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Juli 2004 |
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Mit dem ganzen Körper Raum erfahren |
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Mit dem ganzen Körper Raum erfahren
Italienischer Gaststipendiat stellt in Bad Ems aus - Koch-Performence rundete Vernissage ab
BAD EMS. Ein Hauch von internationalem Flair herrschte rund um den Laden Nr. 5 in Bad Ems. Zur Ausstellungseröffnung "Wahlverwandtschaften - mit den Augen der Körpers" des italienischen Künstlers Paolo Piscitelli, der einen Monat lang als Gaststipendiat im Künstlerhaus Schloss Balmoral arbeitete, waren neben heimischen Kunstliebhabern auch Galeristen aus Brüssel und Mannheim in die Kurstadt gekommen.
Die Gäste tauschten sich aus und kamen außerdem in einen ganz besonderen Genuss: Vor ihren Augen backte der Künstler Jörg Wagner aus Gießen in einer Koch-Performance so genannte Legionärs- Brötchen. Für Internationalität sorgte darüber hinaus auch die Gruppe Nana Centraal und Peter Herrmann, ebenfalls aus Gießen angereist. Das Duo, bestehend aus Manuela Weichenrieder und Peter Herrmann, präsentierte unter anderem italienische Canzione und französische Chansons.
Danièle Perrier, Geschäftsführerin des Künstlerhauses, unterstrich das Außergewöhnliche der Exposition, die im Rahmen des rheinland- pfälzischen Kultursommers veranstaltet wurde. Janine Schmutz, wissenschaftliche Assistentin und Initiatorin des Projektes, führte die Vernissage-Besucher in die Schaffensweise Piscitellis ein.
"Es ist faszinierend zu entdecken, wie es Paolo Piscitelli gelingt, die Erfahrung des Raumes mit Hilfe des Körpers zu schaffen", sagte Schmutz. Die Ausstellung "Wahlverwandtschaften - mit den Augen des Körpers" ist noch bis Sonntag, 29. August, im Laden Nr. 5 zu sehen.
Rhein-Lahn-Zeitung - Ausgabe Bad Ems, Lahnstein vom 26.07.2004, Seite 18.
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Mädchen entdecken Kunst |
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Mädchen entdecken Kunst
"Girlsday" faszinierte und begeisterte - Politik war stets präsent - Mit modernen Medien gearbeitet
Kunst strahlt Faszination aus, verknüpft den Alltag mit der Fantasie. Das haben einige Mädchen im Künstlerhaus Schloss Balmoral erfahren und auch gleich umgesetzt.
BAD EMS. Bundesweit ist der Girlsday eine Initiative, um jungen Mädchen die Möglichkeit zu geben, typisch männliche Berufe kennen zu lernen und für sich zu entdecken. Der Girlsday im Künstlerhaus Schloss Balmoral dürfte im Rahmen dieser Initiative also erst einmal sehr unpassend wirken. Doch der Schein trügt. Es ging zwar nicht darum, beispielsweise in einen technischen Beruf hinein zu schnuppern, sondern vielmehr um die eigene Identitätsfindung. Unter dem Motto "Girlsday - Wer bin ich? Was will ich?" begaben sich 18 Schülerinnen des Goethe-Gymnasiums Bad Ems und der Dietrich- Bonhoeffer-Realschule Nassau im April dieses Jahres auf ein Abenteuer. Die Ergebnisse dieses Tages wurden nun vorgestellt.
Die beiden Künstlerinnen Gabriela Goldner und Parastou Forouhar boten den Mädchen drei Workshops mit unterschiedlichen Themen an. Bereits beim Betreten des Schlosses wurden die Besucher auf das erste Projekt durch ein lautes Klirren aufmerksam gemacht. Mehr als lebensgroß erschienen mit Hilfe einer Videoprojektion Mädchen an der Wand, die einen Teller auf die Erde warfen. Die Künstlerin Gabriela Goldner ließ die Teilnehmerinnen in der Schlossküche Geschirr zerschmettern.
Dies sollte eine Art Befreiung von typisch weiblichen Gegenständen darstellen. Neben der großen Videodarstellungen hatte die Künstlerin jedoch aus diesem Material noch zwei Fotoserien "Crashing dishes" und "Action" erstellt. Hatten sich die Besucher von den beeindruckenden Videoaufnahmen und Bildserien getrennt, erwartete sie der nächste Höhepunkt. Auf einem Computerbildschirm zog eine Powerpoint-Präsentation die Blicke der Gekommenen auf sich. Verschleierte Mädchen posierten für die Kamera. Die Künstlerin Parastou Forouhar beschäftigt sich vor allem mit der Rolle der Frau in der traditionellen islamischen Gesellschaft. In ihrem Projekt "Verschleiern und Enthüllen" sollten die Schülerinnen mit einem iranischen Tschador ihre eigene Persönlichkeit und Weiblichkeit zum Ausdruck bringen. Aus den 240 Fotos wurden die besten ausgewählt.
Am Ende des Ganges konnte schließlich das Ergebnis des dritten Workshops auf einem Fernsehbildschirm verfolgt werden. Gabriela Goldner ließ die Schülerinnen ihr Lieblingsobjekt vorstellen, aber auch erzählen, was sie daran gut finden, ein Mädchen zu sein. Nachdem die ersten Gäste die einzelnen Werke bestaunt hatten, eröffnete die Leiterin des Schlosses Balmoral, Dr. Danièle Perrier, die Ausstellung. Sie betonte, dass solche Veranstaltungen wichtig seien, um zu zeigen, dass Kunst nicht aus einem luftleeren Raum entstehe, sondern mit dem Alltag, Politik und Gesellschaft zu tun habe. Alice Berweiler-Kaufmann von der Gleichstellungsstelle Rhein- Lahn stellte heraus, wie wichtig es für ein Mädchen sei, erst einmal sich selbst zu finden bevor es einen Beruf wählt. Dieses Projekt würde viel zu der Identitätsfindung beitragen. Diesen Worten schloss sich Janine Schmutz, wissenschaftliche Assistentin des Künstlerhauses und Projektleiterin des Girlsdays im Balmoral, an. Vier Tage lang konnte die Ausstellung bewundert werden. Saskia Daubach
Rhein-Lahn-Zeitung - Ausgabe Bad Ems, Lahnstein vom 13.07.2004, Seite 19.
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August 2004 Mai 2004
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