwischen bereits 10. Geburtstag des Fördervereins Balmoral 03 begangen. Zwei der allerbesten Gründe, im und um das Künstlerhaus zu feiern!

Zur Begrüßung um 17 Uhr sprechen Dr. Oliver Kornhoff, künstlerischer Leiter von Schloss Balmoral, Dr. Ariane Fellbach-Stein, Referentin für Bildende Kunst und Film des Landes Rheinland-Pfalz und Guido Lotz, Vorsitzender von Balmoral 03. Bei einem Umtrunk und Toast wird auf das 10-jährige Jubiläum des Fördervereins angestoßen.

Im Anschluss stellt Dr. Oliver Kornhoff die neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten vor und begrüßt Sie offiziell in Bad Ems: Astrid Busch, Jennifer DanosStefan EichhornFranziska HünigAkane Kimbara und Patricia Lambertus. Von 18 bis 19 sowie von 21 bis 22 Uhr öffnen die Künstlerinnen und Künstler ihre Ateliers und geben erste Einblicke in ihre Arbeit. Weiterhin erwarten Sie Werke von Anna So Young Han, Stipendiatin aus Südkorea, die seit April im Künstlerhaus lebt und arbeitet. Anna So Young Han (*1982 in Seoul) schafft ortsbezogene und häufig raumgreifende Installationen. Die spezifischen Gegebenheiten des historischen Schlossgebäudes sind dabei eine ganz besondere Inspirationsquelle. Die Künstlerin nutzt vorhandene Raumachsen sowie vorgefundene Formen und spielt mit Licht und Illusion.

Pressebilder zum Download:
Anna So Young Han, »Blue Under Smashing April Nostalgia«, 2012, Installationsansicht, © Anna So Young Han
Künstlerhaus Schloss Balmoral, © KHSB
(frei zur Berichterstattung über die entsprechende Ausstellung bei Nennung der Copyrightangaben) 

Ab 18 Uhr gibt es Variationen vom Grill und ein reichhaltiges Salat-Buffet sowie Live-Musik mit »The Loft Connection«. Genießen Sie die abendliche Bad Emser Sonne vor dem Künstlerhaus bei einem Glas Wein oder einem kühlen Bier. Für all diejenigen, die das Künstlerhaus Schloss Balmoral und seine Geschichte noch nicht kennen, wird um 20 Uhr eine Schloss-Führung mit Annegret Werner-Scholz angeboten.

Anmeldung unter info@balmoral.de bis zum 23. Juni 2013

Auf Ihr Kommen freuen sich
die Stipendiatinnen und Stipendiaten,
die Mitglieder des Fördervereins Balmoral 03 e. V. sowie
das gesamte Team des Künstlerhauses Schloss Balmoral

 

Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«, Freitag 24. Mai 2013, 19 Uhr, Römerstraße 27


Mayra Martell | Anne Vorbeck
 

Am Freitag, dem 24. Mai 2013 um 19 Uhr eröffnen wir die zweite Ausstellung im »Made in Balmoral« in der Römerstraße 27. In dieser Doppelausstellung werden Fotografien von Mayra Martell (Mexiko) und Malereien von Anne Vorbeck (Berlin) zu sehen sein. Die beiden Stipendiatinnen leben und arbeiten für drei Monate noch bis Ende Mai im Künstlerhaus Schloss Balmoral. Die Ausstellung bildet somit den Abschluss ihres Stipendienaufenthaltes in Bad Ems und die Künstlerinnen präsentieren die in Balmoral entstandenen Arbeiten. 

Pressebilder zum Download:
Mayra Martell, aus dem Projekt »Identity Essay (Ciudad Juárez, 2005-2013)«, Fotografie (Detail), © Mayra Martell
Anne Vorbeck, o. T. (Detail), 2013, Öl, Acryl auf Baumwolle, 175 x 160 cm, © Anne Vorbeck
(frei zur Berichterstattung über die entsprechende Ausstellung bei Nennung der Copyrightangaben) 

Mayra Martells (*1979 in Juárez, Mexiko) Arbeitsschwerpunkt ist die Fotografie und ihr Interesse gilt dem Thema »Erinnerung«. Seit 2005 arbeitet sie an einem Projekt über das Verschwinden von jungen Frauen in ihrer Heimatstadt Juárez. Sie nimmt Kontakt zu den hinterbliebenen Familien auf, führt Interviews und fotografiert die häufig noch nach Jahren unberührten Zimmer der Mädchen. Die bedrückende Thematik steht dabei in hypnotischem Gegensatz zur Schönheit der Aufnahmen. Eines der wenigen Male gibt sie im Rahmen einer Ausstellung Einblick in diese Arbeit. Ausgewählte Fotografien zeugen von Mayra Martells künstlerischem Bemühen, der Identität eines Menschen bleibende Erinnerung zu verschaffen.

Anne Vorbeck (*1975 in Dresden, lebt in Berlin) ist Malerin. Ihr Arbeitsprozess wird von zwei unterschiedlichen Interessen geleitet. Zum einen experimentiert sie mit den materiellen Eigenschaften von Farbe. Zum anderen beschäftigt sich die Künstlerin in ihren Bildern mit den Möglichkeiten und Grenzen malerischer Illusion. Intuitiv teils zufällig geschaffene Strukturen treffen auf gezielt platzierte Formen. In den sich überlagernden Ebenen kann der Betrachter unterschiedliche Behandlungen des Malmaterials entdecken. Anne Vorbeck verknüpft diese ungleichen Arbeitsweisen und Farbschichten zu dynamischen Gemälden, die die Grundelemente der Malerei und das Abenteuer Farbe erkunden.

