Samstag, 15. und Sonntag, 16. September 2007, 13 bis 18 Uhr
Offene Ateliers im Künstlerhaus Schloß Balmoral
Am kommenden Wochenende stehen die Ateliers der Stipendiaten im Künstlerhaus Schloß Balmoral dem Publikum offen. Der Besucher bekommt die Möglichkeit, die derzeit anwesenden Künstlerinnen und Künstler persönlich kennen zu lernen und einen Einblick in ihre Arbeit zu gewinnen.
Neben den seit April diesen Jahres anwesenden Stipendiaten öffnen auch die russischen Künstler des Projekts der Neuwagenmühle "Die Russen kommen", welches diesen Monat stattfindet und mit einem einmonatigen Aufenthalt im Künstlerhaus verbunden ist, ihre Ateliers.
Jürgen Heiter ist Filmemacher. Der in Köln lebende Künstler hat bereits zahlreiche Stipendien erhalten, zuletzt war er 2006 Gastkünstler mit Produktionsförderung des ZKM Karlsruhe. Immer wieder geht es in seinen Filmen um Zeitempfinden, unbestimmte Sehnsüchte und Utopien. Aus Bild- und Tonfragmenten, die bei Heiter gleichberechtigt nebeneinander existieren, entwickeln sich mögliche Szenarien, denen oft etwas Meditatives anhaftet.
Curt Hergarden arbeitet mit unterschiedlichen Medien. Beispielsweise entwirft sie Bücher und Installationen, in denen verschiedene Ebenen zusammengefügt werden, die im „Buchraum“ ihre haptische Qualität und ihren medialen Ursprung verlieren. Auch bei den Objekten von Curt Hergarden werden vorgefundene, fertige Gegenstände entfunktionalisiert, indem sie in einen anderen Kontext gestellt werden. Oftmals rufen diese durch ihre Form verschiedene stereotype Assoziationen hervor.
Misha Le Jen ist Aktionskünstler aus Saratov in Russland. Er entwickelt aus seinen Performances Kurzfilme auf Video und handgefertigte Kataloge. Humor und Poesie nehmen in seinem Werk eine zentrale Rolle ein. Letztes Jahr erhielt er den Kunstpreis des Fördervereins Balmoral 03 e.V. und war bereits Gast des Künstlerhauses Schloß Balmoral. Hier in Bad Ems realisierte er seine humorvolle Performance „Becken", in der er durch eine kleine Wanne ins Erdreich des Waldes verschwand. Der Künstler hatte bereits mehrere wichtige Ausstellungen in Europa wie beispielsweise in der IFA-Galerie in Bonn und Berlin.
Marina Naprushkina verwendet verschiedene Medien, u.a. die Malerei, die auch in ihren Installationen eine wesentliche Rolle spielt. Inhaltlich beschäftigt sie sich kritisch mit Politik und deren Manipulationsmechanismen, wie sie sich in Propagandabildern, politischen Manifesten und religiös-folkloristischen Elementen finden lassen. Formal setzt sie sich daher mit der russischen Soz’Art auseinander, die sie mit konstruktivistischen Elementen durchdringt. Ihre Arbeiten greifen oftmals in den öffentlichen Raum, wie in der für Bad Ems geplanten Installation. Naprushkina wurde 2006 auf dem Berliner Kunstsalon gezeigt und dort als Shooting Star bezeichnet.
Neringa Naujokaite aus Kaunas, Litauen, arbeitet mit Installationen, Fotografien und Videoarbeiten. Die in Köln lebende Künstlerin erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, wie beispielsweise im Jahr 2000 den Videopreis Förderpreis Bremen. Sie befasst sich mit dem Menschen als Individuum sowie sein Verhalten in der Gruppe im räumlichen Kontext. Ihre dokumentationsartigen Videoaufnahmen zeigen Situationen in einem Umfeld, das von Spannungen, Brüchen und unklaren Momenten geprägt ist.
Taras Polataiko arbeitet mit unterschiedlichen Medien, wobei ein stark konzeptueller Ansatz in seinem Werk zu verorten ist. Er greift oftmals auf künstlerische Arbeiten beispielsweise von Fontana oder Muybridge zurück und entwickelt sie in Performances weiter. Die Arbeiten des vielfach ausgezeichneten Künstlers mit doppelter Staatsbürgerschaft (Ukrainer und Kanadier) wurden bereits weltweit ausgestellt, beispielsweise im Soros International Centre for Contemporary Art und auf der 25. São Paulo Biennale.
Nähere Informationen zu den Künstlern finden Sie unter www.stipendiaten.balmoral.de.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
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