Künstlerhaus Schloß Balmoral
Balmoral ist... Ort der Förderung. Bildende Künstlerinnen und Künstler verschiedenen Alters werden durch Vergabe von Stipendien unterstützt. Träger unserer Institution ist die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur.
Balmoral ist... Begegnungsstätte. Die hier lebenden Künstlerinnen und Künstler haben die Gelegenheit, sich gegenseitig über ihre Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen. Um den Dialog zwischen Praxis und Theorie zu fördern laden wir Philosophen, Kunstkritiker, Galeristen und andere Künstler zu Künstlergesprächen ein, wobei die individuellen Wünsche der Stipendiaten berücksichtig werden.
Balmoral ist... ein Ort der Reflexion und der Kreation. Den Künstlerinnen und Künstlern stehen für ihre Arbeiten eigene Ateliers und eine Werkstatt für Metall und Holz zur Verfügung. Weiter finden sie ein Fotolabor, einen Videoraum und PCs vor, die den steigenden Bedürfnissen nach technischer Ausrüstung angepasst werden. Die gediegene Atmosphäre des Schlosses, die prachtvolle Architektur vornehmlich des 19. Jahrhunderts der Stadt Bad Ems sowie ihre Geschichte und die entzückende Landschaft des Lahntals, von der Dostojewski behauptet, sie sei noch beeindruckender als jene der Schweiz, bieten vielseitige Inspirationsquellen, deren prägende Eindrücke sich in zahlreichen Werken der Stipendiaten niedergeschlagen haben.
Balmoral ist... Ausstellungsort. Es ist ein wichtiges Anliegen des Künstlerhauses Schloß Balmoral, die Stipendiaten der Öffentlichkeit zu präsentieren und auf dem Kunstmarkt zu etablieren. Neben den Ausstellungen im Schloss bot der „Laden No. 5“ in Bad Ems, in dem 2004 neun Ausstellungen der Stipendiaten stattfanden, dafür eine wichtige Plattform, die bei der Fachpresse nicht unbemerkt blieb. Da er mittlerweile abgerissen wurde, suchen wir nach neuen Möglichkeiten. Noch wichtiger ist die überregionale Präsenz der Stipendiaten, die 2002 in Prag, 2003 in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Berlin und 2004 auf der Art Cologne im Rahmen einer Förderkoje sowie im ersten Kunstsalon in Berlin ausgestellt, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich wurden.
Balmoral ist... ein Zentrum für zeitgenössische Kunst. Das Bad Ems des 19. Jahrhunderts verdankt seinen Glanz nicht nur dem Adel, sondern auch den zahlreichen Künstlern, die hier zu Gast waren: Eugène Delacroix, Fjodor Dostojewski, Franz Liszt, Nikolai Rimsky-Korsakow und Richard Wagner gehören zu den prominentesten. Seit seiner Eröffnung 1995 hat das Künstler-haus Schloß Balmoral nicht nur 83 Stipendiaten beherbergt, sondern auch illustre Gäste wie Christian Boltanski, Günter Uecker, Jonathan Meese, Ben Patterson zu Ausstellungen eingeladen; andere wie Christoph Schlingensief und David Medalla gaben uns die Ehre, in unserem Hause zu verweilen. Im internationalen Diskurs zu den Neuen Medien als Kunstform organisierte Balmoral 2003 die Bad Emser Medienkunsttage zusammen mit den Universitäten Koblenz-Landau und Basel sowie der Fraunhofer Gesellschaft in St. Augustin. Balmoral ist ein Ort des Geschehens, ein geheimer Tipp.
Balmoral ist... Ort der Vision. Die schwerwiegenden finanziellen Kürzungen von mehr als 50% des Gesamtetats und die Umstrukturierung der Stipendien im Jahr 2005 erzwingen neue Überlegungen, um die Künstler noch mehr zu unterstützen. Mit vereinten Kräften der ehemaligen Stipendiaten, die spontan bereit sind, den internationalen Dialog aufrecht zu erhalten, der Unterstützung unseres dynamischen Förderkreises Balmoral 03 und der Hilfe der Fachwelt, mit der wir vernetzt sind, schauen wir mit Zuversicht in die Zukunft, um Künstlern und Intellektuellen hier weiterhin einen Ort der Begegnung, des Austauschs und des künstlerischen Diskurses zu bieten.
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