Cony Theis ist Malerin, arbeitet und experimentiert aber auch mit anderen künstlerischen Ausdrucksformen. Sie studierte zwischen 1979 und 1989 in Mainz und Düsseldorf und wurde im Jahr 1988 Meisterschülerin bei Prof. Crummenauer. Im Jahr 2005 war sie Stipendiatin im Künstlerhaus Schloss Balmoral. Besonderen Raum nehmen in ihrem Werk Gewebe wie Haar, vor allem aber auch Haut ein: so verfasste sie Tagebücher in Form von Zeichnungen auf ihrer Haut, die sie als Foto bewahrte, während sie das Gemälde sofort abwusch. Beeinflusst wird sie auch durch ihre Tätigkeit als Gerichtsmalerin: Manche Arbeitszyklen zeugen vom Interesse an dem Thema Kriminalität und an der Spannung zwischen Täter und Opfer.
Mit den zwischen 1999 und 2005 gefertigten „Kölner Kissen“, die es in einer Auflage von hundert Stück gibt, unternahm sie den Versuch zu zeigen, wie filigran und weich der ansonsten als spröde und hart verstandene Werkstoff Beton sein kann. Mit großer Feinheit bildet der in Form gegossene Beton ein Kissen nach, welches im unteren Teil quadratisch ist und im oberen Teil in zwei spitz aufragenden Zipfeln ausläuft, als habe man mit der Handkante dazwischen geschlagen. Präzise wird die textile Oberflächenstruktur des Kissens wiedergegeben, die sogar Webfehler oder die Einstichstellen der Nähmaschinennadeln erkennen lässt. Ein netzartiger Zierstich strukturiert das Kissen, der scheinbare Kissenstoff bildet unzählige Wellen und Knickfalten. Durch die Bemalung in hellem grün mit dunkelgrünen Akzenten wird der Eindruck eines Synthetikstoffes erweckt. Es ist wohl die Genauigkeit und Feinheit der Nachbildung, die den Betrachter irritiert. Doch erst durch die Berührung mit dem „Kissen“, bei welcher der Betrachter unweigerlich erwartet, die Textur eines realen Kissens zu erspüren, bricht die unnachgiebige Härte des Betons mit der optischen Wahrnehmung und Assoziation.
Gruppenausstellungen seit 2004: 2004 B2B and back again, Laura Mars Grp., Berlin 2004 kurzdavordanach (Sammlung Schürmann) , SK-Stiftung Kultur, Köln 2005 BetonKunst, Städtische Galerie Fürth 2005 corps en état, Galerie RX, Paris 2006 Jackpot, Ludwigshafen
Einzelausstellungen seit 2005: 2004 Zeit richten, Kunst- und Kunstgewerbeverein Pforzheim e.V. 2004 Schloss Agathenburg, Galerie Hengevoss-Dürkop, Hamburg, 2005 Kunstwerk Archiv, Triennale der Fotografie, Galerie Hengevoss-Dürkop, Hamburg, (mit Nina Rhode) 2005 c.t., Fahrradhalle, Netzwerk Offenbach 2006 Artothek Köln
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