Matthias Mayer arbeitet seit 1991 als freischaffender Künstler in den Bereichen Fotografie und Videokunst. Im Jahr 2005 erhielt er das dreimonatige Projektstipendium des Künstlerhaus Schloss Balmoral. In seinen Videoarbeiten stellt er eine fiktive Welt vor: ferngesteuerte, cartoonartige Autos aus Schaumstoff und Kunstleder, die nicht länger als ca. 40 cm, breiter als 20 cm und nicht höher als ca. 25 cm sind, besetzen den urbanen Stadtraum und integrieren sich in den fließenden Verkehr. Die Illusion wird zur Realität, die Grenzen zwischen Kunst und Leben werden verwischt, die Realität verfremdet, in seinen Videos entwickelt der Künstler eine auto-mobile Gegengesellschaft. Die in schneller Bilderfolge geschnittenen Videos wurden mit elektronischer Musik unterlegt, wodurch die Bilder eine subversive Kraft entwickeln, mit der Mayers Autos auf ironische Weise gegen die stupide Wirklichkeit zu rebellieren scheinen.
Mit dem Themenkreis „Ok!“ wendet sich der Künstler wieder den Fotoarbeiten zu. Er thematisiert den Gesellschaftlichen Wandel in Russland, einem Land, in dem plötzlich eine breite Mittelschicht entstanden ist. An diese neue Zielgruppe richten sich unzählige Großraumsupermärkte, Konsumfreude wird propagiert. Die von Armut betroffenen, die Familien sind die neuen Verlierer dieses Systems. Ein Kapitel dieses Themenkreises sind die Wohlstandsporträts: „Mit dem steigenden Wohlstand in Rußland, vor allem dem der Neureichen, gibt es auch immer mehr Immobilien-, Design - und Einrichtungsmagazine, die auch in den Supermärkten zu kaufen sind, und sich großer Beliebtheit erfreuen. Darin werden hauptsächlich Aufnahmen der äußerst luxuriösen Wohnungen und Häuser gezeigt, die von namhaften oder auch jungen russischen DesignerInnen eingerichtet wurden. Üblich für jeden Supermarkt - ein Prospekt - , in dem Angebote offeriert werden. Dazu gehört bei "O'KE" auch Kleidung - "Normalo-Kleidung" getragen von "Normalo-Modells". Die Abbildungen dieser Frauen, Männer und Kinder habe ich ausgeschnitten und in die besonders luxuriösen Wohnungen und Häuser aus den Lifestyle-Magazinen eingefügt. Quasi dem Traum auf direktem Weg stattgegeben. So entstehen befremdliche Situationen, die nur auf den zweiten Blick merkwürdig aussehen, weil oberflächlich ein Porträt eines wohlhabenden Menschen entstanden ist. Man geht der Collage bei genauerem Hinsehen auf den Grund, weil kein Computer benutzt wurde, um die Schnittkanten unauffällig, und damit die Illusion perfekt zu machen.“ (Matthias Mayer aka Mo Magic)
Gruppenausstellungen seit 2004 :
2004 A.K.A., Berliner Kunstprojekt/NY Arts Magazine, Berlin 2004 Kunst direkt, Rheingoldhalle, Mainz 2004 Krawallnachbarwampenmannfromthezulunation, mainstream, Berlin 2004 Datschenclique, 1. Berliner Kunstsalon, arena-Magazin, Berlin 2004 Heimatbilder-Homestories-Intimitäten, Remiese DEGEWO, Berlin
Einzelausstellungen seit 2004 : 2004 Ville depart, Passages – Centre d’Art Contemporain, Troyes
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