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Karen Scheper

www.karenscheper.de
mail [at] karenscheper [dot] de

Vita
1963 geboren in Bremen1992–1997 Studium der Malerei und Zeichnung, Hochschule für Künste Bremen (bei KH Greune)1998 Meisterschülerin (bei Haralampi G. Oroschakoff und Karin Kneffel)
1999-2002 Studium am Institut für Kunst im Kontext, Universität der Künste Berlin
Seit 2002 Arbeit und Auftritte mit dem Musiker Marcelo Aguirre in der audiovisuellen Schnittmenge als Performance-Duo [the inner metal]
2003 MA (Art in Context), Universität der Künste, Berlin

Die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin.

Preise und Stipendien
2010 Goldrausch Künstlerinnen Projekt, Berlin
2008/09 Förderung der Berliner Kulturprojekte für Local Players, Projekt mit der Heinrich Heine Schule, dem Computerspielemuseum Berlin und Inge Lechner
2008 Stipendium Schloß Balmoral, Bad Ems
2008 1. Preis der Ausschreibung für eine künstlerische Gedenkinstallation für den NABU Berlin
2004-05 Projektförderung für die Ausstellung 1 - 0 - 1 [one 'o one] intersex in der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst Berlin, Stiftung Deutsche Klassenlotterie

Ausstellungen
2010 Balmoral Blend. 15 Jahre Künstlerhaus Schloß Balmoral, Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Remagen (G)
2010 ESCAPE, Ziegert for Arts, Berlin
2010 Goldrausch, Jahresausstellung der Stipendiatinnen, Galerie Barbara Thumm und September, Berlin
2009 fully booked. 50 Positionen zum Wandel des Raums, ehemaliges Hotel Beethoven, Bonn (G)
2009 reality is, Moabiter Kulturtage 2009, Kunstverein Tiergarten, Berlin
2009 km 500 2. Stipendiaten 2008 des Landes Rheinland-Pfalz und des Künstlerhauses Schloß Balmoral, Kunsthalle Mainz
2008 same same but different, Künstlerhaus Schloß Balmoral, Bad Ems
2008 REMOVE REALITY - Rauminstallation, PENG! Raum für Kunst, Mannheim (E)
2008 Inselglück, Galerie Nord | Kulturamt Mitte, Berlin
2007 Inselglück, Galerie Nord | Kulturamt Mitte, Berlin
2005 1–0–1 [one ’o one ] intersex – Das Zwei-Geschlechter-System als Menschenrechtsverletzung. Tapeten für Ausstellung und Archivprojekt, Neue Gesellschaft für Bildende Kunst, Berlin
2004 among others, 5 – Künstlerhaus Dortmund
2002 KOST – Berliner Kunstprojekt, Berlin

Performances und Projekte
2008/2009 Local Players – Kooperation mit dem Computerspielemuseum Berlin, der Heinrich Heine Oberschule und Inge Lechner, Berlin
2008 The Automatic Ant vs. Spastic Dementia, Performance mit Marcelo Aguirre, Künstlerhaus Schloß Balmoral
2007 the skitz book - Buch- und Zeichenprojekt
2006 DickSpace, Zeichenarbeit und Forschung zum Werk von Philip K. Dick
2004 among others, 5 – Symposium, Environment, Performance mit Marcelo Aguirre, Künstlerhaus Dortmund
2003 Reisezentrum: Die Automatische Ameise - Mehrfachräume, Individualtext und der Raum zwischen den Grenzen. Transdisziplinäres Projekt, Universität der Künste Berlin
2003 THE INNER METAL - Performance mit Marcelo Aguirre, Podewil, Zentrum für Aktuelle Kunst, Berlin
2002 Was senden Sie aus Ihrem Apartment? Zeichnung und Phantastische Literatur, Vortrag im Forum Stadtpark, Graz
2002 zum verzehr geeignet - Sieben- Tage- Restaurant, Kunst am und im Bau, Glashaus, Einsteinufer, Berlin
2002 a reflexion on our condition of automatic ants - Performance mit Marcelo Aguirre, Instantzeichnung und Improv, G7 Music Hall Berlin

Kurzbeschreibung
Karen Scheper arbeitet im Spannungsfeld zwischen (literarischer) Utopie, Dystopie und gesellschaftlicher
Realität. In Zeichnungen, Objekten, Installationen und Performances setzt sie sich mit utopischen Gesellschaftsentwürfen der Moderne und der Postmoderne auseinander. Namentlich Philip K. Dick ist hier zu erwähnen, mit dessen Sciencefiction-Romanen sie seit 10 Jahren künstlerisch arbeitet. Aus ausgewählten Romanen erstellt sie beispielsweise handgeschriebene Manuskripte auf einzelnen großformatigen Papieren. Durch abstrakte Überzeichnungen schafft sie mehrdimensionale Transformationen, die das Ursprungsmaterial erweitern und an die heute – 27 Jahre nach Dicks Tod – teils realisierte Sciencefiction-Welt andocken.
Wie wichtig Scheper die räumlich-akustische Präsentation ist, offenbart ihre 34-minütige Performance von Spastic Dementia vs. The Automatic Ant, die sie mit dem Musiker Marcelo Aguirre in ihrer Rauminstallation Kipple im Künstlerhaus Schloß Balmoral zeigte. Während der live komponierten Musik, die an Brutal Death Metal und Gore Grindcore erinnerte, entstand in einem dynamischen Zusammenspiel eine „écriture automatique“ an Boden und Wänden des Ausstellungsraumes. Aus unterschiedlich dimensionierten, teils perspektivisch verzerrten Buchstaben und Worten bildete sich der pechschwarze Schriftzug „Reality is that which, when you stop believing in it, doesn‘t go away“ – ein Schlüsselsatz in Schepers Arbeit, der aus einem Interview mit Philip K. Dick stammt und auf die Mehrdimensionalität der Wahrnehmungsebenen anspielt.
Als Zuschauer befand man sich inmitten eines performativen Raumes, bestehend aus Musik, „Raumschrift“ sowie den Papierarbeiten Schepers, und wirkte unwillkürlich an der Schaffung des Raumgefüges mit: Der energische Duktus Schepers, der zwischen ekstatisch und kontemplativ hin und her wechselte, zwang das Publikum zu rascher Reaktion, um nicht mit der Künstlerin zu kollidieren.
Für die Mainzer Ausstellung hat Scheper die Installation The Skitz Book entwickelt, in der Figuren aus Dicks Roman Clans of the Alphane Moon an den Wänden appliziert werden. In der Korrespondenz mit Geschriebenem und Gezeichnetem binden nun auch die schwarzen, flächigen Gestalten den Betrachter in ihre Dimensionen ein.

Rainer Hoffmann

aus: Balmoral km 500/2, Jahrbuch 2008/2009, Teil 1 (= Katalog zur Ausstellung km 500 2 in der Kunsthalle Mainz), Berlin: argobooks, 2009. S. 34

Abbildung: The Skitz Book [ch2], 2008 - Zeichnung, Handschrift, Objekt (Detail). Foto: Petra Warrass