Projekt der Neuwagenmühle 05.07.2007

BALMORAL MELDET Bad Ems, 05.07.07

Die Balmoral Stipendiaten für das Projekt der Neuwagenmühle sind ausgewählt!

Im September 2007 findet das Projekt der Künstlergemeinde Neuwagenmühle „Die Russen kommen“ in Kooperation mit dem Künstlerhaus Schloß Balmoral statt.
Das Künstlerhaus fördert vier Künstler aus Russland, Weißrussland und der Ukraine mit einem Stipendium. Sie werden einen Monat in Balmoral leben und arbeiten.
Im Rahmen des Projektes werden sie von der Neuwagenmühle ausgewählten deutschen Künstlern begegnen und gemeinsam Werke entwickeln. Diese werden in Bad Ems und im Jammertal präsentiert.

Am 2. Juni 2007 hat die Jury – bestehend aus Frau Eva Koethen, Künstlerin und Professorin an der Universität Hannover, Frau Mag. Heike Strelow, Kuratorin und Galeristin, Dr. Danièle Perrier, Geschäftsführende künstlerische Leiterin des Künstlerhauses Schloß Balmoral und Birgit Weidmann, Künstlergemeinschaft der Neuwagenmühle e.V. und Projektleiterin – vier russische Künstlerinnen und Künstler aus zwölf Bewerbern als Stipendiaten ausgesucht.

Die ausgewählten Stipendiaten sind: Misha Le Jen aus Saratov, Marina Naprushkina aus Minsk, Taras Polataiko aus Kiev/Ukraine und Vancouver/Kanada und Anatoly Shuralev aus Moskau.

Misha Le Jen ist Aktionskünstler und entwickelt aus seinen Performances Kurzfilme auf Video. Letztes Jahr erhielt er den Kunstpreis des Fördervereins Balmoral 03 e.V. und war Gast des Künstlerhauses Schloß Balmoral. Hier in Bad Ems realisierte er seine Performance „Becken“. Er hatte bereits mehrer wichtige Ausstellungen in Europa wie beispielsweise in der IFA-Galerie in Bonn und Berlin.

Marina Naprushkina beschäftigt sich mit Propagandabildern, politischen Manifesten und sowie mit religiös-folkloristischen Elementen, die sie in großformatigen Wandmalereien präsentiert. Die junge Künstlerin lebt seit fünf Jahren in Deutschland und und studierte an der HBK sowie am Städel. Im Jahr 2000 erhielt sie den Kunstpreis der Stadt Minsk. Sie hat bereits in Institutionen wie dem Museum für Angewandte Kunst und dem Frankfurter Kunstverein ausgestellt.

Taras Polataiko, ebenfalls Aktionskünstler, greift auf künstlerische Arbeiten beispielsweise von Fontana oder Muybridge zurück und entwickelt sie in Performances weiter. Die Arbeiten des vielfach ausgezeichneten Künstlers mit doppelter Staatsbürgerschaft (Ukrainer und Kanadier) wurden bereits weltweit ausgestellt, beispielsweise mehrmals im Soros International Centre for Contemporary Art und auf der 25. São Paulo Biennale. Er wurde bereits vom International Festival of Contemporary Art, Porto, und dem Banff Center for the Arts gefördert.

Anatoly Shuralev ist Maler und Fotograf. Er widmet sich vornehmlich der Landschaft und dem Portrait, das er in raumgreifenden poppigen Installationen präsentiert. Er wurde unter anderem vom Künstlerhaus Bethanien und dem DAAD gefördert. Mit seinen Werken war er bereits in vielen Ländern Europas sowie in Russland und den Vereinigten Staaten vertreten. So war er 2005 auf der ersten Moskauer Biennale vertreten.

Als wichtigstes Auswahlkriterium stand wie üblich die Qualität der Arbeiten. an erster Stelle. Es wurde jedoch auch auf eine möglichst vielfältige Herangehensweise an die gestellte Thematik, dem Dialog zwischen Deutschland und Russland, geachtet. Misha Le Jen, der Bad Ems bereits kennt, wird eine weitere ortsbezogene Aktion vorbereiten; Marina Napuschkina arbeitet mit politischen Inhalten und mischt in ihren raumbezogenen Malereien Soz-Art mit Konstruktivismus. Taras Polatkaiko möchte im Dialog mit den deutschen Künstlern durch Spurensicherung und Rollentausch hinterfragen, inwiefern die Nationalität die Wahrnehmung geschichtlicher Fakten beeinflusst. Anatoly Shuralev hinterfragt in seinen Fotografien, wie die Geschichte von Gebäuden und Skulpturen durch die Perzeption der eigenen Zeit beeinflusst wird. Es kommt zu einer Überlappung zweier Zeiten.

Die Stipendiaten werden am 3. September in Balmoral ankommen. Wir freuen uns, sie zu empfangen und sind gespannt auf die Arbeiten, die sie hier entwickeln werden.

Wir möchten Sie abschließend noch darauf hinweisen, dass die Balmoral Stipendien
bis zum 27. Juli ausgeschrieben sind.


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