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Extremistischer E.T. faszinierte Vernissage-Besucher
Die Ausstellung "Emo Eco" von Balmoral-Stipendiat Diego Castro, die gestern Abend in Bad Ems eröffnet wurde, lockte viele neugierige Besucher in den Laden Nr. 5. Hauptattraktion der Exponate war zweifelsohne ein überdimensional gestalteter E.T., gekleidet im "Kriegsgewand" eines arabischen Extremisten. Aber auch die anderen Ausstellungsstücke wurden von den Kunstinteressierten begutachtet. Castro geht es darum, anhand seiner Installationen aufzuzeigen, "wie Medien die Wahrnehmung der Masse manipulieren und beeinflussen", erklärte Danièle Perrier, Geschäftsführerin des Künstlerhauses Schloss Balmoral. Der Künstler untersucht in seinen Exponaten darüber hinaus, wie Emotionen und Ökonomie sich gegenseitig beeinflussen. Ist ein Urlaub in einem Touristenghetto Freiheit? Ist es nicht eher eine Simulation der Feiheit? Ein freier Künstler hingegen, der die Massen nicht bewegen kann, ist ökonomisch gesehen arm. In seinen Werken dokumentiert Castro sein Fazit: Die Freiheit in der heutigen Gesellschaft ist käuflich und keineswegs real. Sie macht arm. Die Ausstellung ist noch bis zum 20. Juni im Laden Nr. 5 zu sehen. Foto: Silke Müller Rhein-Lahn-Zeitung - Ausgabe Bad Ems, Lahnstein vom 15.05.2004, Seite 14.
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Diego Castro will manipulierte Gesellschaft entlarven
Balmoral-Stipendiat stellt im Laden Nr. 5 aus - E.T. und Bin Laden in einem Kunstwerk vereint - Werte auf dem Prüfstand
BAD EMS. "Zwar beeinflusst Bad Ems als Stadt an sich meine Arbeit nicht, aber es ist gut, hier zu sein. Ich habe Zeit, Raum, Ruhe und fantastische Arbeitsmöglichkeiten", sagt der Balmoral-Stipendiat Diego Castro (31) über seinen Aufenthalt in der Kurstadt. Seit Februar arbeitet der gebürtige Hannoveraner in seinem Atelier im Künstlerhaus.
Castro beschäftigt sich mit wirtschaftlich-politischen Themen und damit, wie Massen durch Medien manipuliert werden können. "Mir geht es darum, zu analysieren, was dumpfe emotionale Sprache auslöst", erklärt Castro. In seiner Ausstellung "Emo Eco", die heute im Laden Nr. 5 eröffnet wird, verdeutlicht er dies, indem er zwei stigmatisierte Elemente zusammenbringt: "Alle lieben E.T., und alle hassen Bin Laden" - ist das wirklich so einfach? Castro versucht, über emotional stark besetzte Elemente zu provozieren.
"Freiheit macht arm", ist sich der 31-Jährige sicher. "Im Zuge der Globalisierung des Arbeitmarktes hat die Freiheit einen käuflichen Wert bekommen. Sie wird nur simuliert", sagt er. In der Trauer von Millionen um Lady Dianas Tod sieht er eine Katalysator- Funktion. Dies sei keine individuelle Trauer wegen eines persönlichen Verlusts. "Es ist nur ein Code, um schlechte Gefühle nach außen zu zeigen. Es ist ein Forum für Gefühle, ein Gefühlsfestival", erklärt Castro. Diese Schlussfolgerung zieht er nicht aus den Fernsehbildern vom Kensington-Palast, sondern aus einem eigenen Experiment, das er in Anlehnung an die Begebenheit in Nordfriesland gemacht hat. Dort hatte er ein Blumen- und Kerzenmeer angelegt und die Reaktionen der Menschen beobachtet. Manche hätten gefragt, ob wer und wer gestorben, andere hätten sich spontan hingekniet und gebetet. "Es scheint, als seien die Leute programmiert, so zu reagieren, als hätte man ihnen eingehämmert, dass Mitgefühl so auszudrücken ist und nicht anders", sagt er.
Castro wurde künstlerisch vor allem von seinem Aufenthalt in Berlin geprägt. Seine Werke sind zum großen Teil Installationen. Er verbindet Malerei, Zeichnung und Skulptur. Außerdem experimentiert er mit dem Medium Video. Silke Müller Die Ausstellung "Emo Eco" wird heute, 18.30 Uhr, im Laden Nr. 5 eröffnet und ist bis zum 20. Juni zu sehen.
Rhein-Lahn-Zeitung - Ausgabe Bad Ems, Lahnstein vom 13.05.2004, Seite 12
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