Begrüßung            Dr. Oliver Kornhoff, künstlerischer Leiter
Einführung            Katrin Vattes M.A., wissenschaftliche Mitarbeiterin
Anschließend        Latin Night, Music and Drinks

Neuer Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 25. Mai bis 14. Juli 2013
Öffnungszeiten: Samstag, 25. und Sonntag 26. Mai 2013, 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung

 

Ausschreibung der Balmoral- und Landesstipendien für 2014

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir freuen uns Ihnen mitzuteilen, dass für 2014 folgende Stipendien angeboten werden:

Für internationale Bildende Künstlerinnen und Künstler 

Bei den Anwesenheitsstipendien für 2014 muss der Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit im Medium Malerei liegen. Dabei versteht sich Malerei nicht ausschließlich als ›Farbe auf Leinwand‹. Formales und konzeptuelles Ausloten der Grenzen und Möglichkeiten der Gattung sind ebenfalls willkommen. Zukünftig werden die Anwesenheitsstipendien jeweils für eine künstlerische Gattung ausgeschrieben. Auch bei den Anwesenheitsstipendien 2015 wird die Malerei im Mittelpunkt stehen. Durch dieses bundesweit einmalige Angebot soll eine noch stärkere gegenseitige kreative Befruchtung unter den anwesenden Künstlerinnen und Künstlern ermöglicht werden. 

Für internationale Geisteswissenschaftlerinnen 
und Geisteswissenschaftler

Die monatliche Dotierung für die Balmoral-Anwesenheitsstipendien wird ab 2014 auf 1.400 Euro erhöht.


Für Bildende Künstlerinnen und Künstler 
mit Bezug zu Rheinland-Pfalz

Künstlerische Auflagen bestehen für diese Stipendien nicht. 

Der Bewerbungszeitraum für alle Stipendien läuft bis einschließlich 29. Juni 2013 (Datum des Poststempels). Ausführliche Informationen finden Sie auf unserer Webseite, dort können auch die jeweiligen Bewerbungsformulare heruntergeladen werden.

Wir freuen uns, wenn durch Veröffentlichung und Weiterleitung weltweit Künstlerinnen und Künstler über diese Ausschreibung informiert werden!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen

Katrin Vattes

Künstlerhaus Schloss Balmoral
Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur
Villenpromenade 11
56130 Bad Ems

Tel.: +49 (0)2603 9419-11
Fax: +49 (0)2603 9419-16
E-Mail: vattes(at)balmoral.de

 

Ausstellungseröffnung »Made in Balmoral«, Donnerstag 25. April 2013, 19 Uhr, Römerstraße 27


Julianny Ariza | Grit Hachmeister 
 

Am Donnerstag, dem 25. April 2013 um 19 Uhr werden wir einen neuen Ausstellungsraum namens »Made in Balmoral« in der Römerstraße 27 eröffnen. Dort werden wir zukünftig die jeweils aktuellen Balmoral-Stipendiatinnen und -Stipendiaten in Doppelausstellungen vorstellen. Den Auftakt machen Julianny Ariza (Dominikanische Republik) und Grit Hachmeister (Berlin), die derzeit für drei Monate im Künstlerhaus leben und arbeiten.

Pressebilder zum Download:
Julianny Ariza, 
aus der Serie »Omnisciéntete« (Detail), 2012, Foto: Ramona Colectivo, © Julianny Ariza
Grit Hachmeister, 
»das Flimmern, die Himmelshöhe, die Erde und ich«, 2011, © Grit Hachmeister
(frei zur Berichterstattung über die entsprechende Ausstellung bei Nennung der Copyrightangaben) 

Julianny Ariza (*1987 in Santo Domingo, Dominikanische Republik) arbeitet überwiegend mit Stoffen, die sie durch Näharbeit und Stickerei zu Figuren und ornamentalen Formen verarbeitet. Thematisch beschäftigt sich die Künstlerin mit Menschen, ihren ganz persönlichen Emotionen und elementaren Befindlichkeiten. Es entstehen skulpturale Installationen – nicht aus den üblichen Materialien der Bildhauerei, sondern aus Textilien. Ihren zumeist in weiß gestalteten Figuren verleiht Julianny Ariza eine traumartige geheimnisvolle Aura.

Grit Hachmeister (*1979 in Leipzig, lebt in Berlin) arbeitet neben der Fotografie auch im Medium Zeichnung. Ihr Interesse gilt dem Menschsein; sie setzt sich mit Themen wie Intimität, Sexualität, Liebe, Sehnsucht und Verletzlichkeit auseinander. In ihren Arbeiten richtet sie immer wieder den Fokus auf sich selbst. Ihre Werke arrangiert sie meist in ausladenden Collagen auf der Wand. Grit Hachmeister setzt sich und ihre Umwelt einem schonungslos ehrlichen Blick aus.

Der neue Raum mit seiner verglasten Front soll als Schaufenster fungieren und inmitten der Innenstadt neugierig machen auf die künstlerischen Gäste von Schloss Balmoral und Bad Ems. Er bietet zudem Einblick in die Arbeit des Künstlerhauses und lädt zu den vielfältigen Angeboten ein.

