|
dschuerer [at] hotmail [dot] com www.via113.de Vita 1965 geboren in Biberach a. d. Riss 1971-74 Wohnort Cannobio/Italien, Schulbesuch in Locarno, Schweiz 1986 Abitur 1987-88 Ausbildung als Sommelier/Parkhotel Wehrle/Triberg 1989-91 Studium an der Kunst- und Theaterschule CNI, Imperia (I) 1991-98 Studium der angewandten Kulturwissenschaften in Hildesheim 1992 Eröffnung des Kunstraums Via 113 1997 Einführung des Kunstraum Schürer als flexible Einrichtung 1999 Diplomarbeit: Die Konsequenz im Rahmenbau oder Wie ich mein Bild aufhänge Seit 1992 Kunstverein Via 113
Preise und Auszeichnungen 2008 Stipendium Künstlerhaus Schloß Balmoral, Bad Ems 2007 Jahresstipendium des Landes Niedersachsen 2007
Ausstellungen und Projekte im öffentlichen Raum (Auswahl) 2010 Balmoral Blend. 15 Jahre Künstlerhaus Schloß Balmoral, Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Remagen (G;K) 2009 fully booked, ehemaliges Hotel Beethoven, Bonn 2009 km 500 2 Stipendiaten 2008 des Landes Rheinland-Pfalz und des Künstlerhauses Schloß Balmoral, Kunsthalle Mainz 2009 NICHTS – Eine Annäherung in D Schürer, St. Elisabeth Kirche, Kita St. Elisabeth, Salzgitter 2009 Tilo – ausstellende Einstellung, Kunstverein Via 113, Hildesheim 2008 Mein Gott, Schürer! Wenn ein Name zum Programm wird., Syker Vorwerk – Zentrum für Zeitgenössische Kunst, Syke 2008 same same but different, Künstlerhaus Schloß Balmoral, Bad Ems 2008 Galerie Via113/Schloss Balmoral, Künstlerhaus Schloß Balmoral, Bad Ems 2007 GEWÄCHSHAUS/Einsteinarena, Universität Hildesheim 2006 Zimmer von Bürgern, Jahresprojekt 2006 Vereinigte Schiffsbauwerft Schürer & Töchter 2006 TAFELRUNDEN 1-4, Hildesheim / Dom, Rathaus, Fachhochschule, Fels 2006 Retroperspektive – späte Ansichten, Internationale Kunsthalle-Portable 2006 RAUMFORSCHUNG Berlin /Hildesheim 2006 Niedersächsische Herbstausstellung, Kunstverein Hannover 2006 MZKhd – Museum Zeitgenössischer Kunst Heudeber-Danstedt 2006 LANDESBÜHNE NIEDERSACHSEN 2006 Glauben und Wissen Haus, Haus der Kunst, München 2006 Einführung des Zeichners des Monats Kunstverein Via113 2006 DIE REDE, Hildesheim 2005 Uma curta metragem sobre um piscar de olhos, Internationale Kunsthalle Porto II 2005 Um pequeno passeio sobre Ausschwitz-Birkenau, Porto 2005 Rua Migi Bombi, Porto 2005 MAKING-OFF, Kunstverein Hildesheim+Via113 2005 Diplomatische Vertretung Deutschland, Porto 2005 DIE REDE, Hildesheim 2005 Der Schürer kocht, Palais Donaustadt, Wien 2004 Skulptur im öffentlichen Raum, Hildesheim 2004 KAUFHAUS Via113 + Versteigerung, Hildesheim 2004 Herbstausstellung Niedersachsen / Kunstverein Hannover 2004 Einstein Appartement, Hildesheim 2004 Einführung des whiteboard / indoor-version, Porto 2004 Einführung des CLAP-Pensionszimmer, Hildesheim 2004 Bilder einer Herbstausstellung, Hildesheim 2003 Israel-Projekt, Via113 / Hildesheim – Land Niedersachsen 2003 Eröffnung der INTERNATIONALEN Kunsthalle / mobile 2003 Eröffnung der INTERNATIONALEN KUNSTHALLE Porto I 2003 Einladung zum blinde date, Kunstverein Hannover 2003 Einführung des whiteboard, Hildesheim 2002 Hildesheimer Kunstrundgänge 2001 whiteboard 1 / Porto (Holztafeln in der Galerienstraße Rua M. Bombarda ) 2001 Land Thüringen & Zeulenroda 2001 Künstler-Vorort Programm Hildesheim 2002 2001 Klosterbruder Schuerer zu Gast – Zeulenroda erleben 2001 Expeditions ins Kunstreich, Museumsquartiers Wien/ MQ 2
Kurzbeschreibung „Die unendliche Geschichte des D. Schürer.“ So könnte der Titel seines Katalogs lauten, der aus seitenfüllenden Bildstreifen besteht. Nicht das einzelne Bild, nicht deren Abfolge sind wichtig, sondern die Dichte der Informationen: Ausstellungsansichten, Fotoarbeiten, Erinnerungsbilder werden für den Betrachter zum erzählenden Bilderregen oder verschwinden im ornamentalen Nichts. Der tatsächliche Titel des Katalogs ist französisch und lautet: Si t’es blanc, t’es raciste, Si t’es bronzé, t’es un sale étranger, übersetzt: Wenn du weiß bist, bist du Rassist, wenn dunkelhäutig, ein verdammter Ausländer. Die Verurteilung des anderen ist immer eine Frage des Standpunktes, und meistens wird der Blickwinkel durch den Standort bedingt. Man kann die Aussage auch so verstehen, dass in einer Welt, in der man für den einen oder den anderen immer auf der falschen Seite steht, letzten Endes Freiräume des Denkens entstehen. In Balmoral konzentrierten sich viele seiner Aktionen auf den Kunstbetrieb: Die Galerie Via 113 – Dependance seines Kunstvereins – präsentierte in regelmäßigem Turnus die Evolution seiner stets im Wandel der Deutung mutierenden Installation; Balmoral selbst mutierte im Wandel der Beflaggung zwischen Polizeistation und Märchenschloss. Eine zehn Meter lange Tafel an den Bahngleisen gab vor, Dr. Beinebergs Schönheitsfarm zu sein. Er eröffnete die Internationale Kunsthalle Rheinland-Pfalz – ein vor Ort gefundenes Aquarium, das für die Dauer des Stipendiums regelmäßig bespielt und dem Künstlerhaus zur weiteren Betreuung überlassen wurde.
Schürer ist Konzeptkünstler. Das hindert ihn nicht, in jeder Hinsicht auch haptisch-sinnlich zu sein: Er stickt, näht, zeichnet, malt, und seine Installationen können barocke Opulenz erreichen. Zu jedem Anlass wird selbst gebackenes Brot und Wein serviert – ein Kommunikationsfaktor fast religiösen Charakters. Sehen, schmecken, riechen gehören dazu. Wie wesentlich der Geruchssinn für Schürer ist, geht aus dem Text Hildesberg & Heidelheim hervor: „Man sagt, dass es nicht möglich ist, seinen eigenen Geruch wahrzunehmen. Ich kann es und ich mag es.“ Sich selbst riechen, sich selbst mögen; dort sein, wo man sich riecht, das ist vielleicht die neue Standortbestimmung für Migrationskünstler.
Danièle Perrier
aus: Balmoral km 500/2, Jahrbuch 2008/2009, Teil 1 (= Katalog zur Ausstellung km 500 2 in der Kunsthalle Mainz), Berlin: argobooks, 2009. S. 35. |
 |

|
|