Christiane Schlosser und Nicola Schudy Mittwoch, 28. Juni 2006 um 19.30 Uhr im Künstlerhaus Schloß Balmoral
Zur Eröffnung sprechen Ottmar Canz, Bürgermeister der Stadt Bad Ems und Dr. Danièle Perrier, Geschäftsführende künstlerische Leiterin des Künstlerhauses.
Die beiden vorgestellten Künstlerinnen Christiane Schlosser und Nicola Schudy zeigen am Ende Ihres Stipendiums jeweils eine Installation, respektive eine Wandmalerei, die sie eigens für das Künstlerhaus Schloß Balmoral produziert haben sowie Bilder, Papierarbeiten, Skizzen und Modelle.
Christiane Schlosser ist Malerin und arbeitet vorzugsweise im Großformat. Hier reizte sie experimentell der Versuch des direkten Eingriffs auf die Wand. Als Schülerin von Georg Baselitz ist sie in einem langsamen Entwicklungsprozess vom Gegenständlichen zur Abstraktion gelangt, ein Schritt der ihrem Bedürfnis nach Konzentration entspricht. Heute überzieht sie die monochromen Flächen mit beherrschenden Strukturen, mit aneinander gesetzten Strichen, Linien – gerade und geschwungene – die die Grundfarbe netzartig überfangen, oft in einer abgewandelten Farbnuance. Der Hintergrund wird zum Motiv und dem Vordergrund vollkommen gleichgestellt. Es ist ein Werk, das sich im Fluss der Zeit einschreibt, ein Ornament ohne Rapport, das den eigenen Rhythmus aufgreift. So entstehen sensible, diskursive Texturen, Farbkommentare.
In ihren zeichnerischen und plastischen Arbeiten beschäftigt sich Nicola Schudy mit unterschiedlichen Aspekten von Landschaft, wobei sie einen erweiterten Landschaftsbegriff zugrunde legt. Neben dem Naturraum, den urbanen Bereichen und den Transitgeländen erstreckt sich ihre Vorstellung bis in den kosmischen Raum. Darin enthalten ist die Auseinandersetzung mit Entwicklungsprozessen, genauer gesagt mit den Veränderungen, die entweder auf natürliche Weise eingeleitet werden oder durch menschliche Eingriffe entstehen. Sie beobachtet, dass die Formgebung meistens aus der Zerstörung oder Veränderung einer anderen, bereits gegebenen Form hervorgeht. Eine Holzstütze, eine Hilfskonstruktion, schlägt Wurzeln; aus einem eingeschlagenen Loch entwickelt sich eine neue Form, sozusagen eine Plastik, die in den Raum greift. Konstruktion und Dekonstruktion sind in ihrer Arbeit stets eng ineinander verstrickt. Die Schnittstelle zwischen beiden wird in dieser Ausstellung thematisiert.
Biografien: Christiane Schlosser ist in Viernheim geboren. Sie hat von 1980-82 an der Hochschule für Bildende Kunst in Hamburg, anschließend an der Hochschule der Kunst in Berlin bei Baselitz studiert, wo sie 1986 ihr Studium abschloss. Unter den wichtigsten Auszeichnungen seien ein Stipendium der Akademie Schloß Solitüde (1990), der 1. Preis für Malerei der Sport-Toto GmbH (1993) sowie den Daniel-Henry Kahnweiler Preis (1994) erwähnt. 1994-96 war sie Lehrbeauftragte für Malerei an der Fachhochschule für Gestaltung in Pforzheim. Sie war an zahlereichen Ausstellungen beteiligt und wird seit 2001 von der Galerie Zimmermann in Mannheim vertreten. Christiane Schlosser lebt und arbeitet in Berlin.
Nicola Schudy ist in Selters geboren. Sie studierte Visuelle Kommunikation an der Fachhochschule Düsseldorf (1999-95) und bildende Kunst an der Ecole des Beaux Arts in Besançon. Sie arbeitete mit verschiedenen Film- und Theaterregisseuren mit, u.a. mit Peter Greenaway und Christof Schlingensief. Sie wurde in zahlreichen Ausstellungen um das Thema der Landschaft, Landschaftsmodelle, Landschaftsarchitekturen einbezogen, u. a. in Berlin, Wien, Marseille und Tokio. Sie lebt und arbeitet in Köln.
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