Ausstellungsdauer: 26. April bis 19. Mai 2013
Öffnungszeiten: Samstag, 27. und Sonntag 28. April 2013, 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung 

»Made in Balmoral«, Römerstraße 27, 56130 Bad Ems

 

Konzert B.E.N.K - VIER, Samstag, 13. April 2013, 19.30 Uhr, Marmorsaal Bad Ems

Rheinische spielt Zeitgenössisches im Marmorsaal des Staatsbades Bad Ems

Am Samstag, 13. April um 19.30 Uhr ist das Staatsorchester Rheinische Philharmonie unter der Leitung von Chefdirigent Daniel Raiskin zum Sinfoniekonzert im Marmorsaal Bad Ems zu Gast. Im Rahmen der Reihe B.E.N.K – Bad Emser Neue Klänge, eine Kooperation der Rheinischen Philharmonie und des Künstlerhauses Schloss Balmoral, lässt das Orchester zeitgenössische Musik in fürstlicher Kurstadt-Atmosphäre erklingen. Die Werke stammen allesamt von noch lebenden zeitgenössischen Komponisten. Das Sinfoniekonzert bietet den Zuhörern die Gelegenheit, bei anschließenden Gesprächen in Kontakt mit den Musikern und dem Dirigenten zu treten.

Pressefoto zum Download: Vadim Gluzman, Foto von Marco Borggreve

Als Solist ist der israelische Geiger Vadim Gluzman zu hören, der in der laufenden Spielzeit »Artist-in-Residence« bei der Rheinischen Philharmonie ist. Es erklingen Kompositionen von Wojciech Kilar, Peteris Vasks, Arvo Pärt und Philip Glass, entstanden in den Jahren 1986 bis 1997. Vadim Gluzman spielt das Konzert Distant Light von Vasks auf der aus dem Jahre 1690 stammenden »ex-Leopold Auer« Stradivari, die ihm als ständige Leihgabe von der Stradivari Society Chicago zur Verfügung gestellt wird.

Wojciech Kilar
Orawa
 für Streichorchester (1986) 

Peteris Vasks
Distant Light
 – Konzert für Violine und Orchester (1996/97) 

Arvo Pärt
Trisagion
 für Streicher (1992/94) 

Philip Glass
Concerto Grosso
 (1992) 

Karten sind für 18 € | ermäßigt 12 € beim Stadt- und Touristikmarketing Bad Ems e. V. (T. 02603 9415-0), online über www.ticket-regional.de sowie an der Abendkasse erhältlich.

Die Reihe B.E.N.K ist eine Kooperation von Staatsorchester Rheinische Philharmonie und Künstlerhaus Schloss Balmoral und steht unter der Schirmherrschaft der Staatsministerin Doris Ahnen.

Tag der Kunst in Balmoral, 29. Juni 2012, 11 bis 17 Uhr

Zu Sommerbeginn lädt das Künstlerhaus Schloß Balmoral am Freitag, 29. Juni 2012, von 11 bis 17 Uhr zum Tag der Kunst ein. Frau Dr. Danièle Perrier nimmt mit einem vielfältigen künstlerischen Programm im Laden N° 5 und im Schloß Balmoral Abschied.

Zu Beginn wird um 11 Uhr die dritte carte blanche 2012 im Laden N° 5, Römerstr. 5, Bad Ems, eröffnet. Die renommierte Künstlerin Tamara Grcic, die mit ihren Rettungsinseln Gaggiandre auf der 53. Biennale von Venedig 2009 Aufsehen erregte, wird den deutschen Künstler Christoph Esser vorstellen. Nach seinem Studium an der Folkwang Hochschule in Essen mit Schwerpunkt Fotografie und experimentelle Gestaltung ist Esser seit 2009 Student an der Städelschule in Frankfurt a. M. bei Willem De Rooij und Michael Krebber. Esser setzt sich mit einem breiten Formenspektrum auseinander, das er zeichnerisch, fotografisch und bildhauerisch reflektiert. Dabei greift er auf kunsthistorische Referenzen, insbesondere der Minimal Art sowie Momente der populären Kultur zurück, nicht selten mit einem ironisch kritischen Kommentar in Dada-Manier.

Um 12.30 Uhr geht es im Künstlerhaus Schloß Balmoral weiter: Zur Verabschiedung von Frau Dr. Danièle Perrier, die seit 13 Jahren das Künstlerhaus leitet, sprechen Walter Schumacher, Kulturstaatssekretär, Christoph Tannert, Leiter des Berliner Künstlerhauses Bethanien, Wilhelm Zimmermann, Vorsitzender des Fördervereins Balmoral 03 e. V. sowie abschließend Frau Dr. Danièle Perrier selbst. Musikalische Intermezzi bieten Regine und Dr. Thomas Reisinger mit Duetten von Béla Bartók auf der Violine.

Gegen 13:45 Uhr präsentiert die Jacques-Offenbach-Gesellschaft e. V. Bad Ems einen Auszug aus Offenbachs Operette „Fortunios Lied“; dargeboten von Studierenden der Konservatorium Wien Privatuniversität unter der Regie von Annegret Ritzel. Anschließend folgt ein kleiner Imbiss, jazzig musikalisch gewürzt durch Theo Enders am Piano und Herbert Laubach am Saxophon.
Zum Abschluss präsentiert Frau Dr. Danièle Perrier verschiedene künstlerische Aktionen und Installationen der Balmoral Stipendiaten 2012: R?zvan Boti?, Elisabeth S. Clark, Ingo Gerken, Yongseok Oh, Nadja Schöllhammer, Mamiko Takayanagi und Sun You.

