Vortrag Prof. Dr. Gottfried Boehm 14.07.2009

BALMORAL MELDET

Dienstag, 14. Juli 2009, 19.30 Uhr
Die Macht des Zeigens: Wie Bilder Sinn erzeugen
Prof. Dr. Gottfried Boehm

Die Kunst der Moderne hat die Erscheinungsformen des Bildlichen wie nie zuvor in der Geschichte erweitert und verändert. Man denke nur an Collagen, Objekte, bewegte Bilder, Performances oder Installationen. Wo fangen Bilder an, wo hören sie auf, was definiert sie?
Die digitale Medientechnologie hat den 1980er-Jahren die Bilder zu Instrumenten des Wissens gemacht, bildgebende Verfahren entwickelt und Bilder zu dem gemacht, was sie nie zuvor gewesen sind: Träger einer alltäglichen Kommunikation. Diese Transformationen des Ikonischen sind jedermann geläufig. Sie haben eine dringende Rückfrage in Gang gebracht, und zwar die Frage, wie das Symbolsystem „Bild“ eigentlich funktioniert, wenn es denn etwas anderes als die Sprache ist, die wir sprechen. In diesem Kontext ist die Rolle des Zeigens neu entdeckt worden.
Der Vortrag diskutiert die These, dass sich die Macht der Bilder auf die „deiktische“ (auf das Zeigen gestützte) Ausprägung zurückführen lässt. (Boehm)

Zur Person Gottfried Boehm:

Der deutsche Kunsthistoriker und Philosoph gilt neben Hans Belting und Horst Bredekamp als einer der wichtigsten Theoretiker der Kunstwissenschaft im deutschsprachigen Raum. Boehm kommt das Verdienst zu, in seiner 1994 herausgegebenen Publikation Was ist ein Bild? den iconic turn maßgeblich mitgetragen zu haben.
Seit 1986 ist er Ordinarius an der Universität Basel. Er ist Begründer des Nationalen Forschungsschwerpunkt "Bildkritik / Eikones" an der Universität Basel, den er seit 2005 leitet.

Bitte beachten Sie:
Der für den 23. Juli 2009 um 19.30 Uhr angesetzte Vortrag von Frau Prof. Dr. Annette Bitsch muss krankheitsbedingt verschoben werden. Ein neuer Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.


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