Pierre-Yves Magerand arbeitet mit Installationen und Skulpturen, zeichnet aber auch in Zyklen, um seinen Standpunkt zu schärfen. Zwischen 1980 und 1996 studierte er in Dijon, Straßburg und Paris und war im Jahr 2005 Stipendiat im Künstlerhaus Schloss Balmoral. Dort entwickelte er eine Reihe von Zeichnungen, die er mit dem Titel „Promenades intérieures“ überschrieb.
„Im August 2005 traf ich den Künstler in seinem Atelier auf Schloß Balmoral, oberhalb von Bad Ems. Die Wände und auch Teile des Fußbodens waren mit weißem Papier bedeckt, auf dem sich jeweils leicht und luftig Gebilde abzeichneten, die ihr entstehen einem biologischen Labor zu verdanken schienen. Sie wirkten wie Vergrößerungen unter einem Elektronenmikroskop. [...] Augen und Glieder werden sichtbar, Vertiefungen und Wölbungen. Das untersuchte Material gibt sich nicht auf den ersten Blick zu erkennen, und je länger man es betrachtet, desto vielseitiger und rätselhafter werden Form und Substanz der Objekte, so behutsam und transparent sie auch immer Protokolliert werden. [...]Auch die Promenades intérieures von Magerand fördern Beobachtungen zutage, deren weitere Entwicklung über ebenso wissenschaftliche wie surreale Konditionen verfügt. Das Wasser der Tusche verursacht, dass sich das Papier nach verschiedenen Seiten hin wellt und wölbt. Die Oberfläche nimmt hier und dort einen Landschaftlichen Charakter an, den zarte Lasuren noch verstärken.[...] Manches nass bearbeitete Blatt erinnert an schnell vergängliche Erscheinungen im Wasser oder am Rand der Meere. Die Schwerelosigkeit transparenter Quallen kommt in den Sinn, feuchte, körperlose Ablagerungen der Flut auf allerfeinstem Sand. Magerand beherrscht sein Handwerk, und er kontrolliert seine Beobachtungen wie seine Träume. Er ist damit einem künstlerischen Artgenossen wie Wols auf der Spur, nicht weniger als den herausragenden Zeichnern und Aquarellisten des Symbolismus. Die Promenades intérieures offenbaren eine Lust an der Entdeckung einer äußerst empfindlichen Innenwelt, deren Metamorphosen ihre ebenso faszinierende wie beunruhigende Wirkung auf den Betrachter nicht verfehlen. Psychogramm und Kalligraphie geben sich die Hand, wenn Magerand uns den genetischen Code seiner laborgeschützten Miniaturen zu Entschlüsselung preisgibt.“ Klaus Gallwitz
Einzelausstellungen seit 2004: 2004 Il est des silences stupéfiants, Haus Burgund, Mainz 2005 Espaces Potentiels, Haus Burgund, Dijon, F 2006 Sans toute fois en cerner les contours, Haus Burgund, Mainz Habiter, un bricolage de tous les instants, Collège André Malraux, Dijon
Gruppenausstellungen 2005: 2005 Sur le tapis, Künstlerhaus Schloss Balmoral, Bad Ems, 2006 Jackpot Ludwigshafen
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