 

carte blanche Tamara Grcic an Christoph Esser

I lost my job to a machine...
Laden N° 5, Römerstraße 5, 56130 Bad Ems 
Die Ausstellung ist bis zum 29. Juli 2012 durchgehend zu sehen. 

 Die renommierte Künstlerin Tamara Grcic, die mit ihren Rettungsinseln Gaggiandre auf der 53. Biennale von Venedig 2009 Aufsehen erregte, hat zur dritten carte blanche 2012 den deutschen Künstler Christoph Esser eingeladen. Nach seinem Studium an der Folkwang Hochschule in Essen mit Schwerpunkt Fotografie und experimentelle Gestaltung ist Esser seit 2009 Student an der Städelschule in Frankfurt a. M. bei Willem De Rooij und Michael Krebber. Esser setzt sich mit einem breiten Formenspektrum auseinander, das er zeichnerisch, fotografisch und bildhauerisch reflektiert. Dabei greift er auf kunsthistorische Referenzen, insbesondere der Minimal Art sowie Momente der populären Kultur zurück, nicht selten mit einem ironisch kritischen Kommentar in Dada-Manier.

Tamara Grcic über Christoph Esser bei der Eröffnung am 29. Juni

Fortlaufende Veränderung 
Christoph Essers Arbeiten habe ich während eines Gastsemesters an der Folkwangschule vor ca. 4 Jahren in Essen zum ersten Mal gesehen. Mich beeindruckte sein reflektives Denken, sein Wissen und seine Arbeitsweise, die immer wieder neu untersuchte welches Medium richtig sei in der Umsetzung der Arbeiten, (Fototgrafie, Skulptur, Zeichnung), ästhetisch jedoch war er in einer klaren minimalistischen Formsprache verwurzelt. Von hier aus ist Christoph Esser weitergegangen an die Städelschule zu Willem De Rooij und Michael Krebber. Auch sein Arbeiten , sein Denken, seine Auseinandersetzung mit Kunst und Philosophie sind weitergegangen. In dieser Bewegung geht es u.a. um Abstraktion und gegenständliche Aufladung, Materialien, Formen, Nichtfarbe, Farben, Übersetzung von Bildern, genauso wie um Sinnhaftigkeit, Wahrnehmung und Wahrheit. 

So bewegen sich Denken und Arbeiten weiter. 

In diese fortlaufende Bewegung trifft ein konkreter Raum; Ladenlokal Balmoral.
Christoph Esser arbeitet gerade mit Styropor, Material zum Dämmen aus dem Baumarkt. Aus Platten werden Formen geschnitten, abstrakte Formen, konkrete Formen (Palme). Unterschiedliche Oberflächenbeschaffenheiten zeigen sich, das weiße offene Material, mit Farbe besprüht, außerdem mit PU Lack verschlossene Flächen die wiederum mit Farbe überzogen werden. Materialien und Formen finden also aus dem fortlaufenden Arbeiten heraus, eine konkrete Anordnung für die Ausstellung, Begriffe wie Garderobe bilden sich aus dem Ladenlokal, die Formen nehmen Bedeutung an, finden zueinander und ergeben für die Dauer der Ausstellung im Raum ein gültiges Gefüge. Alltägliche Materialien kommen dazu, laden die Styroporformen mit Bedeutung auf, ein Kleiderbügel ein Unterhemd, Verweise auf den Körper, eine in Wachs gegossene Faust liegt auf der Palme.

Die Bewegung geht weiter, Studiovisit von Marc Camille Chaimovicz, der seinen Schuh auszieht seine Socke auf den Styreoporbock legt, die Socke wird Bestandteil der Arbeit, nach der Ausstellung schickt Christoph Esser die Socke zurück, zu ihm nach London. Zwei gemalte Bilder kommen dazu bringen weitere Assoziationen in das Zusammenspiel der Teile ein, erzeugen weitere Bewegung, genauso wie der Titel, „I lost my job to a maschine“.

Zum Schluss wird die Bewegung für die Dauer der Ausstellung angehalten, eingefroren in den Guckkasten des verschlossenen Ladens, keine Bewegung um die Objekte, sondern vom Künstler festgelegte Blicke durch die Schaufensterscheibe auf die von ihn gesetzte Anordnung der Formen.  

Samstag, 11. August 2012, 19.30 Uhr - B.E.N.K Sonderkonzert, Kurtheater Bad Ems

Bad Emser Neue Klänge mit dem LandesJugendBlasOrchester Rheinland-Pfalz 

Das LandesJugendBlasOrchester Rheinland-Pfalz gastiert im Kurtheater der Staatsbad Bad Ems GmbH, Römerstraße 8, 56130 Bad Ems. 

Der Eintritt ist frei!  

