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BALMORAL MELDET
Wir geben folgende Veranstaltungen bekannt und bitten um Veröffentlichung:
„Nichts zeigen – Über das Verborgene im Bild“ lautet der Titel der Vortragsreihe, die das Künstlerhaus Schloß Balmoral in Kooperation mit der Universität Koblenz durchführt. Nachdem die Reihe mit Prof. Dr. Gottfried Boehm im Sommer eröffnet wurde, folgen im Dezember nun zwei weitere Vorträge kurz aufeinander: Prof. Christin Lahr, eine Künstlerin, die sich mit der Darstellung des Nichts befasst, und PD Dr. Annette Bitsch, eine renommierte Wissenschaftlerin, die u. a. das Buch „Diskrete Gespenster. Die Genealogie des Unbewussten aus der Medientheorie und Philosophie der Zeit“ verfasst hat.
Donnerstag, 3. Dezember 2009, 19.30 Uhr NICHTS ZU VERSTEHEN IST DIE GRÖSSTE HERAUSFORDERUNG – Wie das zu verstehen ist, wird sich zeigen Prof. Christin Lahr
Ob und wie das Verborgene künstlerisch in digitalen Medien wie Film, Fotografie und Internet thematisiert wird, ob sich die Neuen Medien gar zum Verborgenen hin ändern, ob das Spiel mit dem Gezeigten und dem Nicht-Zeigbaren dort weitergeht oder aber an Grenzen stößt, sind Fragen, denen Christin Lahr nachgehen wird.
„Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. (Ver-)spricht KEIN BILD weniger? Was, wenn es NICHTS zu zeigen gibt? NICHTS zu zeigen ist jedenfalls einfacher GESAGT als getan. Leere oder NICHTS wird meist als Mangel oder das Fehlen von etwas interpretiert. Wie die Null hat es keinen Eigenwert, aber die Macht, alles, mit dem es sich verbindet, in seiner Wertigkeit zu ändern. NICHTS ist ein Möglichkeitsraum mit einem unbegrenzten und unerschöpflichen Potential. Es ist Projektion und Projektionsfläche, Projektor und Produktionsmaschine innerer Bilder – wenn man es erkennt und wirken lässt. NICHTS zu zeigen muss scheitern. Aber das macht nichts, denn NICHTS zu verstehen ist kein Mangel, sondern das Gefühl, im Dazwischen zu landen. Am Beispiel ihrer künstlerischen Arbeiten wird Christin Lahr Zwischenräume und Grauzonen beleuchten, für die sich vor allem eins festhalten lässt: NICHTS ist so wie es scheint – NICHTS bleibt so wie es ist.“ (Christin Lahr)
Zur Person Christin Lahr:
Christin Lahr lebt und arbeitet als Künstlerin, Kuratorin und Professorin für Medienkunst in Berlin und Leipzig. Seit Abschluss des Studiums an der Universität der Künste Berlin erhielt sie zahlreiche Stipendien und Preise. Seit 1990 ist sie im Rahmen des RealismusStudios der Neuen Gesellschaft für Bildenden Kunst, Berlin, kuratorisch tätig. Sie hielt Vorträge an diversen Institutionen und lehrte an mehreren Hochschulen, u. a. als künstlerische Mitarbeiterin von Valie Export an der Kunsthochschule für Medien Köln. Seit 2001 ist sie Professorin für Medienkunst im Studiengang Medienkunst, Hochschule für Grafik und Buchkunst, seit 2006 Leiterin des Studienganges Medienkunst und Prodekanin. http://www.christin-lahr.de
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Donnerstag, 10. Dezember 2009, 19.30 Uhr Das Begehren der Bilder — Blick und Medien in der Theorie von Jacques Lacan PD Dr. Annette Bitsch
Der Vortrag von Annette Bitsch befasst sich mit Jaques Lacans Theorie des Blicks arbeiten. Vor diesem Hintergrund werden zwei fundamental verschiedene Epochen von Bildlichkeit und Bildwahrnehmung voneinander abgegrenzt, die zugleich zwei historisch und systematisch weit voneinander getrennt liegenden Denk- und Medienzeitaltern entsprechen.
Bei der ersten Epoche handelt es sich um den medienapriorisch durch Zentralperspektive und Bilderrahmen bestimmten Denk- und Herrschaftskreis des Auges als Korrelat zur klassischen episteme der Repräsentation, die einen statischen Bezug zwischen einem subjektiven Bildbetrachter und einem fixierten und darin objektivierten Bild- bzw. Weltextrakt voraussetzt. Die zweite Epoche hingegen ist formatiert durch die Medien der Moderne, insbesondere Film und visuelle Online-Medien: Die klassische Trennung und Zuordnung der Positionen von Subjekt und Objekt wird liquidiert in unbewusste Prozesse, die in Medienverbundsystemen von Bildern und Körpern laufen. Mobilisierte, dynamisierte, auf seltsame Weise belebte und subjektivierte Bilder, die den Betrachter selbst zu berühren und zu passivieren scheinen, tauchen auf und fluktuieren in schnellen Serien durch die gesamte Welt und Wirklichkeit.
Zur Person Annette Bitsch:
Annette Bitsch ist Privatdozentin am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin. Nach ihrer Promotion an der Humboldt-Universität zu Berlin (Kulturwissenschaft) im Jahr 1997 war sie zunächst als Wissenschaftliche Assistentin am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin tätig. 2007 wurde sie an der Philosophischen Fakultät III der Humboldt-Universität zu Berlin im Bereich der Kulturwissenschaft habilitiert. Sie publizierte zahlreiche wissenschaftliche Aufsätze zu kultur- und medientheoretischen Themen. 2009 erschien ihre Publikation „Diskrete Gespenster. Die Genealogie des Unbewussten aus der Medientheorie und Philosophie der Zeit“.
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