Roswitha von den Driesch

Reduziert wirken auch die Arbeiten von Roswitha von den Driesch. Ihre Video-Klanginstallationen, beruhen auf der Feststellung, dass die Umgebung, insbesondere die Architektur, unsere Bewegungsabläufe bedingen; nicht nur diese, sondern auch unseren Umgang mit den Anderen.
Dementsprechend benutzt von den Driesch zum Aufbau ihrer Videos das Architektenvokabular. Sie zeigt mit Vorliebe Architekturmodelle des sozialen Wohnungsbaus, wie im hier gezeigten Video Zimmer, Küche, Bad. Dabei werden die Innenräume mit ihrer Einrichtung sowie die Personen in Planaufsicht dargestellt.
Eine zweite, wesentliche Komponente ihrer Arbeit ist das Drehbuch. Minutiös werden die einzelnen Charaktere herausgearbeitet, ihre Gestik geplant und der zeitliche Rahmen einer jeden Handlung festgelegt. Die Menschen haben alle eine bestimmte Rolle und agieren wie Akteure unter Anleitung des Regisseurs. Die Kommunikation zwischen den Dargestellten ist aufs Minimum reduziert und bringt in erster Linie Unbehagen und Verlegenheit zum Ausdruck. So bei den hier gezeigten, eng beieinander sitzenden Leute, die ganz verschämt sich bewegen und dabei kaum hörbare Geräusche produzieren. Ironie und Sympathie sind hier eng miteinander verknüpft.

(Ich verweise auch auf die Außeninstallation, eine reine Klanginstallation, die Roswitha von den Driesch mit dem Musiker Jens Uwe Dyffort produziert hat.)


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