Leitung: Kunihiro Ochi
Moderation: Junge Musiker aus dem Orchester
 

Die Zuhörer dürfen gespannt sein, welche ungewöhnlichen Klänge der japanische Dirigent Kunihiro Ochi den etwa 60 ausgewählten Musikerinnen und Musikern aus ganz Rheinland-Pfalz am Sommerferienende 2012 mit einem Programm entlocken wird, das aus bläsersinfonischen Werken der Zeit nach 1980 besteht. Das LandesJugendBlasOrchester präsentiert die Ergebnisse seiner Arbeitsphase. Bei Konzerten in der jüngsten Vergangenheit und gerade auch bei der letzten Konzertreise durch Niederösterreich hat das Ensemble immer wieder seine außergewöhnliche musikalische Reife unter Beweis gestellt. Konsequente Auswahl der Musikerinnen und Musiker bei regelmäßig stattfindenden Probespielen, gepaart mit professioneller Arbeitsweise und jugendlichem Enthusiasmus machen das LandesJugendBlasOrchester Rheinland-Pfalz zu einem der besten Jugendensembles seiner Art in Deutschland und versprechen ein grandioses Konzerterlebnis. 

Entscheidenden Anteil an der Entwicklung des Klangkörpers trägt Kunihiro Ochi. Am 14.12.1954 in Tokio/Japan geboren, kam er erstmals als Trompeter mit der Orchestermusik in Berührung. Bereits mit 16 Jahren dirigierte er öffentlich unter anderem „die Unvollendete“ von Franz Schubert. Nach einer Ausbildung zum Kapellmeister an der staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe bei Prof. Wolf-Dieter Hauschild, Prof. Räto Tschupp und Prof. Andreas Weiss bewies er seine Fähigkeiten als Dirigent durch zahlreiche Aufnahmen beim HR und SDR sowie Engagements mit in- und ausländischen Profiorchestern, u. a. Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim, Rishon Lezion Sinfonieorchester (Israel) und Orchester-Ensemble Kanazawa (Japan). Von 1991 bis 1994 war Ochi ständiger Gastdirigent bei der Baden-Badener Philharmonie. Zwischen 1998 und 2003 leitete er als GMD das „Orchestre d´harmonie de l´électricité de Strasbourg“, mit dem er 2002 beim französischen Nationalwettbewerb den 1. Preis errang. 2003 wurde er zu der 11. Weltkonferenz der WASBE (World Association for Symphonic Bands and Ensembles) nach Schweden eingeladen.

Mittlerweile ist Kunihiro OCHI Generalmusikdirektor des „LandesJugendBlasOrchesters Rheinland-Pfalz“, dessen Leitung er 1997 übernahm. Unter seiner Führung wird dieses 60-köpfige Orchester inzwischen zu einem der besten Jugendblasorchester Europas gezählt. Auch als Dozent für den Fachbereich Orchesterleitung ist Kunihiro Ochi aktiv, seit 1999 ist er ständiger Gastdozent der Dirigentenausbildung beim Landesmusikverband Rheinland-Pfalz. 2004 wurde sein erster Orchesterleitungsworkshop mit dem Hauptthema "Saito-Dirigier-Methode" von der Landesmusikakademie Rheinland-Pfalz organisiert. 

Sollten Sie sich also am Ende der Sommerferien einen Eindruck über den hohen Leistungsstand dieses Orchesters verschaffen wollen, kommen Sie zu den Konzerten; diese Musik macht einfach viel Spaß! Das LandesJugendBlasOrchester Rheinland-Pfalz freut sich schon jetzt und hofft auf zahlreiche Zuhörer und einen durchschlagenden Erfolg!

 

Programm

Harrie Janssen    
Thema        
 
Richard L. Saucedo       
To this heartbeat there is no end (2005)     
 
Itaru Sakai  
Konide (2002)      
(europäische Erstaufführung)
 
Arturo Marquez    
Danzón No.2 (1994)      
Bearb. Oliver Nickel
 
- Pause -
 
Rolf Rudin  
Der Traum des Oenghus Teil I op.37/1 (1993/94)           
- Poem nach einer Sage von der "Grünen Insel" -
                  

Klaus-Peter Bruchmann
Crescendo für Blasorchester (1990) 
 
Eric Whitacre
Godzilla eats Las Vegas (1996)      

Das Sonderkonzert findet im Rahmen der Reihe B.E.N.K – Bad Emser Neue Klänge in Kooperation mit der Staatsbad Bad Ems GmbH, dem Landesmusikrat Rheinland-Pfalz e.V., dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie, Koblenz und dem Künstlerhaus Schloss Balmoral, Bad Ems statt.

Freitag, 21. September 2012, 19.30 Uhr Konzert B.E.N.K – EINS, Künstlerhaus Schloss Balmoral

Bad Emser Neue Klänge geht in die zweite Runde
Mit Simply Reed startet die Reihe B.E.N.K in Kooperation mit dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie Koblenz im Künstlerhaus Schloss Balmoral in die Spielzeit 2012/2013.

Christoph Herche, Sopran-Saxophon
Alexandra von Hammel-Herche, Alt-Saxophon
Christian Gansemer, Tenor-Saxophon
Frank Timpe, Bariton-Saxophon

Pressefoto zum Download: Simply Reed



Ausschließlich neue Musik gab es bei der Reihe B.E.N.K der Rheinischen Philharmonie, Koblenz und des Künstlerhauses Schloss Balmoral in der letzten Spielzeit in Bad Ems zu hören. Nun ist die erste Saison mit drei Kammer- und einem Sinfoniekonzert vorbei und man kann von einem großen Erfolg sprechen: Nicht nur waren die Konzerte immer äußerst gut verkauft, auch wurden die Programme mit Werken von Rihm, Hamel, Glass, Keeser, Gubaidulina, Schnittke und anderen Gegenwartskomponisten vom Publikum begeistert aufgenommen.

