Kunstportale 01.08.2007

Wir laden Sie herzlich ein zur Ausstellungseröffnung

Kunstportale: Balmoral in der Galerie Nord

Sonja Alhäuser, Götz Diergarten, Stefan Ettlinger, Natalie Bewernitz / Marek Goldowski, Misha Le Jen, Martine Locatelli, Ingeborg Lockemann, Cornelia Rößler, Christiane Schlosser, Nicola Schudy, Anja Teske, Barbara Thaden, Myrtia Wefelmeier, Renate Wolff

am 1. August 2007 um 19.30 Uhr in der
Galerie Nord – Kunstverein Tiergarten, Turmstraße 75, Berlin

Vom 2. bis 31. August 2007 sind in der Galerie Nord Werke von vierzehn Künstlerinnen und Künstlern des Künstlerhauses Schloß Balmoral in Bad Ems (Rheinland-Pfalz) zu sehen. Die Ausstellung präsentiert den vielseitigen Stipendiatenjahrgang 2006/2007, der vom Künstlerhaus durch die Vergabe von Anwesenheits-, Projekt- oder Auslandsstipendien gefördert wurde.
Dr. Danièle Perrier, Leiterin des Künstlerhauses Schloß Balmoral, wird in einem Vortrag auf die verschiedenen Positionen der vielfältigen Werke eingehen.

Die ausgestellten Werke, die während des Stipendiums unter dem Eindruck der unterschiedlichen Aufenthaltsorte der Künstler entstanden sind, verdeutlichen die Vielzahl der künstlerischen Positionen. Während Götz Diergarten in den Metrostationen Londons Bildmotive entdeckte, die an Farbfeldmalerei erinnern, war es in New York das Geräusch der Underground, welche die Medienkünstler Bewernitz/Goldowski faszinierte und zu einer Klanginstallation inspirierte.

Die Performance-Künstlerin und Zeichnerin Sonja Alhäuser nutzte ihr Projektstipendium, um Büffets ohne Anlässe zu gestalten. Das letzte „Emsrausch“ im Künstlerhaus hätte neben barocken Festen Bestand. Lockemann, Wolff und Locatelli ließen sich vom Umfeld inspirieren: Ingeborg Lockemann verfolgte die Spur von deutschen Altbussen in Accra. Im Video kommt es zu einer kontrastreichen Überlagerung zwischen der deutschen und der afrikanischen Geschichte des Busses. Die raumgreifend malende Renate Wolff hat in Bad Ems einen fotografischen Exkurs gewagt und das Leben der Kurstadt in den Schaufenstern fotografiert. Durch die Verquickung von Innen und Außen entsteht ein Verwirrspiel zwischen den verschiedenen Raumebenen. Martine Locatelli war von den Sonnenuntergängen fasziniert und hat 100 Fotografien zu einem romantischen Himmelsbild montiert, indem sich der Wunsch nach malerischen Effekten ausdrückt.

Landschaft ist auch das Thema von Nicola Schudy und Stefan Ettlinger. Nicola Schudys Aquarelle zeigen Landschaftsausschnitte, bei denen der Eingriff des Menschen immer sichtbare, die Naturidylle zerstörende Spuren hinterlässt. Stefan Ettlingers Gemälde sind zusammengesetzte Landschaftspanoramen, die aus Videostills der Massenmedien sowie selbst geschossenen Fotografien seiner Umgebung bestehen. Durch die Montage und gegenseitige Überblendung entstehen surrealistische, kaum greifbare Szenerien.

Einen surrealistischen Anspruch erheben auch die Werke der Pariser Künstlerin Barbara Thaden (Gast von Balmoral). Sie vernäht Kleidungsstücke zu Kunstobjekten, die als Dress-Art sich ihrer ursprünglichen Funktion versperren und in einem anderen Kontext einen neuen ästhetischen Status gewinnen.

Eine Reihe von Arbeiten befassen sich mit dem menschlichen Körper, was in den verschiedensten Disziplinen Ausdruck findet. Die Textur mit der sich Cornelia Rößler in ihren Leuchtkästen auseinandersetzt, ist die menschliche Haut, deren Struktur, Fühlbarkeit und Veränderbarkeit. Heiterer wirken die Fotografien von Anja Teske: intime Bilder eines befreundeten Transsexuellen „Juwelia“, den sie aus der Nähe, aber mit respektvoller Distanz beobachtet. Die Serie stellt die Komplexität seines Wesens dar und weist auf die Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität. Myrtia Wefelmeier malt Kinder nach historischen Fotografien, die sie in kulissenartige Architekturen und Waldlandschaften stellt. Dabei oszilliert die Atmosphäre ständig zwischen Vertrautheit und Befremdung und führt in den etwas unheimlichen Bildraum.

Beim Kunstpreisträger des Fördervereins Balmoral 03 e.V., dem Aktionskünstler Misha Le Jen, ist der Körper Instrument seiner Aktionen, die vorzugsweise mit dem Element Wasser spielen. In Bad Ems realisierte er die Arbeit „Becken“, eine Anspielung auf den Mutterleib.

Die abstrakten Bilder von Christiane Schlosser zeichnen sich durch Leichtigkeit und Rhythmus aus. Oft zu Installationen zusammen gestellt, ist es ein Werk, das sich im Fluss der Zeit einschreibt, ein Ornament, welches den eigenen Rhythmus aufgreift. So entstehen sensible, diskursive Texturen und Farbkommentare.


Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Hinweis: Die Ausschreibung der Stipendien für 2008 ist unter www.balmoral.de einzusehen. Der Bewerbungsschluss ist der 27. Juli 2007.


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