So fiel die Entscheidung für eine Fortsetzung der Konzerte nicht schwer. Als erstes erleben Sie am 21. September 2012 um 19.30 Uhr ein Kammerkonzert mit dem Ensemble Simply Reed der Rheinischen Philharmonie, bestehend aus vier Saxophonen. Das 2002 gegründete Saxophonquartett setzt sich aus drei ehemaligen Klarinettenstudenten zusammen, welche bei Professor Ulf Rodenhäuser in die Lehre gingen. Frank Timpe am Bariton-Saxophon, der am Conservatorium Den Haag einen Lehrstuhl innehat, ist seit 2012 Mitglied des Ensembles.

Ganz im Sinne dieser außergewöhnlichen Besetzung bietet das Programm einen kontrastreichen Einblick in die Saxophonliteratur nach 1980. Die Neue Musik kehrt nach Bad Ems mit einem neoklassizistischen Werk des deutschen Komponisten Dietrich Erdmann zurück, gefolgt von den Quartetten der Komponisten Forte, Torke und Iturralde, die im impressionistischen, folkloristischen und unterhaltsamen Genre zu Hause sind. Als technische Krönung erklingt das Werk "Hard" von Christian Lauba für Tenor-Saxophon Solo, das Frank Timpe mit einer großen Auswahl an Soundeffekten und speziellen Blastechniken interpretieren wird.

"Endlich eine ganze Reihe mit ausschließlich neuer Musik!"  auch in dieser Spielzeit möchte die zeitgenössische Musik unsere Zuhörer wieder begeistern.

Karten sind für 12 €/ermäßigt 8 € beim Stadt- und Tourismusmarketing Bad Ems e. V. (T. 02603 9415-0), online über www.ticket-regional.de sowie an der Abendkasse erhältlich.


Werke:

Dietrich Erdmann: "Resonanzen" (1984) 

Aldo Raphael Forte: "American Sketches" (1996)

Michael Torke: "July" (1995)

Christian Lauba: "Hard" für Tenor-Saxophon solo (1988)

Pedro Iturralde: "Suite hellenique" (1989)

Ausstellungseröffnung, Freitag, 28. September 2012, 19.30 Uhr, Künstlerhaus Schloss Balmoral

Razvan BotisElisabeth S. ClarkIngo GerkenNadja SchöllhammerMamiko Takayanagi und Sun You 

Die Ausstellung der Stipendiaten 2012 trägt mit november remember september einen sehr poetischen und nostalgischen Titel. Zum einen kündigt dieser schon den Abschied der sechs Künstler von Bad Ems an, zum anderen verweist er auf die bleibende Erinnerung an die gemeinsame Zeit im Künstlerhaus Schloss Balmoral. 

november remember september versammelt Werke, die während des sechsmonatigen Aufenthaltes im Künstlerhaus entstanden sind. Die Umgebung Bad Ems als ruhiger Kontrast zum Großstadtleben, das Schloss als neuer Schaffensraum sowie die für einige Stipendiaten fremde Kultur haben auf die ein oder andere Art ihre Spuren in der künstlerischen Auseinandersetzung hinterlassen. Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf installativen, Raum einnehmenden und konzeptuellen Arbeiten. 

Die Werke setzen sich aus den verschiedensten Materialien zusammen: Putzutensilien treffen auf Gürtel, Telefonnummern auf Muscheln, Leinwände auf Schnürsenkel oder auch Wimpern auf Gold. Die Ausstellung umfasst Arbeiten aus den Bereichen Zeichnung, Malerei, Installation, Skulptur, Interventions- und Konzeptkunst. Lineare, zeichnerische Strukturen breiten sich im dreidimensionalen Raum aus und sensible Interventionen führen zu neuen Sichtweisen. Weiterhin gibt es emotionsgeladene Formkompositionen und künstlerische Eingriffe am und im Haus. Mit einer abwechselungsreichen Ausstellung verabschieden sich die Stipendiaten 2012 von Bad Ems.

Razvan Botis aus Rumänien zeigt fragile Objekte, die auf den ersten Blick simpel erscheinen, aber hinter denen es immer eine komplexe Idee oder Geschichte zu entdecken gibt. Elisabeth S. Clark aus Großbritannien hinterfragt vorgefundene Situationen, Systeme und Rituale des alltäglichen Lebens und interveniert auf sensible Art und Weise, beispielsweise in der Bibliothek des Künstlerhauses. Ingo Gerken löst die Leinwand als klassisches Format der Malerei durch skulpturale Eingriffe und selbstreferenzielle Gesten auf. Die Raumzeichnungen von Nadja Schöllhammer laden zu einer phantasievollen Entdeckungsreise durch die sich überlagernden Papierschichten und -gebilde ein. Die Japanerin Mamiko Takayanagi transformiert die sie umgebende Landschaft Bad Ems’ anhand ihrer Emotionen in abstrakte Formkompositionen in kräftigen Farbtönen. Die gebürtige Südkoreanerin Sun You überführt die lineare Qualität der Zeichnung in skulpturale Installationen, in denen sowohl industriell gefertigte als auch handwerklich geformte Materialien zum Einsatz kommen. 

Die Arbeiten von Sun You werden gesponsert von ANOTHER LINE. INC

november remember september ist bis zum 7. Oktober samstags, sonntags und feiertags von 14 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbahrung zu sehen.

Konzert B.E.N.K – ZWEI, Freitag, 26. Oktober 2012, 19.30 Uhr

Celloklänge von Alexander Hülshoff im Künstlerhaus Schloss Balmoral

In Kooperation mit dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie, Koblenz

Das zweite Kammerkonzert in der aktuellen Spielzeit der Reihe B.E.N.K – Bad Emser Neue Klänge macht mit einem großen Namen auf sich aufmerksam. Alexander Hülshoff, einer der bekanntesten Cellisten dieser Tage, ist zu Gast um außergewöhnliche Werke zeitgenössischer Künstler zu präsentieren.


Pressefoto zum Download, © Marco Borggreve

In diesem intimen Rahmen werden ausschließlich Stücke für Cello-Solo erklingen. Der für seine große Ausdruckskraft und seinen kraftvollen, warmen und nuancenreichen Ton bekannte Hülshoff wird sich der zeitgenössischen Celloliteratur mit einer selten dagewesenen Auswahl an musikalischen Kostbarkeiten widmen. 

Freuen Sie sich auf ein Programm, das durch das 20. und 21. Jahrhundert führt: Mit Zoltán Kodálys Sonate op. 8 (1915) und der Sonate für Violoncello solo (1948-1953) von György Ligeti, die noch den starken Einfluss von Béla Bartók und Zoltán Kodály spüren lässt. Weiterhin erklingen Thrinos (1990) von John Tavener und Magische Tänze und Rituale (1984) vom medial bekannten Pianisten und Komponisten Moritz Eggert. Mit Drei Konzertstücke (2003) von Wilhelm Killmayer und Figura 5 / Assonanza (2000) von Matthias Pintscher präsentiert Hülshoff ganz neue Klänge. 

Werke:

John Tavener (*1944)
Thrinos
 (1990) 

György Ligeti (1923-2006)
Sonate für Violoncello solo
 (1948-1953) 

Moritz Eggert (*1965)
Magische Tänze und Rituale
 (1984) 

Matthias Pintscher (*1971)
Figura 5 / Assonanza
 (2000)

Wilhelm Killmayer (*1927)
Drei Konzertstücke
 (2003) 

Zoltán Kodály (1882-1967)
Sonate op. 8
 (1915)

Karten sind für 12 €/ermäßigt 8 € beim Stadt- und Tourismusmarketing Bad Ems e. V. (T. 02603 9415-0), online über www.ticket-regional.de sowie an der Abendkasse erhältlich.

In der zweiten Spielzeithälfte sind noch ein Kammerkonzert (22. Februar 2013) und ein Sinfoniekonzert (13. April 2013) zu hören.

Dr. Oliver Kornhoff neuer künstlerischer Leiter von Schloss Balmoral / Doris Ahnen: Künstlerhaus gewinnt versierten Querdenker

Dr. Oliver Kornhoff wird neuer künstlerischer Leiter von Schloss Balmoral. Der Direktor des Arp Museums Bahnhof Rolandseck übernimmt damit auch die Betreuung der Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie die Verantwortung für das künstlerische Gesamtkonzept des Künstlerhauses in Bad Ems. Das Künstlerhaus fördert internationale bildende Künstlerinnen und Künstler mit verschiedenen Stipendien. Ein Teil der Stipendiatinnen und Stipendiaten hat dabei die Möglichkeit, sich für die eigene kreative Arbeit direkt im Künstlerhaus inspirieren zu lassen. Die übrigen Künstlerinnen und Künstler erhalten Reise-, Projekt- und Auslandsstipendien. Kulturinteressierten bietet das Künstlerhaus zudem ein vielfältiges Programm – von Vorträgen und Ausstellungen bis zu Konzerten. Kornhoff folgt auf Dr. Danièle Perrier, die die künstlerische Leitung viele Jahre innehatte 

"Mit Dr. Kornhoff haben wir einen versierten Querdenker für die künstlerische Leitung gewonnen, der keine Scheu hat, die Arbeit Kunstschaffender aus ganz verschiedenen Richtungen und unterschiedlicher Generationen in gemeinsamen Ausstellungen zu präsentieren. Auch mit diesem Mut zum Experiment ist es ihm gelungen, das Arp Museum nicht nur als größtes Kunstmuseum unseres Landes, sondern auch über dessen Grenzen hinaus zu etablieren", so die rheinland-pfälzische Kulturministerin Doris Ahnen. Ein Sprung bei den jüngsten Zahlen von Besucherinnen und Besuchern, die der Kunsthistoriker mit spannenden Ausstellungen nach Remagen locken konnte, spreche eine eindeutige Sprache, so Ahnen weiter. "Ich freue mich sehr, dass Dr. Kornhoff nun auch die Herausforderung als neuer künstlerischer Leiter von Schloss Balmoral annimmt und wünsche ihm dafür viel Erfolg." 

Walter Schumacher, Kulturstaatssekretär und Vorsitzender des Künstlerhaus-Beirats, fügte hinzu: "Dr. Kornhoff betritt in Bad Ems kein Neuland." Anlässlich des 15-jährigen Bestehens des Künstlerhauses habe das Arp Museum Schloss Balmoral 2010 eine Ausstellung gewidmet und dabei einen Querschnitt von Arbeiten der Stipendiatenjahrgänge zwischen 1996 und 2009 präsentiert. "Insofern ist Dr. Kornhoff bereits bestens vertraut mit den Fragen, die auch die Stipendiatinnen und Stipendiaten des Künstlerhauses umtreiben: Wie prägt der Aufenthalt an einem fremden Ort das eigene Werk und wie dieses den Aufenthalt?"

"Über die Berufung zum künstlerischen Leiter des renommierten Künstlerhauses Schloss Balmoral freue ich mich sehr", sagte Dr. Oliver Kornhoff. "Schon durch die bisherige enge inhaltliche Zusammenarbeit von Arp Museum Bahnhof Rolandseck und Schloss Balmoral kenne ich das Künstlerhaus gut. Zudem verfolgen beide Institutionen ähnliche Zwecke, nämlich nationale und internationale zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler zu fördern und zu präsentieren. Das Museum durch Ausstellungen, das Künstlerhaus durch die Vergabe von Stipendien. Gemeinsam mit den verantwortlichen Gremien, den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Bad Ems und dem Förderverein Balmoral 03 möchte ich die erfolgreiche Arbeit von Schloss Balmoral fortsetzen und weiter ausbauen. Denn nur eine hochkarätige und damit starke Künstlerförderung ist zukunftsfähig. Das Künstlerhaus Schloss Balmoral wird auch künftig viel für Künstlerinnen und Künstler, die bildende Kunst sowie das Land Rheinland-Pfalz bewirken. Auf die neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie auf eine kreative, lebendige und ,kunstvolle‘ Tätigkeit als Kastellan freue ich mich."

Oliver Kornhoff studierte Kunstgeschichte, Geschichte, Klassische Archäologie und Völkerkunde in seiner Geburtsstadt Köln, bevor er in Freiburg über die Skulpturen der "Brücke"-Künstler Erich Heckel und Ernst Ludwig Kirchner promovierte. Es folgten Beschäftigungen u.a. als stellvertretender Leiter der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen sowie als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden. Seit Januar 2009 ist Kornhoff Direktor des Arp Museums Bahnhof Rolandseck. Unter seiner Leitung zeigte das Museum u.a. erfolgreiche Ausstellungen wie "Lichtgestöber. Der Winter im Impressionismus" (2012/2013), "Richard Meier. Building as Art" (2012/2013), "Biomorph! Hans Arp im Dialog mit aktuellen Künstlerpositionen" (2011) und "Balmoral Blend. 15 Jahre Künstlerhaus Schloss Balmoral" (2010). Im vergangenen Jahr besuchten rund 70.000 Interessierte das Kunstmuseum am Rhein.

Konzert B.E.N.K – DREI, Freitag, 22. Februar 2013, 19.30 Uhr

Improvisationskonzert mit dem Ensemble sonorfeo – Celans Lyrik im Spiegel der Musik
In Kooperation mit dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie, Koblenz 

Das Ensemble sonorfeo ist im Rahmen der Reihe B.E.N.K – Bad Emser Neue Klänge am 22. Februar um 19.30 Uhr mit einem Improvisationskonzert im Künstlerhaus Schloss Balmoral zu Gast. Bei dem Celan-Projekt geht es dem Ensemble um eine Verschmelzung der Kunstformen Literatur und Musik und damit um einen möglichen neuen Zugang zu Celans Texten. Eine einzigartige Mischung aus schwermütigem Gewicht und dadaistischer Leichtigkeit machen Paul Celan zu einem der größten Dichter des 20. Jahrhunderts. 

An diesem Abend sollen seine Werke nicht im üblichen Sinne vertont oder gar musikalisch untermalt werden. Vielmehr sollen die gesprochenen Texte in musikalische Abläufe übertragen werden, bei denen die Musiker die Wanderung durch Celans Welt musi­kalisch begleiten und Verbindungen knüpfen zwischen seinen ernsten und den spielerischen Gedichten. sonorfeo hat sich dem Wagnis gestellt, die vom Holocaust durchtränkten Gedichte Celans mit ihrer Musik zu konfrontieren. Es ist der Versuch, dem schweren Celan zu folgen in seine dunklen, bitteren Bilder ? und dem »leichten«, eher unbekannten Celan, dessen Kunst ins Spielerisch-Surreale reicht. 

Das Improvisationsensemble sonorfeo sucht nach Ausdrucksmöglichkeiten jenseits der gewohnten Kunstpräsentation. Es setzt sich aus Künstlern verschiedener Richtungen zusammen. Die Musiker spielen vor dem Hintergrund ihrer klassischen Ausbildung, ohne sich jedoch stilistischen oder tonalen Dogmen zu verschreiben. Die Musik entsteht direkt im Dialog ? sie ist nicht komponiert, sondern ein spontanes Aufeinanderreagieren. 

Thomas Braus, Sprache
Ensemble sonorfeo:
Ulrike Nahmmacher, Violine

Bettina Hagedorn, Violoncello
Florian Stadler, Akkordeon

Karten sind für 12 € | ermäßigt 8 € beim Stadt- und Tourismusmarketing Bad Ems e. V. (T. 02603 9415-0), online über www.ticket-regional.de sowie an der Abendkasse erhältlich.